Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XX (1915)
- Issue
- Heft 6 (15.2.1915)
- Date
- 1915-02-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 50 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 6 Der Gottesdienst am Neujahrs- und Versölmungstage glich fast einem Feldgottesdienste. Nach Beendigung des Fcstinonats ist für die Flüchtlinge in den von der (Bne-Brith-) Kantloge zur Verfügung gestellten Raumen eine rituelle Volksküche eingerichtet worden, zu deren Kosten das allgemeine Komitee für die ostpreußischen Flüchtlinge einen je nach der Anzahl der Besptisteu bemessenen Betrag - zeitweise 300 M. wöchentlich - beisteuerte, ln der Volksküche speisen auch einige Soldaten der hiesigen Garnison für den Betrag von 20 Bf. täglich. Für die Versorgung der Flüchtlinge mit Kleidung und Wasche ist unsererseits über das von dem allgemeinen Komitee geleistete Maß hinaus reichlich gesorgt worden. Größere Mengen von Kleidung und Wasche sind uns für diesen Zweck aus den verschiedensten Teilen des Reiches als Liebesgaben zugegaiigcn. Soweit diese Gaben bis jetzt nicht verwendet wurden sind, werden sie bei der hoffentlich bald zu erwartenden Rückkehr der Flüchtlinge an geeignete Zentralstellen in der Provinz zur Verteilung gesandt werden. Der Gesamtbetrag der von dem Jüdischen Hilfskomitee verausgabten Geldmittel belief sich am 1. Januar auf 33 000 M. Durch die russische Invasion sind zahlreiche Provinzgemeinden zurzeit verschwunden, ihre Beamten mittellos geworden. Der Ausschuß der Synagogengemeinden Ostpreußens wandte sich an die Wohltätigkeit der Glaubensgenossen im ganzen Vaterlande und erhielt so die Mittel, den schwer geschädigten Beamten ihre Gehälter zu zahlen und sie vor Not zu schützen. Mit überraschendem Erfolge ist die Unterbringung von Flüchtlingskindcrn in jüdischen Familien des Westens in die Wege geleitet worden. Selbstverständlich haben sich Gemeinde, Wohltätigkeitsvereine und Private mit reichen Spenden für alle allgemeinen Organisationen auf dem Gebiete der Kriegshilfe beteiligt. Ebenso sind sie auch eifrige Mitarbeiter, zumal unsere Frauen in den anstrengenden Dienst auf den Bahnhöfen, namentlich bei den Truppentransporten, bei der Ankunft Verwundeter und bei der Bespeisung der auch nachts in Riesenzügen durchreisenden Flüchtlinge. Das Pessachbuch als Geschenk Verkleinerte Wiedergabe des Titelbildes des erfolgreichen Peßaehbuches von Hugo Herrmann, das der Jüdische Verlag im vorigen Jahre herausgegeben hat. Der Preis der gewöhnlichen (steif broschiertem Ausgabe beträgt 3 M., der der zu Geschenken außerordentlich geeigneten gebundenen Ausgäbe 5 M. Der Jüdische Verlag, Berlin W. 15, Sächsische Str Nr. 8, übernimmt die direkte Zusendung an ihm aufgegebene Adressen. Nachrichten Berlin. Unser Gesinnungsgenosse Unteroffizier Fritz M e v e r - Stettin wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, unsere Gesinnungsgenossen Joachim C a s p a r v - Berlin (K. J. V.), Alfred R o m b e 1׳ g - Essen, Assistenzarzt d. Res. |)r. Albert Eisberg- Berlin (K. J. V.), Stefan 1) ö r!1 b e r g - Berlin und Assistenzarzt Dr, Adalbert S a c 11 s - Berlin (K. J. V.) mit den! Eisernen Kreuz 2. Klasse geschmückt. Unsere Gesinnungsgenossen Lipschütz (K. J. V.) und Regierungshatimeister B a e r w a 1 d - Berlin wurden zum Leut 11 a n t, Rechtsanwalt Salli FI i r s c h - Berlin (K. J. V'.) zum Offizierstell- Vertreter befördert. Unser Gesinnungsgenosse M. Eppensteii! wird seit dem 1. Januar v e r m i ß t. Er gehörte dem 11(). Inf.