Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XX (1915)
- Issue
- Heft 10 (5.3.1915)
- Date
- 1915-03-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 10 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 81 Tatsache, daß jüdische Studentinnen gezwungen werden, sich in die Liste der Prostituierten aufnehmen zu lassen. Sie erhalten dann ein gelbes Blättchen, die sogenannte Registrierungsmarke, und nur dadurch die Erlaubnis zum Aufenthalt in der IJniversitäts-Stadt. Auch die Kölnische Zeitung bespricht die in dem Artikel Costas berichtete schmachvolle Behandlung der jüdischen Studentinnen in Rußland, die gezwungen werden, den Schein der Unsittlichkeit auf sich zu nehmen, um Vorlesungen hören zu können, und sie hebt anerkennend hervor, wie groß das Streben nach Bildung in den Kreisen der jüdischen Intelligenz Rußlands ist. So steht nicht nur die deutsche, sondern auch die Rußland verwandte Presse in der Frage der russischen Juden auf Seiten der Unglückliehen Opfer der russischen Regierungskiinst. Da die antisemitische Presse durch den Burgfrieden gezwungen ist, ihre Angriffe auf die Juden zu unterlassen, sollte man meinen, daß in dieser Zeit sich nirgends eine Stimme zur Verteidigung der russischen Regierung und ein Angriff auf die unglückliche russische Judenheit findet. Doch es gibt auch eine solche Stimme, und wo sollte sie sich denn erheben, wenn nicht in der Allgemeinen Zeitung des Judentums? In dieser Zeitung, die, weil sie die Interessen der Juden aller Länder so zielbewußt vertritt, mit Recht den Namen ״Allgemeine Zeitung des Judentums“ führt, entrüstet sich in einem Artikel, betitelt ,,Jüdische Studentinnen in Rußland“, Herr Landrichter Glücksohn über die Unbescheidenheit, die die intelligenten Jüdinnen Rußlands veranlaßt, sich nach den Universitäten zu drängen, und, er erklärt, daß er das Verhalten von jungen Dainen, die, um ihren Wissenschaftliehen Liebhabereien zu fröhnen, sich dem Dirnengevverbe ergeben, verachtungsvoll findet. Wenn wir nicht im Kriege mit England lebten, hätte er sicher an Stelle des harten Wortes ״verachtungsvoll“ ״shoking“ gewählt. Wenn er ,,auch glaubt, daß sie das Dirnengewerbe, zu dem sie sich bekennen, gar nicht praktisch auszuüben gedenken, sondern ihre Einschreibung bei der Sittenpolizei nur als Formsache ansehen, so muß er doch erklären, daß er durchaus nicht die Ansicht der ״Kölnischen Zeitung“ teilt, die für diese Mädchen noch Bewunderung ausdrückt, weil ihr Bildungsstreben so groß ist, daß sie sich einer so schweren Demütigung unterwerfen, nur um zu den Stätten der Wissenschaft zugelassen zu werden.“ ״Nicht Bewunderung, sondern Verachtung verdienten diese Mädchen . . So weit kann man lachend lesen. Nun kommt aber das, was dem Artikel erst sein Heimatrecht im grünen Blättchen gibt . . . ״Wir haben alle Veranlassung, von diesen Vertreterinnen unseres Glaubens recht weit und vernehmlich abzurücken.“ ״Denn wenn ein Unbeteiligter erfährt, daß gebildete Mädchen unseres Glaubens, nur, um ihre Liebhabereien durchzusetzen, sich freiwillig dem unterwerfen, wofür andere er meint die geschändeten jüdischen Mädchen und Frauen in Polen — den Tod erleiden, dann können leicht Zweifel entstehen, ob das Verhalten der russisehen Soldateska wirklich so schlimm ist, damit solche Zweifel bei unseren andersgläubigen Mitbürgern, bei denen überhaupt äußeres Wissen nicht so überschätzt wird wie bei uns, nicht aufkommen müssen. Wir erklären, daß wir jede Gemeinschaft mit den anderweit bewunderten Studentinnen ablehnen.