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Jüdische Rundschau · 1914-12-18 · Heft 51 (18.12.1914) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 51 (18.12.1914)
Date
1914-12-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 51 Seite 463 JUE r> UE iCHAU Nachrichten Berlin. Folgende Gesinnungsgenossen haben das Eiserne Kreuz erhalten: Oberstabsarzt l>r. Stern- Dortmund, Referendar Arnold Saling. Julius Kaufmann- Eschwcilcr wurde zum Vizefcldwcbel ernannt. Fritz Spcy c r-Hannover wurde verwundet und wird seit zwei Monaten vermißt. Köln. Am 22. November veranstaltete abends iui großen Saal des Coloniahauses ein unter der Leitung unserer Gesinnungsgenossen Dr. R o b i n s o b n - Kolli und Max G 0 1 d r e i c h - Beuel stehender Ausschuß eine Abschiedsfeicr zu Ehren der in Köln und Umgegend wohnenden am 31). November ins österreichische Heer cinnickeiulen jüdi sehen Rek r u t c n aus (1 a 1 yh i e 11, zu der deren Augehörige, sämtliche jüdischen Vereine und der Oesterreich- U n g a r i s e h c V e r e i n in Köln geladen waren. Der Abend begann mit dem Gebet ״Hanausscn Tcscbuoh“ für die beiden Kaiser, dann hielt Max (io Id re ich eine mit großem Beifall aufgenommene Rede und schilderte in flammenden Worten, was Kaiser Franz Josef den österreichischen Juden sei. Nach der Reue folgten hebräische, jüdische und deutsche Rezitationen. Auch wurden verschiedene Ansprachen gehalten. In ergreifenden Worten schih derte Rabbiner l>r. H a 11 o v c r die Lage der Juden in Rußland, deren Schicksal jetzt entschieden werden müsse. Dr. Bing, Vorsitzender der Rheinland• Loge, die für die Rekruten für etwa 800 M. ■Liebes• gaben sowie auch einen Barbetrag von 300 M. ge• spendet hatte, hielt im Namen der Loge ebenfalls eine kurze Ansprache. Der zweite Vorsitzende des Ocstcrrcichisch-Ungarischcn Vereins, Jos. La über, überreichte in Begleitung herzlicher Worte eine größere Summe in bar zur Verteilung unter die Ein• rückenden. Dr. R obin sollt! hatte das Schlußwort in hebräischer Sprache. In der hierauf folgenden kurzen Pause erfolgte die Verteilung der Liebes• gaben. Daran reihten sieh zwanglose Abschiedsreden dfcr Vertreter der verschiedenen nationaljiidisehen und zionistischen Klubs und Vereine. Der Vertreter des Gabriel Ricßer-Vereins, Dr. isi Kahn, stellte allen Rekruten anheim, wöchentlich durch das Feldpostbureau des Vereins Liebesgaben in die Front entgegenzunehmen. Auch Justizrat Dr. Boden• 11 cimc r richtete an die ins Feld Ziehenden warme Abschiedsworte, Die Versammlung richtete an beide Herrscher Huldigungsdcpeschcn und erhielt bereits telegraphisch Dank. Ratibor. Der kgl, Musikdirektor Kirchner in Ratibor hat das in Nr, 36 der ״Jüdischen Rundschau“ abgedruckte ״O c s t e r r e i c h i s c h c R e i t c r 1 i e d“ unseres Gg. Dr. Hugo Zucker man 11 vertont. Bei einem kürzlich Wer veranstalteten Woliltiitigkeitskonzert fand die Komposition bei Publikum und Presse besonders starken Beifall. Oldenburg. Auf Antrag des hiesigen Landrabbiners Dr. M a n 11 c i m e r haben die jüdisch e n Logen in Deutschland dem Kriegsniinistcrium 70000 Mark für einen Lazarettzug gestiftet. Wien. Gesinnungsgenosse Kadett-Feldwebel Felix Pollitzer, A. H. der jüd.