-Regt., 3. Komp., 25. Div., 18. Korps an. Sein letzter Aufenthaltsort w׳ar Roiglise an der Somme. Gefallen sind die Gesinnungsgenossen: Walter R o s e n h e r g - Samter und Willy W o I f - Karlsruhe. Wien. Dr. Isidor H a i in , Alter Herr des akadedänischen Vereins der spanischen Juden in Wien ״Espe ran za“, wurde mit dem Eisernen Kreuz, ausgezeichnet. Er ist jetzt in russischer Gefangenschaft. — Einj.-Frciw׳. Julius Gcrstl hat nicht, wie wir in Nr. 4 meldeten, die goldene, sondern die große silberne Tapferkeitsmedaille erhalten. — ln Nr. ■16 v. J. (vom 13. Nov.) haben wir berichtet, daß unsere Triester Gesinnungsgenossen Josef Ball und Bcrthold Kleinzeller gefallen seien. Wie wir erfahren, waren beide nur verwundet und stehen min wieder an der Front. Berlin• (Zionistischer Jugcndverei n.) Am Sonntag, den 7. Februar, findet eine Wanderung unter Führung von Frl. Israel statt. Treffpunkt: V2C> Uhr Bahnhof Zoo, Bahnsteig, mit Fahrkarte 3. Klasse bis Gruncwald. Proviant für den ganzen Tag. Wanderausrüstung. Berlin. Das diesjährige Konzert des ״Vereins zur Pflege hebräischer Gesänge“ (Dirigent Kapelimeiste!• A. Kellennanin findet zum Flesten des .Roten Kreuzes von Berlin am 22. Februar im Hlüthncrsaal unter Mitwirkung nujnhafter Solisten statt. Karten 3, 2, I M. bei Bote K Bock, sowie Hermann Tietz. Chemnitz. Herr Leo Herr mann, Redakteur der ״Jüdischen Rundschau“, sprach am 24. Januar vor einer außergewöhnlich stark besuchten Versammlung über ״Die gegenwärtige Lage des Zionismus“. Der Redner verglich, an das Wirken Lichtes anknüpfend, jene Zeit des deutschen Volkes und seinen jetzigen Kampf um seine Existenz mit dem Kampf des jüdischen Volkes um sein Sein und seine Zukunft. Er schilderte den Idealismus, den der Zionismus seinen Anhängern eingepflanzt hat, und der sich auch jetzt bewährt hat. Die begeisterte Hingabe der im Felde stehenden Zionisten ist gerade aus ihrem Zionismus heraus natürlich, der sie aus der Isolierung zur Auf- Opferung für die Gemeinschaft geführt hat. Nach einer Darlegung der Verhältnisse der zionistischen Organisation in den einzelnen Ländern während des Krieges, besonders auch der Lage der jüdischen Siedlung in Palästina, schloß er mit dem Hinweis, daß der Zionismus, dessen Organisation während des Krieges ihren Bestand gesichert hat, im Frieden mit verstärkter Kraft an seine gewaltigen Aufgaben Herangehen wird. Der reiche Beifall, der dem Redner zuteil wurde, war ein Zeichen, auf welchen hoffentlich fruchtbaren — Boden seine Worte gefallen sind. Fr. Hamburg. In der Zionistischen Ortsgruppe v.)11 Hamburg-Altona sprach Herr Dr. Israel Auerbach über ״Deutschtum, Türkentum und Judentum“. Der Redner betonte einleitend, daß der Weltkrieg in mancher Beziehung Deutschtum und Judentum einander näher gebracht habe; er wolle zum Beispiel nur auf die mannigfaltige Kriegspoesie Hinweisen, die auf alttestamentarischer Weltanschauung fuße. Das Deutschtum wie das Judentum hätten erkannt, daß sie nur einen gemeinsamen Feind besitzen, Rußland, und einen gemeinsamen Freund, das Türkentum. Ein Sieg iles Mosk.nviterreiches würde sowohl die deutsche Kultur auf längere Zeit vernichten, als auch unzählige Angehörige des Judentums den grausamsten Verfolgungen aussetzen. I )ic jnngtürkische Regierung habe erkannt, daß sie bisher das Deutschtum und