Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XX (1915)
- Issue
- Heft 17 (23.4.1915)
- Date
- 1915-04-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 134 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 17 liehe Treue und Anhänglichkeit an das türkische Reich feierlich bekundet und es weit von sich gewiesen, irgendwelche Separationsge’.üste, die der Integrität des türkischen Staates zmviderlaufen könnten, jemals zu verfolgen. Das Heil der jüdischen Kolonisation in Palästina ist mit dem Wähle und der Selbständigkeit der Türkei untrennbar verknüpft. Dieser üeberzeugung wurde seitens der zionistischen Organisation auch dadurch Ausdruck verliehen, daß ihre Anhänger in großer Zahl die ottoinanischc Staatsangehörigkeit erwarben und sich während des Balkankrieges ruhmvoll für die Türkei geschlagen haben. Unmittelbar nach der türkischen Kriegserklärung an Rußland sind noch fünftausend russische Juden türkische Staatsbürger geworden. Fast jeder russische Jude aber versteht Deutsch, ist doch das Jiddisch- Deutsch seine Muttersprache. So präsentiert sich vom Standpunkte der deutschen und türkischen Interessen, die ja eine Einheit bilden, die Förderung der jüdischen Siedlungsarbeit in Palästina, die dem Lande zu einem großen Aufschwung verhelfen kann, als eine höchst beachtcnswerte Aufgabe. Die Juden, als Mittler zwischen Orient und Okzident, sind vielleicht berufen, noch eine große, historische Rolle zu übernehmen. Das Judentum, itn Anschluß an das Deutschtum, könnte wahrhaft Großes für die Menschheit leisten. Herzl hat sich einmal geäußert: ״Der Zionismus gibt den Völkern das Mittel an die Hand, die Zahl ihrer Juden nach dem Bedürfnis zu regulieren.“ Möglicherweise wird dieser Ausspruch sich auch in dein Sinne bewahrheiten, daß die Judenlieit bei der Regulierung des Verkehrs zwischen Orient und Okzident, auf geistigem und wirtschaftlichem Gebiete, zur Trägerin einer hohen Mission vom Schicksal auserkoren ist.“ Die ״Evakuierung“ Ungarns Di« Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina, die sich nach Ungarn geflüchtet haben, müssen Ungarn verlassen, da sie österreichische Staatsangehörige sind. Die Verfügung der ungarischen Regierung hat in Oesterreich großes Befremden und auch schon scharfe Aeußerungen der jüdischen Presse hervorgerufen. Mitteilung des Hilfskomitees der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Der Besitzer eines Knaben-Pensionates in einer kleinen Stadt in Norddeutschland hat sich an uns mit der dringenden Bitte um Hilfe in folgender Angelegenheit gewandt. In seinem Knabenpensionat sind vier russisch-jüdische Kinder von 7 bis 14 Jahren untergsbraclit, deren Eltern seit Ausbruch des Krieges nichts mehr von sich hören ließen und auch ihren Zahlungs- Verpflichtungen nicht nachgekommen sind. Alle Bemühungen, eine Verbindung mit den Eltern herzustellen, sind bisher ergebnislos geblieben. Dem Besitzer des Pensionates ist es jetzt nicht mehr möglich, für die Beköstigung und Bekleidüng der Kinder zu sorgen. Wir bitten unsere Leser Spenden für diesen speziellen Zweck dem Hilfskomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin W. 15, Sächsische Straße 8, zuzusenden. Nachrichten