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Jüdische Rundschau · 1914-07-24 · Heft 30 (24.7.1914) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 30 (24.7.1914)
Date
1914-07-24
Page
– (sequence 14)
Language
German
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B3lt§ 64 JUEÖISCHE RUNDSCHAU Nr. 2ft|SQ mcistcr von Jerusalem lag ein schriftlicher Antrag vor, die Verwendung von Oclbäumcn für Heizungszwecke zu verbieten. Von den Verhandlungen der neunten Sitzung ist bcmerkenswert, daß beschlossen wurde, von der Bcgrün düng einer eigenen landwirtschaftlichen Schule vorläufig abzuschen, da einerseits die Einnahmen dafür nicht ausreichen, anderseits jetzt auch einige nichtjüdisehe Schüler in der landwirtschaftlichen Schule ״Mikweh-ls• rael" Aufnahme gefunden haben. Es wurde da• her beschlossen, die 30000 Qoldpiaster, die für die Begründung einer Ackerbauschule bestimmt worden waren, für die Unter- Stützung der Schüler in ״Mikweh-Isracl“ zu verwenden. Ferner wurde in dieser Sitzung beschlossen, für die Einrichtung eines Gestüts 40000 Piaster zur Verfügung zu stellen. ln der zehnten und elften, Sitzung wurde über öffentliche Arbeiten, besonders über die Verbesserung der Fahrstraßen verhandelt. In der zwölften Sitzung wurde auf Grund eines Memorandums des Vertreters von Gaza verlangt, daß die Jerusalemer Filiale der Agrarbank wieder wie früher dem Provinzialrat unterstehen sollte, Der Antrag wurde angenom• men und eine diesbezügliche Resolution dem Minister für Handel und Landwirtschaft übermittelt. In der dreizehnten Sitzung wurde ein Projekt zur Anlage einer neuen Chaussee in Bethlehem vorgclcgt. Der Mudir von Bethlehem begründete die Notwendigkeit der neuen Chaussee damit, daß sehr viele Touristen nach Bethlehem kommen und die alte Chaussee nicht mehr gebrauchsfähig sei. Er verpflichtete sich, die Hälfte der notwendigen Ausgaben durch Beiträge der Einwohner von Bethlehem aufzubringen. Es wurde beschlossen, dafür unter gewissen Bedingungen 750 0Q0 Piaster zur Verfügung zu stellen. Gleiche Gesuche um Verbesserungen von Chausseen lagen vom Kaimakam von Gaza und vom Kaimakam von Hebron vor. Ebenso verlangte der Vertreter von Hebron die Gründung einer Mädchenschule und einiger Knabenschulen in Hebron und Umgebung. Vom Bürgermeister von Jcru* salcm lag ein Vorschlag betreffs Gründung eines Greisenheims in Jerusalem vor. In der vierzehnten Sitzung lagen Vorschläge des Mcdschlis-ldara in Jaffa und anderer dortiger Körperschaften vor, in denen verlangt wurde, daß von jeder Kiste Orangen, die zur Ausfuhr gelangt, 10 Para für die Instandhaltung der Chausseen erhoben werde: ferner, daß von jedem Du »am Oraugctipüaimiiij50 ׳ Goldpiastcr als Steuer an Stelle des ״Oschers״ gezahlt werden sollten. (Dies Ist ein alter Vorschlag der Bojarenbesitzer,) Nach Angaben dieser Behörden gibt cs 111 der Umgebung von Jaffa noch zirka 90000 D&1nr;:n, die man für die Orangcnpflanzung ver* werten könnte,!0:״;י Vorschläge fanden die Zustimmung des Provinzialratca, und es wurde beschlossen, In diesem Sinne an den Fiiunzminlster und den Landwirtschaftsminister zu schreiben und auch zu verlangen, daß bei neuen Bojaren die Hälfte des Oschcrs erlassen wird. Noch ein anderer Lieblingswunsch der Bevölkerung wurde in dieser Sitzung behandelt, nämlich daß Jerusalem zum Rangt eines Vilajcts und Jaffa und Gaza zum Range von Mutassin• fliks erhoben werden. Ferner lag ein Antrag des Vertreters von Gaza vor, die Ländereien um Ikcr-Scheba als steuerfm zu erklären. Dadurch würden die dortigen Streitigkeiten unter den Beduinen aufhören und durch die Kultivierung des Boden, würde auch die Regierung größere Einnahmen als jetzt erzielen. In der fünfzehnten und sechzehnten Sitzung wurde der Vorschlag des Maromati Effendi bezüglich der Errichtung einer Wasserleitung und elektrischen Beleuchtung in Jerusalem verhandelt und genehmigt. ln der siebzehnten Sitzung legte der Vertreter von Gaza unter anderem ein Memorandum vor, worin verlangt wird, daß bei Veräußerung von Boden seitens der Städter und Fellachen darauf zu achten sei, daß dem Verkäufer mindestens 200 Dunam verbleiben. Unter dieser Grenze sei der Ver• kauf zu verbieten. Es wurde beschlossen, diese Frage dem Jerusalemer Gouverneur zur ernsten Erwägung zu überweisen, der dann darüber an sämtliche Medschlis-Idaras des Mutessarifliks berichten soll. I Die achtzehnte und neunzehnte Sitzung waren wieder I mit Budgetfragen ausgefüllt, ln der letzten — 21. — Sitzung] wurde in Gegenwart der Herren Eisenberg aus Rech«■] both und Mayerowitz aus Rischon le-Zion über die ] Chaussee Jaffa—Gaza verhandelt. Nach einer längeren Dis-1 kussion wurde beschlossen, daß die Einwohner von Rischon le-Zion und Rcchoboth der Regierung 5800 türkische Pfund j zu zahlen haben, damit die Chaussee Jaffa—Gaza über diese Kolonien geführt werde. In der Resolution wurde ausgcsprochen, daß diese Arbeit unverzüglich aufzunehmen sei. ln derselben Sitzung wurde über den Vorschlag bezuglieh der Anlage eines Telephons zwischen Jerusalem und Bethlehem (etw׳a 20 km Entfernung) verhandelt. Die Herausgabe der Karte von Jerusalem, die bereits vorbereitet ist, wurde moniert. Es wurde auch das endgültige Budget für die Liva Jerusalem in der Höhe 3065 104 Goldpiastcr vom Provinzialrat angenommen und dem Minister des Innern zur Bestätigung überwiesen. Zum Schluß wurde noch die Exekutive für das laufende Jahr gewählt. Dies in Kürze die Gegenstände, mit denen sich die erste Session des Jerusalemer Provinz!alratcs befaßt hat. Wenn auch vorläufig keine bahnbrechenden Arbeiten geleistet warden sind, so muß man doch zugeben, daß hier ln der Selbst- Verwaltung Palästinas ein Schritt vorwärts gemacht wurde, und cs wird von Interesse sein, die weitere Entwicklung dieser Körperschaft zu beobachten. , Schon diese kurze Skizzicrung zeigt, daß wir Juden und unsere Kotonisationsarbcit nicht außerhalb der Einflußsphäre des Provinzialrates stehen. Wenn wir auch bei seiner jetzigen Zusammensetzung nicht gerade über unfreundliche Haltung uns gegenüber zu klagen haben, so müssen wir doch dafür Sorge tragen, daß in Zukunft auch unsere Stimme in den Sitzungen des Mcdschlis-Umumi gehört wird. VutatwortLBs&tklt HczoEssnason, Wih&sradorL VtrUgi J&dUoU«ttvu״U«bMa.ja.b.H.,B.rUn W.16. Drwki SUffriU wr‘ 1

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