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Jüdische Rundschau · 1914-08-14 · Heft 33 (14.8.1914) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 33 (14.8.1914)
Date
1914-08-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 33 E-3UND5CHAU Seile 347 Verwundeten. Ferner handele es sich um eine plan- I volle wirtschaftliche Unterstützung der zurückgihliebcncn Frauen und Kinder, deren Ernährer zu den Fahnen einberufen sind. Die Pflicht eines jeden sm es, cin/utretcn, wo er könne, um mitzuhelfen, in di 11׳ heiligen Kampfe den Sieg herbeizuführen. Nach di. ser mit begeistertem Beifall angenommenen An- SjH.ichc ließen sich viele Damen und Herren in die .V klebogcn cinzeichnen. Jeder wird von dem leitend! .1 Komitee den seinem Können und seinen Fähig- 1• Uten entsprechenden Platz, angewiesen erhalten. Weitere Meldungen nehmen die Vorstände der oben-;111,Hinten Vereine entgegen. Berlin. Das I s r a c I i t i s c h e K r a n k c 1111 e i m der Chcwoa Kadischah der Israelitischen Synagogen- , 1 meindc (Ad,di Jisroel) zu Berlin, Elsässer Str. 95, 11.* dem Kriegsminislerium - unbeschadet der Fortfiammg seines bisherigen Betriebes — 25 Betten zur;\ 11 f na 11111 e von V e r w u 11 d e t e 11 zur Verfügung ן stellt. Ferner hat das Krankenheim einen Santariterkursus für Frauen und junge Mädchen ein-!־!richtet, für den Anmeldungen in so reicher Zaid emgegangen sind, daß bereits fünf Abteilungen ein- י;! richtet werden mußten. Berlin. Die Lehranstalt fürdieWisscn« -!11a ft des Judentums, Artilleriestr. 1t, hat ׳nre sämtlichen Räume zur Einrichtung eines Kinderheims der ins Feld gezogenen Krieger dem Magistrat :md dem nationalen Frauendienst zur Verfügung gestellt. Es dürften dort etwa 300 Kinder Unterkunft finden, für die in jeder Weise gesorgt werden soll. Berlin. Die jüdische Gemeinde Berlin hat ihr altes Krankenhaus in der Auguststr, H/16 zur Aufnahme von Verwundeten zur Verfügung gestellt und läßt es nun zur Aufnahme herridtten, Berlin. Der Verein ״Zur Bekleidung armer jüdischer Kinder“ erklärt sich zur Annähme von Kleidungsstücken jeglicher Größe und jegheiter Art (auch getragener) bereit, um das durch den Krieg hervorgerufene Elend ohne Unterschied des Alters und der Religion lindern, zu können. Annahmestelle: das Bureau des Vereins zur Bekleidüng armer jüdischer Kinder, Bülowstr. 105, Gartenhaus; Telephon: Lützow!■!12׳. Berlin. Der Vorstand des ״Jüdischen Genesungsheims Berlin“ zu Lehnitz bei Oranienburg an der N'ordbalin hat seine Anstalt mit 63 Betten und allen Ncbcnräumcn zur freien Verfügung des Roten Kreuzes gestellt. Berlin. Der Deutsch •israelitische Gemeindebund in Berlin hat im Einvernehmen mit dem Verein ״Jüdische Arbcitcrkolonic in Weißensee hei Berlin'* das ihm gehörige Grundstück in Weißensec. Wort (ist raßc 20, mit 90 Betten dem Roten Kreuz zur Verfügung gestellt. Frankfurt a. M. Der Verein für j ü 11. Kr a 11 ke nn (leger in neu hat in seinem neuen Schwesterniiaus ein vollständig eingerichtetes Reserve-Lazarett mit Acrzten, Schwestern, Hilfspersonal und eigener Küche zur Verfügung gestellt, im Bedarfsfall werden auf dem Gelände noch zwei Baracken errichtet. Zur Unterstützung der Schwestern hat sich eine Anzahl Damen als freiwillige Helferinnen gemeldet, die sich einem sofort beginnenden Ausbikfungskursus unterziehen. Frühere Schwestern des Vereins, die wegen Verheiratung oder aus sonstigen Gründen ausgetreten waren, haben sich der Vercinslcitung zur Verfügung gestellt und tragen wieder das Schwesternkleid. Für die Feldlazarette ist ein erstes Aufgebot von sechs Schwester» dem Roten Kreuz angeboten. Ein weiteres größeres Aufgebot kann folgen sobald die für die Spitaler erforderlichen Hilfskräfte ausgebildet sind. Offenbach. Die Israelitische Gemeinde hat ihre neue Synagoge, die im Rohbau fcrtiggestcllt