auch die national-jüdische Bewegung zu sehr durch die Brille der Diplomatie des Dreiverbandes betrachtet habe und daß sie in diesem Weltkrieg, bei dem es sich um die Existenz des türkischen Reiches handle, keinen besseren Freund und Bundesgenossen habe, als die deutsche Regierung. Und die Anhänger der jüdisch-nationalen Bewegung wiederum wüßten, daß die Türkei ihren Bestrebungen wie auch dem Gesamtjudeiitum durchaus wohlwollend gegenüberstehe. Die Türkei sei das einzige Land, in dem der Großrabbiner der Juden auch eine politische Stellung einniinmt. Daß die Türkei einer etwaigen Eimvanderung der Juden nach Palästina durchaus nicht mehr feindlich gesinnt sei, beweise am besten;die Aufhebung des Roten Zettels. Der endgültige Sieg des Deutschtmns und des Türkentunis, von dem mit ihm viele Humlerttausende überzeugt seien, werde hoffentlich auch den Sieg der jüdisch-nationalen Sache bedeuten. München. Fräulein Elfriede Bambus aus Kinerefh sprach am 6. Januar in der Zionistischen Ortsgruppe über ״die gegenwärtige Lage in Paliistina“. Die Rednerin entwarf ein überaus anschauliebes, durch Erzählen ihrer persönlichen Erlebnisse besonders fesselndes Bild von dem Einfluß des Krieges auf das Fleilige Land und seine jüdischen Bewohner. Die über Erwarten zahlreiche Zuhörerschaft folgte den Ausführungen mit gespanntem Interesse und dankte der Rednerin für ihren Vortrag mit herzlichem Beifall. Ratibor. Die zionistische Ortsgruppe Ratibor veranstaltete am 30. Januar ihre Generalversamnihing. Der alte Vorstand wurde wiedergewählt. Frankfurt a. M. Die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums teilt mit: ״Die Massenfludit der galizisch-jüdisclu״־ Bevölkerung .und der darunter befindlichen zahlreichen Sofrim hat zu einer vollkommenen Stockung in der Herstellung von Tefillin und Mesusotli geführt. Für Tefillin tritt zu diesem Umstande noch die Schwierigkeit in der Beschaffung des notwendigen Leders. Die ״Freie Vereinigung“ ist daher im Augenblick nicht in der Lage, den an sie hcrantretemlen Ansprüchen nach Lieferung von Tefillin gerecht zu werden. Insbesondere ist es bisher nicht möglich gewesen, den Bitten um Tefillin aus den Kriegsgefaiigenen-Lagern ־zu entsprechen. Es ergeht daher die Bitte au alle diejenigen, die im Besitze entbehrliche r Tifillin sind, diese der ״Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums“, Frankfurt a. M., Schiitzenstraße 14, zur Verfügung zu stellen.“ Druckfehlerberichtigung 1111 Feuilleton der letzten Nummer ״Geschichte der Juden in Krakau und Kazimierz“ sind einige Druckfehler zu tilgen. Es kommt auf S. 38, 3. Spalte, Zeile 17: bildete anstatt: zufiel; auf S. 36, 1. Spalte, Zeile 1 Zbignicw anstatt: Zbijniew; in derselben Spalte, Zeile 5 Capistrano anstatt: Casimano; auf S. 39, 2. Spalte, Zeile 11 von unten arazoth anstatt: oirzoth; auf S. 39, 3. Spalte, Zeile 14 Pilpul anstatt: Pilpil; Zeile 15 Gerschom anstatt: Gcram; Zeile 16 Lublin anstatt: Liiblin. Schluß des redaktionellen Teils. Ifidische Gemeinde, Berlin (Gottesdienst) Freitag, 5. Februar, abends: in allen Synagogen 5 Uhr. — Pr cd igt: Synagoge Lützowstralie: Rabbiner Dr. Hochfeld. Zweiter Abendgottesdienst: 8'/2 LJhr. Synagoge Lindenstraßc: Rabbiner Dr. Warschauer. Sonnabend, 6. Februar, vormittags: in der Alten, Kaiserstr.- und Rykcstr.