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Jüdische Rundschau · 1914-10-23 · Heft 43 (23.10.1914) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 43 (23.10.1914)
Date
1914-10-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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allen unseren Kräften, werden wir unserem Ziele niilicr kommen. Helfe ein jeder an seinem T e i I e I Hilfskomitee der Zionistischen V e r - c i 11 i g u n g für Deutschland. Berlin W. 15, Sächsische Str. 8. * Kleidungsstücke werden auf Wunsch von uns abgeholt. (icldspeiulcn an Herrn Max Wollstcincr, Roscher Str. 5. TURNEN und SPORT Ein Aufruf der Jüdischen Turnerschaft Der Ausschuß der Jüdischen Turner* schuft bittet uns um Veröffentlichung des folgcmlen Aufrufs: Sendet unseren Turnern Liebesgaben! Aus den Reihen unserer strammen jüdischen Turncr stellt naturgemäß ein ganz erheblicher Prozentsatz unter den Palmen. Sind doch die vom Krieger vorlangten Tugenden gerade die Vorzüge, die das Er* zicliungsprogrnmm der Jüdischen Turnerschaft bc* dingen, üpfcrwilligkeit, Mannesmut, Disziplin, die wir bei manchem frohen Turnfest zeigten, sie dienen jetzt ernstem, kriegerischem Ziel. Unsere Turner boten Euch in mancher frohen Stunde den erhebenden Anblick einer kraftvoll wer* dcuden jüdischen Jugend, sic haben Euch in Feier* stunden den (Hauben an unsere Zukunft geschenkt. Zeigt Euch dankbar 1 Eine Ehrenpflicht ist cs, den jüdischen Turnern im Felde durch Liebesgaben den schweren Dienst, den Verwundeten die Schmerzen zu erleichtern. Damit unsere Prächtjmigcns sehen, daß die jüdische Ocffcnt* lichkeit in Liehe ihrer gedenkt und gern die Gelegen* heit sucht, einen Teil ihrer Dankesschuld abzutragen. Die Jüdische Turnerschaft hat den regelmäßigen Versand von Liebesgaben an ihre Mitglieder organi* siert, doch ist sic aus sich selbst heraus außerstande, den Ansprüchen auch nur jm geringsten zu genügen. Es bedarf wohl nur dieses Hinweises, um Gaben aller Art (Wollsachcn, Lebensmittel, Zigarren usw.) reichlich fließen zu lassen. Wir wissen, daß Ihr gebt, gebt schnell! Alle Spenden sind zu adressieren an das Bureau der Jüdischen Turncrsc'haft, Berlin W. 15, Bleibtrcustr. 25. Eingeschriebene und Geldsendungen an Henry Unna, Berlin W. 50, Taucntzienstr. 11, Postscheckkonto Berlin 19017. Heber die Spenden wird 111 der ״Jüdischen Rundschau“ öffentlich quittiert. Ausschuß d. Jüdischen Turncrschaft. Unna. ZIONISTISCHE BEWEGUNG Mitteilungen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Nochmals bitten wir alle Gesinnungsgenossen, uns die Adressen im Felde stehender Freunde mit* zuteilen. Wir haben zahlreiche Feldpostbriefe er* halten, in denen uns Gesinnungsgenossen, denen wir die ״Jüdische Rundschau“ ins Feld nnchscnden, aufs herzlichste danken und versichern, mit welch großer Freude sie alle zionistischen Nachrichten empfangen. Zionistische Vereinigung für D eu t s cli 1 an d. * ״Der Krieg lind die Juden“ Herr Dr. Heinrich Locwc spricht am Mittwoch, den 28. d. M., über ״Der Krieg und die Ju* de n“ im Hackeschen Hof, Rosentlialcr Str. •10, 9 Uhr abends. Der Vortrag wird veranstaltet vom Ortsausschuß Berlin der Jüdischen Turncrschaft. Gäste sind herzlich willkommen. Der Ortsausschuß gedenkt in der nächsten Zeit noch weitere Vorträge zu veranstalten und wird davon in der ״Jüdischen Rundschau“ immer Kenntnis geben. Nachrichten Von den Juden im österreichischen Heer Julius Reif, der für