ist, dem Roten Kreuz für die Dauer des Krieges für Lazarettzwccke zur Verfügung gestellt. München. Die Israelitische Gemeinde hat als erste Gabe für das Rote Kreuz 3000 Mark gespendet. Köln. Die Führerschaft des J ü d i s c 11 e 11 W a n - d c r h u 11 d c s B1 a u W e i ß richtet folgenden Aufruf an ihre Wanderer und Wanderinnen: Das Vaterland ruft seine Söhne zu den Waffen. Freudig folgen wir sein••m Rufe, Zahlreiche Führer und auch manche unserer Wanderer werden ins Feld zielten. Aber auch ihr, die ihr zu jung seid, das Schwert zu führen, habt Kräfte, die ihr rühren müßt. Heilige Pflicht ist es, jede, auch die geringste Kraft, in JUEDJSC den Dienst des großen Ganzen zu steilen. Die Ernte steht auf den Feldern und h; rri des Schnitters. Zahl• reiche Woi1lfahrisei1irirl1t11n׳,׳cn suchen tätige Mitarbeiier. I) a ist jene Inlfreidi( llroitl willkommen. Wir erwarten, daß ihr alle euere Pflicht tut. Breslau. (Aus einem Privatbrief,) Fs ist erfreulieh, zu sehen, wie hier die jungen Gesimuuigsgenossen, die bisher am eifrigsten für unsere Sache gearbeitet haben, jetzt auch am eifrigsten patriotisch wirken — wo sic Gelegenheit finden. Nach dem Frieden wird unsere Friedens,irbcit um so schöner gedeihen! Wien, li I a u - W e i ß. Im Anschluß an die Anregtingen der Tageszeitungen hat sich laut Beschluß der Führerschaft!1er jüdische Wamlorlmnd Blau. Weiß verpflichtet, seine Wanderer für Feldarbeiten der Behörde zur Verfügung zu stellen. Alle Wanderer und Wanderinnen der Wiener Ortsgruppe haben sich vorläufig beim Friihappdl, 9. Bezirk, Garnisongassc 22, um 9 Uhr zu melden. Andere arbeitsfähige junge Juden können sich ebendaselbst zur Feldarbeit anmelden. Für die Führerschaft: Dr, R. Waltuch, 1. Bczirk, Maria-Theresicnstr. 24, dz. Oberführer. Med. Julius Josef Oerstl, 16. Bezirk, Fröbelgasse 27, dz, Schriftführer. Lemberg. (Aus einer Korrespondenz an die ״Welt“.) Ls haben sicit sehr viele Juden und besonders Zionisten als Freiwillige gemeldet. Gestern kam ins k. k. Militärkommando ein alter Jiide und sagte den! Beamten: ״Ich will in den Krieg ziehen.“ Darauf fragte ihn der Beamte, wie alt er ist. ״Zweiuiulfünfzig Jahre “ erwiderte der Jude. ״Dann sind Sie schon vom Militärdienst befreit.“ ״Ich will aber in den Krieg ziehen.“ ״Sind Sie verheiratet?“ ״Jawohl,“ ״Haben Sie Kiiuler?“;,Sieben,“ ״Warum wollen Sic ins Feld gehen?“ ״Für Kisch ine w!" Budapest. Der ständige Berichterstatter der ״Welt“ schreibt uns: Unsere ganze Jugend wurde mit vereinzelten Ausnahmen unter die Waffen gerufen. Der zum Parteisekretär ausersdiene Gg. Dr, Ludwig Simon wurde auch cinherufcu. Die noch nicht dienstpflichtige Jugend ist den Verwaltung«. Organen behilflich. Besonders die jüdischen Scout Boys der ״Kadiniah" verrichten große Dienste, die auch heim hiesigen Plat/komniniufo sehr geschätzt werden. Sie wurden zuerst angewiesen, die ankomm enden Reservisten und die Landstürmer von den Bahnhöfen an die Mekluiigsstelleii zu geleiten. Dann wurden sie beauftragt, in einem Kreise von 30 km sämtliche Nachbargenieindcn ntifzustiehen und wichtige Daten zu sammeln. Sie erledigten diese Aufgaben zur vollen Zufriedenheit, Heute nachmittags werden sie bei der Ausgestaltung eines neuen Spitals behilflich sein, und morgen gehen.sie in die Nachbargemeinden in einem Kreise von 30 bis 60 km, Sic gehören zu den wenigen Personen, denen durch die Militärverwaltung erlaubt wurde, sieh auf sämtlichen Eisenbahnlinien frei bewegen zu können. Durch ihre Hilfsbereitschaft kamen sie allen anderen Scout Boys zuvor, die anderen meldeten sich erst, als die unserigen bereits ihren freiwilligen Dienst verrichteten. Beim hiesigen Platzkommando haben sie freien Zutritt. Uns alle bewegt der riesige Völkerbrand auf das tiefste. Da der Kampf am letzten Ende gegen die russische Barbarei und gegen den Zarismus geführt wird, erhoffen wir den Sieg der Gerechtigkeit, der Zivilisation und der Menschlichkeit. Möge der Völkerbrand uns die Erlösung vieler im Joche Rußlands schmachtender jüdischen Brüder bringen und unserer heiligen Sache keinen dauernden Schaden zufügen. Jüdische Gemeinde, ,Berlin (Gottesdienst) Freitag, 14. August, abends: in allen Synagogen 7ya Uhr. Sonnabend, 15, August (Nctimondsweihe) in der Alten Synagoge S'/a Uhr, in der Kaiserstr,- und Rykcstr.