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Jüdische Rundschau · 1915-05-21 · Heft 21 (21.5.1915) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XX (1915)
Issue
Heft 21 (21.5.1915)
Date
1915-05-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 170 J U E DI SC HE RUNDSCHAU Nr. 21 Natlonalfotidsspenden-Eingftnge Im April Die im Monal"April' ״Nation;iHonds zu-;efülirten Spenden beliefen sieb auf 41 647,— M. _Iu diesem Ergebnis luiben beigetragen: Nordamerika 28 408 M., Deutschland 4520 M Rußland 2363 A4., Rumänien 1778 M., Argentinien 1054 M,, Oesterreich *)05 M., Oricchenland 713 M,, Tunis 068 M.. Holland 555 M., Italien 274 M., England 214 M., Schweden 97 M., Schweiz 89 M. AUS ALLER WELT Aus Palästina. Ingenieur Wilhelm Hecker, der früher in Nürnborg weilte und durch seine Palästina-Vorträge in jüdischen Kreisen bekannt war. hatte vor etwa Jahresfrist einen Ruf als beratender Ingenieur an das Palästina •Amt in Jaffa angenommen. Dort stellte er sich bei Kriegsbeginn der deutschen Militärmission zur Verfügung und bekleidet z. Zt. die Stellung des Chefingenieurs beim Stabe der kaiserlich ottomanischcn Armee in j e r u s a I e 111. Aus Oesterreich. Die Jüdischcsozialistischc Arbeiter- Partei 10 י a I e Zion in Oesterreich veröffentlicht am 1. Mai einen Aufruf, der mit zündenden Worten auf die unendlich traurige Lage des jüdischen Volkes im gegenwärtigen Völkerringen hin.wcist und alle aulforciert, ihr Möglichstes daran zu setzen, dall die Rechtlosigkeit der luden abgeschafft werde, dall ״die Hindernisse auf dein Wege der freien nationalen Entwicklung des jüdischen Volkes forlgcriiumt werden. “ Au» Schweden. Wie aus Stockholm geschrieben wird, hatte Rabbiner Dr. M, Ehrenpreis eine Unterredung mit dem russischen Gesandten am schwedischen Hofe, Mjeljudow, in der über die Lage der Juden in Rußland und dem von den Russen besetzten Teile Galiziens gesprochen wurde. Aus Griechenland. Hei der allgemeinen Wahl, die wahrscheinlich in ein oder zwei Monaten stattfinden wird, sollen drei oder vier Juden als Kandidaten auftreten. Bisher waren Juden noch nicht Mitglieder der Kammer. Aus Amerika. Das Exekutivkomitee des Amerik a n i 8 c h - j ii d i s c h e 11 Hilfskomitees hat in der zweiten Hälfte April folgende Beträge zur Ucbcr- Weisung an die infolge des Krieges notleidenden Juden bestimmt: 15 000 Doll, für Russisch-Polen, 15000 Dollar für Deutsch-Polen, 50000 Doll, für die äugenbiicklich von Rußland ׳besetzten Teile Galiziens, 3000 Dollar für Monastir (Serbien), 2500 1)011. für Aleppo (Syrien). Nach Alexandrien sind 16 000 Dali, zum Ankauf von Nahrungsmitteln für die palästinensisehen Juden überwiesen worden. # fn einer literarischen Versammlung wurde bcschlossen, eine Massenversammlung zum Andenken an den großen jiddischen Dichter und Schriftsteller Pe r e z emzuberuk'it und ihm auch ein De n k!11 a I in Sc ward Park zu errichten. So groß ist die Ehrfurcht, mit der Percz.' Name hei der Bevölkerung der O s t s e i t c genannt wird, dall eine grolle Menge vergeblich versuchte, zu der Versammlung Zutritt zu erhalten. Unter den Rednern waren Scholcm Alcic h e m, Schalom Asch, Abraham Reisen und David Pinsky. Aus England. Sir Edward Grey hat vor kurzem eine jüdische Abordnung empfangen, an deren Spitze der Redakteur des ״Daily Herold‘1 statid. Die Abordnung übergab dem Minister eine Denkschrift, in der die traurig c Lage der Juden in Ostgalizicn