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Jüdische Rundschau · 1914-08-07 · Heft 32 (7.8.1914) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 32 (7.8.1914)
Date
1914-08-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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J 1 n r״n rr y y ■ J v~ Nummer 32 f*s. c ף... ח ר־י׳/ ר־ נ/ «״ )! , i J*— ׳*'' %4J L־., ..j3 r\. f , . <1»td kd Berlin, den 7. Ä12'׳;ust 1914 *— 15. Ab 5674 XIX. Jahrgang. nDer Zionismus erstrebt für da■ jüdische Volk dlo Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina.“ Baseler Programm fl fl /f, IlUj 1 x*i»V . l In dieser Stunde gilt es für uns aufs neue zu zeigen, dass wir stammesstolzen Juden zu den besten Söhnen des Vaterlandes gehören. Der Adel unserer vieltausendjährigen Geschichte verpflichtet. Wir erwarten, daß unsere Jugend freudigen Herzens freiwillig zu den Fahnen eilt. Deutsche Judeol Wir rufen Euch auf, im Sinne des alten jüdischen Pflichtgebots mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Vermögen Euch dem Dienste des Vaterlandes hinzugeben. V Der Reichsverein der Zioniatische Vereinigung Deutschen Juden für Deutschland 141 4! > * Wir schließen uns dem Aufruf des1 Reichsvereins der Deutschen Juden und der Zionistischen Vereinigung für Deutschland an. Wir vertrauen, daß unsere Jugend, durch die Pflege jüdischen Bewußtseins und körperliche Ausbildung in idealer Gesinnung und Mannesmut erstarkt, sich in allen kriegerischen Tugenden auszeichnen wird. Das Präsidium des Kartells Jüdischer Verbindungen Der Ausschuß der Jüdischen Turnerschaft Feinde ringsum! Der neunte Ab, der nationale jüdische Trauertag, der für uns zugleich der Tag der Hoffnung ist, aus dem ein neues Leben für das jüdische Volk einmal wieder entkeimen soll, lt.it uns Bürgern des Deutschen Reiches den Krieg ins Land gebracht. Nicht mutwillig hat Deutschland den Krieg vom Zaune gebrochen. Immer wieder hat unser Kaiser versucht, den Frieden zu erhalten. Aber die Schutzmacht der serbischen Königsmörder hielt es für notwendig, auch diesmal wieder ihr Panier schützend über die Mordbuben zu halten und lieber einen Weltkrieg zu entfesseln, zu dein sie seit Jahren gegen Deutschland insgeheim rüstet, als der Gerechtigkeit freien Lauf zu lassen. Rußland hat cs verstanden, eine Koatition von Feinden gegen unser Vaterland zusaiumcnzubringen, die von allen Seiten gleichzeitig zum Angriff vorgeht. ' Wir Juden wußten immer, daß das Moskowitertum wortbrüchig ist. Unsere jüdischen Brüder haben am eigenen Leibe die ganze Verlogenheit und Gemeinheit jener herrschenden Gewalten erfahren, die jetzt den Wortbruch an unsenn Kaiser begangen haben. Dali der Herrscher des Landes der Staatlieh organisierten Judenverfolgungen jetzt sein Schwert zur Unterdrückung des Zentrallandcs moderner Kultur zieht, ist nicht verwunderlieh. Aber daß sich alte europäische Kultur- Staaten finden, die sich mit Erbfeinden aller Gesittung und aller Freiheit verbinden, um das ״L a 11 d d c r K u 11 u r“ zu vernichten, dafür fehlt uns als Kulturmenschen jedes Wort. Indem Frankreich und England, Staaten alter Gesittung, sich mit der kosakischcn Vormacht des finstersteil Mittelalters zu dem freventlichen Versuche verbinden, das Land zu erwürgen, in dem das Herz der europäischen Kultur schlägt, das Volk zu erdrosseln, das allein Europa vor der Verkosakung zu schützen imstande ist, verwirken sie die Sympathien, die man für sie hatte. Wir Juden, wir Zionisten, die