Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XX (1915)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1915)
- Date
- 1915-01-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Abonnements ן auf die wöchentlich am Freitag־ er- | scheinende ״Jüdische Rundschau" J kosten bei der Expedition und bei J allen Postämtern vierteljährlich 1,50 M., ן außerhalb Deutschlands und Oester- | reich-Ungarns M.; für Mitglieder J jüdischer Vereine im Sammelbezug | durch den Verein 1,— M. | Jüdische Randschao, G. nt. b. H. | BERLIN WA*, Sächsische Straße 8. j Telephon: Amt Uhland 845, 846, 868.! Postscheckkonto ־ Berlin Nr. 17392. ■ jUcDISCHC RUNDSCHAU Anzeigen kosten für die aechsgespaltene Petitteile oder deren Raum 40 Pf,; Stellen- Angebote und -Gesuche sowie Verein»- Mitteilungen und ״Kleine Anzeigen“ O O O O nur 30 Pfennig. O O O O Manuskripte werden, wenn Porto beiiiegt, stets zurückgesandt. Redaktionsschluß: Mittwoch vormittag־#. Redaktion Jüdische Rtutdschaa BERLIN W. 15, Sächsische Strafie 8. Telephon: Amt Uhland 845868 ,846 ״. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. ALLG6M6INC 9U6DISCHC ZülTUNG Nummer 4 Berlin, den 22. Januar 1915 7. Sch’bat 5675 XX. Jahrgang. Ausweis Schekel für 1914: Gailingen 15,—. Landesbeiträge für 1914: Berliner Zionistische Vereinigung 400, , Frankfurt a. M. 42,—, Gailingen 31,—, Mainz 11,-. Propagandafonds: Krotoschin: Heimann Daniel 15,-. Eingang vom 25. Dezember 1914 bis 18. Januar 1915: Seit ekel: 15,— M.; Landesbeiträge: 484,— M.; P ro p a g a n d a f o n ci s: 15,— M. Gesamteingang: Schekel: 4359,— M.; Laud e s b e i t r ä g e: 5744,90 M.; l’ro p a g a n d a - fonds: 5787,10 M. Schekel 1915: Boizcnburg 1,—, Burgkundstadt 4, —, Butzbach 1, -, Corbach 1, , Glogau 1, Gunzenhausen 4,--, Idar 2,—, Königsberg i. Pr. 2,--, Leipzig 1,- , Lübeck 43,—, Mühlhausen i. Eis. 4,—, Pieschen 1,--, Rostock 1,--, 5 zion. Soldaten (durch H. Werner, Posen) 5,—. Landesbeiträge 1,915: Berlin, Herzl-Club 40,—, Hayingen 20,—, Krotoschin 10, — , Lübeck 145,—. Propagandafonds 1915: Ahrweiler: Dr. S. Loeb 5, —, Bechhofen: Lehrer Schapiro 5,-—, Berlin: L. Appel 5,—, J. Boschwitz 11. Frau, 1. Rate (erhöhter Beitrag! 50, ■■-, Karl M. Baer 5, , Julius Busse 100,- , San.-Rat Pr. Caspare 10,—, Gustav Doniker 5, , Dr. Eliasberg 10, , Leo Förder (erhöhter Beitrag! 10,—, A. L. Fürst 10, , Dr. A. Friedemann 40.—, Dr. Hantke 200,-, Dr. II. G. Heymann 200,- , Dr. Ernst Hamburger 5,—, S. Hepner 100,- , Alex Jacobus 10,—-, Dr. Katz 20,—-, Dr. G. Krojanker 5, —, Dr. Leo Löwenstein 10,--, R.-A. J. Lachmann 10,—, Zahnarzt Kurt Lipowski 5,—, San.-!Rat Dr. Benno Lewy 400,—, Dr. W. Munk 20,—, Dr. Majereik 10,--, S. Rosenbltiih 10,—, L. Schlesinger 10,—, Dr. Salinger, Lichtenberg, 5,— , Carl Sobersky 10,—, Dr. Sandler 23,—, Th. Scholem 40, , A. Schar 5,—, R.-A. Hans Sfeinitz (erhöiiter Beitrag! 20,—-, Zahnarzt Henry Unna 10,—, Professor Warburg 20, , R.