Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIX (1914)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1914)
- Date
- 1914-06-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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r t 1 Abonnements י״״ץ ך* au( die vrochtnUidt •tn FreUag־ er• scheinend• ״Jüdische Rundschiu" kosten bei der E*peditton und bei niim Pottamiern vierteljährlich 1,50M., Außerhalb DeutschUnd* und Oesterreich-Ungarn• 2,— M.| für Mitglieder jüdischer Vereine!tn ’Sommelbczug 1 durch den Verein 1,—־ M. jadlach• RumUchau, G. m, b. II, BERLIN W. 15, S&chaiadie Straße 8. Telephon t Amt Uhland 845, 846, 868. Postscheckkonto 1 Berlin Nr. 17392. I_ / .j '') ך־ץ I , \ ' \. ך־״־ון ך-.. /■ LJ ך־ץ rx rx r 1! 1 LJ t..,. j / y X I Anzeigen kosten für die •echsgespaUene Petit״ *eile oder deren Raum 40 Pf.ן Stellen״ Angebote und ■Gesuche sovde Verein»• Mitteilungen und ״Kleine Anieigea* Ö O O O nur 30 Pfennig. O O O O Manuskripte wr״den, wenn Porto beüiegi, stet» xurück grtandt. Redaktionaschlui: , Mittwoch vormittag», Redaktion JUdlscho RumUchau BERLIN W. 15, Slkhaische Straße 8. Telephon: Amt UhUrui 845, 846, 868. Postscheckkonto: Berlin Nr• 17392. ^Jj ןי־־"׳^ ךי Nummer 23 Berlin, den 5. XIX. Jahrgang. Ausweis Schekel: Ham her!; 11,—, Guiltib 14,—, Pie sehen 1, , Hvhnik 5,--, Siraßhurg 1,--, Bremerhaven 8, Sauber 2), , Tarnowit/ 30,—, Emden 4'3,.-, Berlin 16, , Dresden 70,--, Main/ 50,-־, Esehwege 2, Stulp 10, , Frankfurt a. M. 03,— M. l.an<lesbeitrii|»e 1913: West-Berlin 40,—, Niirnlier., 138, , Königsberg 78,— M. Organisaüonsfonds 1913: Kuttowitz 100, , l)r. Edelstein, Bonn 10,- M, Lantlesbeitrüjje 1914: Pieschen 2,—, Bremertiaven 8, . Samter 46,״•, Tarnowit/, 30,—, Emden 21, , Berlin 1,—, Essen 120,—, Stolp 10, Frankfurt a. M. 153,--, Bamberg 13, —, Ciollnb 21,— M. Propnßandafonds 1914: Abraham Lüw, Strallbarg, 1. Rate 3, , Julius Strauß, Bamberg 5,— M. Eingang vom 215. Mai bis 4. Juni 1914: Sehekel: 377, M.; L a ח d e s b c i t r 11 g e 1014: 436,-- Mark; 1a mlesor g a 11 i s n t i o 11 s b e i t r ii g e 1013: 396,— M,; P 1׳ o p a g a u d aloiids: 8,— M. Gesamteingang: Schekel: 2273, — M.; Laudesbei träge 1914: 4110,50 M.; Landeso r g a n i s a t i o 11 s b e i t r ii g c 1013: 10 764,27 M.; Propagandafonds: 5137,60 M. XIV. Delegiertentag *m 14, und 15, Juni in Leipzig, Kristallpalast.Wintcrgartcn straßc. Tagesordnung: Sonntag, den 14. Juni: Vo r m i 11 a g s s i t z u n g (Qi/» Uhr präzise). 1. Bericht des Vorsitzenden Dr. Arthur Hantke. 2. Begrüßung durch das Engere Actions-Comit£, 3. Begrüßungsansprachen. 4. Wahl des Präsidiums. 5. Allgemeine Debatte. N a c h m i 11 a g s s i t z u 11 g (3 Uhr). Fortsetzung der allgemeinen Debatte. Aben dsi tzung (9 Uhr). Referat Leo Motzkin: ״Das neue Palästina.״ Montag, den 15. Juni: Vo r m i 11 a g s s i t z u n g (9*/2 Uhr präzise). 1. Referat Dr. Zlocisti: ״Eine deutsche Achusa.“ 2. Debatte über die beiden Palästina-Referate, 3. Initiativanträge der Delegierten. 4. Wahl a) des Geschäftsführenden Ausschusses, b) des Zentralkomitees, c) der deutschen Mitglieder des Zentralkomitees der Gesaintorganisation. Sonstige Veranstaltungen. Sonnabend, den V3. Juni, abends S>;2 Ehr, im Theatersaale des Kristallpalastes: Vorführung des Palästinafilms. Montag, den 15. Juni, nachm. 5 Uhr; Zusammenkunft der Vertrauensleute des J. N.