-akad. Verbindung ״Vcritas“ (Brünn), wurde in Anerkennung seines tapferen Verhaltens unter gleichzeitiger Bcfördcrung zum Leutnant mit der silbernen Tapferkcitsmcdaillcl. Klasse ausgezeLchnet. Gefallen sind folgende Gesinnungsgenossen: Dr. Albert Baltin ester aus Czcruowitz, Isidor Bar* ber, Mitglied des Jüdischen Völksvcrcins Wien (Leopoldstadt), Leutnant Hunibcrt Bra u n , aktiver Bursch 'der jüd.-akad. Verbindung ״Charitas“ (Graz), Feldwcbel Bcrthold Frankl, Lederliandler in Göding, Rudolf Fuchs, Schriftführer des Zionistischen Vereins ״Jcschurun“ in Troppau, Professor Hilf er* ding, A. H. der ״Zephira“ (Czernowitz) und Oskar Weiner, Kassierer des Ersten Wiener Jüdischen Turnvereins. Vorige Woche berichteten wir auf Grund der österreichischen Verlustliste, daß Dr. Bcrthold Marmorst ein aus Wien gefallen sei. Wie nun der Wiener ״Jüdischen Zeitung“ von der Familie Marmorsteins mitgcteilt wird, ist diese Nachricht unrichtig. Dr. Marmorstein befindet sich vielmehr in russischerGefangc 11 schaft. Zwei bisher vermißte Gesinnungsgenossen: Dr. Alexander Kohn und Dr. Hermann Löw befinden sich in russischer Gefangenschaft, und zwar ersterer als Arzt am Zloczower Krankenhaus, letzterer in Lemberg. Jüdische Flüchtlinge in Böhmen In Nr. 49 der ״Jüdischen Rundschau“ haben wir auf Grund eines Berichtes unseres. Prager Bruderblattes, der ״Selbstwchr“, die Zahl der nach B ö 11 m e n geflüchteten galizischen_ Juden auf etwa 30 000 bcziffert. Es stellt sich nun heraus, daß diese Zahl viel zu niedrig gegriffen war. In der Umgebung von Pilsen allein sind nach einer Mitteilung des dortigen Rabbinats ungefähr 40 000 jüdische Flüchtlinge aus Galizien untergebracht. Zur Linderung der augenblicklichen Not hat die Pilsener Kultusgemeinde unter ihren Mitgliedern etwa 20 000 Kronen aufgebracht. Die Gemeinde wendet sich in der Presse an die jüdische Oeffcnlliclikeit mit der Bitte, ihr Kleidungsstücke, Wüsche, besonders aber Anzüge und Schuhe für Kinder von 4 — 14 Jahren zukoinmen zu lassen. Die Sendungen sind an Rabbiner Dr. Rink in Pilsen zu adressieren. Der Satticnl Oolubcw gefallen Der Fähnrich Golubew, der Präsident des berüchtigten V c r b a n d e s d e r c c h t r u s s i s c 11 c n Leute in Kiew, ist auf dem Kriegsschauplatz gefallen. Es ist noch erinnerlich, welche Verhängnisvolle Holle (lohibew im B c i 1 i s - P ro 7, e ß gespielt hat. Er hatte his zuletzt großen Biiifluft ausgeübt. Er veranstaltete an der Spitze reaktionärer Akademiker, die durch beträchtliche Zuzüge von ״Hulignns“ verstärkt wurden, große Straßenexzesse unter patriotischer Flagge und trat bei allen reaktionären Treibereien als einer der schlimmsteil Hetzer hervor. Das Erscheinen der ״Slnatabürgcr- ' Zcliwas“ untersagt Durch eine besondere Ausgabe macht die ״Staatsbürger-Zeitung“ bekannt, daß ihr ani Freitag vom O b e r k 0 in m amlo