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Jüdische Rundschau · 1915-02-12 · Heft 7 (12.2.1915) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XX (1915)
Issue
Heft 7 (12.2.1915)
Date
1915-02-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Jahrgang. Ausweis Schekel 1914: Berlin 5,—, Berlin, Ikr/J-Club 31. . Landesbeiträge 1914: Berlin 3, , Jarotsehin 30. . Propagandafonds 1914: Bernhard Schragenheim, z. Zt. Frankfurt a. (>,, 3, . Schekel 1915: Beutlien SO, , Frankeiistein 2, ״, Halberstadt 15, , Halle 10, -, Kiel 12, -, Weilienfels 1, , aus dem Felde־־-,3' ׳, Krotosehin 10,--. Landesbeiträge 1915: Berlin, Herzl-Club 40, , Halle 39,--, Kiel 11, , aus dem Felde 3,--. Propagandafonds 1915: Berlin: Willy Abramczyk 10, , Hans Goslar (H.-C.i 10,—, Dr. E. Leszynsky 50, , Edmund Lew (H.-C,! 10,—, Manfred Tuchler, /.. Zt. Bernburg, 5,; Frankensteiri: Dr, Dressei 5,; Frankfurt a. O.: Bernhard Schragenhcim 5,—; Halle: Leo Hofmann, Dipl.-Ing. Löwenberg, Willi Weiß je 6,— , I. Rate (erhöhte Beitrage!; Köln: Aron Hofmann 10, , Salomon Hofmann 5,; Kiel: R.-A. Tannenwald 10,- , San.-Rat Dr. Jacob 10,—; Mannheim; ׳Dr. Julius Moses 20,-; München: Jacob Reich 20, , Dr. E. Straus 40 --; Posen:!Weißenfels Walter Gottheil 5,-■; Wandsbek; G. Bleiweill 5,; aus dem Felde: Dipl.-Ing. Ph. Lewinski 10, , Siegfried Brandt 5,- , Dr. Sichel 10,— 1. Rate. Verschiedene Spenden: Lübeck 10, . Eingang vom 5. bis 9. Februar 1915: Sehekel 1914: 59,— M.; L a n de s b e i t r ä g e 1914: 33,- M.; Propagandafonds 1915: 5,— M. — Schekel 1915: 139,-- M.; Landesbeiträge 1915: 93,- M.; Propagandafonds 1915: 273,- M. Gesamteingang: Scheke' 1914: 4480,— M,; La n de s b e i t rä g e 1914 : 6936,90 M,; Propagandafends 1915: 6792,10 M.; Schekel 1915: 405,—; Landesbeiträge 1915: 776,— M.; Propagandafonds 1915: 3643,50 M. Der nationale Geist der amerikanischen Hilfsaktion Ueberall hat der Krieg gegen das Elend, das er über die Völker und über den Einzelnen gebracht hat, die Kräfte des Idealismus aufgeboten, den (feist der Gemeinschaft belebt, Hingäbe und Aufopferungsfähigkeit gesteigert. Und wieder hat sich gezeigt, daß die Zellen der Menschheit die Nationen sind; daß die Nation kein von unsicherer Theorie erfundener Begriff ist, über dessen Inhalt und Umfang die Gelehrten streiten mögen, sondern eine Tatsache von Geist und Blut, die die ganze Geschichte trägt. An diesem großen Erlebnis aller Mensehen und Völker haben auch wir Juden vollgemessenen Anteil. Auch wir, die wir all unseren Pflichten dem Staate gegenüber mit treuem Sinn nachgekommen sind, Zweiflern und Gegnern zur dauernden Belehrung, auch wir durften von diesem allgemeinen Völkerkrieg und dieser großen Völkerneugeburt eine Wiedergeburt unserer unvergänglichen Volksidee und Volkskraft oder vielmehr eine Stärkung der für sie wirkenden Ideen erfahren. Vielleicht erst die Zukunft wird allen klar machen, was vom ersten Augenblick an diejenigen erkannt haben, die das Leben und Ringen unseres Volkstums ohnedies schon mit wacher Seele und vorausahnendem Fühlen zu begleiten gewohnt sind. Am kräftigsten werden für dieses Erlebnis die Stimmen jener zeugen, die im aufwühlenden blutigen Kampfe gestanden haben. Sie werden im edelsten Sinne des Wortes die Blutzeugen unserer nationalen Zusammengehörigkeit sein. Aber schon jetzt hat die nationale Solidarität des Judentums, die aus der Wurzel der besonderen jüdischen Not dieses Krieges neu ״Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer offentlieh •rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina." Baseler Programm. emporgewachsen ist, Früchte getragen. Eine solche Frucht ist der nationale Geist, der das a m e r i k a n i s e h e J u dentum mit dem lebendigen Gefühl der Verantwortung für das Schicksal der Judenheit erfüllt. Die Geschichte der letzten Jahrzehnte kennt Aktionen einzelner vom Geist der nationalen Einheit ergriffener jüdischer Gruppen für andere jüdische Volksteile, die von Katastrophen bedroht waren. Aus solchen Aktionen sind auch die Alliance brachte Universelle und die ihr nachgebildeten jüdischen Organisationen erwachsen. An ihrer Wiege stand der Wille, für bedrohte Gruppen des jüdischen Volkes um des jüdischen Volkes willen einzutreten. Und wenn auch diesem nationalen Geiste im Laufe der Jahre durch manche Assimilationswelle Abbruch geschah, die Grundlage auch der philanthropischen allgemeinen jüdischen Organisationen war unleugbar die nationale Einheit des Judentums. Und in dieser Weise manifestiert sich nun jetzt das Gefühl der nationalen Einheit und der nationalen Solidaritäts-Verpflichtung in den Aktionen der amerikanischen Judenheit. Gerade weil das amerikanische Judentum in allen großen jüdischen Gruppen der Welt verwurzelt ist, hat sich in ihm in einem