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Jüdische Rundschau · 1914-09-18 · Heft 38 (18.9.1914) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 38 (18.9.1914)
Date
1914-09-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 38 Seite 369 Das deutsche und österreicliische Heereskomniaudo an die Juden Polens Wie wir bereits in Nr. 3(! der ״Jüdischen Rundschau“ bericiitet haben, ist von der Oberleitung der in Russisch ■ Polen operierenden Armee eine Proklamation in hebräischer und jiddischer Sprache an die dortige jüdische Bevüikerung erlassen worden. Wir bringen hier den hebräischen Text dieses von dem Oberkoinmando der vereinigten Heere Deutschlands und Oestcrrcich-Ungar ns Unterzeichneten Aufrufs. אל היהודים בפוליי 1 מחנות הצבא נאררי־־הנצחון אשר לממלכות כרית אירופה התיכונה, גרמניה ואוסטריה אוננריה, כאו בגבול פולין. העריצות הדוסית מהרה לנוס ולהטלט על נסשה מפני השתערות חיילותינו, אשר איש לא יתיצב לפניהם. רגלינו נושאים אליכם משפט וחופש: שווי־תניות־־אזרח נטור, חופש הדת והמסורת, חירות ודרור של יצירה ועבודה בכל מקצעות הכלכלה והתיבות, ברוחכם. הרבה יותר מרי נאנקתס תחת סכלות עול הנחל של מוסקבה, והנה אנו נאים אליכם כידידים. נשברה ממימרת הזרים האכזריה. תקופה חדשה תפתח לפולין, בכל כחנו בשיש מבטח, והיינו למעוז לגאולת כל יושבי הארץ. שוויייזניות היהודים עוטר להוסד על יסודות חזקים. אל תתנו להשלות אח נפשכם על ידי הבטחות דמיה, כאשר ,קיקם זה פעמים רבות! גם בשנת 1905 הנטיחנם הצאר לתת לכם שווי זכיות. איך הקים את וברו, אשר סרסם בכל תקף בתור פתגם מלכות? זכרו את הגירושים הנוראים ואת הגליות של המוני אחינם! זכרו את קישינוב, את הומיל, את ביליסטוק, את שדלץ, ועוד םוגוומייךמים לטאות! זכרו את משפט בייליס ואת היגיעות החוזרות ובאות מנועם הממשלה להחזיק בקרב העם את עלילת הדם הנתענה! ככה שטר הצאר את הבטחתו בכל תקף, שהבטיח בשעת דחקו. גם הפעם הגיעה לו שעת הרחק! זאת היא סבת הבטחותיו. חובתכם הקדושה היא עתה, להתאמץ בכל בחנם לחזק את דבר השחרור. כל כחות העם: צעיריכם, קהלותיכם, חביותינם, חינים להתייצב יחד כאיש אחד לעזרת הענין הקדוש. פנו, בלב טלא בטחון, אל מצביאי חילנו הקרובים וסמוכים אליכם! כעד כל סחורה שתוספק, ישולם מבין ותקילין. סלו סלי את הדרך, להכריע כלה אח האויב, ולהביא את החופש ואת הצדק מצחין גמור 1 ההנהגה העליונה של צבאות גרמניה ואוסטריה־אוננריה המאוחדים. ZIONISTISCHE BEWEGUNG Berlin. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hatte für Dienstag, den 15. Septemher, ins Cafe Austria eine Sitzung einberufen, zu der an eine Reihe von Gesinnungsgenossen Einladungen ergangen waren. Die Geladenen waren fast ausnahmslos erschienen. Herr Dr. Hantke leitete die Versammlung. Herr Kurt Blumenfeld war der Referent des Abends. In der Diskussion sprachen die Herren San.-Rat Dr, Lewy, Dr. Täubler, Dr. Alfred Schwarz, Dr. Martin Buber, Dr. Israel Auerbach, Richard Lichtheim und Dr. Hantke. Der Referent hatte das Schlußwort. Der Erfolg dieses Abends war überaus befriedigend. Die zur Diskussion stehenden Fragen wurden in hervorragender und gründlicher Weise besprochen. Alle Versammlungsteilnehmer fühlten, daß die Arbeit der zionistischen Organisation mit Energie' weitergeführt wird und daß die leitenden Kreise der Bewegung erfüllt von dem Gefühl der großen Verantwortung, die heute auf ihnen ruht, auf allen Gebieten das zu leisten bemüht sind, was der politische Zionismus mit Recht von ihnen fordert. In den letzten Wochen haben zahlreiche wichtige Sitzungen des Actions-Comites und des — IGGI»^ KUH DSC HAU (ieschiiftsfiiliremleii Ausschusses derZionistischen Vereinigung Hi!