Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XX (1915)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1915)
- Date
- 1915-03-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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,Hnt, ChKMAM'A JUI) A'' -A ן Abonnements ן I I auf die wöchentlich am Freitag: er- | scheinende ,,Jüdische Rundschau4‘ | kosten bei der Expedition und bei jj allen Postämtern vierteljährlich 1,50 M., ן außerhalb Deutschlands und Oester- I reich-Ungarns M.; für Mitglieder ■ jüdischer Vereine im Sammelbezug I durch den Verein 1,— M. | Jüdische Rundschau, C» m. h, H. BERLIN W. 15, Sächsische Straße 8. Telephon: Amt Uhland 845, 846, 868. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. 3U6DISCH6 RUNDSCHAU r I Anseigen | kosten für die sechsgespaltene Petit- | zeile oder deren Raum 40 Pf.; Steiles- | Angebote und Gesuche sowie Vereins- ■ Mitteilungen und ״Kleine Anzeige!“ I O O O O nur 30 Pfennig. O O O O! Manuskripte werden, wenn Porto beiliegt, * stets zurückgesandt Redaktionsschluß: I Mittwoch vormittags, * Redaktion Jüdische Rundschau! BERLIN W. 15, Sächsische Straße 8. ■ Telephon: Amt Uhland 845, 846, 868. * Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. ALLC6M6INC 9UCDISCHC Z€ITUNC Nummer 13 Berlin, den 26. März 1915 — 11. Nissan 5675 XX. Jahrgang. Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina . ״Baseler Programm“ 5 I I { Das Hilfswerk für Palästina AUFRUF Neue Nachrichten aus Palästina zwingen uns, an alle, die ein fühlendes Herz für die Notlage unserer palästinensischen Brüder haben, heranzutreten, um der schlimmsten Not daselbst steuern zu können. Wenn Palästina auch bisher von den unmittelbaren Kriegsgreueln verschont geblieben ist, so leidet es doch unsagbar unter der vollständigen Isolierung. Gibt es doch nur wenige Länder, die so völlig auf den Verkehr zur See angewiesen sind wie Palästina, dessen Hafenstädte Jaffa, Haifa und Gaza fast die gesamte Ein- und Ausfuhr des Landes vermitteln; denn der einzige Schienenstrang, der Palästina mit dem oberen Syrien verbindet, kommt auch in Friedenszeiten nur einem kleinen Teil des .Lande;•י ״' -י £ •׳ schließlich den rucKwartigen Verbindungen des a. gegen den Suezkanal marschierenden türkischen Heeres. Die im Lande sonst um diese Jahreszeit vorhandenen Vorräte sind großenteils zur Ernährung des Militärs herangezogen. Da die Schiffahrt in der Levante durch die das Meer beherrschenden Dreiverbandsmächte fast völlig־ lahmgelegt ist, so war die Folge einerseits das Aufhören jeglicher Erwerbsmöglichkeit für große Teile der Bevölkerung, insbesondere für diejenigen, welche von dem Export der Produkte, wie ()rangen, Wein, Mandeln tisw. leben, andererseits aber ein stets zunehmender Mangel an den wichtigsten Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen. So fehlt es schon jetzt ganz an Reis, Bohnen. Zucker, Tee, Spiritus; Mehl und Erbsen sind nur schwer zu beschaffen; Kaffee ist außerordentlich teuer geworden. Trifft dies die gesamte Bevölkerung Palästinas, so leidet die jüdische dadurch besonders schwer, da sie ja großenteils auch sonst auf die Zuschüsse von außen angewiesen war, die teils in Form direkter Unterstützung, teils durch Unterhaltung gemeinnütziger Anstalten, Spitäler, Altersheime, Volksküchen und Schulen aller Art gewährt wurden. Seihst die jüdischen Kolonisten leiden mehr als die Araber, da sich die luden vor allem mit dem Anbau der genau!!- ten Exportfrüchte befassen, währe!*! die Araber mehr Getreidebau treiben. Wenn bisher noch wenig Nachrichten über die Not in Palästina an die Oeffentlichkeit gedrungen sind, so liegt dies daran, daß der schriftliche Verkehr mit Palästina so gut wie ganz anfgehört hat. Auch hat die Not erst in der letzten Zeit einen wirklich bedrohlichen Charakter angenommen, da die schon früh einsetzende Hilfsaktion in Amerika in den ersten Monaten des Krieges die damals noch geringeren Bedürfnisse Palästinas einigermaßen zu Lefriedigen vermochte. Hat doch Amerika in den ersten sechs Kriegsinonaten über eine Million Mark nach Palästina gesandt. Dazu kamen nicht unbeträchtliche Summen, die aus den in Europa noch von früher her liegenden Beständen der Hilfsorganisationen nach Palästina abgeführt werden konnten. Jetzt aber sind diese Summten abgebraucht. und Hunger j und-•Ein 1<t•?stehen ve• ,;■'ייי״י־׳ •׳ •־ auf 'den Orängenverkauf gehofft, der allein den jüdischen Kolonisten eine Einnahme vor! ן!'