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Jüdische Rundschau · 1914-05-21 · Heft 21 (21.5.1914) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 21 (21.5.1914)
Date
1914-05-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 224 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 2t III. Tag: Vormittagssitzung (10—1 Uhr): Rcfcrate: 1. Unparteiischer Nationalismus; 2. UnserVerhältnis zu anderen Studentenorganisationen. Nachmittagssitzung (3—7 Uhr): 1. Referat: Palästina■ Arbeit. Der neue Jischub im Programm des ״Hecliawcr“; 2. Diskussion über das Referat; 3. zweites Referat: Die kulturell-erzieherische Tätigkeit des ״Hecliawer״. .... IV. Tag: Naehmittagssitzung (3—7 Uhr): 1. Referat: Presse und Propaganda; 2, Diskussion über die Referate 3 und 1. V. Tag: Vormittagssitzung (10—1 Uhr): 1. Referat: Orgaiiisationsfragen; 2. Diskussion über das Referat. Nachmittagssitzung (3—7 Uhr): 1. Rcsolutionen; 2. Wahl des neuen Zentralkomitees; 3. Varia; 4. Schließung der Konferenz. Vom Jüdischen Verlag I )je Biographie T h c o d o r 11 c r z I s von Adolf Friede man n ist bereits im Druck, Der!Text, der ca. sieben Bogen im Format der ״Glückcl von Hameln“ hat, wird durch einen äußerst wertvollen Anhang bereichert. Darin werden eine Reihe von Urkunden und hcrzlbriefcn veröffentlicht, die entweder für 1 lerzls ,Persönlichkeit charakteristisch sind oiler sonst historische Bedeutung haben. Ganz reizend sind die von dem vierzehnjährigen I lerzl verfaßten Statuten des literarischen Schüler Vereins ״Wir". •Von dcit zehn Briefen sind die aus der Zeit des ersten Kongresses, dem schönsten Abschnitt aus 1 lerzls zionistischem Leben, besonders anziehend. TURNEN und SPORT Berlin. Die R u d e r n b t c i 111 n g der Vereine Jüdischer Studenten hat in Ober- Scltoneweide das Grundstück Osteudstr. 21a bezogen. Sie besitzt dort neben ausreichenden Boots, und Clubrüuiucif einen großen Garten, der den Auleuthall im neuen Bootshaus besonders angenehm macht. Da die Abteilung in diesem Jahr ihr Bootsmalerial wesentlieh vermehrt hat . es wurde u. a. ein Rennvierer angeschafft, ist sic in der Lage, ihre Tätigkeit wesentlieh zn erweitern. F.s sind auch bereits eine große Anzahl neuer Mitglieder aufgenommen, deren AusbiUlung gute Fortschritte macht. Die ei forderlichen Bauariieiieit am neuen Bootshaus sind von Dip.-lug. Fritz Schlesinger ausgeführt worden, Berlin. Der Ruderklub ״I v r i a“ leierte am 10. Mai sein Stiftungsfest. Trotz, des unfreundlichen Wetters waren die Freunde der jüdischen Ruderei zahlreich erschienen und begrüßten vom DnmpiTr aus unsere Flotte, die von dem jüdischen Drcadnotighi, dem Achter ״Bar Koehba“, geführt wurde. In Müggelheim, dem Ziel des Ausflugs, wurde der Tag mit Tanz und -Spiel verbracht. Die Festrede hielt der 1. Vorsitzende des Clubs, Reclitsanwalt Exilier; er wies auf die Erfolge hin, die in fünfjählager Arbeit erreicht sind und schloß mit einem frohen Ausblick in die Zukunft. Namens der zionistischen Organisation gratulierte Herr Rechts• anw alt Klee zum Geburtstage. Berlin. Am Sonntag, dein 17. Mai, cröffueie der Jüdische Turnverein Bar Koehba seinen neuen Sportplatz durch ein großes Turn- und Sportfest. