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Jüdische Rundschau · 1915-02-19 · Heft 8 (19.2.1915) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XX (1915)
Issue
Heft 8 (19.2.1915)
Date
1915-02-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 66 IU E Dl SC H E RUNDSCHAU Nr. 8 Das Wohltätigkeitskonzert des Zionistischen Kriegshilfskomitees Das Wohitätigkeitskonzcrt, das das Kriegshilfskomitce der Zionistische״ Vereinigung für Deutschland am 10. Februar in der Kgl. Hochschule für Musik veranstaltete, hatte einen sehr guten Effolg und bot viel künstlerisch Schönes. Fräulein Marianne Alf ermann erfreute durch ihren lebendigen (iesang, der reiches Können verriet. Herr I)r. James Si m on , dessen Technik mit Recht allgemein geschätzt wird, bewies sie besonders in der ausgezeichnet heransgearbeiteten Wiedergabe der Appassionata. Alfred Wittenberg ausgezeichnet von Herrn Paul Frenkel begleitet entzückte das Publikum durch die Weichheit und Innigkeit seines Tons, seine vornehme und doch temperamentvolle Art des Spieles. Für Herrn Jadlowker war Herr (Mul Schmedes eiugespningen, der reichen Beifall erntete. Er wurde gewandt und diskret von Frau v. Hardtungen begleitet. Herr Dr. Martin Buher las aus der ,,Legende des Baal-Schem“: ״Der Psalmensager“ und das in unserer, unseren Freunden im Felde zugegangenen Chanukasondernummcr veröffentlichte Märchen ,,Der Engel und die Weltherrschaft“, das wir irr dieser Nummer allen unseren Lesern zugänglich machen. Selbst in dem großen Saale lind innerhalb des nicht homogenen Programms erzielten die Legenden starke Wirkung. -- So war der Abend künstlerisch sehr gut gelungen. Der gute Erfolg in finanzieller Hinsicht ist im Interesse der guten Sache besonders zu begrüßen. RUNDSCHAU DER PRESSE Das ״Israelitische Wochenblatt für die Schweiz“ (Zürich) untersucht in seinem letzten Leitartikel ״Den Einfluß des Krieges und seine Folgen auf die nationaljüdische Idee“ und kommt zu dem Schluß, daß das jüdische Nationalgefühl durch den Krieg nur noch gestärkt wird. Bei der künftigen nationaljüdischen Arbeit werde die neutrale Schweiz eine besondere Rolle spielen müssen. Das Berliner ״Israelitische Wochenblatt“ wendet sich im Leitartikel ״Wir und die Russen“ auch gegen die in unserem Aufsatz ״Die Einheit des Judentums“ zurückgewiesenen Auslassungen Professor Ludwig Geigers über die Frage, ob die russischen Juden, in Zukunft ,von den deutschen Juden unterstützt werden sollen. Geigers Standpunkt wird scharf verurteilt. Der Aufsatz schließt: ״Das traurigste, was wir im deutschen Judentum in den letzten Jahren erleben mußten, war die innere E!11 f r c m d ti ti g. Man sprach verschiedene Sprachen zueinander und man verstand einander nicht mehr. Die Wärme des jüdischen Lebens ist gewichen und überall sieht man nur leere Schablonen. Es gibt tatsächlich unter uns Juden, die die Fühlung mit der Geschichte bereits verloren haben und daher auch keine inneren Be- Ziehungen mehr zu den Juden des Auslands haben. Sie begreifen nicht, daß sie damit das Beste aufgegeben haben. Leider kranken wir an der Unfähigkeit, die jüdische Psyche zu verstehen, und sie verlieren daher das große Ziel aus dem Auge. Innere Wärme, Einigkeit und inniger Zusammenhang sind die einzigen Mittel, die uns den Weg in eine bessere Zukunft zeigen.