-Synagoge 9 Uhr, in den anderen Synagogen Frühgottesdienst’7Bj Uhr, Hauptgottesdienst: 10 Uhr. Predigten: Synagoge Kaiserstr.: Rabbiner Dr. Esclielbacher; Synagoge Fasanenstraße: Rabbiner Dr. Bergmann; Nene Synagoge: Rabbiner Dr. Rlumenthal, — Jugend gottesdienst: nachmittags 4 Uhr. Alte Synagoge: Rabbiner Dr. Petuehowski. Abendgottesdienst (Sabbatausgangi 5 Uhr 44 Min. Gottesdienst an den Wochentagen: Morgens: in der Alten, Kaiserstr.- und Rykestr.- Synagoge 7 Uhr, in den anderen Synagogen 7'/, Uhr; abends; in allen Synagogen 5 Uhr. B ל Jüdischer Nationalfonds Zentrale für Deutschland u Geld<endungea sind auMcbUeiiUch zu richten an Harm Haie Wotlitalnar Charlottaabarg, Roicher-StraS« J. M. 3,- 2.- Vermißt wird d. Krgsfrw. Alfred Lewy seit 20. Oktober 1914 b. Sturm auf Dixmuiden. S. Feldadresse lautet: Res.-Inf.- Regt. Nr. 203, 12. Komp., 43. Division, 22. Armeekorps. Erkennungs-Nummer 12&. Nachrichten an Jul. Lewy, Schmargendorf, Spandauer Sir. 31.20, Fritz Gottstein, Bonn, dankt s. I. Bbr. M i c 11 a 1 o w s k i .1 . Dr. L o e b, Ahnveiler, grat. z. Verlobung Martha B 1 u m e n 111 a I - Dr. Frankel . \ 3,- Offizierstellvertreter Dr. Alfred Wöllstein, z. Zt. im Felde, als Dank an die Z V. f I). 11. Farn. Dr. S. Cohn, Schöneberg, f. d. Chanukahpaket.20- Walls, Achim, grat. R o s e 11 t h a I s , Wronke, z. Geburtstag 11. danken f. irdl. Beniühung 1,—, danken gleichzeitig Herrn Jac. Auer b a c 11 , Posen, u. Dr. H. L o e w e , Berlin, 1, u, grat. z. Hochzeit Auerbach- M a r g 111 i e s 1,—. Dr. M. F. R o 111 s c h i I d, Frankfurt a. M., dankt herz!, f. d. Glückwünsche z. s. Verlobung Heria Kall in a 11 11 Kattowitx, kond. ihrer 1. Grete S t e i 11 c r recht herzl. Theobald Sc hol e 111 11. Frau grat. Nanny Auerbach z. Hochzeit, desgl. Dr. Herrmann 11. Frau je —,30 . . 1,— Dr. Alex Jessel 11. Frau, Frankfurt, grat. Frl. Ellv B i r 11 h a 11 in, Fulda, 11. Herrn Bär, Halberstadt, z. Verlobung.1,— Siegfried Fröhlich u. Frau, Ratibor, senden R.-A. Frankel u. s. Braut herzl. Glückwünsche z. Verlobung.1,_ Unterarzt Loche 11 stein 11. Lazarettgehilfe Salomon A d 1 e 1־ melden sich schriftlich b. Lipmann B a r 11 c 11, Pillau.2,— Adele Rothschild 11. Alice Kassel danken Hugo Wohlfahrt.- - 50 Alice Kassel dankt Berthold F e i w e I f. d. lieben Brief 1,—, u. grüßt u. dankt Theo Harburg er 1,— . .2,— Ed. D e u t s c h 1 ä 11 d e r grat. Frau P i c z e - ni k-We rblowski z. Vermählung . . . —,50 L. M. Michael, Hamburg, kond. Dr. M. Levy z. Tode s. Schwester, Herrn Lutzer z. Verlust s. Bruders, Farn. Dr. Victor z. Tode von Dr. C o b 1 i n e r, grat. Dr. Wr e i g e rt u. Dr. S. L e v y z. Eisernen Kreuz, Dr. Viktor z. Beförderung 11. Leop. Abraham z. Barmizwall s. Sohnes.6,— Ella C o 11 e 11 Hamburg, f. Dezember, Januar, ’ Februar.3,— Abraham S t c i 11 e r t, z. Zt. im Felde, z. And. ’ an s. ihm unvergeßlichen Bendix Cohn . . 1,— Paula G r ii 11 b e r g e r, Ratibor, dankt ihrem Onkel Salo Grün Berger, Gleiwitz, f. d. schöne Buch.—,75 Anna L e w i n, Königsberg, z. Zt. Nürnberg, grat. Martha Blumcntha 1 z. Verlobung . . 1 Berta S c 1 i g m a n 11, Hamburg, spricht Gescliwister Wolff, Günzenhausen, ihr herzl. Beileid aus..1 _ Erna Levy 11. Martin Friedländer, Ham- ’ bürg, grat. Selma M a s u r 11. Martin Sa- 1 i n g e r z. Verlobung 1,—, Lea Pfifferling desgl. —,50, Dr. W. Weigert u. Frau desgl 1 — 2,50 Saimnl. v. Dr. A u e r b a c 11 - Abend in Hambürg.8,75 Jettchcn Karpf, Nürnberg.1,— Leon Fried mann u. Fan!., Herr u. Fr. LMMMM llasFessartiliuiti )üdisftierDerlag Berlin