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Grcifen ha gen, sprach die Eröffmmgswortc, Herr Dr. Franz Oppenheimer hielt die Festrede. An dem Einmarsch der Teilnehmer waren über 1200 Personen heleiligt, darunter auch mehrere hundert Wanderer und Wanderinnen vom Jüdischen Wamlerbniid Blau-Weiß. Die Hebungen, Spiele und Wettkämpfe boten dem zahlreichen Publikum ein immer weehscIikIck, interessantes Bild. Hamburg. Am 19. April trat der Hamburger Bar Kochlia zum zweiten Male seit seinem Bestehen mit einem allgemeinen Schauturnen vor die Oeffcutlichkeit. Der Verein hat seine aktive Mitgliederzahl nahezu verdoppelt und so kam es, daß die größte Turnhalle des Deutsches Reiches, die Halle des Eimsbüttlcr Turnverbandes, knapp die Anzahl der Turner zu fassen vermochte, 280 Mitglieder der Damen-, Herren- und Jugendabteilung marschirrten ein und traten zu gemeinschaftlichen Uebungen an. Das Schauturnen war gut besucht und erfreute sich des lebhaften Interesses der jüdi* sehen wie auch der nicht jüdischen ()Öffentlichkeit; wir können es als einen Erfolg betrachten, der uns zur weiteren Arbeit anspornt. Ein zwangloses Zusanimcnscin vereinte am Abend die Mitglieder, die trotz der anstrengenden Turnübungen im Tanzen nur eine Erholung sahen. AUS DEN GEMEINDEN Jüdische Fortbildung der schulentlassenen Jugend Ein emeritierter Lehrer aus der Provinz schreibt uns: ״Ich möchte auf einen Mißstand hinweisen, den ich in der kleinen Gemeinde, in der ich wirkte, zu beobachten Gelegenheit hatte. Viele junge Leute gehen, nachdem sic die Volksschule verlassen haben, von hier in die kaufmännische Lehre nach Berlin. Es ist nun selbstverständlich ganz ausgeschlossen, daß bei solchen jungen Menschen die religiöse Ucber- Zeugung und das jüdische Bewußtsein hereits so gefestigt und stark ist, daß cs allen fremden Einflüssen gegenüber standhalt. Ich habe diese jungen Leute, wenn sie auf Urlaub nach Hause kamen und ihre alten Lehrer besuchten, beobachten können und habe gesellen, daß in der Großstadt sehr häufig das mühselige Erz.ichinigswerk der Kleinstadt-Schule in jüdischer Beziehung vernichtet worden ist. Der Grund war, daß ihnen in der Großstadt die richtige Gelegenheit zu religiöser und jüdisch-allgemeiner Fortbildung fehlte. Ich habe in der ״Rundschau“ gelesen, daß der Neue Jüdische Geincindcvercin durch sein Wirken und sein ständiges Mahnen manches erreicht hat. Noch nicht erreicht worden ist aber, und darauf möchte ich heute hinweisen, daß von seiten der Berliiier jüdischen Gemeinde in ganz systematischer Weise für die jüdische Fortbildung der schulcntlasscncn Jugend durch in allen Stadtteilen stattfindende, genügend bekannt gemachte, regelmäßige Kurse gesorgt wird, Ich habe mit großem Interesse von der wirklich entsetzlichen Tatsache Kenntnis genominell, daß viele Tausende jüdischer Kinder in Berlin ohne Hebräisch aufwachsen. Das ist schlimm, sehr schlimm und eröffnet traurige Ausblicke. Aber ebenso schlimm ist cs, scheint mir, wenn die Kleinstadt eine gilt erzogene jüdisch anhängliche Jugend nach Berlin gibt und wenn dort den nivellierenden Einflüssen der Großstadt seitens der Berliner jüdischen Gemeinde nicht dadurch ciitgcgcngcwirkt wird, daß Einrichtungen geschaffen werden, die geeignet sind, die Jugend dem Judentum zu erhalten. Die Aufgabe, auf deren Lösung ich heute hinweisen möchte, ist wirklich nicht so schwierig. Es fänden sich sicherlieh genügend tüchtige Theologen und Pädagogen, die es verstehen würden, in geistig anregender Weise der reiferen Jugend zu zeigen,* daß das Judentum eine Auseinandersetzung mit den Zeitströmungen, auf welchem Gebiete auch immer, nicht zu scheuen hat, Berlin hat heute weit über 150(100.Juden. Es umfaßt also bald ein Drittel aller deutschen Juden. Geht die in Berlin aufwachsemle reifere Jugend verloren, so ist das für das gesamte deutsche Judentum der grüßte Schlag. Wenn ich von hier aus .auch nicht übersehen kann, ob Ihre Korrespondenten recht haben, wenn sie sagen, daß manches in den letzten Jahren in Berlin besser geworden ist, das eine weiß ich, und zwar aus ureigenster Erfahrung, daß große, wichtige