Berlin. Unser Gesinnungsgenosse stud. ing. Otto Martini (Mattaphiä) - Göthen (Anhalt) wurde zum Vize Wachtmeister he f ö r d e rt. Der Vorsitzende der Zionistischen Ortsgruppe Rybuik, Herr־ Leopold Leu׳(׳, ist in russische Gefangenschaft geraten. Unser Gesinnungsgenosse der Kriegsfreiwillige Ulan Max Silber in a 11 n aus Beuthen ist gefallen. Unser Gesinnungsgenosse Kriegsfreiwilliger Siegfried Berlinski (Mannheim, Führer des jüd. Wanderbimdes Blau-Weiß) ist gefallen. Unser Gesinnungsgenosse der Sanitätsgefreite Alfred St e i n f c 1 d (K. J. V.)) - Chadottenburg, ist während der Ausbildungszeit einer Krankheit erlegen. Berlin. (Zion. J ugen d verei n.) Wanderung am Sonntag, den 25. April, 8.30 Uhr, Bahnhof Zoo mit Karten 3. Klasse nach Grunewald. Nachzügler treffen sich um 2 Uhr am Wannseebahnhof nt t Fahrkarte nach Schlachtensee, wo sie erwartet werden. Berlin. Der Ruderklub Ivria tritt mit 5 Aktiven — 30 Aktive stehen im Felde — und 8 Zöglingen in das sechste Ruderjahr ein. Die außergewöhnlichen Verhältnisse, die der Krieg zur Folge hatte, haben den Klubbetrieb nicht lahmgelegt. Achtmonatliche eifrige Instruktion hat die ״Kriegsjunioren“ soweit gefördert, daß sie, wenn der Rest des alten Bestandes eingezogen sein wird, die blau-weiße Flagge in Ehren führen können. Ain 9. Mai feiert der Klub sein An rudern; alle die, die den Zielen der Ivria Interesse und Verständnis entgegenbringen, sind zur Teilnahme eingeladen. Ort und Zeit des Anruderns werden in der nächsten Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ hekanntgegeben. Beuthen. Auch der Zionistische Mädchenklub Beuthen O.-S. hat nach dem Beispiel des Klubs in Königshütte ein eigenes Heim gegründet. Zu der Einweihung waren Herr Rabbiner Dr. Kopfstein und die übrigen Spender, die halfen, das Heim zu schmücken, geladen. Die Tafel war festlich mit Grün geschmückt. Nachdem ein Mitglied die Gäste begrüßt und ihnen für ihre Hilfe gedankt hatte, übergab Frau Rechtsanwalt Lachtnann, die Leiterin des Klubs, offiziell das Heim und sprach die Hoffnung aus, die Mitglieder in diesen Räumen recht oft zur Förderung der zionistischen Ziele zusammenzufinden. Herr Rabbiner Dr. Kopfstein beglückwünschte den Klub zur Errichtung des Heinis aus eigener Kraft und ermahnte vor allen Dingen zur Pflege der hebräischen Sprache. Herr Rechtsanwalt Dr. Fränkel als Vertreter der Zionistischen Ortsgruppe Beutlien O.-S. gab der Hoffnung auf ein fruchtbares Zusaminenarbeiten mit dieser Ausdruck. — Noch eine andere kleine Feier in Form eines Teenachmittags fand un Heim statt, zu der der Zionistische Mädchenklub Königshütte sowie einige ßeuthener nichtzionistische Mädchen geladen waren. Von letzteren sind mehrere dem Klub beigetreten. Das Programm des Nachmittags enthielt zionistische Reden und Vorträge, jüdische l jeder und Gedichte. Die Klubmitglieder kommen jede Woche in ihrem Heim zusammen, lesen jüdische und zionistische Werke, beschattigen sich mit Palästinageographie und abwechselnd werden Referate gehalten. Es besteht die Absicht, Kindernachmittage im Heim einzurichten und Kinder, die dem Judentum fernsteheu, durch nationale Erziehung ins Judentum zu führen. Frankfurt a. M. Ein