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Jüdische Rundschau · 1915-06-18 · Heft 25 (18.6.1915) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XX (1915)
Issue
Heft 25 (18.6.1915)
Date
1915-06-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 202 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 25 gierimg verlangt, sie möge sieh für die Anerkennung der ü I e i c 11 b e recht! g u 11 g für die russischen Juden bemühen und dafür sorgen, daß amerikan i s c 11 e Juden unter dem Schlitz amerikanischer Passe sich 11 n belästigt i 11 R 11 (1 i a n d aufhalten können. * Die russischen Behörden haben die Resolut 10 11 zugunsten der Aufhebung der antisemitischeu Beschränkungen, die die sibirische Städteko 11 f ereil/ eingebracht hatte, a hg dehnt. Der M i n 1 s t e 1־ d e s Inn e r!1 hat den Plan des F r / i e h u 11 g s 111 1 n i s t e r s ü r a f e 11 1 g 11 a - tief f, alle jüdischen Studenten, die in! Auslände studiert hatten, zu pri v a t e 11 russischen Hochschulen zuzulasscu und ihnen die Erlaubnis zu erteilen, dort die S t a a t s e \ a m e 11 abz.ulegeu, v e r e i t e 11. Der Minister 11 e s in 11 er 11 verweigerte diesen Studeuten die Erlaubnis, sich;innerhalb des Ansiedlungsrayons aui/ulialteu. (iraf Ignatieff soll beabsich-( tigeu. die Präge dem Kabinett vorzitlege'n. Die Loiuloner Wochenschrift ״J e w i s h C h r u - 11 i c 1 c“ bcieiielitet die Tragödie der vertriebenen Juden in Palen durch eine Korrespondenz aus Petersbürg, wonach viele aus Polen vertriebene Juden angebiieh nach Finnland;ntswamlcrteii und dort Protestanten wurden, tun die Erlaubnis zu erhalten, in das Kriegsgebiet ziirück/.ukehren, wo sie als Juden a u s g e w i e s e 11 worden waren. Das Ministerium des 111 11 e r g jedoch hat dem Petersburger Korrespondenten lies ״J. Clir,“ zufolge den Behörden verboten, selbst denjenigen, die zutn Christ e n t u m ü b c 1׳ g e t r e t e!1 sind, die Rückkehr in ihre alte Heimat zu gestatten. TURNEN und SPORT Schauturnen des Jüdischen Turniere i n s Bar Kochba-Berli n. Das am 30. Mai vom Jüdischen Turnverein Bar Kochba veranstaltete Schauturnen nahm einen der ernsten Zeit entsprechenden würdigen Verlauf. Die ca. 350 Zuschauer, die ihrem Interesse für die jüdischc Turtibewegung das Opfer des Verzichts auf die scheidende Maisonne gebracht hatten,׳ wurden durch das reichhaltige Programm gut entschädigt und erklärten allgemein ihre Befriedigung. Nach einem schneidigen Einmarsch der ca. 150 Turner und Turnerinnen hielt der Vorsitzende Herr Georg K a r e s k i eine Begrüßungsansprache, in djer er die Berechtigung eines solchen Schauturnens in dieser Zeit nachwies. Die Veranstaltung sei, so führte er aus, in erster Linie ein Gruß an die Vereinsbriider, Freunde und Gesinnungsgenossen draußen im Fülde, die mit Befriedigung davon Kenntnis nehmen würden, daß die Ideale, denen sie in Friedenszeiten ihre Liebe und Kräfte weihten, in ihrer Abwesenheit weiter gepflegt werden. In zweiter Linie soll das Schauturnen ein Beweis der Lebensfähigkeit des Bar Kochba sein, indem er trotz Abwesenheit seiner besten Kräfte zeigen will, daß in ihm gute und tüchtige Arbeit geleistet werde, wie es ihm überhaupt nicht darauf ankäme, Gipfelleistungen zu züchten, sondern die gesamte jüdische Jugend systematisch zur Leistungsfähigkeit zu erziehen. Und zum