Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIX (1914)
- Issue
- Heft 32 (7.8.1914)
- Date
- 1914-08-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 344 Nr. 32 , f'l l 1"l ׳ AU deutschen Kaiser, daß er uns richtig fühlt! Wir haben das Vertrauen /um deutschen Volke, dali es bis /,uni letzten Atein/nge kämpfen wird, und wir haben das unersehiitterliehe Vertrauen zu der göttlichen Gerechtigkeit, daß sie unseren ehrliehen Waffen den Sie!; verleihen wird, Wer von uns am!.eben bleibt, wird nach dem K'rieije und nach dem Siege die Arbeit liii unsere Ideale mit verdoppelter Kraft forlftihrenl 11 e I n r I e b Io e w e, jüdischer Organisationen Jüdische Frauen! Wenn laue Männer, 11111׳ (Sohne und |el/l liinaiia/iehen, lim 1111׳ das Vnleilnml /u Itaiimfe», ergeht an Flieh 11er Ruf, überall hellend mul!•ndeiml Eure Kräfte eiu/iisct/cn. Stellt (iucli in Scharen allen I lilfsorg!1»isatümen zur Verfügung, Wie wir erfahren, Indien sieh I am sende zur freiwilligen Krankenpflege gemeldet. Doppelt so viele freiwillige Hilfskräfte weiden drin• (׳ein! fiir Wirtschaftsführung, für Kiiehen und Wasche- Verwaltung׳ gesucht. Auf den Bahnhöfen, in »len Volksspeisehallen werden Helferinnen verlang!. Nehmt huch auch der 1־rauen und Kinder an, deren Ernährer als österreichische Sol- (laten ins fehl gezogen sind, dem deulseheii Vaterlande zu helfen. Stellt Eure ganze jüdische Hegcistcrting und Kure jüdische Barmherzigkeit in den Dienst des bedrohten Vaterlandes. ,lüdiscli-itationnle rrauenvereinigung. ln schicksalscrnstcr Stunde ruft das Vaterland seine Sölinc unter die Fahnen. Daß jeder deutsche Jude zu den Opfern an Out und Blut bereit ist, die die Pflicht erheischt, ist selbstverständlich. Glaubensgenossen! Wir rufen Euch auf, über das Maß der IM licht hinaus Eure Kräfte dem Vaterlande zu widmen! Eilet freiwillig zu den Fahnen 1 Ihr alle - Männer und Frauen -־ stellet Euch durch persönliche Hilfeleistung jeder Art und durch Hergabe von Geld und Gut in den Dienst des Vaterlandes 1 Berlin, den 1. August 1<)U. Verband der Deutschen Juden. Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Der Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschfands, Sitz Berlin, hat an seine Mitglieder die Aufforderimg gerichtet, sich als Freiwillige zum I leeresdienst zu melden oder,!soweit sie dafür zu jung sind, sielt zu Erntearbciien zur Verfügung zu stellen. Liebe Wanderer und Wanderinnen! Die Erntearbeiten und hauswirtschaftlichen Arbeiten in Deutschland erfordern die eifrigste Mithilfe der mäiiiilighen und weiblichen Jugend. Wir wenden uns daher au Euch tnit der dringenden Bitte, Eure Kräfte in den Dienst der Sache zu stellen und mir u m gebend unter Beantwortung der nachstehenden Fragen diesen Brief zuriiekzusenden und ihm ein Eilatibiussehrcibeii Eurer Eltern beizufiigen. Wir werden Eure Meldungen angdie zuständige Stelle weitergeben und veranlassen, dali ,Ihr möglichst gemeinsante Arbeit findet. Es ist selbstverständlich, daß die Arbeiten von uns umsonst geleistet werden. Die Wanderungen finden bis auf weiteres nicht statt. Mit jüdischem Waudergrußl , Jüdischer Wanderbund ״Blau-Weiß“ * 1 i. A.: Edith H c 11 sch c I, llalensce, Kiistrincr Str. 9, Ich melde mich hiermit an. Name: Alter: Widmung: Staatsangehörigkeit: Beruf: Ob schon früher Landarbeit geleistet: Militärverliüllnis: genossen in!.