-A. Dr. "Zirker 10, , Dr. Th. Zlocisti 20, \ Beuel: Max Goldreich 30, , Bonn: Paul Koopinann 5, , Bremen: Max Markreich 5,—, Fritz Markreich 5,—, Breslau: Leopold Altrnanu 5,- , Lippmann Bloch (erhöhter Beitrag) 200, , Martin Falk 6, , Jules Friedländer 15,—, Max Guttmann 10, , Max Kober (erhöhter Beitrag) 50,—, Ludwig Moritz 5,—, Zahnarzt Hugo Schachte! (erhöhter Beitrag! 50,— , Dr. Franz Landsberger 5,—, Burgkundstadt: Dr. Lazarus 5,—, Butzbach. Hermann Löb 5,—, Cassel: Dr. Prager, I. Rate, 5,., Giernnitz: Dr. Walter Frankel (erhöhter Beitrag), i. Rate, 12,50, Corbach: Sally Markhoff 39,—, Danzig; Albert Fischer 10(),---, Bruno Fischer 50, , Siegfried Levvy 30,—, D1־. Herbert Lewy 20, , Dr. Landau, Januar- Rate, 10,--, Feldimterarzt Leo Levvin aus Gollub, z. Zt. im Felde, 5,—, Wolff Ziniels 100,--, sämtlich erhöhte Beiträge, Apotheker Heinrich, Neufahrwasscr, 6, —, Dortmund: Dipl.-Ing. Abeies 20, , Dresden: Sally Hurwitz 12,—, Benno Himvitz 12,— , Duisburg: Dr. Fl. Epstein 20,—, Düsseldorf: H. Lagstein 10,— , Luise Treu (Januar-Rate: 10, , Elberfeld: Dagobert Walter 12,—, Essen: L. Rosenberg 20,—, H. Auerbach 5,— , Samuel Goldreich 5, Filehnc: Adolf Joseph 20,- , Forst i. L..: Frau Justizrat Zuckermann 20,--, Frankfurt a. M.: J. L. Goitein 5, . David Hamburger 5,., Js. Heimann 20,-- Fr. Therese Moser 5,—, Dr. S. Scliwarzschild 10,— Gey bei Düren; Geschwister Rosa und Jettchen Meyer 5,—, Gladbeck: M. Schapiro (1. Quartal, erhöhter Beitrag! 5,--, Glogau: Moritz Kristeller 5,—, Gmizenhausen: (zwei Einzelbeiträge) 8,—, Hamborn: Dr. J. Mayer 5,—, Hamburg: Ä. Calmann 10,—, R.-A. David 1(),—, R.-A. Robert Gottsehalck 10,--, Dr. Richard Fiuldschiner, Bozen, 10,—, Di־. Kalmus 10,—, Dr. W. Untia 10,—, Hildesheim: Frau Anna Rothschild 5,—, Jeßnitz: Apotheker Boschvvitz 15,—, Idar: Nathan Baer und Frau 18,— , Kiel: Professor Dr. Opct 25,—, Kissingen: Dr. med. I. Bamberger 5,—, Zahnarzt S. ßamberger 5,—, Zahnarzt M. Bamberger 5,—, Köln a. Rh.: H. Dülken 20,—, Dr. R. Gideon 5,- , C. Thalheitner 5,—, Königsberg-Neumark: Dr. Bruno Berliner 5,—, Königsberg i. Pr.: Otto Cohn 15,—, Leo Dinesmann 20,—, Dr. jur. Jacobi II 10,—, Dr. Arthur Nissel '(erhöhter Beitrag) 40,—, Dr. Pelz 20,—, E. N. Perlmann 10,—. Ludwig Zjtnels 5,—, M. Sambursky, z. Zt. Holzminden, 5,—, Kronach: Dr. Bamberger 25, - , Krotoschin: Heimann Daniel 15,—, Leipzig: Dr. E. ■Cliamizer (erhöhter Beitrag) 20,-., Ottilie Loewenthal 19,- , Dr. Einnio Löbl (erhöhter Beitrag) 10,—, Lissa: Th. Freundlich 6,—, Dr. L. Neustadt 15,-■, Lübeck: ״Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlieh-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina." Baseler Programm. Eduard Joel (erhöhter Beitrag! 20,—, Dr. Martin Meyer 10,—, /Mannheim: B.!Mainzer 100,--, Massow: Max $ilbersolm 5,—, Militsch: Dr. Jutkowski (erhöhter Beitrag) 25,—, Mülhausen i. E.: ein Einzelbeitrag 4,—, München: J. S. Herrmann 25,— , Dr. Raphael Straus 50,—, Dr. L. Wassermann 10, , Neuwied: Jakob Levy 5,—, Nordhausen: Reinhold Warbürg 10,—, Josef Warburg jr. 5, Pieschen: Helene Galewski 5,—, Posen: R.