“ Judenverfolgungen in Algerien Genf, 10. Februar. Nach einer Meldung der ״Ouerre Sociale“ sind 50 000 J u d e 11 in A 1 g e r i e 11 fortdauernd Unterdrückungeti ausgesetzt wie in den schlimmsten Tagen des Antisemitismus. Zahlreiche jüdische Familien, die aus diesem Grunde Algerien verlassen mußten, sind nach Frankreich gekommen, wo sie aber nicht die־ Hilfe fanden, auf die sie Anspruch haben. Sie werden dort vielmehr weiter wie Ausgestoßene behandelt. Nachrichten Berlin. Unser Gesinnungsgenosse Dr. jur. Lutz K 11 e 11 e r - Berlin (K. J. V.) wurde zum österreichisehen Leutnant ernannt; er ist leider ver- \v 11!1 d e t in .russische Gefangenschaft geraten. Gesinnungsgenosse L)r. Albert Straus- Depenau (K. J.V.) wurde zu in Leutnant im Fußartilkrie-Regt. Nr. 11 befördert. Unser Gesinnungsgenosse Arthur Löwenstein- Berlin (Bar Kochba) hat das Eisern e K r e u / erhalten. G «falle 11 sind die Gesinnungsgenossen : Arthur N a t h a n s o h n - Berlin (B. Z. V.), Samuel Fing e r- Berlin, Jean F r ä 11 k e I - Berlin und Arthur Fraukel ans Nakel. Ferner ist das Mitglied des Neuen jüdischen Gemeindevercins, Herr Hugo Sonna b e 11 d - Berlin, seinen Verwundungen im Lazarett erlegen. Vermißt werden: Unteroffizier Walter Heilborn, III. Armeekorps, 5. Division, Leibgrenadier-Regiment Nr. 8, 9. Inf.-Brigade, 11. Komp., Füsilier-Bataillon (seit der Schlacht bei Soissons). Res. Gefr. Arthur Kaiser, Res.-lnf.-Regt. 205, 3. Komp, (seit 10. November, Schlacht bei Bixscho 0 t e). Wien. Die schon einmal widerrufene Nachricht vom Tode unseres Gesinnungsgenossen Dr. Berthold Marin orst ein hat sich nun doch bewahrheitet. Architekt Dr. Berthold Marmorstein ist schon in den Septemberkümpfcn in Galizien gefallen. Dr. Marmorstein war ein außerordentlich begabter Künstler und ein glühender Zionist. Der weiteren zionistisehen Öffentlichkeit ist er seit dem Wiener Kongreß bekannt, für den er die architektonische Ausschmückung des Kongreßsaales, die Plakate und das Kongreßabzeichen ausgeführt hatte. Prag. Unserem vor dem Feind gefallenen Gesinnungsgenossen Leutnant in d. R. Alfred Kraus des I.-R. 22 wurde das M i I i t ä r v e rd jenstkreuz III. Klasse mit der Kriegsdekoration verliehen. Berlin. (Zionistischer J u g e n d v e r c i 11.1 Am Sonntag, den 21. Februar, findet eine Tages- Wanderung Friedrichshagen Erkner statt. Treffpunkt י G) Uhr auf dem Bahnhof Alexanderplatz mit Fahrkarten 111. Kl. nach Friedrichshagen. Pünktliches Erscheinen und Wanderausrüstung ist unumgänglich notwendig. Führerin: Regina Israel. Frankfurt a. M. (Lehrstellenvermittlung.1 Die Agudas Jisroel Jugendorganisation, Sitz Frankfurt a. M. (Tiergartenstr. 