welthistorischen Augenblick das Gefühl und der Wille der nationalen Einheit des Judentums mit Macht durchgesetzt. Daß dieses Gefühl mit der zionistischen Idee und den Aktionen unserer Organisation, die in Dr. Schmarja Lev in, Louis ß randeis und anderen unserer Freunde ihre Verkünder und Träger fanden, geistig eng verbunden ist, ist selbstverständlich; das darf aber nicht so gedeutet werden, als ob die zionistische Arbeit in Amcrika anderes getan hätte, als dem vorhandenen Willen, das Gefühl der jüdischen Einheit zu betätigen, den Ausdruck zu prägen. Damm ist es vollkommen natürlich, daß sich die Aktion des amerikanischen Judentums mit Kraft der Hilfeleistung für die bedrohte jüdische Siedlung in Palästina zugewendet hat. Denn das amerikanische Judentum fühlte und erkannte, daß seine Tat nicht nur der Linderung augenblicklicher Not, sondern der Sicherung und dem Neuaufbau der ganzen jüdischen Gemeinschaft dienen müsse. Daß die Hilfsaktion für das palästinensische Judentum sofort kräftig einsetzte, ist allerdings auch mit ein Verdienst des Botschafters der Vereinigten Staaten in Konstantinopel, Herrn Henry Morgenthau, der das amerikanische Judentum auch von seiner verantwortungsvollen Stelle aus an seine nationalen Pflichten dem palästinensischen Judentum gegenüber zu mahnen wußte, er, der erst kurz vorher mit eigenen Augen die Lebenskraft und die nationale Bedeutung der palästinensischen Siedlung geprüft hatte. Das Bewußtsein der nationalen Solidarität zeichnet die Aktion des amerikanischen Judentums!überhaupt aus, nicht nur, soweit sie sich auf Palästina bezieht. Das ganze amerikanische Judentum beteiligt sich an der Hilfsaktion für alle Gruppen des leidenden jüdischen Volkes. Ein bezeichnendes Detail: die aus der österreichisch-ungarischcn Monarchie stammenden, in einer großen Vereinigung zusammengefaßten Zionisten New Yorks haben eine besondere Aktion zugunsten der aus Galizien nach West- Österreich geflüchteten Volksgenossen eingeleitet. Die Berichte aus New־ York rühmen, daß sich um das Gelingen dieser Aktion besonders ein angesehener Zionist verdient gemacht hat, der seiner Herkunft nach ein russischer Jude ist. Die Kraft des jüdisch-nationalen Einheitsbewußtseins hat Schranken und Differenzen verwischt. So ist im amerikanischen Judentum gerade in dieser Zeit auch der zionistischen Idee ein fruchtbarer Boden bereitet, aus dem das jüdische Volk für Gegenwart und Zukunft Saft und Leben ziehen wird. L. H. Unser hygienisches Institut in Jerusalem im Dienste des Roten Halbmondes Wie sich unsere landwirtschaftlichen Kolonien in Palästina bei Ausbruch des Krieges für die gesamte Bevölkerung als Retter aus drohender Not erwiesen haben, so hat auch unser Gesundheitsamt in Jerusalem in diesen Tagen, in denen die Sorge um die Gesundheit der Massen dieselbe Aufmerksamkeit erfordert wie die Sorge um die Bereitstellung von Nahrungsmittein, eine verdienstvolle und umfangreiche Tätigkeit entwickelt, die dem Institut bei der jüdischen und nicht jüdischen Bevölkerung Palästinas ebenso wie bei der türkischen Regierung und Arrneeleitung dauernde Sympathien erworben haben müssen. Bekanntlich wurde das von Herrn Nathan Straus begründete Jewish HealthOffice vor etwa zwei Jahren mit den von der ״J üdischen Gesellschaft für sanitäre Interessen in Palästina“ begründeten Abteilungen in der Weise zusammengelegt, daß ein neues Institut, das Gesundheitsamt, mit vier Abteilungen geschaffen wurde: einer hygienischen unter Herrn Dr. Brünn, der eine Abteilung zur Bekämpfung der Augenkrankheiten unter Herrn Dr. Feigenbaum angegliedert wurde, einer serologischen und Tollwutschutz- Abteilung unter Herrn Dr. B e h a m und einer bakteriologischen Abteilung unter Herrn Dr. G o 1 d b e r g. Das Deutsche Kom i t e e zur Bekämpfung der M a - laria beteiligte sich mit einer besonderen Malariaabteilung, die indes bei Ausbruch des Krieges von ihrem Leiter, der Palästina verließ, geschlossen wurde. Als auch Herr Dr. Brünn das Land verlassen mußte, um seiner Militärpflicht im deutschen Heer zu genügen, und die Chancen zur Aufbringung der laufenden Ausgaben immer geringer wurden, mußten wir befürchten, daß sich unser Institut sehr bald zur Einstellung seiner Arbeiten würde entschließen müssen, trotzdem es z. Zt. das einzige in Jerusalem war, das die Abwehr der näherrückenden Gefahr einer Einschleppung und Ausbreitung epidemischer Krankheiten in Palästina auf bewahrter, exakt-wissenschaftlicher Basis unternehmen konnte. Dieser Sorge wurden wir indes dadurch enthoben, daß es Herrn Nathan Straus und einigen Freunden des Instituts, wie bekannt, durch die gütige Vermittlung des amerikanischen Botschafters in Konstantinopel, des Herrn Mor- .1;';I

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