-A. Dr, Kollenscher 20,—, Rostock: H. Kesten 5,-., Schlüchtern: Siegmund Sichel 10,—, Stettin: H. Jacob 5;--, Dr. Zade 10,—. Wanne: S. Meyerowitsch 8,- , Weinheim (erhöhter Beitrag, R.-A. Dr. Pfälzer 30,—, Weißenfels: Dr. Levi 5,—, Fddunterarzt Ludwig Baer 10,—, Adolf Bloch aus Bayreuth, z. Zt. im Felde, 20,—, Prof. Dreyfuß, Straßburg, z. Zt. im Felde (erhöhter Beitrag! 1. Quartal 10,—, Vicewachtmeistcr Sally Hirsch aus Berlin z. Zt. in! Felde 10,—, Feldimterarzt Jaruslawsky 5,—, Joseph L. Oppenheimer, Frankfurt a. ,M., z. Zt. im Felde, 20,—, Feldunterarzt Albert Weihl 10,—. Verschiedene Spenden: 5,— M. Gesamteingang bis 18. Januar 1915: Sehekel: 55,— M.; Landesbeiträge: 215, M.; Propagandafonds: 3018,50,— M. Die Ottomanisierung der palästinensischen Juden Im Schatten der großen kriegerischen Vorgärige dieser blutigen Monate ist, auch in der jüdischen Presse, ein Ereignis nicht ausreichend beachtet worden, dem für die Zukunft des orientalischen Judentums und damit für die nationalen Existenzbedingungen des ganzen jüdischen Volkes eine weitreichende Bedeutung zukommt: die Massen otto manisierung ausländischerjudertin P a 1 ii s t i n a. Wir haben über diese Ottomanisierung von tausenden von Juden schon berichtet. Es ist daher hinreichend bekannt, daß die türkische Regierung die Naturalisiening der ausländischen, vor allem der russischen Juden in der Türkei wohlwollend g-cfördert hat, indem sie von der Durchführung der die Naturalisierung erschwerenden Bestimmungen (wie fünfjährigen Aufenthalts im Lande) absah. Wir haben diese wohlwollende Haltung der türkischen Regierung unseren in der Türkei lebenden Volksgenossen gegenüber mit Freude und Genugtuung begrüßt. Bedeutet sie doch nicht nur einen Akt großherziger und politisch kluger Rücksichtnähme auf Bevölkerungselemente, die von durchaus loyaler Gesinnung gegenüber der Regierung und den von ihr vertretenen Interessen des türkischen Reiches erfüllt sind. Sie ist vielmehr darüber hinaus eine besondere Anerkennung der Stellung, die in der Türkei dem jüdisehen Volke zufällt, welches seine nationalen Zukunftshoffnungen, im Einklang mit den Interessen der Türkei, in! türkischen Orient zu verwirklichen bemüht ist. Die großzügige Naturalisierungserlaubnis hat den Juden Palästinas mit einem Schlag Betätigungsmöglichkeiten eröffnet, die ihnen lange verschlossen waren. Deshalb ist die Feststellung wichtig, warum die ausländischen Juden, besonders die russischen Untertanen, nicht schon früher ihre Ottomanisierung betrieben und durchgesetzt haben. Der Grund hierfür lag in einer Einrichtung, deren infolge der letzten politischen Umwälzungen erfolgte Aufhebung erst die Möglichkeit der Naturalisierung geschaffen hat: in den Kapitulationen. Erst als die Türkei die Kapitulationen aufhob und damit den Vertretern der