Gebiete, wie zum Beispiel das der Für- | sorge für die reifere Jugend, noch nicht diejenige i Beachtung gefunden hat, die es unbedingt finden I muß. Alle freiwillige Vereinstätigkeit, so dankbar sie zu begrüßen ist, wird niemals •- da die Mittel und die Autorität fehlen das leisten können, was die jüdische Gemeinde als solche leisten kann. Mögen die lleiren des Neuen Jüdischen Gemeimievereius, in dessen Programm ich die Fürsorge für die schulentlassene jüdische Jugend zu meiner Freude auch gefunden habe, dieser Aufgabe ganz besondere Aufmerksamkeit zuwciulcn,“ Berlin. Unser wackerer Gesinnungsgenosse, Herr David l< a I i sc 11 e r, Charlottenburg, feiert am 24. Mai seine goldene Hochzeit, Wir gratulieren herzliclist. Hohensalzn. Unter einer Beteiligung, die Hohensalza bei ähnlichen jüdischen Veranstaltungen noch nicht sah, fand am Donnerstag im Kino-Salon die Vorführung ries großen P a I ii s t i n « f i I in s statt, Aus <1011 Nachliarsiadten waren die Gesinnungsgenossen herheigeeilt, um das neue jüdische Leben in Palästina, wenn auch nur auf der Leinwand, keimen zu lernen. ׳ Nicht nur Juden, sondern auch eine große Anzahl von Christen wohnten der Vorstellung bei mul folgten mit Interesse und Verständnis den vorüberziehemlcn Bildern, Allen denen, die der Vorstellung beigewohnt haben, wird der Abend noch lange in Erinncrung bleiben. VEREINS-RUNDSCHAU Berlin. Mitgliederversammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung atn Montag, dem 25. Mai, abends 9 Uhr, im großen Saal des Tiergartenhof (Bahnhof Tiergarten). Thema: ״Die Fortschritte der Palästina-Arbeit.“ Bericht von Hcrrn.Kurt Blume nfcld über seine Palästina "reise. Nach dem Vortrag findet Diskussion statt. Berlin. Am Dienstag, dem 2ö. Mai, abends 7 Uhr, findet im Verwaltungsgebäude (Sitzungssaal' der jüdischen Gemeinde, Roscnstr. 2-4, die GeneralVersammlung der Alliance Isradlite Universeile, Lokal-Komitee Berlin, statt. I Breslau. ״Verein der Zionistischen Jugend." Um unseren Mitgliedern die Teilnahme an dem gegenwärtig in der hiesigen zionistischen Ortsgruppe stattfindenden Palästina-Kursus zu ermöglichen, findet unsere nächste Zusammenkunft erst am Montag, dem 25. d. M. statt, Diskussionsthema: ״Jüdische Religion.“ Breslau. Zionisten treffen sich beim ״hcbrälsehen Stammtisch“, alle Montagabend von 9 Uhr ab im Cafö Vier Jahreszeiten, blaues Zimmer. Leipzig. Zionisten treffen sich jeden Dienstagabend, Pension Roscnthal, Uferstr, 11. Magdeburg. Zionisten verkehren täglich im Re■ staurant Katz, Breiter Weg. München. Die Mitglieder der Zionistischen Ort«- gruppe haben seit geraumer Zeit ihren Stammtisch 1m Cafd Luitpold, Briennerstraße, wo sie sich jeden Donnerstag, um 1/89 Uhr abends, treffen. Auswärtige Gesinnungsgenossen und Freunde sind als Gäste stets willkommen. Mannheim. Die Zionisten treffen sich jeden Dienstag, abends 9 Uhr. im Restaurant der August- Lamcy-Logc, C. 4. 12. Stettin. Regelmäßige Zusammenkünfte der Zionisten beim Vorsitzenden der Ortsgruppe, Herrn Hermann Jacob, Turncrstr. 10, Eingang Arndtstraße, an jedem Freitag 9 Uhr. Fremde Zionisten stets willkommen. Straßburg (Eis.). Zionisten treffen sich jeden Mittwochabend im Cafe Piccadilly (Kleberplatz). Saarbrücken. Zusammenkunft der Zionisten jeden eisten und dritten Dienstag im Monat, in den Gescllschaftsrätimcn des Schloß-Cafes, Victoriastraße, abends 9>/.י Uhr. Wiesbaden. Zionisten treffen sich jeden Mittwoch abend um 9 Uhr im Cafd Berliner Hof. Plauen. Die Plaucncr Gesinnungsgenossen treffen sich zwanglos jeden Donnerstag Abend von 9 Uhr ab im Cafe Central, Plauen, Ncundorfcr Str. Nürnberg. Jeden Donnerstag, abend 9 Uhr, Stammtisch im Cafe Central. Die ״Welt" liegt im Cafe Habsburg, Gisela und Central auf. Bcutlicn (O.