-F.; abends 8'/2 Uhr: Große öffentliche Versammlung. Dienstag, den 1(1. Juni, vormittags: Führung durch die Internationale Buchgewerbe-Ausstellung. Für die Delegierten und Gäste sind in folgenden Hotels in Leipzig Zimmer reserviert worden: Hotel Fürstenhof (ohne Frühstück M. 5,—), Hotel Bay* rischer Hof (mit Frühstück M. 6,—), Hotel Monopol und Parkhote! (mit Frühstück M. 5,—), Hotel Terminus (mit Frühstück M. 4,50 bis M. 5,—) Hotel Fröhlich (20 Betten, M, 3,— mit Frühstück), Alle Hotels befinden sich in der Nähe des Kristallpalastes. Alle Hotels sind der Ausstellung wegen überfüllt, die Preise stark erhöht. Es ist notwendig, sofort Quartier zu belegen. Für Bestellungen, die nach dem 7. Juni bei Herrn Rudolf Schick, Leipzig, Zentralstr. 7/9, eintreffen, kann keine Gewähr für Erledigung übernommen werden. Am 14. und am 15. Juni findet mittags 1 */a Uhr Ha gemeinschaftliches Miltagscssen im Hotel de Pnissc statt. (Kein Weinzwang.) Das trockene Gedeck kostet 3 M. Es können infolge der besonderen Verhältnisse in Leipzig nur solche Anmeldungen berücksichtigt werden, die bis zum 6. Juni bei Herrn Schick eiagegangen sind. . Tribünen karten. Für Gäste werden Tnbfuienkarten zum Preise von M. 0,50 aus- ״Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffent- Mch-rccWüch gesicherten Heimstätte in i'aläsiina." Baseler Programm. gegeben. Dieselben berechtigen zur Teilnahme an allen Sitzungen. Bestellungen sind unter Einsendung von M. 0,6t) (inkl. Porto) an die Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W. 15, Sächsische Straße 8, zu richten. W eile r e M i 11 e i 111 n gen z u m I> e 1 c - g i e r t e 111 a g e a 11 f Seit e 246, Erez Israel und das Galuth Von Kurt Rose 11 bäum, Berlin, Der Sprachenkampf hat uns eine überraschende Kunde gebracht: Palästina war als selbständiger Faktor aufgetreten tmd hatte aus eigener Kraft einen Kampf clurchgefochten gegen eine Organisation, die bis dahin das unbestrittene Vertrauen auch der palästinensischen Bevölkerung selbst besessen hatte. Wir alle hoffen ja, dali Palästina dereinst eine selbständige Gemeiuseliaft werde, unabhängig von fremden Ein- | fiüssen; daiiei Dal uns dieser Befreiungskampf so freudig bewegt, Wer die geschichtliche Entwieklung der palästinensischen Siedlung auch mir flüchtig überblickt, findet in dem Spraclienkampf nicht anderes als eine neue Phase jener Ent- Wicklung, die bereits begann, als sich die Koloiiien von der wirtschaftlichen Vormundschaft der Pariser Administration befreiten. Auf die wirtschaftliche Erlösung mußte die kultureile folgen. Dennoch weiß jeder Einsichtige in Palästina sein׳ genau, dal» das Land noch auf lange Zeit hinaus nicht seine eigenen Wege gelten kann, sondern in engster Beziehung zur Diaspora bleiben muß, auf die es angewiesen ist. Voriäufig ist Palästina noch immer ein Spiegelbild des Cialuth; und wie die Judenlieit des Galuth zerrissen und zerklüftet ist, so ist das leider heute auch noch die Judenlieit von Ercz-lsrael. Auch hier bekämpfen sicli die verschiedensten Parteien und hindern vielfach Fortschritt und Ent- Wicklung. Allerdings spielt sicli dieser Kampf hauptsächlich in den Städten ab und greift glücklicherweise nur wenig in die Kolonien über.!Daher ist es bezeichnend, daß der i iilfsvcrcin sicli jetzt vollständig aus den Kolonien zurückgezogen hat, weil der gesunde Sinn der jüdischen Landbevölkerung sicli unwillkürlich unserer Organisation zuwendet, wo er ein besseres Verständnis für seine nationalen Hoffnungen und Wünsche findet. Der Kulturkampf spielt sich vornehmlich nur in Jerusalem, Jaffa und zum Teil auch in Haifa ab. Wir haben früher die Gefahrliehkeit der Arbeit nichtnationaler Organisatiöiien in Palästina allzusehr unterschätzt; wir waren noch ,glücklich, daß außer uns auch andere jüdische Institutionen in Palästina arbeiteten und haben diese Arbeit vielfach gefördert. Jetzt sehen wir, daß diese Arbeit niemals zum Segen der Bevölkerung war, sondern uns im Gegenteil die Lösung