europäischen Mächte die rechtliche Basis nahm, in der Türkei über die eingewanderten fremden Untertanen die gleiche lioheitsgewalt wie in der verlassenen Heimat auszuüben, konnten auch die russischen Juden Ottomanen werden. Das Wesen und die Bedeutung der Kapitulationen genau auseinanderzusetzen, ist hier nicht der Platz. Entstanden aus den Verträgen der Türkei mit einzelnen im Orient handeltreibenden Städten und Ländern (Genua, Frankreich), wurden in ihnen den Ausländern besondere Privilegien verliehen: freie Religionsübung, Handelsfreiheit, Befreiung von Steuern und Zöllen und eigene Gerichtsbarkeit. Förmliche Kapitulationsrechte erwarb Oesterreich durch den Handelsvertrag von Passarowitz (1718) und Rußland im Vertrag von 1783. Rußlands besondere Vorrechte wurden infolge des Grundsatzes der Meistbegünstigung auch auf die Angehörigen der übrigen Staaten ausgedehnt. Das wichtigste Kapitulationsrecht war das Recht der eigenen Gerichtsbarkeit, das die Justizhoheit der Pforte einschränkte, oft sogar suspendierte. Darüber hinaus aber gaben die Kapitulationen den fremden Konsuln eine große politische Macht in die Hand, durch die sie die ihnen unterstehenden Eingewanderten immer in Abhängigkeit erhalten konnten. Und diese konnten sich dieser Vormundschaft nicht entziehen, weil ihre Ottomanisierung vom Austritt aus ihrem Staatsverband und somit von der Einwilligung ihres Konsuls abhäng i g gemacht war. Die Konsuln aber, vor allem die russischen, entließen natürlich ihre Untertanen aus der durch Geburt erworbenen Staats1biirgerschaft nicht, weil sie ihre Interessenvertretung immer als Mittel zu Repressalien gegen die Türkei benutzen konnten. Es ist unzweifelhaft, daß die Kapitulationen unter den bisher geltenden Rechtsverhältnissen der Türkei den Eingewanderten oft Sicherheit gegen die Gefahren einer unentwickelten und ungeregelten Rechtspflege boten. Und es ist selbstverständlich, daß die Abschaffung der Kapitulationen und die Möglichkeit der schnellen Ottomanisierung von den zahlreichen, iri der Tiirkei lebenden Ausländern, in der zuversichtlichen Hoffnung begrüßt wurde, daß nach dem Eintreten geordneter und friedlicher Verhältnisse sofort Reformen, vor allem des «Romanischen Pr i v a t r e eh t s, einsetzen werden, ln der ״O e s t e r r e i c h i s c h e n Monatsschrift für den Orient“ sagt darüber Emrich v. Kauri tnsky: ״Heute jedoch hängt alles davon ab, daß es der Türkei gelingt, jeden inneren Grund für das Verlangen nach einer Sonder- Stellung zu entfernen. Leicht wird es nicht sein, entsprechende Gesetze zu schaffen, noch schwerer aber sie durchzuführen... Dennoch1 sollten die erforderlichen Reformen gleichzeitig mit der Aufhebung der Konsulargerichtsbarkeit durchgeführt werden, da sonst Gefahr besteht, daß es zu unliebsamen Konflikten kommen könnte.“ Trotzdem also die Kapitulationen den ausländischen Untertanen, also auch den Juden in der Türkei und in Palästina, manche Vorteile