-S.). Zionisten treffen sich jeden Mittwoch abend Cafe Jusczyk oben. Herr Elans Kirscliner übernimmt gern die prompte Weiterbeförderimg von Nationalfonds-Spenden. Braunsclnvcig. Zionisten treffen sich jeden Donnerstng, abends yp) Uhr, im Cafe Lüek. Königsberg I. Pr. Die Mitglieder des Vereins ״I v r i a“ treffen sich jeden Dienstag um 9 Uhr abends im Cafe Demel, Kaiserstr. 46, wo ihnen ein separates Zimmer zur Verfügung steht. Cüthcn (Anh.). Zionisten treffen sich jeden Mittwoeli. abends 8'/2 Uhr, in Heidenreichs Restaurant, Magdeburger Straße 4. Myslowitz. Zionisten treffen sich jeden MittwoCli, abends 9 Uhr, in der Konditorei von Silberstein. Rybnik (Ob.-Schl.). Zionisten treffen sich jede■ Donnerstag, abends 9 Uhr, in Bcrtholds Cafd. * Berlin. Im Zionistischen Jugend verein sprach Herr Heinrich Margit lies über die zionistische Jugendbewegung und den Leipziger Dclcgiertentag. Cr gab eine zusammenhängende Dar- Stellung der bisherigen Entwicklung, unseres VerhuHnisscs /.um Verbände der neutralen Jugemivereine und schließlich der augenblicklichen Tendenzen, welche zu einem Zusammenschluß der Zionistischen Jtigemlvercine drängen. Der von ihm vorgdegte Organisatioiisplan (s. Artikel in dieser Nummer) gab zu lebhafter Auseinandersetzung Anlaß, an welcher sich die Herren Hans Goslar, Lewinski, Hugo Herrmanu und Edmund l.cvy beteiligten. Der dicswöchent* liehe Donnerstag-Abend fällt aus. Dagegen findet an diesem Tage eine Wanderung statt. Au jedem Sonntag stehen den Mitgliedern zwei schöne Tennisganz mäßige Gebühr (M, 3, pro Monat) für den ganzen Tag zur freien Verfügung. Anmeldung auf dem Platz genügt. Posen. Am 10. Mai fand in Posen eine Konferenz der O r t s g r ti p p e n v o r s t ä n d e des Poscner Zionistischen Griippcnvcrbandcs statt, bei der die Vertreter der Ortsgrnp|H■!! Posen, Lissa, Sander, Wronkc, Seliönlaiike, Giiesen und Bricsen anwesend waren. Den Vorsitz führte Herr Krause- Posen. Die Ilauptgegeiistünde der Beratungen waren: Jugendpropaganda und Jugendarbeit, Arbeit in den kleineren Gemeinden, Parteipresse, Ddcgicrtcntng, Die Tagung nahm einen durchaus befriedigenden Verlauf; die nächste Konferenz findet im Oktober statt. Nordhausen. Am 14. Mai sprach hier Herr Reinhold Warburg in einer zahlreich besuchten Versammlung über ״Tagesfragen“. An der anschließenden Diskussion beteiligten sich auch einige Nichtzionisten, wodurch sich der Abend recht intcrcssant gestaltete. Leipzig. Trotz der kurzen Zeit, die seit ihrer Gründung verstrichen ist, trat die Zionistische Fr au en gruppe zu Leipzig wiederum zusammen und veranstaltete am 11. Mai eine öffentliche Ver- Sammlung mit einem L i cht b i Id e r vo rt r ag, der von der Begründerin und ersten Vorsitzenden der Fraucngruppe, Frau Johanna Birscn gehalten wurde. Der Abend hatte einen schönen Erfolg. München. Am 14. Mai sprach in der Zionistisehen Ortsgruppe Herr Dr. Raphael Straus über ״die neuesten Kritiker des Zionismus“. Er behandelte die letzte Broschüre des Antiz.ionistisclien Komitees und die Schrift der Herren Doktoren Landauer und Weil ״Die zionistische Utopie“. In der Diskussion wies u. a. Herr Arnold Zweig auf einen dritten, viel wichtigeren, weil positiven Gegner, die sogenannten Alljudcn hin. Dieses Thema wurde jedoch nicht weiter erörtert, da die Absicht besteht, ihm einen eigenen Abend zu widmen. — Die in derselben Versammlung vorgenommenen Wahlen zum Dclegicrtentag ergaben als Vertreter der Münchner Ortsgruppe: Dr. Elias Straus und Dr, Ludwig Wa sse rm a n n. t I 1 1; ו f $

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