«!י• netor.ü 1111, vv!;!!) au«Winti;; 1a Eil•׳ band j;1׳w׳in«1l, für Mann liinicr nationale i 1) A t»> Ü»• v :,41 zu 11, 41 halten ,!md \V;1S litt "441 111 Kuß!:: 4,׳ iii.wl,:(׳ clni'4 i u 10 l'eii 11111 , ,!1;;״ 1!1:!!.!: , i! ׳, i< tle: 1־ die ( Hh r- ׳';» •.:.hl das (leill׳ a'llf Volk Mann '.ciiieiii Kai׳.er, in dem sieh luiaete Vi'i mh Die ״Kölnische Zeitung“ über die Beteiligung der deutschen Juden Wir entnehmen einem Artikel der ״Kölnischen Zeitung“ folgenden bemerkenswerten Passus; Nicht nur Katholiken und Protestanten, audr unsere udisdien Mitbürger folgen einmütig dem Kur zu den Waffen. Sie wissen, was ihre Stammefthaltlosen Opfermutes so innig dafür durch sein Sinnen und Zionist, empfindet, als der Trachten gescluilh• f c ,״׳, ß ■׳, '׳ ,'־ f’S ׳י'׳•*?! L . ״ 1. .׳jrf \j>! wl 1 ^״״z I 1111!,1׳i 1• i'1:.UTH׳kiii׳a l.ni (1e luiiiiup'sgeiinv.cii viTÖffi-atliflirn in 1111׳,mm l'1np,1׳1׳ Ih mieiblatt ״Scll)׳,t vvelir" folgende K1m;l|׳,clm11j!! Schwelt* Zi'iU'11 sind hlioi׳ (>c:.f 111־ cit li lieteiugebrochen. I)11 ist e!1 doppelte l’flidit eines jeden Sliiatsbiirgei'j;, sieh mH‘ seine Veiplliehlimo dem < h‘11K,lnw1״,cil gegenüber zu besinnen, Viele von Hit1) sind nelum utder die I ahnen p,eeilt, aliei׳ (tu׳ die /imieligebllebciit'ii ziemt es sieh nicht, die I j.inde In den Si holt zu lege״ tiinl die Kriei'siiaelu leiden ab/iivvarten. Kriegs/citcn vei'hingeii von jedem cinzeliieii Einsetzung aller seiner Fähigkeiten zum Wolde des (iau/eit. Mögen darum jene, die nicht im Felde kämpfen können, sich zu solchen Arbeiten zur Verfügung stehen, die in friedlichen Zeiten die jetzt eingerückten Soldaten versehen mußten. Sic sollen in die Lücken entspringen und dadurch dem Staate die schwere Zeit des Krieges erleichtern. Viele ungünstige Wirkungen des Kriegszustandes können durch ein solches opk-nntitiges Eingreifen aller jener, die nicht in den Kampf gezogen sind, wenn nicht verhindert, so doch wesentlich gemildert werden. Damit wird aber dem Staate noch ein weiterer Dienst erwiesen. Nicht nur, daß ihm das Ucbcrstchcn der Krise durcii eine Verminderung der wirtschaftlichen Folgen erleichtert wird, er ist auch imstande, den Kriegszustand viel länger aiiszuhalten. Wir wissen, daß die Juden, die immer und überall in der treuen Erfüllung der Untertanenpflielit mit an erster Stelle steilen, sielt ihrer Verantwortung bewußt sind; wir erwarten, daß alle Juden, die nicht dem Heere angehören, sich mit Einsetzung ihrer vollen Kraft der Bevvältiguug der jetzt brach liegenden Friedensarbeiten widmen, daß sie allen anderen Bürgern als Beispiel vorangehen. Besonders von der jüdischen Jugend erwarten wir eine nutzbringende, kraftvolle Betätigung, eine Manifestation der echtjüdischen Eigenschaften: des Opfermutes und Verantwortlichkcitsgefiihls. Wer die HiiÄtie in den Schoß legt, ist nicht wert zu siegen. Nur die Tat führt zum Erfolg! * Dr. Egon Zweig gibt in unserm Bnulcrblatt, der ״Wiener Jüdischen Zeitung", der Stimmung der östcrrcichischeu Zionisten Ausdruck. Wir entnehmen seinem Artikel folgendes: Wir österreichischen Juden lieben unser Land. Mag es uns auch oft genug zuriiekgeset/.t haben wie Stiefkinder, wir sehen in