• i ieutsehlniid Ktnttgdtmdcn. Berlin. Wir haben die Mitteilung erhalten, daß ijnser (1e;;i11111111gsj;e110sse Georg Moses, Berlin, Mitglied des jüdischen Turnvereins Bar Kocliha, gefallen ist. Von verwundeten Gesinnungsgenossen sind uns folgende Namen bekannt geworden: Dr. Moses Sni oi ra (K. I. V.), Königsberg; Dr. Hermanu Badt, Breslau; Rechtsanwalt Manneborg (K. I.V.), Oppeln; Referendar Katzenstein; Dr. Walter Weigert, Hamburg; Dr. Albert Strauß, Solingen; Israel 1. Pinczow c r, Ratibor; Dr. Joseph Roscnbcr g. Dr. Alexander Haus m a n 11, Lemberg, Mitglied des Zentralkomitees der zionistischen Organisation und früheres Mitglied des Großen Actions- Comites, war leicht verwundet, ist aber inzwischen wieder zur Front zurückgckehrt. * Vom Jüd lachen Nationalfonds Mitteilungen der Zentrale für Deutschland Glückw11r13el1nMGn?j«2crt zurr» Besten des Jüdischen Nationclfonds Die deutsche Laudessainmdstclle des Jüdischen Nationnlfoiids hat a,!1 ihre Vertrauensleute folgendes Rundschreiben versandt: 1 Berlin, 8. September 1914. A11 die Vertrauensleute des Jüdischen Nationalfondsl Solange der Jüdische Nationalfonds bestellt, haben unsere Freunde ihre Glückwünsche zum neuen Jahr durch Zuwendungen an ihn abgelöst. Gewiß ist es in diesem Jahr schwieriger, eine solche Aktion durch- Zufuhren, Immerhin rechnen wir darauf, daß sich unsere Gesinnungsgenossen diese Gelegenheit, unseres Nationalfonds zu gedenken, nicht entgehen lassen werden. Dem Nationalfonds fällt die wichtige Aufgabe zu, trotz aller äußcren Schwierigkeiten unser Kolonisationswerk in Palästina aufrecht zu erhalten, Wir müssen alle Kräfte anstrengen, um dem Fonds die Mittel hierfür zu verschaffen, d a die Früchte unserer mühevollen Arbeit gefährdet sind, wenn es uns nicht gcliugt, neben unseren vaterländischen Aufgaben, die, uns allen in dieser Zeit erwachsen, unseren Verpflichtungen gegen Palästina nachzuk o m m e 11. Der erste Ausweis der Ablösungsspcndcn erfolgt in Nummer 38 der ״Jüdischen Rundschau", die am 18. September erscheint. Falls einige unserer Freunde an Ihrem Platze die Zusendung der ״Jüdischen Rundschau“, die dia Spendenlisten enthalten, an verschiedene Adressen wünschen, so bitten wir Sic, darauf aufmerksam zu machen, daß für jede Nummer ein Betrag von 10 Pfennig für die entstehenden Kosten mitzusenden sind. Wir hoffen, über das Ergebnis Ihrer Sammlung recht bald zu hören und verbleiben mit hochaehtungsvoliem Zionsgruß Jüdischer Nationalfonds, Zentrale für Deutschland. Frankenstein. * Propaganda für unser Hilfswerk Die deutsche Landessammelstelle’des J.N. F. hat ferner unter dem 10, September folgendes Rundschreiben versandt: An die Vertrauensleute des J üdischen Nationalfondsl Wie Sie aus dem beiliegenden Aufruf ersehen, haben wir nunmehr beschlossen, die von uns unternominelle Hilfsaktion für die zahlreichen in Deutschkuul befindlichen Flüchtlinge aus aller Herren Ländern und für in Not geratene Parteigenossen mit dem Hilfswerk des J. N. F, 7.1t vereinigen. Wir gehen hierbei von der Voraussetzung aus, daß es unseren Freunden erwünschter sein wird, für eine solche Sammlung tätig zu sein, die allen an uns ge:,leihen Anforderungen gerecht wird. Ein Teil des Ertrages soll allgemeinen vaterländischen Zwecken zugute kommen, an denen wir selbstverständlich nicht vortihergelien wollen, Ferner soll sich uns die Möglichkeit luden, in solchen!־killen helfend eingieifcsi zu können, die von anderen Organisationen, auch von Staat und Stadt, nicht bcriicksichtigt werden können. Es handelt sich hier, abgesehen von den auf der Durchreise beiimlliclien aus- Ländischen Juden, die Deutschland während des Krieges nicht verlassen können, auch um solche, die seit vielen Jahren hier ansässig sind und durch die äugenbiicküche Lage in große wirtschaftliche Not geraten sind. Eine überaus große Anzahl ausländischer Juden, mich Oesterreich er u n 11 Ungarn, sind arbeitslos mul befinden sieh in weil schlechterer .Situation als die einheimischen Juden, da nie jcl/t keine Arbeit erhalten und die Wohltaten der Aibeilshiseii-Uiiierstüt/img nicht geniellen. Es gehen uns auch täglich eine g a n z e Anzahl Un terstütz u 11 g s g c s 11 c h e a u s unseren ei g e 11 e 11 R c i 11 u n z u , die uns beweisen, wie notwendig ein möglichst großer