dritten gälte es zu beweisen daß die geistige j ü d i s c 11 n a t i o 11 a I e Grundlage der B e w e g u 11 g ein Faktor sei, der auch den Stürmen dieser Zeit standhalte und bei aller Opferfreudigkeit und Hingabe an das deutsche Vaterland die Liebe und Treue zum jüdischen Volk erhalte und befestige. Die dann folgenden Freiübungen der Männer wurden exakt ausgeführt und riefen den Gedanken wach, daß diese Jungmannschaft mit der wichtigsten Tugend des Soldaten, der unbedingten Disziplin, wohl ausgerüstet sei. Die Spiele der .K inde r zeigten, daß dem auch in ernster Zeit stets zum Frohsinn geneigten Kindergemüte Rechnung getragen wurde. Die Freiübungen der Frauen und auch ihr Geräteturnen ließen wieder einmal die noch immer weit verbreitete Ansicht, daß das Turnen der Damen ungraziös sei, irrig erscheinen. Die Anmut, die beim Barren und besonders beim Trampolin zu bewundern war, wird hoffentlich die zahlreich anwesenden nichtturnenden Damen bewegen, dem Bar Kochba beizutreten. Die M 11 s t e r r i e g e an! Reck, wenn sie auch klein an Zahl war, leistete, wie immer, Vorzügliches. Die Pendelstafette kam infolge des begrenzten Raumes zwar nicht recht zur Entwicklung, ließ aber doch die Behendigkeit und (jeschicklichkeit der Läufer erkennen. Das S t u r 1111 a 11 f e 11 der Männer und Frauen war, wenn es auch fast so gefährlich aussah, doch nicht ganz so gefährlich, wie das Sturmlaufen der Feldgrauen. Einen Heiterkeitserfolg■ hatte das Hindernislaufen mit den Purzelbäumen. Es stellte ,sich aber sofort wieder der Ernst ein, als Herr Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee zu einer Schlußanspraelie das Wort ergriff und die Bedeutung des Schauturnens für die heutige Zeit würdigte. Mit ernsten Worten gedachte er jener ersten jüdischen Jungmannschaft, die vor den Augen eines Theodor H e r z 1• auf dem Kongreß in Basel turnen durfte , und mit Wehmut gedachte er jenes größten jüdischen Schauturnens auf der Hohen Warte zu Wien, das noch von dem unvergeßlichen Willy ü reif e 11 h a g e n geleitet wurde. Er erinnerte dann daran, daß die sportliche Tüchtigkeit eine altjüdische Tugend war, die leider nur im Laufe der Zeit verloren ging und erst in neuer Zeit durch den uns leider gleichfalls genommenen Professor Mandclstamm erweckt worden ist. Lr schloß mit einem Aufruf zur T a t, die in dieser Zeit, in der das Wort nichts sei, allein befreie und befriedige. Die turnerische Leitung lag in den bewährten Händen des Herrn Julius Hirsch, der von seinen militärischen Vorgesetzten Erlaubnis hierzu erhalten hatte. Es sei noch besonders erwähnt, daß auch ein V ertreter des H a uptausschusscs für J u - ge nd pflege anwesend war und sich über die allgemeinen Leistungen befriedigend aussprach. Der iiuik're Erfolg der Veranstaltung war nicht nur ein Reinertrag von ca. HM) M. zugunsten des Piilfskomitees Ihr Palästina und Galizien, sondern auch mehrere Neunnnieldimgen von aktiven Mitgliedern und Dornum, denen hoffentlich noch zahlj־eicll,egJ01-., gefl '11 erden. "יי ' ' ' Nachrichten Berlin. Unser Gesinnungsgenosse Oberarzt Dr. S t i e b e 1 -1 laniburg hat das Eiserne Kreuz, unser Gesinnungsgenosse Dr. Samuel Moses- Lörrach Baden (K.J.V.) den Bayer. Militär- Verdienstorden 4. Klasse mit Schwertern erhalten. Unser Gesinnungsgenosse Julius K a ti f 111 a n!1 - Eschweiler