seinen 1 leidemmil im Kampfe gegen die Russen mit der goldenen Tapferkeilsmednilie ausgezeichnet wurde, der vom Infanteristen im 31. Landwehr-Infanterieregiment in wenigen Tagen zum Feldwebel avancierte und schon zum Offizier vorgeschlagcn war, ist nun gefallen. Mit tiefer Teilnahme hat man von dem Tode dieses jüdischen Soldaten gehört, du• durch :iu.iui Heldenmut die Aufmerksamkeit ganz Ovmeudciis auf sich gezogen hat. Aus der Reihe tmscrer Gcslnuungsgcno:seit wird Dr. Bruno Lü w 11 er, aller Herr des Vereins Bar Kucliba (Prag), Einjahrig-Freiwilliger beim 2. Tiroler Landcssdiützcn-Regimciit, seit dem 25. August vermißt. x> Berlin. Das Eiserne Kreuz haben noch fol* geude Gesinnungsgenossen erhalten: Unterarzt 3r. Barth, Berlin, Solu! des Geh. Rcgicrimgsrats Prof. Dr. Jakob Barth; Stabsarzt Dr. Jacob so 1111 (V. J. St.), Mitglied der Zionistischen Ortsgruppe Erfurt; Unteroffizier der Reserve Dr. Arthur Kn uff mann (K. J. V.), Frankfurt n. M.; Dr. med, Karl F renk e 1, Mitglied der Zionistischen Ortsgruppe Frankfurt a. M. Halhcrstndt. Der Vorsitzende der Zionistischen Ortsgruppe Halle a. Saale, Bankier Emst Joseph* Halle, Unteroffizier der Reserve, ist durch die Ver* Icihuug des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet worden. Berlin. Das Eiserne Kreuz hat erhalten der Redaktcur der ״Freistatt“, Fritz Mordechai Kaufm a n :1. Berlin. Wie uns mitgeteilt wird, wurden noch folgende Gesinnungsgenossen im Felde verwundet: Rcferendar Adolf Becher, Wongrowitz (Mitglied des K. J. V.); Dr. Oskar Treidel, Haifa (Mitglied des K. J.V.); Max Hurwitz, München (Mitglied des K. J. V,). Ferner werden die Gesinnungsgenossen Julius Hirsch, Berlin, und Erich No th 111 an 11, Bcuthcn, vermißt. Berlin. Nachdem von unseren Gg. die Herren Dr. Emil Lcvy und Dr, Arthur Levy als Feld- Prediger zur Armee abgegaugen sind, ist unser Gg. Dr. Martin Joseph als Lazarettprediger nach S p a 11 d a u abkommandiert worden. Wegen seiner Fertigkeit im Jiddischen ist ihm auch die Seelsorge der russischen Soldaten in Spandau übertragen worden. Er leistet dort zugleich als Dolmetscher Dienste. Berlin. In den verschiedenen Gefangenenlagern, in denen russische Soldaten untergebracht sind, wurden durch das Entgegenkommen der Militärverwaltung an den Jamim moraim Gottesdienste für die jüdischen Gefangenen abgehalten, Die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums hatte entsprechende Anweisungen bei den oberen Kommaiidostellen erwirkt und Gebetbücher und Schofaroth zur Verfügung gestellt. Nach diesen Vorbereitungen hedurfte es in den einzelnen Ln״cm nur einer Anrcgiing, um die Genehmigung für den Gottesdienst zu erwirken, der sieh in sämtlichen Gefangenenlagern überaus eindrucksvoll und wahrhaft erhebend gestaltcle. Die ״Russen“, die Rußland stets als Fremde behandelt hat, wurden wieder als das behandelt, was sic sind: als Juden. Sie wurden von den (ihrigen russischen Gefangenen isoliert und konnten so ungc* stört von der Feindschaft ihrer ״Kameraden“ mit ihrem.Maggid und ihrem Chasan die Gamiin nornim begehen. Auch nachher wurde die Isolierung aufrecht erhalten, und dadurch wurde den jüdischen Kriegsgefangenen die Härte ihres Loses wesentlich gcmildert. Lübeck. Nachdem bekannt geworden war, daß sich unter den hier gelangenen, verwundeten russisehen Soldaten auch einige jüdische befanden, setzte sich iierr Rabbiner Dr. K a 11 ׳ e b a c 11 sofort mit den zuständigen Behörden, dem