., Million Francs gebracht haben würde; aber leider muß die Orangenernte jetzt infolge der l '!1111• ■glichkeit des Exports als total verloren angesehen werden, trotz der großen, leider aber vergeblich gebliebenen Anstrengungen, die man in Amerika gemacht hat, um die Erlaubnis zur Ausfuhr der Orangen sowie der Mandeln und des Weins zu erlangen. In Palästina selbst kann man nur sehr kleine Mengen absetzen, und zwar zu so niedrigen Preisen man kauft in den Städten für 10 Pfennig 125 der großen herrlichen Jaffa-Orangen daß dem Pflanzer überhaupt nichts davon verbleibt. Der Mangel an Zucker verbietet endlich die Verarbeitung der Orangen zu Marmelade, Durch diesen Scliicksalssdilag verarmen die Bauern so vollständig, daß, wenn ihnen nicht geholfen wird, wenigstens den Lebensunterhalt, die Arbeitslöhne und das zur Bewässerung benötigte Petroleum zu beschaff! n, die Pflanzungen vollständig verfallen werden. Damit würden Werte von 16 Millionen Mark, sowie eine zwanzigjährige Arbeit vernichtet werden. Aber auch abgesehen hiervon sind die Anspriiehe, welche die nächst1׳!! Monate an die Hilfsbereitschaft stellen, sehr bedeutende. Unsere Vertrauensmänner in Palästina haben festgestellt, daß ein Zuschul! von mindestens 200 000 Mark monatlich nötig sein wird, uni der schlimmsten Not der jüdischen Bevölkerung zu steuern und die Betriebe aufrechtziierhalten. >'5,P Wir hoffen, daß das wirklich unermüdlich arbeitende Amerika auch fernerhin einen großen Teil der benötigten Summe aufbringen wird. Rüstet es doch sogar augenblicklich ein Schiff mit Nahrungsmitteln für Palästina aus, an dem sich die großen Philantropen Nathan Straus mit 50 000 Dollar und Jacob Schiff mit 25000 Dollar beteiligt haben. Das Allgemeine und das Zionistische Hilfskomitee in New York gaben ebenfalls ein jedes 25 000 Dollar. Rußland, das seihst so schwer heimgesuchte, wird Palästina wenigstens nicht völlig im Stich lassen. Dennoch aber muß die Beschaffung eines beträäitlidien Teiles der genannten Summe auf uns deutsche («den fallen da i» .fV«tsfJd»f*yb '״afs ■׳׳f¥tt!rfff׳'' Citt#'"׳ Btirttf&igtno isF'"def' Türkei ' an' erster Stelle zu dieser Hilfsaktion verpflichtet ist. Die Unterzeichneten in! Heiligen Lande arbeitenden Organisationen haben deshalb ein Komitee gebildet, dem Vertreter dieser sämtlichen Vereinigungen angehören, und welches das Hilfswerk' für Palästina in die Hand nehmen wird. Die gesammelten Gelder sollen, soweit sie nicht von den Spendern für besondere Zwecke bestimmt werden, an erster Stelle die direkte Not lindern, und zwar durch Verteilung von Nahrungsmitteln, durch Unter- Stützung und Bildung von Volks- oder Suppenküchen, oder durch Beschaffung von Arbeitsgelegenheit. An zweiter Stelle steht die Hergäbe von Darlehen an solche wirtschaftlichen Betriebe, die ohne Unterstützung zugrunde gehen würden oder die einer großen Anzahl von Arbeitslosen Beschäftigung geben können. Dagegen soll die Forderung kultureller Zwecke, der Schulen, Kindergärten 11 sw, wie bisher den einzelnen Vereinen überlassen bleiben. Ir! Anbetracht der großen Wichtigkeit 1111serer Bestrebungen erwarten wir auch von jedem Freund der Palästinaarbeit einen möglichst hohen Beitrag, und zwar nach Möglichkeit einen soldien, der sieh während der Kriegs/.eit monatlich wiederholt. Möge jede Spende reichen Segen bringen! Geldsendungen und Zuschriften sind an das Hillswerk für Palästina, per Adresse Zionistisches Zentralbnreau, Berlin W. 15, Sächsische Str. 8, zu richten. B eza1e1 Verein zur Verbreitung von Kuristgewerbe und Hausindustrie in Palästina und Nachbarländern. E s r a Verein zur Unterstützung ackerbautreibender Juden in Palästina und Syrien. Gesellschaft für Palästinaforschung. Jüdische Gesellschaft für sanitär e Interessen in Palästina. V e r b a n d j ü d i s c h e r F r a 11 e n I ii r K 111 t u r a r beit i n P al ä s t i!1 a B r e s 1 a u e r P a 1 ä s t i n a k o m i t e e. V e r e i 11 zur Für d e r u n g j ü d i s c h e r A e k e 1׳ b a u k o I o ti i e!1 i 11 P a 1 ä s t i 11 a u n d Syrien, K ö 111. Zionistische V e r e i n i g u 11 g f ü r 1) e u t s c h 1 a n d.