geschildert wurde und um die Erlaubnis gebeten wurde, in London ein Jüdisches Hilfskomitee nach dem Muster des Petersburger zu gründen. Qrey erwiderte, er habe nichts gegen die Gründung eines solchen Komitees eitmnvetnlen falls es einer! rein p h i 1 a n ■ t h ropischcn und keinen politischen Charakter trage. Die Londoner ״Morn i n gnost“ hat in der letzten Zeit verschiedene Angriffe gegen die Juden Englands und des Kontinents veröffentlicht, ln einer Depesche vom 12. April bringt sie folgende Nachrichten über die aus Galizien vertriebenen Juden: ״Die österreichische und ungarische Regierung hat nach wochenlangen Unterhandlungen Anordnungen ftetreffs der galizisclien Flüchtlinge getroffen, die Ungarn zu Hundcrttaiisenden überfluten und zu einer solchen Plage geworden sind, daß die ungarische Regierung cs für notwendig gehalten hat, sic loszuwerden. Gemäß den beschlossenen Maßregeln wird die ungarische Regierung sic einfach als lästige Ausländer answeisen, und die Österreichische Regierung wird sie in für diesen Zweck errichtete« Konzentrationslagern internieren. Graf T i 8 za legte dieser Frage eine große Wich ügkeit bei und reiste dicserhalb vor einigen Tagen extra nach Wien. Wie berichtet wird, hat er der österreichischen Regierung zu verstehen gegeben, daß sic verpflichtet sei, sich um die vertriebenen Oalizlaner zu kümmern, denn er würde sie miswiisen, wenn keine zufriedenstellenden Arrangements getroffen würden. Ohne Frage Ist eine solche Gesinnung den Gajiziattern gegenüber a 11 g e b ra c hi, deren Aufcnthalt im Lande die krini innli stischc St ati stik des letzten halben Jahres um 300״/# erhöht hat. In der Tat, das Benehmen dieses Volkes kann man sich kaum vorslellcn. Sie üben nicht nur Erpressungen ans und treiben die Preise für Lebensmittel künstlich in die Höhe, sondern ilire Betrügereien und anderen Verbrechen gegen das Eigentum sind auch so zahlreich und schamlos, daß sogar die jüdische Bcvölkc rung Ungarns mul die treuesten Anhänger der Juden der Entscheidung der Regierung, sic auszuweisen, Beifall klatschen." In diesen Meldungen ist die antisemitische Tendenz unverkennbar, ln raffinierter Weise deuten sic die - allerdings bedauerlichen — Maßnahmen, die die Abschaffung der galizischen Flüchtlinge aus Ungarn nach Oesterreich bezweckt haben. Die jüdischen Kreise Ungarns aber, die, wie wir schon gemeldet haben, für diese Maßnahmen mit verantwortlich sind, könnten aus dieser tendenziösen Berichterstattung in der englischen Presse lernen, daß sic durch ihr |Verhalten nicht nur den Boden zu Angriffen auf die geflüchtete״ Juden, sondern auch zu Verdächtigungen der ungarischen Regierung bereitet haben. Aus Rußland. Der erste Jude, der im russischen Heere für außergewöhnliche Tapferkeit zum Offizier befördert wurde, K a t z, ist kürzlich aus P ctcrsbiirgausgewiesen worden. Katz war verwundet in ein Petersburger Krankenhaus gebracht worden, Bald erfuhr die Polizei, daß sieh ein Jude Im Krankenhaus bcfände, der k e 111 e A 11 f c 111111111 s b e r c c It t i g u n ß hatte, und ordnete seine Ausweisung an. Katz wendete sich an die höheren Behörden, aber seine Eingabe batte keinen Erfolg׳, er mußte die Stadt verlassen. Die Anzahl der Flüchtlinge In Wilna wächst von Tag zu Tag. 1200 Flüchtlinge, die früher keiner Unterstützung hedurften, haben sieh zu Peßnclt mit der Bitte um Unterstützung mi das Hilfskomitee gewandt, t )er ״llcjiit" behauptet, daß das