unserer Aufgaben, an die wir jetzt schreiten müssen, nur außerordentlich erschwert hat. Wie sehr jede Partei und jede Gruppe des Galuth bemüht ist, ihre Interessen, Tendenzen und Absichten in Palästina durchzusetzen, ersieht man am besten an dem Beispiel der extrau separatistischen Frankfurter Orthodoxie. Man sollte es nicht für möglich halten: Sie will mit aller Gewalt den Separatismus, den sie hier in Deutschland verfolgt, nach Palästina verpflanzen. Sie sucht das durch Einrichtung von Schulen (wie in Pcthach Thikvvah) zu erzielen, wo sie geradezu einen Teil der Bevölkerung gegen den anderen aufhetzt und nicht westeuropäisclie Bildung verbreitet, wie sie vorgibt, sondem häßlichste Unkultur, die selbst orthodoxe Juden aus Deutschland abstößt. Keiner der Lehrer an der Talmud Thorali-Scluile zu Pcthach Thikwnh hat eine regelmäßige Schulbildung genossen, und auch an der Mädchenschule wirken Kräfte, die nicht einmal eine ordentliche Volksschule absolviert haben. Den Kindern wird verboten, die Bücher aus der Bibliothek der Kolonie zu benutzen. Man versucht, sie in jeder Weise von den Kindern der anderen Schulen zu separieren. An dem gesunden Instinkt der jüdiseben Jugend scheitern zwar alle diese Versuche, aber um so stärker ist der Kampf zwischen einem Teil der älteren und der jüngeren Generation entbrannt, der natürlich nur Schaden bringt. Es ist uns vielfach auch von Gesinnungsgenossen der Vorwurf gemacht worden, daß wir einen Kampf gegen alle begonnen hätten. Wer jemals in Palästina gewesen ist, hat begriffen, wie notwendig dieser Kampf ist, wie wir nimmer dulden können, daß andere Organisationen schädliehe Tendenzen nach Palästina übertragen, wo sie natürlich viel gefährlicher sind als hier und unsere Bemühungen um Jahrzehnte zuriiekwerfen können. Wir müssen der Zersplitterung, die in Palästina noch herrscht und die durch die Konkurrenz der verschiedensten Organisationen, Alliance, Hilfsverein, Frankfurter Orthodoxie, Chalukali usw., hervorgerufen wird, unbedingt ein Ende machen und dürfen mir die Arbeit solcher Organisationen zidassen, die gewillt sind, gemeinsam mit unseren Organen, in der Erkenntnis unserer größeren Erfahrung und un* serer besseren Methoden, zu arbeiten, wie dies seit einiger Zeit der Kolonisationsverein Esra in Berlin tut. Zuvor allerdings, das muß hier rückhaltlos gesagt werden, muß die Zentralisierung unserer eigenen Institutionen durdigeführt werden. Die Rivalität zwischen den einzelnen Institutionen, wie Palästiaaumt, Bank und Odessacr Komitee, muß ein Ende haben. Diese Art von Konkurrenz ist nicht förderlich, sondern schädlieh. Der nächste Kongreß muß hierin den so lange ersehnten Wandel schaffen. Es gibt ja wichtige Fragen genug in Palästina, an deren Lösung die zionistische Organisation mitarbeiten muß, wie die Arbeiterfrage. Aber ich sprach Arbeiter, die mir erklärten, daß sie ihre eigenen Sorgen, die wahrlich dringend genug sind, gern zurückstellen wollten, wenn es der zionistischen Organisation und Leitung, zu der sie volles Vertrauen haben, gelinge, die Bankfrage endlich in zufriedenstellender Weise zu lösen; denn sie sähen ein, daß auch die Arbeiterfrage mit all den anderen Fragen aufs Engste Zusammenhänge. Ein einheitliches Zusammenwirken aller zionistisehen Institutionen wird das mühsam erworbene Prestige der Organisation bei der jüdischen Be* völkerung Palästinas stärken und unsere Stellung im Lande zu einer allen anderen Organisationen weitaus überlegenen machen. So ist die gesunde Entwicklung Palästinas noch vielfach abhängig von einer innerlichen Er* Stärkung der zionistischen Organisation durch Förderung ihrer Einheitlichkeit und durch eine