in de n M a r k e 11 das folgendc Schreiben zugegangen ist; ״Die Nr. 174 vom 6. d. M, beweist, daß die ״Staatsbürger-Zeitung die Bekämpfung b e - stim 1111 c r Kreise deutscher Staatsange- 11 ö r i g c r auch während des Krieges f o r t z u - setzen gewillt ist. Es ist Ihnen schon unter dein 21. August d. J. eröffnet worden, daß eine solche Haltungmit den während des Krieges zu beachtenden politischen Notwendigkeiten unvereinbar ist. Ferner verstößt die Nr. 174 in den Artikeln ״Was werden wir fordern?“ und ״Was wird mit Luxemburg?" gegen den der Presse mehrfach vorgeschriebenen Grundsatz, daß alle Erörterungen über etwaige spatere Gcbietscrwerbungcn aus politischen Gründen zu unterlassen sind. Unter diesen Umständen wird hiermit das Erscheinen der ״Staatsbürger-Zeitung“ für die Dauer des Krieges untersagt.“ Todesfälle Rabbiner Dr. Moritz L c v i 11, der Prediger der jüdischen Rcforingemcinde in Berlin, wurde am 13. IX־ zetnber mitten in der Predigt vom Herzschläge ge troffen. Er war sofort tot, Dr. Lev in stand im 72. Lebensjahre und war seit mehr als 30 Jahren als Prediger in der Reformgcmcindc tätig. Vorher wirkte er in Zürich und Nürnberg. in Frankfurt a. M. starb im Alter von 72 Jahren Rabbiner Dr. Rudolf Plant, der viele Jahre an der Hauptsynagoge der Frankfurter jüdischen Ge tneinde als Rabbiner wirkte. Vorher war er Rab bincr in Karl sbad. ' Schluß des redaktionellen Teils. -'*sssarrrrr״ ««••••••I » tfeXG 1 ff 1 WI $ t! Hindi bem heutigen Staube her ffliffcujdsnft ift cb ber ar.düchen!tauf! möglid), fnft alte Sunbeit ju heilen, uoraitöficfcßt, bau blcfelbou uicfjt, mic hei .Cicrjucrlcttutißcu, bcu fufoi'Ugcu 20b jur ftolflc haben. Saö Sittficiimorf ehicö Jeben tnufi beohalb in elfter füllte gerichtet fetu, feine Sieben im ß-etbe vor .ön11,׳H’ric|;111!f!e11, bie ben fofvrltgcu 20b herbctfiihren, p fehi'ißeii Tiro faim ntnu am beften burd) uitfcrc fugclfidjcvc 4/ y h 1 ״ ־ :׳•־.־ . .':~r.:'ו^~דב~ד:־ bie mir fiepen iüonunfenbimfi 0011 Hilf. 8.— portofrei jiifeiiben. (3i1ubna!jmc HO 'Jiffi. mehr.) 'Bit Uefei'u gfbncu unfevc 'panjerplatte in einer Stofftafchc, bie ber ״olbat mit Sicherhcitönabcht au jcincrUniform befefiiflh?mSdjiibcn• graben Ucgcub, ift bie 'Pan^evplattc alö ftopf* (11)11(5 ju ucrmeiibeii. ScftcOeii Sie heute 1!od). 2)01111 bürfcn Sie beruhigt faßen, bnft Sie nDeS, mab tu Jßrer ®lad)t (taub, für bie (Befunbljcit 3hrer Singe* hörigen tut QcSöe getan ju hoben. ..v ׳, ■C1' ä. lieche Gemeinde, Berlin (Gottesdienst) Freitag, den 18. Dezember, abends: in allen Synagogen 4 Uhr. Zweiter Abendgottcsdienst 8'/, Uhr: Neue Synagoge. Predigt; Rabbiner Dr. Hoehfeld. Soniuben U, den 19. Dezember, vorrait- . tags: (Clianuka) in der Alten, Kaiserstr.- und Rykestr.-Synagogc 9 Uhr, in den anderen Syna gegen: Frübgotiesdienst 7y, Uhr, Haupt* gottesdien st 10 Uhr. Predigten: Alte Synagoge: Rabbiner Dr. Eschelbacher. Synagoge Kaiserstr.: Rabbiner Dr. Lewkowitz. Synagoge R y k c s t r.: Rabbiner Dr. Stier. SynagogeLindenstr.: Rabbiner Dr, Rosenzweig. Synagoge Liitzowstr.: Rabbiner Dr. Jul, Cohn. Synagoge Fasancnstr.: Rabbiner S. Gans. Jugcndgottcsdicnst nachm. 