jüdische Hilfskomifec in Wilna nicht sehr zufriedenstellend arbeite. Es mangle sehr an einer geeigneten Organisation und auf diese Weise werde viel weniger erreicht, als bei tatkräftiger Arbeit erreicht werden könnte. — ln B c r 11 i t s c 11 c w ist eine Abteilung des Hilfskomitees für jüdische Flüchtlinge gegründet worden, In den ersten zwei Tngcn wurden 2000 Rubel gesammelt. Viele Personen haben sieb verpflichte!, monatlich größere .Summen zu zahlen. Die Zahl der beitragenden Mitglieder wächst sehr schnell, — Das jüdische Hilfskomifec für die Opfer des Krieges in Rußland vernnstnltete einen Vortragsabend in Petersburg, Der Abend war sehr gut besucht und brachte einen Reinertrag von 5831 Rubel. Die Moskauer Polizei hat verboten, in den Straßen bei christlichen Bürgern Geld für die jüdischen Fluchtlingc zu sammeln, 1 Nachrichten Berlin. Unser Gesinnungsgenosse Oberapotheker Erich Do br zy 11 s k y hat das Eiserne Kreuz erhalten, Unser Gesinnungsgenosse Nathan Kahn- Nürnberg (K. J.V.), Turnwart des Jüdischen Turn- und Sportvereins Nürnberg, wurde durch Verleihung des bayerischen Verdienstkreuz cs mit K r o n e 11 11 d Schwertern ausgezeichnet. Unser Gesinnungsgenosse Alfred Hamei-Rnwitsch ist gefallen. Praß. Professor Dr. Erwin Kol mar (A. H. der Lese- und Redehalle der jüdischen Hochsclii'iler in Prag), der in Rußland gefallen ist, wurde für sein hervorragend tapferes Verhalten vor dem Feind mit dem Militär verdienstkreuz mit der K r i e g s d e k 0 r a t i o 11 ausgezeichnet. Berlin. (Jüdischer Turnverein Bar Kochba.) Die Vorbereitungen für das Schauturnen am Sonntag, den 30. Mai, nachmittags 1/0 4 IJhr, in. der städtischen Turnhalle Gormannstr. 4 (Hilf. Börse) sind in •vollem Gange. Der Verein hofft, durch diese Veranstaltung die Gewißheit zu geben, daß ungeachtet der durch den Krieg hervorgerufenen Schwierigkeiten tüchtige und nützliche Arbeit fiir die sportliclic Ertüchtigung der jüdischen Jugend Berlins geleistet worden ist. Die Veranstaltung dürfte um so mehr das Interesse aller jüdischen interessierten Kreise beanspruchen, als acr Reinertrag der Fürsorgedcrpalästincnsischen und galizischen Juden zugute kommen soll. Eintrittskarten zu 30 und 50 Pf. sind im ,Vereinsbureau Blcibtreustr. 25 lind auf den Turnbäden zu haben. 1 Posen. Wiederum hat der Krieg in den Reihen der zionistischen Jugend eine große Lücke gerissen. Das Vorstandsmitglied der Poscner zionistischen lugcmlgrtippe, Unteroffizier d, R. Siegfried öaer, Kitter des Eisernen Kreuzes, Ist am 8. Mai seiner in Frankreich erlittenen schweren Verwundung erlegen. In ihm verliert unsere Jugendbewegung einen fcschätztcn, bewährten Mitarbeiter, die Poscner iigcndgruppe einen ihrer Besten. Ein ehrendes Gedenken ist diesem tapferen Krieger, unserem treuen Gesinnungsgenossen weit über ida• Qrab hinaus gesichert. 1 Elberfeld. Eine hier durch die Zionistische Ortsgruppe cingcleitetc Sammlung für das Hilfswerk für Palästina hat Bisher den Betrag von 1065,50 ergehen. Die Sammlung setzt sieh aus folgcmlea einzelnen Spenden zusammen: Herr Rechtsanwalt IBr. Aaron M. 25, , Herr Siegmund Adler 25, , ||<rr Alfred Adler 10,--, Herr Benno Barme 20,—, Herr J;11|t1es Baril.icli 20, Herr Louis Beer 20, - Herr Rechtsanwalt Dr, Bernstein 30, , N. N. 5,—, Herr Adolf Cappel 5,—, Herr Albert Cappel 10,—, Herr Jacob Cappel 10,—, Herr Oscar Cappel 5, , Herr lleinem.'inn David 5,—, Herr Salo Dahl 10, , Herr Bruno Daniel 