Kommandanten Herrn Oberst von Kühn heim und dem Stabsarzt Herrn Physikus Dr. Riedel, in Verbindung, um fiir die betr. Gefangenen rituelle Beköstigung zu erwirken. In h e r c i t w 111 i g s t e r W e i s c kam die Behörde den Wünschen entgegen. Die in Betracht kommenden russischen Soldaten wurden in einem Zimmer eines Lazarettes interniert und es wird nun dort (einem Restaurant) für sie koscher gekocht. Eine hiesige junge Dame hat die Aufsicht übernommen; die Kosten trägt die Gemeinde, Zu einem Minjan au den Feiertagen genügte die Zahl der Gefangenen nicht. Es wurde ihnen aber am Rosch-Haselianoli im Lazarett Schofar geblasen, und am Stikkoth Luhnv und Esrog zur Vertilgung gestellt. Da die Behörde auch gestattete, daß ihnen Tefillin und Tcfiloth gebracht wurden, ist für alle religiösen Wünsche der Gcfangenen aufs beste gesorgt. Sosnowice. In Sosnowice haben die Zionisten bald nach Ausbruch des Krieges die Initiative zu einer Hilfsaktion ergriffen, die für die arme jüdische Bevölkerung eiiigeleiiet wurde und die Unterstützung} weiter Kreise fand. Es wurde zunächst ein jüdi sch es Volkstedt aus eröffnet, wo jüdische Hilfsbedürftige zweimal täglich Brot und Tee unentgcltlich erhalten. Etwa 700 Gratisportionen werden täglich ausgegeben, und die gleiche Zahl gegen einen Minimalpreis, Berlin. In der letzten Zeit wurde wieder mit Recht betont, daß die wichtigste zionistische Arbeit für den einzelnen Zionisten jetzt seine eigene persön* liehe Fortbildung, vor allem die Erlernung der hehriiischcn Sprache, ist, Uni dieses Ziel zu ermöglichen, haben sich alle in Berlin ansässigen Palästinenser zur Erteilung von hebräischem Unterricht, auch gratis oder im Austausch gegen Deutsch oder andere Sprachen, bereit erklärt. Der Unterricht kann sowohl als Einzelunterricht als auch in Kursen stattfinden. Auskunft und Anmeldungen bei stud. pliil. Naaman Bc rm an 11, Charlotteiiburg, Leonhardtstr. 18, bei Jäger. Sprechstunde von 6—8 Uhr abends. Berlin. Lehranstalt für die Wissensehaft des Judentums, Berlin N״ Artillerie- Straße 14. V o r I e s 1111 g s - V e r z e i c 11 n i s für Wintersemester 1911/15. Herr l>r. Bauet 11 wird lesen: 1. Talmud bab, Kcthubboth Vlll 6 Std.; 2. Jore De',1 ד til. Schciiita 2 Std.; 3. Eben ha'ezcr Hil, Gitin 1 Std.; 4. Misch ne Tora, 12. Buch 1 Std. - Herr Dr. Elbogen wird lesen: 1. Pentateuch mit alten Kommentaren 2 Std.; 2. Literatur- und Kulturgcschiehte der Juden in Deutschland, 1. Teil, 2 Std.; 3. Bcreschit rabbn (i. V, Dr. Bacck) 1 Std.; j, Bibel kursorisch, für alle Hörer (i. V. Dr. Yahuda) 2 Std, — Herr Dr. Tii übler wird lesen: 1. Einführung in das Studium der jüdischen Geschichte 2 Std,; 2, Uebungen zur Geschichte des Königs Hiskia und Josia 2 Std. — Herr l)r. Freund wird lesen: 1. Geschichte des Staatskirchenrechts der Juden in Deutschland 2 Std, ־- Herr Dr. 11 och fehl wird lesen: Methodik des Unterrichts in der biblischen Geschichte 2 Std, -- Das Mitglied des Kuratoriums, Herr Geheimer Regicrungsrat Professor Dr. Hermann Cohen wird lesen: 1, Die Philosophie Kants und ihre Bedeutung für die deutsche Kultur 1 Std.; 2. Uebung im Anschluß an die Vorlesung 1 Std,; 3, Uebungen über Maiinonidcs (Fortsetzung) 2 Std.; 4. Uebungen über die logischen Grundlagen bei den jüdischen Philosophen des Mittelalters 1 Std. Präparandic: Dr. Grüntlial: 1. Grammatik 4 Stil, (für Präparandcn); 2. Bibel 4 Std. (für Präparanden); 3. Repetition der Grammatik für Hörer 2 Std. — Dr. Ro sent 11 al: 1. Talmud für Hörer 4 Std.; 2. Misclina für Hörer 2 Std.; 3. Talmud (Vorbereitung für Bnneth) 4 Std,; 4. Jore De’a Hil, Sciiehita (Vorbereitung f. Banctli) 2 Std. -- Dr. Bar0 1: 1. Bibel-Kommentare 2 Std. (für Präparat!