“ Das schreibt in den Tagen größten jüdischen Elends ein jüdischer Mann. Verschließt seine Blicke vor all dem Jammer und schielt nur ängstlich nach den andersgläubigen Mitbürgern. Das bringt in dieser Zeit ein jüdisches Blatt und hat nicht einmal die Entschuldigung krasser Unkenntnis für sich, die dem Artikelschreiber in reichem Maße zuzuschreiben ist und ihm mildernde Umstände verbürgt. Denn die Redaktion schreibt zu dem Artikel: ״Wir billigen die sehr beachtenswerten Ausführungen des Einsenders nicht vollständig, zunächst weil wir glauben, daß das Streben nach Wissen bei jüdischen Studcntinnen ein ernstes, ja heiliges ist, sodann, weil wir überzeugt sind, daß keines dieser Mädchen das entehrende Gewerbe treibt, zu dessen äußerlicher Annahme sie von einer barbarischen Regierung gezwungen werden. Vielleicht ergreift noch jemand anders in dieser Angelegenheit das Wort.“ Warum also bringt sie diese Ausführungen, deren sachliche Grundlage sie selbst als falsch anerkennt? Einzig und allein der Schlußfolgerung wegen, möglichst wett und vernehmlich abzurücken, möglichst deutlich zu erklären, daß wir jede Gemeinschaft mit diesen russischen Juden ablehnen. Was schädigt das Ansehen des Judentums mehr, die gelben Blättchen in Rußland oder das grüne in Deutschland? Dr. Egon Rosenbcrg. Der Vortragszyklus der Berliner Zionistischen Vereinigung Die beiden letzten Vorträge im Vortragszyklus der B. Z. V. werden am 9. und 16. März um 9 Uhr abends wieder in den P r a c 111 s ä 1 e n des Westens (Spichernstraße) stattfinden. Es werden sprechen am 9. ‘März: Dr. Julius Becker über ״Die Juden des Ostens.“ am 16. März: Dr. Arthur Hantke über ״Die Juden und der Weltkrieg.“ Zentralfonds 1915 Ausweis der eingegangenen Beträge Deutschland Berlin: Frau Isaak R.-A. R.-A. Dr. Js. Straus . . Boschwitz u. Frau . Dr. Alfred Klee . . l)r. Eduard Leszynsky Dr. M. Warschauer . . . Bruno Oumpel. Dr. Albert Nacht .... Jacob Loewenberg .... W. Philippstein . ... Dr. J. Tugendreich . . . J. Oppenheim. Dr. Rudolf Leszynsky . . Assessor Felix Rosenblüth, z Felde . . N. N. ... N. N. ... C. M. Baer . Dr. Majerczik Dr. Emil Levy, Zt. im Felde Frau Kornfeld. Dr. Felix Danziger, z. Zt. im Willy Preis. Lazarus Barth, z. Zt. im Felde Dr. Ernst Lyon (K. J. .V) Rosa Lewin. E. O. u. Adler, Alsfeld, durch Frl Lewin . Beuel: Max Goldreich (1. Rate) B eu th e n: Zt. Felde 1m Rosa JL Jk 150, 100, 75,- 50,- 50, 30, 25,- 20, 20, 20,- 20, 20, 20, 10, 10, 10, 10, -,סי ,10 10, N ־,3 ׳,5 ,3 •,3 -,25 David Goldstein. . . JL 100,- ls. Herzfeld. 50,— Dr. Dobrzynski (1. Rate) . . . 40,- S. Grünfeid.. . 10,- Bonn: Dr. Edelstein, z. Zt. in! Felde (!.Rate) JL 25,-- Bremen: Max Markreich. . . JL 100- Fritz Markreich. 20,- ls. Lifschitz. 10,- S. Posnanski. 10,- H. Assenheimer .. 10,- S. Assenheimer. 5,— Dg. W. Assenheimer . ,. . . -׳,5 N. Grimberg. 5- Ad. Grimberg. 5,— Referendar Katzenstein ... . . 5,- L. Benjamin . .. 5,— N. C.. . . —,כ Rud. Katz. 5,- Elia Schragenheim ... . . . 3,~ Marcus Katzenstein . ,. . . . 3,— E. K.. ( 3,- Dr. Fruchthiindler ... . . . < 1 2,- N. N.;. 