8>, hat eine Lehrstellen vermittl 1111 g eingerichtet. Jüdische Kaufleute und Handwerker, die es als ihre Pflicht ansehen sollten, Lehrlinge und Lehrmädchen auszubilden, mögen evtl. Vakanzen an die A. J. J. senden. Ebenso werden Stellensuchende, Lehrlinge und Lehrmädchen, aufgefordert, ihre Adresse der A.J.J. mitzuteilen. Die Vermittlung erfolgt kostenlos auch für Nichtmitglieder.! Schluß des redaktionellen Teils. Jüdische Gemeinde, Berlin (Gottesdienst) Freitag, 19. F e b r u;1 r, a b e n d s: in allen Synagogen 51 •* Uhr. Z w e i te r Abendgottesdienst: 81 •> Uhr. Neue Synagoge: Rabbiner Dr. Weiße. Sonnabcn d, 20. Februar, vormittags: in der Alten, Kaiserstr.- und Rykestr.-Synagoge 9 Uhr, in den anderen Synagogen: Friiligottesdienst: 7\2 Uhr, H a u p t g 0111׳sd»c n s t: 10 Uhr. — Pred i g t e n : Alte Synagoge: Rabbiner Dr. Petuchdvvski; Synagoge Rykestr.: Rabbiner Dr. Sier. Schrifterklärung': Neue Synagoge: Rabbiner Dr. Blumenthal; Synagoge Liitzowstr,: Dr. Finkei; Synagoge Fasanenstr.: Rabbiner Dr. Hochfeld; Svnagoge Lcvetzowstr.: Rabbiner Dr. Lewkowitz. Abendgottesdienst (Sabbatausgang >: 6 Uhr 9 Min. M i 11 c 11 a in allen Synagogen y Stunde vor Sabbatausgang. Gottesdienst;1 n d e ״ W o c h c n tagen: Morgens: in der Alten, Kaiserstr.־ und Rykestr.- Synagoge 7 Uhr, in den anderen Synagogen 7U Uhr. Abends: in allen Synagogen bis 24. Februar 5 Uhr; Donnerstag, 25. Februar (Fasten Esther) 5y, Uhr. Sitzung der Repräsentant enversam nt - 111 n g: Sonntag, den 21. Februar, vormittags 10U> Uhr im Sitzungssaale Oranienburger Str. 30, II. Jüdischer Nationalfonds Zentral« f&r Deutschland Geldienduncen lind *uticUieiilich 111 richten in Hem Max Wollatelnei Charlottenbux, Reecke»!«»•• I. M. Vermächtnis d. auf d. westl. Kriegsschauplatz gefallenen Gesinnungsgenossen Referendar Bendix Cohn (K. j. V./. 534,10 Dr. Felix A. Theilhaber, z. Zt. auf d. östl. Kriegsschauplatz, als Dank f. d. Liebesgaben d. Z. V. f. D. mit herzl. Grüßen an alle Gesinnungsgenossen...50,— M. Max Kobe r, Berslau, grat. Eugen M i 11 - w 0 c 11 u. Frau, Berlin, z. Gehurt d. Sohnes 1,— Hermann W e y I, z. Zt. freiw. Krankenpfleger, grat. s. 1. Großvater /. Geburtstag 3, , derselbe dankt d. ״Jiid. Rundschau“ f. frdl. Nach- Sendung ins Feld 3, .6,— Türkischer f. eine an Jac. K. Levv verl. Wette.'. ,50 Ges. durch A p f e aus Antwerpen im Pensionat Weizen ko ru, Crefeld, 10,50, R.-A. Wilc/ek (3. Rate: 4,50.13. Josef Klein, Zwickau, gewonnene Wette b. K I e i n b er g e r .l,-~ Ges. anl. d. Brithmilah bei Herrn Gertei, Zwickau ..11,60 Frau Dr. G o 1 d b c r g, Berlin, grat. Dr. Julius K a t z z. Geburtstag.5,— Vizewachtmeister David als Dank f. d. Cliaimkahliebesgaben d. Z. V. f. D. u. d. Zusendung d. ״Jikl. Rundschau“.5,— Gefreiter Rudolf Da 11 zig er dankt d. Z. V. f. [>. f. d. Chanukah-Paket.2,— Leopold T 11 o r!1 e r, Meißen.3,— Salo Pick, z. Zt. im Felde, dankt d. Z. V. f. I). und anderen gütigen Spendern f. d. Chanukah-Pakete. 