• den); 2. Gebetbuch 2 Std. — Alle Vorlesungen und Uebungen sind unentgeltlich. Die Eröffnung des Wintersemesters erfolgt Donnerstag, den 22. Oktober, 12 Uhr mittags. Näheres ist im Sekretariat zu erfahren. Als Zuhörer fiir die Vorlesungen sind in erster Linie rite immatrikulierte Studierende der hiesigen Universität —- und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können auf Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen teilnelimen. Die Anmeldung erfolgt bei dem derzeitigen Vorsitzenden des Lclircr-Kollcgiuins, Herrn Dr. Täublcr, am Donnerstag, den 22. Oktober, 12 Uhr, Montag, den 26. Oktober, und Donnerstag, den 29. Oktober, 9 10 Uhr, im Sprechzimmer der Lehranstalt. Außerdem ist Herr Dr. Täublcr stets nach seinen Vorlesungen zu sprechen. * Druckte 111er -Berichtigung: In dem Artikcl ״Reichstreue und Volkstreue“ von Ludwig Strauß in voriger Nummer ist der erste Satz des vierten Absatzes durch einen Druckfehler entstellt worden. Es muß statt ״Zukunft“ ״Herkunft" heißen. Wir werden um Aufnahme des folgenden Aufru f s gebeten: Jüdische Soldaten, von treuer Liebe zum Vaterlande beseelt, sieben im Felde, liegen in den Lazaretten. Wir wollen ihnen eine Freude bereiten. Man weiß, was gute Lektüre dem Kriegsteilnehmer, zumal dem verwundeten, bedeutet. Unsere Literatur birgt einen Schatz herzerquickender Schriften. So richten wir denn an unsere Glaubensgenossen im ganzen Reiche die Bitte, jüdische Bücher ernsten sowie heiteren Inhalts an die Bibliothek der jüdischen Gemcimlc Berlin, N. 21, Oranienburger Str. 28, zu übersenden. Einer Vereinbarung gemäß werden die eingesandten Bücher, sofern sic dem Zweck entsprechen, an die König!. Bibliothek zu Berlin weitergegeben mul von dieser in die von ihr aus nach allen Teilen des Reiches und der okkupierten Gebiete zur Ver- Sendung gelangenden Feld- und Lazarettbibiiotheken cingereiht. Mit vielem Dank werden jedoch nicht nur Schriften jüdischen, sondern auch nilgemeineti Inhalts von uns an die König!. Bibliothek weitergegeben werden. Die Bücher können gebunden oder broschiert sein. Es werden Gebet-, Erbaimngsbiicher, Schriften oder Predigtliteratur gern entgegengenoinmen werden, vor allem aber Werke der Erziililungslitcratur, von denen wir ja eine so reiche Fülle besitzen. Für freundliche Spender aus Groß-Berlin sei hemerkt, daß der Portier des Hauses Oranienburger Straße 29 angewiesen ist, außerhalb der Bibliothek■;- stunden eingehende Sendungen in Empfang zu liehmen. Auf Wunsch werden die zur Verfügung gestellten Bücher innerhalb unserer Gemeinde abgeholt werden. Gell. Regierungsrat Professor Dr, Ludwig Geiger. Dr. Max G i 11 s b e r g. Benas Lev y. Jüdische Gemeinde, Berlin (Gottesdienst) Freitag, 23. Oktober, abends: in allen Synagogeu 5 Uhr. Predigten; Neue Synagoge: Rabb, Dr. Weiße; Synagoge Lützowstr,: Rabb. Dr. Hochfein. S o n!1 a b e 11 d, 21. Oktober, vormittags: in der Alten Synagoge 8'4 Uhr, in der Kaiscrstr.* Rykestr.-Syiingoge 9 Uhr, in der Neuen, Linden- Straße-, Lützowstr.-, Fasanenstr.- und Levetzowstraße-Syiiagogc: F r ü h g o 11 e s d i c n 81: 7»/s Uhr, Haupt gottesdien st: 10 Uhr.

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