10,—, Herr Otto Daniel 10, , |jcrr Otto Daniel 6,--, Herr M. Drevftiß 3,~, Herr S:110man Engel 5,—, Herr Paul Epstein 15, , N N. 6,—, Herr Th. Fcrbcr 5, , Herr Jul. Fcidclhertj 10,—, Familie Frank 10, , Herr Max Ooldhcrg 10,—, Herr Rcfr. Dr. R. Ooldberg 5, , Herr Isidor Gold st ein 5, - Frau Oroßmann 2, , Herr Louis Oriincbcrg 50,— , Herr Dr. L. Orüneberg 100, Herr Daniel Gumpcrtz 15, , Herr Hermann Gnraii 10,—, Herr Albert Hamm 5, , Herr Arthur Herrmann 10,— , Herr Josef Herz 20, , Herr Moritz Hcimann 10,—, Herr Dr. Alfred Heimann 50,—, Herr 1* *11. Heymnnn 10,־ , Herr Josef Hirsch 20,—, Herr Simon Hirsch 3,—, Herren Gehr, Kaufmann 10,-- Herr Jacob Kaufmann 10, , Herr Jul, Kirschkmm 3,—, Herr Hermann Kohlhcrg 20,—, Herr Arnold Löwcntlial 3,—, Herr Leo Löwenthal 10, , Herr Adolf Lewen 5,—, Herr Hans Lewin 10, , Herr Alb. Mareks 3.—, Herr Moritz Mareks 3, , Frau Ww. Nathan Mehl 5, , Herr Mendels sen, 5, , Herr Max Meyer 5,—, Firma Mayer Wall 5,- , Herren Michel (V Co. '20, , Herr Robert Nathan 10, , Herr Ernst Ohl , , Herr Hans Plcßuer 5, , Herr David Kansvnhcrg '20, , Herr Nathan Kosentlinl 10,- , Herr Josef Röttgen 5, , Herr Sally Rosentlial 10,— , Herr Herrn. Steinberg 5, , Herr Arthur Stern 20,- , Herr Herrn. Stern 5,-, Firma Alfred Selmock ft Co. 10,—, Herr Max Sternberg 5, Herren Ocrson Stern sen. u. jtm. 23, , Herr ,(auf Simon 5, , Herr Leo Sonncnfeld 10, , Herr l eo Tisch 30,--, Firma L. Tietz A.-G, 20, , Herr l>r, Ulmnnn 10, , Herr H. Wistiuct/ki 20, , Herr J, Wertheim 5,־ , Herr M. L. Wetzstein 5, , Herr Josef Wolff 20,—, Herr Louis Weiler 25, , Herr Dagobert Walter 50 , N. N. 12,50, Familie Wallach 5.—, Herr Willi Wnlff 5, ־, Ferner spendete Dr, N. N, aus Elberfeld M. 30, für die Gesellschaft für sanitäre Zwecke in Palästina. Schluß des redaktionellen Telia. |fidische Gemeinde, Berlin (Gottesdienst) Freitag, den 21. Mai, abends: in allen Synagogcu 7C Uhr. Sonnabend, den 22, Mai, vormittags: in der Alten Synagoge 81/2 Uhr; in der Kaiscrstr.- und Rykestr.-Synagogc 9 Uhr. In den anderen Synagogen: Fridieottesdicnst 71/2 Uhr, Hauptgottesdienst 10 Ulir. Abend gottesdien st (Sabbat,nisgang); 8 Uhr 58 Mm. Minolta in der Alten Synagoge 5 Uhr, in den anderen Synagogen 1/2 Stunde vor Sabbatnusgang. Gottesdienst an den Wochentagen: Morgens: in der Alten, Kaiscrstr.- und Rykcstr.- Synagoge: 6'/2 Uhr; in den anderen Synagogen: 7 Uhr. Abends: in allen Synagogen 7 Uhr, Jüdischer Nationalfonds Zentral« für Deutschland Galdieodunceo lind ■michlleiillch iu Kehlen *n Htm Mn« VelliDlair Ch*r!otta»bt1rt, Roadktt-Jtr•!• I. Ers.-Rcs. Max Plnczowcr dankt d. Z.י f. D. f. d. Pcfiachgabe. Krgsfrw. Erich Kall mann dankt s. I. Bt Hirschbruch f. Liebesgabe, d, Bczirksvc band Posen u. d. Z. V. f. D, f. d. Peßachgabc 1 Leutnant Manne berg dankt d. Z. Vf. D, Pcßachspcndc u. Uebcrscndung d, Rundschi 5j—, graf. z. Verlobung Martin Ehr lief Frl. Cent a wer, dankt f, d, Gliiekwlinscl z, Mil,-Vcrdicnsforden mit Schwertern u. kon Fan!, Rosenkranz je 1,—•. Walter D a n z i g e r, Breslau, dankt Mini Bergmann f. d. schönen Bilder . . . . Max EI i a s -Mühlhausen, z. Zt. im Feld dankt f. d. Peßachspcnde d. Z. V, f.D. . Moses Calvary, Crossen, kond. Rlcha Mayer u. Frau 1,—, u. Siegfried Moses 1, N. Ha Inert, Königsberg. . ,H®nny Splts, Halle, grat. Untcroff, Sie frlcd Baer t. Auszeichnung ...... M. 4,- 6,- 8,~ j- 10,- 2,- 1,60 1.-

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