3Va Uhr: Neue Synagoge: Dr. Hugo Klein. Abendgottcsdienst (Sabbatausgang) 4 Uhr 43 Min. Mine ha in allen Synagogen V» Stunde vor Sabbatausgang. Gottesdienst an den Wochentagen: Morgens: in der Alten, Kaiserstr.- und Rykestr.- Synagoge 7 Uhr, in den anderen Synagogen 7!/, Uhr. — Abends; 111 allen Synagogen 4 Uhr. iy.) / <n<$tuunt ®1י mavneit 6er WnTouf minbttwtrligft $«jt(t)tlfnrl utwiren tdploron •iegraichon Truppen «ine ifreude »a bereiten? Kiit jetlor Doutsolio stobt 08 gowissormnaHn eie lofno heUigfit• Pflicht an, don füf imnorgoüebto* VatorUnd k&mpfendon Sold•• lrT3 ©in® klein© eu Üboriojtdon Wie *ehr wilUomintn düvfto demtioron Breven im Felde ©io Goffenat-and »oin, derb©• stimmt ist,Verwundungen do* Honen*, de• edelsten •Iler Organa, *u verhindern. Wir **ollen doahtlb nicht verfehlen, unser• verehrten Loser •üf d•* ln dieser Nummer unseres Blattes antbaltone Inserat dar DoutschonSehutepansor-Indastrie, Berlin W.B&, Pot»dam©r»tr. 48, •rgobenst ,|f*n L ionalfonds Zentral« für DeuUchland Gildieadunfen lind «t1»»chli;11llcb su richtea 10 Herr» M•* Wallilelaer ChaHtlMnif, RtHhtellni«f. M. 2.- Vizewachtmeister Gustav Levy dankt Marie Renate Klauber, Forbach . .. Leo K a m i n s k i, z. Z. Belle ile cn mer, Frankreich (Le Palais), grüßt liebe Freunde und Bekannte und dankt auf diesem Wege f. Nachrichten aus d. Heimat, da es ihm nicht möglich ist, zu schreiben. Hocliz. Frankenberg v. Lotte Löbenstein u. Georg G o I d s t c i n , Hannover Gewinn Dr, Manfred Hcrzfeld; Ellen Meyer kond. Carl S c 111 c i ß n e r, dieselbe graf. Sanitätsunteroffizier Rudolf Herzberg z. Geburtstage je --,50. Farn. B. K o c h 111 a n n , Kattowitz, grat. Herrn. Preu ß 11, Alfred Roscnthal z, Geburt ihrer Töchter 1,—, Martin Kochmann grat. Martin Wolkowski z. Vermählung —,50 . Frau Preu i) 11. Tochter, Kattowitz, grat. z, Hochzeit Wolkowski. Hedvyig L e v i n g c r, München, statt Blumen f. Frau Dr. O o i t c i n. Vizewachttncister Gustav Levy grüßt alle s. zionistischen Freunde u. bittet gclegentl. um Nachrichten.. Moses u.!da Marx kond. Leo Herrmann . * Walter Da n z i g c r als Dank f. d. Chanukahpaket d. Z. V. f. D.3, Hugo F i s c 111, Cassel, kond. s. Bbr. Leo Hcrrmann 1,—, u. grat. s. Bbr. Hugo Herrmann 1,—.2, L. Spot heim, Bochum, Thoraspende . 1, D, Vorstand d. zion. Frauengruppe Leipzig kond. d. 2. Vorsitzenden Frau Rosa Kutinreich z. schweren Verlust ihres ältesten Sohnes Durch Frau Birsen, Leipzig: stud. ing. Dubinsky.. . . . . Frau Johanna Birsen freut sich, in Leipzig bleiben zu können. Dr. Martin Rosenblüth grat. Dr. Hugo Herrmann und kond. Dr. M. Ascher Fam. S. Rosenblüth grat. Dr. Peltesohn u. Frau u. Alfred Peltesohn u, Frau Ueberschuß d. Hilfsmarken-Verkaufs Schönsce . Fam. Schneemann, Josefsdorf, gr Apotheker Roscnthal u. Frau z. Oeb! d. Tochter .... 2>— 1,- 1,50 1,50 -,50 2,- 2,- 3,- aus 4rat. Oeburt 3,- 1,- 1,- 2,- 1,- 1,04

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