Frankfurter Zionist, Gg. Siegfried Pick, ist während der militärischen Ausbildung einer Krankheit zum Opfer geworden. Pick hatte sich vor seiner Einziehung außerordentliehe Verdienste um die Organisation der zionistischen Hilfsaktion für die galizischcn Flüchtlinge in Prag erworben, wo er besondeis die Leitung des Vermißtendienstes ausgezeichnet einrichtete. Seine unermüdliche Hingabe für seine Arbeit entsprang einem starken Charakter und seinem tiefeingewurzelten nationalen Judentum. Seine Freunde unci die, denen er gerade in den letzten Monaten Helfer und Berater geworden ist, werden ihn nicht vergessen. Schluß des redaktionellen Teils. Jüdische Gemeinde, Berlin (Gottesdienst) Freitag, den 23. April, abends: in allen Synagogen 7(4 Uhr. Sonnabend, den 24. April, vormittags: in der Alten Synagoge 8(4 Uhr; in der Kaiserstr.- und Rykestr.-Synagoge 9 Uhr; in den anderen Synagogen: ’Frühgottesdienst 7(4 Uhr, Hauptgottesdienst 10 Uhr. — Predigten: Sonnabend, 24. April, vormittags; Alte Synagoge: Rabb. Dr. Petuchowski; Synagoge Fasanen tr.: Rabb. Dr. Bergmann; Synagoge Levetzowstr.: Rabb. Dr. Lewkowitz. Jugendgottes dienst: Sonnabend, 24. April: Synagoge Rykestr.: Rabb, Dr. Stier; Synagoge Liiidenstr.: Rabb. Dr. Blumenthal. Abendgottesdienst (Sabbatausgang) 8 Uhr 4 Min. ' M i n c h a in der Alten Synagoge 5 Uhr, in den anderen Synagogen (4 Stunde vor Sabbatausgang. Gottesdienst an den Wochentagen: Morgens: in der Alten, Kaiserstr.- u. Rykestr.- Synagoge: 6(4 Uhr, in den anderen Synagogen: 7 Uhr; abends: in allen Synagogen 7 Uhr. In der Alten Synagoge vom 25. bis 29. April, 7% Uhr abends; Vorträge über,,Sprüche der Väter“. Dienstag: Rabb. Dr. Stier; Sonntag und Mittwoch Rabb.: Dr. Eschelbacher. — Ueber Ritual Vorschriften: Montag und Donnerstag: Rabb. Dr. Petuchowski. Jüdischer Nationalfonds Zentrale für Deutschland Geld8en.f ־j -!סח ausschliesslich zu richten an Herrn Max Voll»׳tiaer Chirlottatbori! Roicher-Strafic 5• Dr. Pinczower u. Frau grat. z. d. Verlobungen Martin Ehrlich- Cläre Centawer u. Martin Kochmann - Grete Steiner . 2,— Dr. Moses S m o i r a u. Frau grat. Z a in o r y s z. Hochzeit.1,— M. Kate Freycr u. Albert B a c r grat. Lotte Za de, Stettin, z. Abitur ....... 1,— Unterarzt Löwentha.I dankt d. Verein ״Nächstenliebe“ f. Purimliebesgabe .... 3,-- Feldunterarzt Jaruslawsky dankt herzl. f. d. Peßachliebesgabe.5,— Otto Stiel, Eschweiler, grat. z. Hochzeit Zaraory-H cnschel .2,— Rud. Spitzer, z. Zt. Unterarzt am Res.- Laz. Liegnitz, dankt d. Z. V. f. D. f. Peßachpaket u. Zusendung d. Rundschau . . . 5,- - Richard Bi aller u. Frau grat. R.-A. Dr, Fritz Simon /.Stammhalter.1,— Sarah Wolf f, Günzenhausen, grat. Iwan Selig m a n n u. Frau Berta, Hamburg z. Sprößling.1.— Herrn. Gradnaue r, Wolfenbüttei, wünscht A. H, Hans Zamory u. Gemahlin herzl. Glück z. Vermählung 1, , grat. Herrn u. Frau Dr. Felix Dan zig er z. Geburt eines Töchterchens 1,—.2-- Grete Kraemer, Frankfurt a. M., grat. Bertha u. Hans Zamory z. Hochzeit . . . 2,-- Dr. S. L o e b, Ahrweiler, grat. Dan zigers u. Rosenblüths 2,—, z. Hochz. Zamory- Henschel 2,—.4,—• San.