2,- Breslau: Ludw. Moritz . 10,- Georg Bock. 5,- Chemnitz: Zahnarzt 1. Schönberger (1. Rate) « r 20,- Max Deutsch . - 10,- M. Aspis. 10,— M. Goldmann. 10,- Jakob Rubinstein .. 5- Dr. W. Frankel. 3,- C ö I n: Aron Baer. 100,- H. Dülken. . 30,— Dortmund: C. Abeies . . . 30,- Emden: Edgar Mever. 10,- Fr a n kf urt a. AL: Joseph L. Oppenheimer, z. Zt. im Felde JL. 100,- Karl Baer, z. Zt. im Felde ... . ■ 10- Gncscn: L. F. Meyer, z. Zt. im Felde JL. 10,- Gotha: Dr. S. Brock .. . . JL 5- Günzenhausen: Zahnarzt Wolff . . JL. 5- II a Iberstadt: Js. Feuerring. 10, - David Freund. ff 10, II d 1 i C . Leo Hofinann. AL 5, - Kantor Wolff . 3,-- H a m b arg: R.-A. Hirsch (2. Rate . . , JL 50, 1 <r. Walter Weigert. 20, Dr. S. Fuchs. 20, Zahnarzt Unna (1. Rate. )0, Dr. Unna, /. Zt. int Felde . . . . ,י 10, H o h e 11 - N e 11 e 11 d o r f: 1 >r. Brünn . . .41. 10, Jessnitz: Apotheker Bosclnvitz. . . *M. 20, Magdeburg: Frau Alma Eger . . . JL 10, - M e mel: I. Odos, /. Zt Hol/ininden (durch Frl. Dangilaiekv . Ji. 40, R.-A. Dr. Jaeobsnhn 5, - München: l)r. E. Straus. Ji. 250, - Nicolai: Amtsrichter Dr. Poznanski .M, 20,05 Posen: Hans Werner JL 5, Stuttgart: Dr. A. Schlesinger . . JL 10, - Z w i e k;1 u : S. Schocken, jr. Ji. 500, - Simon Schocken . ff 300, - Westösterreic Innerösterreich W i e 11: Adolf Böhm . Dr. Karl Pollak (1. Rate! ,,Zu allererst allzeit die Leitung“. I >r. Emil Stein .... Dr. Egon Zweig ... Dr. P. Berger. Reichsratsrevisor Taussig . Sammelstelle des J. N. F. 1t. Ausweis in Nr. 31 u. Nr, 5 der ״Jüd. Zeitung“ . . Triest: Circolo Sionistico Böhmen Prag: Robert Guttinann . . Teplitz - Schönau: Ludwig Steiner. Ludwig Steiner (Selbstbe- Steuerung, Novcmber-Dezember 1914, Januar-Februar 10157 . Ernst Bechert. Ernst Bechert (Selbstbe- Steuerung Nove!nber-Dezember 1914. Frau E. Perutz (Selbstbesteuerung Oktober-Dezember 1914, Januar-Februar 1915). Kr. 200,— Jk 158, -- ff 100,— ff 78, - ff 100,— ff 78,- ff 100ff .,«ל ff 50,— ff 39, ff 25,-. ff 19,50 ji 68,20 54,— Kr. 30,SO Ä 24,20 Kr. 4,40 JL 3,50 Kr. 200, 40,- 100,- 20, 50,- Kr. 410,- JL 326,05 . Mähren-Schlesien Mährisch-Ostrau: Leo Krieger.Kr. 150,- JL 118,50 T roppau: Verein ״Jeschurim“ (1.Rate) Kr. 100,— JL 79,— Ungarn Budapest: Dr. J. Victor Kr. 25JL 20,— Südslawische Länder T r a v n i k: Verein ״Hatikwah“ . Kr. 75,— JL Holland Twenthe: Zion. Ortsgruppe . fl. 33,— JL Schweiz Zürich: Dr. Felix Pinkus.JL Türkei K o n s t a 111 i 11 o p e 1: Dr. Viktor Jacobson (1. Rate! . . . JL Richard Lichtheim.. ״ Verschiedene L. E. Rosiner. Sammlung Lender. JL n 58,50 65,— 50,— 100,- 100, 420, 120, Zentralfonds 1914 Sol Cohen .....«.16 ״ Hebräisches Schulwerk Deutschland Ahrweiler: Dr. S. Loeb am Jahrge• gedächtnis seines Vaters . . .. ,. Berlin: Verein Jüdischer Studenten aus Rumänien ״Hebronia“. Dr. Goldberg, Berlin-Neuenahr, (z, Zt. Stabsarzt der Res. in Frankreich), 1. Rate.. Dr. Oscar Nacht. Verein ״Ibriah“ durch Adolf Kraus . Frau Paula Meyer ....... S. Eisen . Feldunterarzt Silberbach (K. J. V.) d. Stabsarzt d. Res. Dr. Albert Goldborg, Berlin-Neuenahr. Dr. A. Rosenberg, z. Zt. im Felde Dr. Bruno Berliner, z. Zt. im Felde B e 111 h e n: Hermann Schüttenberg . ,. . . Hermann Preuß. Boizenburg: Frl. B. Co-hn . . JL 10, JL 160,- 40, 25,- 25, •20,- 20,- JL 10 10, 10, 10, יו