wir in den Zeiten des Friedens uns scheuten, mit Patriotismus zu prunken, die wir allen Nachdruck auf unser J u de nt u m legten, das der Betonung mehr bedurfte als unsere selbstverständliche Treue zum deutschen Vaterlandc, wir werden heute als deutsche Bürger freudig alle Forderungen ay Hab und Gut, an Leben und Blut erfüllen. Es bedarf sicherlich nicht erst unseres Aufrufes an unsere jungen Gesinnungsfreunde, in die Reihen der Kämpfer zu treten. Alle unsere jungen Hasmonäer und V. J.St.cr, alle bir-Kochbaner und Makkabäer sielten bereits in den Reihen der Kriegsfreiwilligen. Nicht mit liiruu'iKlem Geschrei und nicht mit leeren Demonstrationen, sondern in ernster Lebensauffassung und ruhiger Entschlossenheit greifen wir mit Alkleutschland zu den Waffen, um für das Vaterland zu tun, was jeder an seiner Stelle vermag. Wir deutschen Juden kennen trotz aller Anfeindungen in den Zeiten des Friedens heute keinen Unterschied gegenüber andern Deutschen. Brüderlich stehen wir mit allen im Kampfe zusammen. Wir wissen aber auch, daß der Sieg des Moskowitertums jüdische und zionistische Hoffmmgen und Arbeit vernichtet. Wir wissen, daß unser Interesse wie im Frieden, so noch mehr jetzt in dem wilden Weltkriege ausschließlich au f deutscher Seite liegt. Demi auf deutscher Seite ist Fortschritt, Freiheit und K u 1 - 111 r. Uns gegenüber stehen härteste Tyrannei, biuligrte Grausamkeit und finsterste Real.tim!, Unterdrückte Nationen werden vom Feinde gewaltsam mitgesehleppt, um für ihre Unterdrücket• zu kämpfen, Deutsche und Juden, Polen und Finnen, werden wie im japanischen Kriege als Kanonenfutter ins vorderste Feuer geschickt. Und wenn sie siegen sollten, würden sie i 11 r c eigene U 111 c r d r ü c k u 11 g fördern. Aber das Deutsche Reich ist stark. Es wird den Unterdrückten die Frei heit bringen. Unsere Waffen erkämpfen nicht bloß den Schutz unserer Frauen und Kinder gegenüber den Feinden des Landes, sie schützen nicht bloß Haus und Herd unserer eigenen Familien, sie sind zugleich die einzige Hoffnung von Millionen und Abermillioncn von Unterdrückten im russischen Reiche, Und Frankreich, das in frevelhafter Verblendung unser Volk mit Krieg überzieht, das bereits am Anfang der Feindseligkeiten zeigt, daß es Rußlands Treubruch zu verteidigen bereit ist, dieses Frankreich sollte wissen, daß Deutschland und nur Deutschland der starke Hort ist, der wie ganz Europa so auch Frankreich selbst vor der gewaltsamen Vernichtung aller wahren Menschheitskultur schützt. Wir kämpfen für die W a 11 r 11 e i t, wir käinpfen für das R e e 111,, wir kämpfen für die F r e i י heit 111 e n s c 111 i c h e r Kultur. Als Juden haben wir mit den Barbaren des Ostens noch eine besondere Rechnung zu begleichen. Das Blut der Juden, ihrer Märtyrer Und Glaubenshelden, dampft seit Jahrhunderten vom russischen Boden zum Himmel empor. Unmittelbar vor dem freventlich von Rußland angezündeten und von England angezettelten Weltbramlc wurden vierzigtausend Juden aus Kiew widerrechtlich ausgewiesen. Was würde unser 11 Frauen und Kindern für ein Los werden, wenn der Russe siegen sollte. Wenn wir als Bürger unseres Vaterlandes kämpfen, so leuchtet uns die Tapferkeit unserer Ahnen, der Todesmut der Makkabäer, der Riesenkämpf eines Bar-Kochba und der Heldentod Humlerttauscnder unseres Volkes in allen Zeiten als glorreiches Beispiel voran! Wir werden siegen. Wir haben das Vertrauen zu dem

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