-Unteroffizier Joseph B a e r dankt d. Z. V. f. 1). f. d. Liebesgaben u. d. Zusendung d. Rundschau.10,-— Erna Ehrlich, Kattowitz, grat. ihren liebsten Freunden Grete Steiner 11. Martin Kochmann herzl. z. Verlobung 1,-, dies. grat. z. Verlobung Cläre C e n t a w <• r - Martin Ehrli ch 1,—.2,— R. dankt B. ..1 Vizcwachtm. Gustav Levy gibt s. neue Adresse bekannt: 4. Feld-Komp., 2. Pion.-ßatl. lf) 8. Ers.-Division.5,~ David Schl o ß b e r g, z. Zt. im Felde, dankt d. Z. V. f. D. f. d. Peß.ichgescheuk.5,— Karl Baer dankt f. d. Peßachspende d. Z. V, f. D. u. d. Ortsgruppe Frankfurt a. M. 4,--, ders. grat. D1־. Bodenheimer nachträgl. z. 50. Geburtstag 1,—.5,— Rosenkranz u. Wechselmann grat. ihrem 1. Bbr. Arno Wagner 2,—, Rübensohn dankt d. Z. V f.. D. f. Peßachpaket 1,— 3,— Frau Ella Wall, Achim.3,— Kanonier Arnold Cohn dankt d. Z. V. f. D, f. d. Peßachspende u. Zusendung d. Rundschau 10,— Dr. Anton Goldscheider, München, grat. Farn. Seligmann, Hamburg, u. Dr. Danziger, Berlin, z. Nachkommenschaft ... 2 — Krgsfreiw, Siegfried Brandt, z. Zt. Namur, dankt Farn. Boschwitz, Berlin, f. Liebesgaben 1,—, dcsgl. Frl. Elfriede Kn och u. Frl. Herta Baer, Breslau, 1,—, desgl. d. Z. V. f. D. f. Uebersendung d. Hagadah u. Rundschau -,3. ־.« Nelly u. Walther W o 1 f f, Wetzlar, grat. herzl. Dina Roscnthal z. Examen ...... I,— Hellmuth Klewansky, Königsberg, statt Blumen f. Frau Dr. Lotte Pinczower . . 1,— Feldunterarzt C a s p a r i dankt s. 1. Bbr. T r y f u s, Laon, f. zahnärztl. Behandlung . 5,— Dr. Georg Ehrlich, Posen, grat. s. 1. Bruder Curt z, d. Knöpfen, s. 1. Schwester Rosa z. Anstellung, Cläre Centawer u. s. 1. Vetter Assessor Martin Ehrlich z. Verlob., u. z. Verlob. Grete Steiner- Martin Kochmann. 3,— R. -A, Hirsch u. Frau, Hamburg, kontl. Dr. Nordegg z, Tode s. Vaters . . . 1,— Dr. S. Lev y, z. Zt. im Felde, dankt allen Freunden f. Geburtstagssendung.10,-- H. Jacob u. Frau, Stettin, grat. Lazarus Barth.1,— Gerhard H o 1 d h e i m, z. Zt. im Elsaß, grat. Zamorvs herzl. z. Hochzeit.1,— Einj. Musketier Dembinski ..... 2,— Vizefeldwebel Leop. Grünstein u. Kriegsfreiw. A. Berge r danken bestens f. d. Peßach- Sendung.5,— Unteroff. d. L. Moses Marx dankt d. Z. V. f. D. herzl. f. d. Peßachsendung.3,— Ers.-Res. Schiratzki grüßt s. Freunde aus d. Schützengraben, 33. R.-A.-K., 75. Res.-Div. 3. Batl. R.-lnf.-Regt. 251, 10. Komp..-,50 Betty Frankenstein, nicht angenomme- 11er ״Schadenersatz“ v. Dr. Eliasberg 1,— Ges. in Hohenlimburg im Aufträge von Dr. R. Benjamin, z. Zt. im Felde: Jul. Benjamin 10,50, Jakob Mosbach 8,—, M. Meyer 3-.21,50 Ciefr. Hans Gärtner dankt d, Z. V. f. D. bestens f. d. schönen Peßachbücher.3,— Leo D r e y dankt f. d. Chanukahu. vor allem f. d. Peßachgabe.3,— S. Wallhausen, Hageri .1,— Grete Centawer, Kattowitz, grat. Erna Weich mann z. Geburtstag 1,—, u. Ella Wachs mann z. Geburt d. kleinen Ilse 1,— 2,— Joh. B., Leipzig, sagt allen Bekannten u. Gesinnungsgenossen vor ihrer Abreise nach Norwegen (Adr.: Poste restante Kristiania) Lebewohl.2,— Krgsfrw. Breitbarth, Greisenasyl, Les- Bordes-Metz, bittet L. F. M e y e r um s. Adresse 1, grat. nachträgl. Bruno P o w i t z e r 1, dankt d. Z. V. f. D. f. Peßachpaket 1,- . . . 3,- Käte u. Frieda Romm kond. Dr. Siegfried Moses herzlich .1,— 1 Zusammen 149,—