wurde zum Leutnant befördert. Unsere Gesinnungsgenossen Theodor Blument!1 a 1 - Langenselbold bei Hanau (K. J. VE), Hans L 0 e \v v - Berlin (K. J. V.), Alex L e v i 11 - Malsch b. Heidelberg (K.J.V.), Rudolf P i c k - Berlin (K. J.V.), Joseph H i 1־ s c h b e r g - Breslau (K. J.V.), Friedrich Rubens o h 11 - Schwerin i. Mecklenburg (K. J. V.), Fritz (i 111 e 11s t e i n-Frankfurt a. M. (K. J. V.), Hermann J o a ch i m ־ Berlin (K. J. V.) wurden v e r w 1111 d e t. Unsere Gesinnungsgenossen Ernst üoitein- Mannheim und Siegfried B 1 a 11 k c n f e 1 d - Hamburg (Herzl-Klub) sind g e f al 1 e n. Wien. Unser üesinmingsgcnossg Oberleutnant Theodor H e i 11 - Neutitschcin ist am 2. Mai beim Sturm auf die Pustkahöhe bei Gorlitzc gefallen. Prag. Unser Gesinnungsgenosse Kadett Ing. Franz K a t z. - Prag (Verein jüd. Hochschüler Bar Kochba, (Tag) ist am 25. Mai im Sturmangriff bei Dolina gefallen. Unser Gesinnungsgenosse Leutnant Leo Bloch- Prag (Verein jüd. Hechschüler Bar Kochba Prag) wurde für hervorragende Dienstleistung vor dem Feinde mit dem Signurn laudis ausgezeichnet. Unser Gesinnungsgenosse Dr. Ignatz Jochow i t z. - Bodenbach ist, von einer Verwundung geheilt, in russische Gefangenschaft geraten. Berlin. Djc Jüdische Turnerschaft hat einen schmerzlichen Verlust durch den Tod unseres Gesinnungsgenossen Willy•■ Lo e w v (Bar Kochba, Berlin) erlitten. Willy Löewy ist infolge eines Unglücks-!'alles heim Baden ertrunken. Er war ein treues Mitglied der Jüdischen Turnerschaft, die ihm ein gutes Gedenken bewahren wird. Schokken. Herr Moritz L e w i n aus Posen hielt auf Einladung des Vorstandes in der Synagoge einen Vortrag über s«ne Erlebnisse in Palästina. Die Gemeinde war vollzählig versammelt und hörte die Auseinandersetzungen des Vortragenden mit Begeisterung an; der Vortragende sprach hauptsächlich vor! dem Leben in den Kolonien und von dc'11 Erfolgen der zionistischen Kolonisationsarbeit, dem hebräischcn Sehulwerk und von dem Leben in Jerusalem. Schluß des redaktionellen Teils. Jüdische Gemeinde, Berlin (Gottesdienst) Freitag, 18. Juni, abends: in allen Synagogen 71,4 Uhr. Sonnabend, 19. Juni, vormittags: in der Alten Synagoge §1 ■< Uhr, in der Kaiserstr.- u. Rvkestr.- Synagoge 9 Uhr, in den anderen Synagogen: Früligottesdienst 7 > 4 Uhr, Hauptgottesdienst 10 Uhr. . Predigten: Synagoge Kaiserstr.: Rabb. Dr. Lewkovvitz; Synagoge Ryke- ן straße: . Dr. Wohlberg; Synagoge Lindenstr.: Rabb. Dr. Blumeiirhai; Synagoge Fasaneustr.: Rabb. Dr. Bergmann. — Jugendgottesdienst: nachmittags 4 Uhr. Synagoge Fasanen- Straße: Rabb. Dr. Hochfeld. — Abendgottesd i e n s t (Sabbatausgang): 9 Uhr 33 Min. Mincha in der Alten Synagoge 5 Uhr, in den anderen Synagogen 4 Stunde vor Sabbatausgang. Gottesdienst an den Wochentagen: Morgens: in der Alten, Kaiserstr.- u. Rykestr.- Synagoge 6>V Uhr, in den anderen Synagogen 7 Uhr. Abend: in allen Synagogen 7 Uhr. Wegen Vornahme von Reparaturen bleibt der Hauptraum in der Synagoge Levetzowstr. bis auf weiteres geschlossen. Während dieser Zeit findet der Gottesdienst auch am Sabbat in der Wochentagssynagoge statt, die nur einer beschränkten Zahl von Besuchern Raum bietet. Jüdischer Nationalfonds Zentrale für Deutschland Geldsendungen sind ausschliesslich zu richten an Herrn Max Wolisteiner, Charlottenburg', Roscher-Straße 5. Sammelt Stanniol! Bezugnehmend auf den Ausweis der Materialien- Sammclsteile in der vorigen Nummer machen wir auf die Adresse der Sainuieistelie aufmerksam: Frau B. S 11 l in a 11 n, Berlin, Alte Jakobstr. 