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Jüdische Rundschau · 1914-05-29 · Heft 22 (29.5.1914) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 22 (29.5.1914)
Date
1914-05-29
Page
– (sequence 11)
Language
German
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BEIBLATT Nr. 21/22 ף ר״;0/ 0ן ר־^ ^—"ן ^די jr*> r*'“- f ־•־״—־■^; •; j | p :! ־** י %lm.tJ L. m S&&P ם ם ם ם ם ם ס ס ם ם IN HAI T 1..1.J'l~ inoDoaoaooa Die Tätigkeit der jüdischen Aerztegcselischaft Palästinas. (Schluß.) ~ Ucber Radikalismus und Opportunismus. Von Dr. Oswald Löbl, Karlsbad, Die Tätigkeit der jüdischen Aerztegcselischaft (Schluß.) em r; Eine besondere Sitzung war den Jemeniten gewidmet. l)r, Moscowitz konstatierte, daß in K e c h 0 h o 111 die Mor• talitiit dev Jemeniten nicht größer sei ats die der Aschkcn.isim. Die Jemenitin entwickle sich schneller als der Janenitc, sic erlerne in kurzer Zeit alle häuslichen Arbeiten, gewählte sich an Sauberkeit und begnüge sich auch bezüglich der Nahrung nicht mehr mit einem Minimum an Quantität und Qualität. Die Hebung des Gesundheitszustandes bei den Jemeniten gehe also von den Frauen aus. Die ärztliche Hilfe sei in der Weise zu organisieren, daß sieh innerhalb jeder jemenitischen Siedlung eine Apotheke befinden sollte. Der Kolouiearzt soll hier täglich mindestens eine Stunde weilen. Besonders nehme die Zahl der Trachom-Kranken unter den Jentcnitcn zu. Die Herren Dr. K rinkin und J. Feld mann wurden ersucht, einen Fragebogen bezüglich der sanitären Zustände bei den Jemeniten auszuarbeiten, der nachher in einer der folgenden Sitzungen genehmigt und an sämtliche Kolonieär2tc versandt wurde. Ein sehr instruktives Referat hielt Dr. Moscowitz über Turnen in der Schule vom medizinischen Gesichtspunkte. Das Referat ist int lieft Nr. 4 der ״Mitteilungen" abgedruckt. Weitere Sitzungen waren den Fragen der Bauordnung gewidmet. Sonst enthalten die Helte nocVt verschiedene medizinische Aufsätze, einen Aufsatz über Paul Ehrlich, Bücherhcsprechungcn und Bibliographie, Daß durch das Erscheinen dieser Mitteilungen die hebräische Terminologie für das Gebiet der Medizin wesentlich gefordert wird, versteht sich von selbst. Dies kam bereits den Konferenzen der Aerzte in Jaffa und Jerusalem zustatten, die kürzlich stattfanden und über die im nachfolgenden referiert werden wird. Von der sonstigen Tätigkeit der Gesellschaft erwähnen wir, daß sie für ihre Mitglieder eine einheitliche Krankenregistratur geschaffen hat, was erst eine riehlige statistische Bearbeitung des vorhandenen Materials ermöglichen wird. II. Dank dem Zusammenschluß der Aerzte, konnte man auch daran gehen, periodische Konferenzen der Aerzte zu veranstalten. Auch dieser Gedanke war bereits in früheren Jahren angeregt worden, es fehlte aber damals an einem ausführenden , Organ. Die Notwendigkeit eines mündlichen Austausches von > Gedanken und Erfahrungen braucht wohl nicht erst begründet zu werden. Solche Beratungen der Aerzte finden überall in den Kulturländern statt und haben wesentlich zur Förderung der medizinischen Wissenschaft und Praxis beigetragen. Hier in Palästina, wo der Arzt in gewissem Sinne noch Pionierarbeit zu leisten 11.1t, sind Konferenzen der Aerzte erst recht eine unbedingte Notwendigkeit. Wir haben nun vor kurzer Zeit zwei Tagungen der jüdisehen Aerzte Palästinas in Jaffa und Jerusalem gehabt, die die Teilnehmer sehr befriedigt haben. In Jaffa wurde die jährliche Generalversammlung der Aerzte-Gescllsehaft abgehalten, woran sich medizinische Referate und Aussprachen schlossen. Außer• den Jaffacr Acrzten nahmen an dieser Ver- Sammlung noch die Herren Dr. Waitz und Dr. Scgall (Leiter der, Rothschild-Hospitals) aus Jerusalem, Dr. David aus Jibnael (Jemnia) in Galiläa und Dr. Masel aus Ain- Oaniiii teil, Dr, Moscowitz aus Rechobath, der über die sanitären Zustände unter den Jemeniten referieren sollte, traf leider nicht rechtzeitig ein, Ebenso hat Dr. Hillcl Joffe sein Referat über die Malaria der Versammlung schriftlich schicken müssen. In der Eröffnungsansprache sagte Dr. Pucliowsky, daß die diesjährige Generalversammlung bereits im Januar . hätte stattfinden sollen; sie sei auf das Frühjahr verlegt vvorden, weil zu dieser Zeit die Aerzte in der Regel nicht so sehr von ihrer Berufstätigkeit in Anspruch genommen sind. Nacli der Wahl eines Präsidiums, bestehend aus den Herren Dr. Stein, Dr. B o r 0 c 110 w und Dr. N i d c 18 o 11 n , referiert Dr. David über Schwarzwasserfieber. An dieses Referat schließt sich ein weiterer Bericht von Dr. Segatl über eine neue von ihm und Dr. David angewandte chininlosc Heilmethode für Malaria (Chlorhydrate d'emetiue), bei der sic gute Resultate erzielten. Da bei verschiedenen schweren Formen der Malaria die Heilung durch Chinin nicht durchführbar ist, so kommt der neuen Methode eine besondere Bedeutung zu. In der anschließenden Aussprache wurden die Mitglieder der Gesellschaft aufgefordert, sich für dieses Verfahren zu interessieren und ihre Beobachtungen mitzuteilen, — Uebcr die Tätigkeit der Gesellschaft im letzten Jahre berichtet Dr, S c h e r in a n n. Er erwähnt u. a. die Herausgäbe der Hefte, von denen im vorhergehenden die Rede war, die Ergebnisse einer Untersuchung über die Trachomkränklich in den palästinensischen Schulen, verschiedene Maßnahmen bei Ausbruch epidemischer Krankheiten, Es wurde auch eine statistische Aufnahme der Geburten und der Mortalität in die Wege geleitet, ferner die Veranstaltung populärer Vorträge über Hygiene usw. Die Bibliothek der Oe- Seilschaft entwickle sich befriedigend, ebenso verfüge jetzt die Gesellschaft über verschiedene medizinisch« Instrumente.

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