fernere Zeiten, wo cs uns hierzulande viel, viel schlimmer erging, wir blicken über die Reichsgrcnzeii, wo in Rußland und Rumänien die jüdischen Brüder in Sclircckenskerkern schmachten, und wenn uns Unrecht geschah, dann halien wir stets bei unserem Kaiser, dem Rcprüsctttauten dieses Staates, Schlitz gefunden. Darum lieben wir Oesterreich. Wohl׳ dem Lande, das auf die gleichen Gesinnungen seiner Juden Anspruch erheben darf und kaiml Es erübrigt sieh noch, von dem Standpunkte der Zionisten zu sprechen. —- Wir haben nicht den Ehrgeiz, in diesen ernsten Zeiten aus der geschlossenen Phalanx der österreichischen Judenschaft ,als Sondergruppe hervorzuloueUtcn. Aber die herzliche Freude der Erkenntnis können wir Zionisetn nicht unterdrücken, daß wir jetzt — im Momente der Erprohung — unsere Ueielistreue ungcsdnviicht bek1mde.11 können. Mail hat uns von jüdischer Seite bisweilen vorgeworfen, der Zionismus sei mit diesem Patriotin• mus unvereinbar; der Patriotismus von Männern, die wollen, daß sie selbst oder ihre Kinder den Staub des Vaterlandes von den Fiißeu schütteln, tun ihn gegen den Zions zu vertauschen, das sei ein Patriotinmus zweiter Güte. Nun denn, wir wollen unseren Kindern den brennenden Schmerz ersparen, nicht als vollwertige Staatsbürger geschätzt zu werden, ja wir sehnen uns nach einem Vaterland,, in welchem die Wellen der patriotischen mul nationalen Begeisterung nicht nur ineinander spielen, sondern in gleichem Rhythmus, sich gegenseitig verstärkend, emporschlagen. Doch unser ״Patriotismus zweiter Güte“ ist echt, tief und klar, well niemand das Gefühl für das hohe ideal des Staates, weil niemand das Gefühl der Treue, der Pflichterfüllung und des rück¬ Nachrichten Berlin, S.imili! In• '/'> Milglieder der Ihnlcnli. trilniig der Vnluiuhiiip.cii Jinlim her Sttulriticu haben 1.1( 11, Ml« eil Me im 1(1 (11( hi ciiiliei 11(1*11 wnmi, frei, willig gemeldet mul *.11 itl uii'iiiidinmlos cliigrMflii wonleii, Berlin. Der Redakteur luiscres Blattes, Heu I »r. Hugo I In 1 ui um, d»1׳ östciicli 111m lief Kcscitr. olll/ler 1:.l, In 11 ndi I Meli bei seinem l iuppcnlell .׳m der 1 n•,׳,l'.ebeii Gmi/e, Berlin. Hie I iilucr de« jüdischen Wiimlerlmmle, ״Itlnu-Wciß" hiihI bis mif einen einge/ogrii. Berlin. Hie Berliner jüdische ,tiemeimiv bat mr Krankenhaus in der AtigiisMraße dem Krieg;, niliii'.leiium zur Vertilgung gcMelll, Berlin. I .lulu 11 bmleii Mllirlluugcu von (mp sehen (lemeimleii uher Spenden mr' da« rnie Kreuz ein. Königsberg. Hie V, d. J, Sl. Maecab.iea leill um mit, daß I > ihrer aktiven Mitglieder ins leid zieh! n, Wien. Das Präsidium der Israelitischen Kultus•!!, inciiide in Wien stellt (lein k. 11. k. Kriegsministerium 1!1 seinem in Wien, 1$. Bezirk, üürlcl Nr. 97 und Nr, '1״ befindlichen Krankenhaus lumdert Mannschaflsheiten und zehn Offi/icrsbetteu zur Pflege von Vcrwuudeten zur Verfügung, Die Verpflegung, Wartung lind ärztliche Behandlung wird unentgeltlich bcigcstelli. Nebstbei» erbietet sich das Kuiserin-Elisabetli-Iitstiim fiir israelitische Krankenpflegerinnen, mehrere Pikgerinnen für den Kriegsschauplatz zur Verfügung zu steilen. Außerdem werden im Spital der Israelitischen Kulliisgcmeiäide von den Abteßuiigsvorstämleii Professor l)r. Xuckcrkaaidl und Dr. Flcischmaun ühci ״Erste