5, Erlös der Materialien - Sammelstelle für Zigarrenspitzen .. . 22,80 Off.-Stellvertr. Emanuel Roer kond, s. 1. A. II. Dr. Wassermann.2, Unterarzt Dr. Tscherniak grat. s, I. Bbr. Dr. Sichel z. Eis. Kreuz.1,— Paul üdze, Hannover, kond. Jac. Schnei- 1 i 11 g z. Heldentode s. Bruders.1,-- Hilde P r e 1111 kond. Farn. Henschel . 1,— Hulda Friedman 11, Ostrowo, verl. Wette an d. Ers.-Res. Oskar Schwarz . . L - Dr. K r o 11 s t e i 11, 111011. Selbstbesteuerung während d. Kriegsdauer.3, Sieginuud Brasch, Ratibor.L Unteroff. Kurt Goldschmidt dankt f. d. vortreffl. Peßach-Sendung.3,. Hilde Preu ß grat. Amiie R o s c n h 1 ii t h z. Jungen.• L Leutnant Ernst Ci o i t e i n v. s. ersten Offiziersgehalt.50,— Farn. Gott st ein d, Andenken d. im Felde gefallenen Karl Henschel .2,— Israelitische Kuranstalten, Sayn b. Coblenz . 50,-- B. Meyer,'im Felde, dankt f. d. Zusendung d. jüd. Rundschau.2,— Ge fr. Benno Grzebinasch, im Felde, grat. Bbr. Salomon z. Assessorexamen .... 1,— Hilde Preuß kond. Frau David soll 11 J,— Qefr. 'Stoppelniann dankt f. d. Jüd.,,,«. Rundschau., . ■ •2,— Hugo Kon n, Königsberg, grat. s. 1. Freunde Hermann Rosowsky, Hamburg, z. Abiturium 1,—, dankt s. Freund Walter Rehfetd u. bewundert s. gutes Gedächtnis 1,— 2,. Dr. Egon Rosenbe r g grat. Assessor Felix Rosenblüth . U Hilde P r e u ß als Gruß an ihren im Felde stehenden Bruder Walter.' ■ 1,-- Aus d. Münchener Spendenbuch: Justizrat Dr. Emil Franke! ani. d. Todes s. Mutter 30,— Dr. Egon Rosenberg korid. Bbr. Pinner 11. Frl. Henschel. . 2,— Tilli R o s o 1 i o kond. Frieda P i n 11 e 11 . ־,— Landsturmmann Salo Gerson dankt t. d. Zusendung d. Jüd. Rundschau.2,— C z a p s k 1, Berlin, an Fuchs, Leipzig . —,50 Else u. Willi David grat. Assessor Felix R o s e n b 1 i'1111 11, Frau.L — Johanna 11. Julius Rosenfeld kond. Farn. Davidsohn . -.2,— Max W o 1 I s t e i 11 e 1־ u. Frau kond. Farn. Henschel.1,— J. Nadel, im Felde, dankt d. Kriegsnähstube Roscnberger, Breslau, f. 11. Peßachpakete . Referendar G insb urg, Tapiau, kond. Farn. Davidsohn . (iet'r. Benno Grzebinasc h, im Felde, dankt Frau Dr. (ioidberg, Berlin, f, d. frdl. Grüße u. grüßt s. Bruder Sally. Johanna u. Julius Rosen'feld kond.Fam. Hcnscliel-Zamory .2,— üefr. Richard Franck dankt d. Nationalfonds f. Zusendung d. Oppenlieimerschen Schrift u. dankt S. Schwabacher .... 2,— Ball.-Arzt Dr. Joseph Bac brach kond. s. |> Bbr. Fritz Pey'ser 2, - , u. grat. Felix Rosenblüth /. Stammhalter 2,— . . 4,׳- Ruth Woliste in er kond. Edith H e 11 - s c h e 1 u. Bertha Zamory.- ,50 Gefr. Benno Grzebinasch grat. iVzefeldw. Felix Rosenblüth u. Gattin z. Geburt d. Sohnes.1,— Unterarzt Meyer dankt d. Z. V. f. D. f. Peßachgabe u. Zusendung d. Jüd. Rundschau 2,50, ders. Thoraspende 1,— .... 3,50 Beruh. Sch ragen hei m, im Felde, grat. d. Fam. Rosenblüth z. Geburt d. Sohnes u. Enkels.L— Adam S t e rn b e rg, im Felde, dankt d. Z. V. f. D. t. d. Peßachspende u. Zusendung d. Rundschau . ..3,- Walter Salomo n, im Felde, dankt f, regeln!. Zusendung d. Rundschau nach d. Front 2,- S c h r e n k, Dtsch.-Eylau.1,30

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