-Synagogc 9 Uhr, in der Neuen, Lindenstr.-, Lützowstr.-, Fasancnstr.- u. Lcvetzowstraßen-Synagogc: Frühgottesdienst 7>/n Uhr, H a 11 p t go 11 c s d i c n s t: 10 Uhr, Predigten: Alte Synagoge: Rabb. Dr. Pctuchowski. SynagogeKaiscrstr.: Rabb. Dr. Rosenzweig. Synagoge Rykcstr,: Rabb. Dr. Stier. Neue Synagoge: Rabb. Dr, Warschauer. ׳ Synagoge L i n d e n s t r,: Rabb, Dr. Blumcnthal. Synagoge Lützowstr.: Rabb. Dr. Weiße, Synagoge Fasanenstr.: Rabb. Dr. Bergmann. J u g e 11 d - G 0 11 v s d i e n s t: nach 111. 4 Uhr, Sonnabend, 15. August: Synagoge L 1• v e t zo w s t r.: Rabb. Dr. Lewkowitz. A b c n d g o 11 e s d i c n s t: 8 Uhr 21 Min. Mincha in der Alten Synagoge 5 Uhr, in den anderen Synagogen V״ Stunde vor Sahbatliausgang. Gottesdienst an d c.n Wochentagen: Morgens: in der Alten, Kaiserstr.- u. Rykcstr.• Synagoge 6','j Uhr, in den anderen Synagogen 7'Uhr. Abends: in allen Synagogen 7 Uhr. Außerordentliche Sitzung der Repräsentantenversammluiig:, Sonntag, den 16. August, vor• mittags 11 Uhr, im Sitzungssaale Oranien. burger Str. 30, II. Mitteilungen des Zentralbureaus Dia vereinigten zionistischen Burcaus bleiben geöffnet. — Sprech« stunden bis auf weiteres täglich — auQer Sonnabend — von 9—1 Uhr. Die Jahreskonferenz Ist aut unbestimmte 20!t verschoben worden. Das zionistische Zentralorgan ״Die Welt" kann bis auf weiteres nicht erscheinen, da die Kläglichkeit einer Versendung an die Abonnenten nicht besteht. Die ״Jüdische Rundschau“ wird reget• milGlg Jeden Donnerstag zur Post gegeben. Reklamationen wegen verspäteter Zustel• lung sind an die zuständigen Postämter zu richten. Die ״Jüdische Rundschau“ erscheint vor• läufig In einem Umfang von vier Selten. j U I Zentrale für Deutschland G«ld1endung«n lind ttuschllcsillch iu richten «0 H«rr» Hu Woll*t«la«r Chvlattaabarg, Ro*cb«r-Str«ß• S. Das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds, Köln, gibt folgendes bekannt: ״Die ungeheure allgemeine Not, die der ausgebrochenc Krieg mit sich bringt, legt uns die Pflicht auf, im Interesse der Menschlichkeit nach Kräften zur Linderung dieser Not beizu• tragen. Wir ermächtigen deshalb unsere Satnmcl• stellen, Spenden für die Pflege der im Kriege Verwundeten und für die Unterstützung der durch den Krieg notleidenden Familien entgegenzunehmen. Mit Bezug hierauf ersucht die unterzeichnete Sammelstclie sämtliche Vertrauens• männer oder, im Falle ihrer Einberufung, deren Vertreter, eitrigst für die Sammlungen zu diesem Zwecke bemüht zu sein. Die Veröffentlichung der Spenden erfolgt in unseren Ausweisorganen, nach Bedarf auch in den Tagesblättern. Wir werden die gesammelten Beträge der allgemeinen Zentralstelle für dieses Hilfswerk in Deutsch• land überweisen. Die Einsendung der Spenden durch die Vertrauensmänner erfolgt unter der Bezeichnung ״Für die Notleidenden im Kriege“ an Herrn Max Wolisteiner, Charlottenbürg, Roscherstr. 5. Das Leben Theodor ol! Friedemann 141 Seiten Preis M. 2,־ :: Ein Bildnis, zwei Faksimiles, geschmackvoller Pappband :: Porto: Deutsdtland und Ocstcrrcidi-Ungarn 20'Pf., Ausland 40 Pf. Eines der erfolgreichsten Bücher des Jüdischen Verlages. Dreitausend verkaufte Exemplare in sechs Wochen. :: Außerordentlich günstige Aufnahmefjn der gesamten Pressei JÜDISCHER VERLÄG, BERUH Uio, SÄCHSISCHE STRASSE 8

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