Untersliit/iingsfoiids ist. Bei einer planmäßigen, euergischen Tätigkeit wird es uns gelingen, einen großen Betrag zusammen/uhringen. Als Beispiel hierfür heben wir Köln hervor, wo sich für den Verkauf der Hilfsmarken über 100 junge Mädchen zur Verfügung gestellt haben und in zwei Wochen über 3000 M, abliefern konnten. Wir sind der Meinung, daß Sie für eine so allgemein gehaltene Sammlung Spenden aus allen jüdischen Kreisen Ihres Bezirkes erhalten werden. Die Hauptsache bleibt, daß Sie für den Verkauf der Marken sofort eine möglichst große Anzahl Helferinnen und I ielier lieranziehcn werden. Jeder von diesen soll dann in seinem Kreise für den Verkauf eifrig tätig sein. Wir fügen diesem Schreiben ein Quittungsbuch bei. Diese Quittungen sind für Spenden von 1 M. an bestimmt. In Berlin lassen wir bekannte jüdische Persönlichkeilen nicht von jungen Mädchen, sondern von verheirateten ücsinmmgsgcnossiiiiicn besuchen, die irgendwelche persönlichen Beziehungen mit den Aufzusuchcnden unterhalten, da dann erfahrungsgemäß! größere Spenden zu erzielen sind. Wir erwarten umgehend von Ihnen Nachrichten, in welcher Weise Sie dort die Sammlung organisieren werden und bitten Sie, uns anzugeben, wieviel QuitUingsbüchcr Sic wünschen und ob wir ihnen jetzt schon eine weitere Anzahl Markcnhcftc senden sollen. Mit hochaehtungsvoliem Zionsgruß Jüdischer Nationalfonds, Zentrale für Deutschland. * Für Mitteilungen über den Verbleib von Frau Pere Seiber aus Petersburg und Frau Ralicl Goldberg aus Wilna, beide vor einigen Wochen in Kissingen, wären wir sehr dankbar. Zionistisches Zentralbureau, Berlin W. 15, Sächsische Str. 8. * Hilfsaktion der holländischen Zionisten Die zionistische Organisation in Amsterdam hat ein Hilfskomitee gegründet, um allen vertriebenen und verwundeten Juden die nach Holland kommen, beizustchcn. Eine Abordnung der Zionisteni ist jedesmal am BahnhoJ, so oft ein Zug cinliiuft und nimmt alle Juden, welche der Hilfe oder der Füllrung bedürfen, unter ihren Schutz. * Sitzung des Exekutivkomitees der amerikanischen Zionisten Eine Versammlung des Exekutivkomitees der Federation of American Zionists wurde am 13. August in den Räumen des Orders Sons of Zion, 142 Henrystreet, New׳ York, abgclialten. Herr Dr. Schmarja Levin, Mitglied des Engeren Actions-ComiRs, war als Gast erschienen. In Anbetracht des europäischen Krieges wurden! verschiedene Pläne erwogen, um den Stillstand der Propagandatätigkeit in Europa durch eine gesteigerte! zionistische Werbearbeit in den Vereinigten Staaten einigermaßen zu kompensieren und. um hier der zionistischen Arbeit bestimmte Formen zu geben, ln kurzem wird eine Konferenz der führenden zionistisehen Persönlichkeiten stattfinden, wo diese Vorschlüge näher erörtert werden sollen. Unter anderem wurde־ die Förderung der Jugend,- Organisation ״fung-Juda“ beschlossen, welche ge* maß dem Beschluß der Convention in Rochester eine Unterabteilung der Federation werden soll. Ferner wurden Vorkehrungen getroffen, damit ein, englischer Propagandaredner eine Tournee durch ein« Anzahl wichtiger Städte unternimmt. Im Anschluß hieran soll ein bekannter jiddischer Redner gleichfalls eine größere Tournee durch die Vereinigten Staaten unternehmen. Nachrichten Der R e i c 11 s verein der Deutschen J u d c 11 hat sich an das K ü n i gl. Pfc u ü I s ch e St a a t s 111 i n I s t c 1׳ i u in mit dem Ersuchen gewandt, den jüdischen unmittelbaren und mittelbaren Staatsbeamten und Anwärtern, ebenso wie den Hilfsarbeitern und vorübergehend beschäftigten Hilfskräften, durch Dispensation vom Dienst die Möglichkeit zur Teilnahme am Gottesdienst an den hohen Feiertagen zu geben. Er hat sich weiter mit einer Eingabe an die Militärbehörde gewandt, soweit es die militärischen Operationen zulassen, gestatten zu wollen, daß

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