2,50 Schachpartie L ö w e n b e r g - Hof in a n 11, Halle.1, Julius Not h man 11, Beuthen, grat. R.-A. F r ii 11 k e I z. Verlobung 1,—, Sem Gold- Schmidt desgl. 1. .2, - Zahnärztin Bertha Fl c 11 s c h e 1 dankt Zahnarzt Sternberg f. d. Behandlung . . . 3,— Moritz Loewe, Sangerhausen, grat. Dr. Eli Auerbach z. Stabsarzt.1 Dr. A. Würzburger u. Frau, Heilbronn, grüßen ihren Neffen Unteroffizier Fritz B a e r u. wünschen ihm weiteres Wohlergehen . . 5,- Schlachmonaus an Gesinnungsgenossen im Felde.' .20, Fam. A. A r i a n , Kattowitz, grat. z. Vermählung Auerbach -Margulics ,50, Frida Kaufmann kondol. Grete Steiner 1. .1,50 Luitpold Bakon dankt d. Z. V. f. D. f. Chanukah-Paket 2, , grüßt herzl. s. 1. A. 1H. Salli Hirsch 1, -, s. 1. A. H. Alfred W o 1 f f 1,-, s. I. Lbb. John L e v y u. s. Lbf. Erhard u. Anders 1, - .6,— Prakt. Arzt B 1 u m e n 111 a 1, z. Zt. als Sanitätsoffizier im Felde, dankt d. Z. V. f. D. u. allen Spendern d. Chanukah-Paketes herzl., erwartet Mitteilungen s. 1. V. J. St. Breslau u. s, I. Lbf. Dr. Ehrlich, grüßt auf diesem Wege s. 1. Fritz Not hm an n, Felix Da 11z i ge r und Podschubski u. erbittet Nachricht v. ihnen unter d. Adresse: Armeegruppe Frommei, Division v. Menges, Feldlazarett Korps Breslau 5,— Max R 0 s e n 111 a I 11. Gustchen wünschen f. d. 1. Abraham Stein ert z. s. Verwundung gute Besserung.1,— Mendel Sieradski, Cötlien, dankt d. Z. V. f. D. 1 - , dankt Rabbiner Dr. Arthur Levy L .2,— Georg F r e u 11 d, z. Zt. im Felde, grat. z. Hochzeit Bär-Birnbaum.1,-— Unteroffizier Fritz B a e r aus Karlsruhe, z. Zt. im Felde, dankt d. Z. V. f. D. sowie d. gütigen Spendern Fam. Simson Ca rieb ach, Lübeck, u. Fr. Aug. W o 111 f a h r t, Frankfurt f. d. Chanukah-Paket 2, — , u. grat. Fam. Me ver, Karlsruhe, /, Barmizwah d. jüngsten Sohnes Arthur 1, .3,— Gabriel Hur w i t z, z. Zt. im Felde, dankt der Z. V. f. D. für d. Chanukah-Paket . . . . , 1,— Trüde Krakauer u. Bertha D a w i d o w grat. Martha Blumenthal z. Verlobung 1,— Krotoschin: aus einem Nachlaß (d. H. Schachtel, Breslau' J. C. T.-Aktien . . 105,— San.Mlnteroffizier Isaak Kiewe, z. Zt. im Felde, dankt f. d. Zusendung d. ״Jüd. Rundschau“ .._. . . ._2,— Zusammen 797,20 Arbeiterheimstätten. (Yemenitenhäuger) Johannes Mendelssohn, Braunschweig, Gliesmaroder Str. 122, teilt Fam. Wolff, Günzenhausen, u. Dr. Esch we ge, Hamborn, s. neue Adresse mit.1,—- Goldenes Buch Moritz Frankel משה בן מו״ר צבי geb. 6. September 1840, 8. Elul 5600, Elise Frankel geb. VSV.WVW.WSV.AWANA'.VVVANV.A \ Blfithnersaal, Montag den 22. Februar, 8 Uhr % S Zum Besten de! Roten Kreuzei von Berlin ■ J J KONZERT J des Vereins zur Pflege hebräischer Gesänge «g % Dirigent: Kapellmeister A. Kellennann 5! Solisten! Frieda La ng'emlorf, Kgl. Hufupernsiiiigerin 1£ % (Mezzo-Sopran), Wilhelm Klein (Tenor), L. van Laar ■, % (Violine),Prof.H.Deckert (Orgel),AnnaJung(Harfe). 5 Jp Karten Mark 8, 2,1 bei Bote & Book und Hermann Tiete. Dj

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