Hilfe und Pflege Verwundeter" unentgeltliche Kurse gehalten. Lemberg, 1. August. Ein jüdisches Blatt veröffeiitliclit einen Appell an die jüdische Bevölkerung, worin sie zu Liebesgaben an die Angehörigen der Reset visten, zu Gebeten tun den Sieg der österrcichischcn Waffen sowie dazu aufgefordert wird, freiwillig in das Heer eiuzutreteii oder sieh sonM der Militärbehörde zur Verfügung zu stellen, Lemberg, I. August. Der israelitische Kultusni hat 2000 K. fiir die Gesellschaft vom Roten Kreuz in Lemberg gespendet. Berlin, im August 1911. Das deutsche Heer ist unter die Fahnen gerufen; zahlreiche Glaubensgenossen gehören ihm an, zahlreiche werden sieh freiwillig zum Dienst melden, Wir haben das dringendste Interesse daran, daß Umfang und ot der Beteiligung der deutschen Juden :111 dem sieh entwickelnden Feldzüge zuverlässig fest gestellt wird. Dies ist aber nur durch tiuver/n;;- liehe Maßnahmen möglich. Wir bitten Sie deshalb, unter freundlicher Am- Wendung jeglicher Bemühung -■ mit Hilfe Ihrer Vertrauensmänner an den andern Orten Ihres Bezirks — jeden zu ermitteln, mul dein Bureau des Verbaudes der Deutschen Juden, Berlin W. 33, Pots• damer Str. •13, schriftlich zu nennen, der in irgendeiner Eigenschaft der Armee oder Marine angehören wird, sei es, daß er bei der Mobilmachung schon unter der Fahne stand, freiwillig eintritt oder mit den Reserven, der Landwehr oder dem Landsturm einberufen ist oder wird oder in irgendeiner Eigenschaft in der Wehrmacht Verwendung findet, sei es als Soldat, Matrose, Maschinist, Spicliiiami, Unteroffizier, Deekoffi/.ier, Reserveoffizier, Sanitätsoffizier, Krankenpflegcr (oder Pflegerin), Intendantur-, Proviantamt.••-, Feldpost- oder Kriegsgerichts-Beamter oder sonstwie. Wir bitten, möglichst genau Namen, Vornamen, Truppenteil b/w. Schiff, Standort, Einstellnngsarl, Dienstgrad; Zivilheruf, Familienstand, Alter umi Adresse aii/ugeben, jedenfalls zunächst alle die Finzelbeiten, die Ihnen zuverlässig bekannt werden. Wir wiederholen unsere Bitte um möglichst ge- Italic Ermittelungen, die Ihnen sowohl die in l'rai;( kommenden Behörden wie die Gemeindeverwaltungen bei Nachfrage sicher erleichtern werden. Verband der Deutschen Juden, Jüdische Gemeinde, Berlin (Gottesdienst) V)/"'' A u g 11 s f, .־tbciuls: in allen Synagogen Soji 11 a he 11 d, 8. A ng 11 st, vormittags: in der Allen Synagoge 8</j Uhr, in der Kniscrstr.- und Rvkcstr.- .Syiiagoge 9 Uhr, in der Neuen, Liiuleustr.-, lliil/ow- Straßen, l asaneiistr,- umi Lcvct/ow,str.-Svitagoge Frnlijpttcsdicnst 71/״ Uhr; Haiiptgoticsdieiisl So 11 n a b e n d, 8. A ti g u s t, vormittags: Alte Svnagoge: Rabb. Dr. Stier; Synagoge Kaiserslr,: Rabl(. JJr• Escltelbaelter; Synagoge Rykestr.: Rabl). Di. Petueliowski; Neue Synagoge: Rabb. Gans; Synagoge Levetzowstr.: Rabb. Dr. Lewkowitz. A V/.1« ° U e s d i c 11 s t (Sabaihatisgaitg): 8 Uhr 37 Min.; Mincha in der Alten Synagoge 5 Uhr, in den anderen Synagogen •/* Stunde von Sabbathausgang, Gottesdienst au den Wochentagen: Mor* gens: in der Alten.-, Kaiserslr.- lind Rykestr.-Syn- :igoge ()•/.. Uhr, in den anderen Synagogen 7 Uhr; Abends: in allen Synagogen 7 Uhr, Brttktaaii l V.1 Kort Mum«nf«l(J, B«riin-Wiimwidn7ö^ immUam&mh** q. «*■ b.M. w. u gu,!^ »tihelwM. Btd'■ «ililtart'lir‘