Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIX (1914)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1914)
- Date
- 1914-05-15
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2651869-2651890--09640-2666981- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 20 JUEDISCHE RUNDSCHAU Stsit» 51 L |ct isr km km fen, (eu len tu- ÜI- Ich Ititrk ein ,i!1 ftv. u!- Ule hr- ICil di* len jen ets 5re ere inen, las Die ig* die >ra len icr ste ig« idc an Ina vir die icn liC) ii 101« fe int- »cl! JUl' Igllc!,r ist• (sc1 SSc et; 4 ge- ' icn?er len Jur :he fei! f i 1 4 zur Schaffung gesunder, realer Lebcnsbcdingungen besteht, nur auf heimatlichem Boden ist die Kraft gegeben, die für ideell-nationale Forderungen Jung und Alt zu einmütigem und geschlossenem Auftreten zusainnienfaßt. Nur durch dieses Volksbewußtsein erklärt sich auch die nierlnviirdigc Tatsache, daß in den Bevölkerungsschichten des Ostjudentunis aller Riehtungen, auch da, wo die national-hebräischen Tendenzen alles andere als Freunde besitzen, der Kulturkampf in Palästina ein einheitliches Gefühl hervorgerufen hat; die Achtung vor dem von Ercz Israel kommen* den volkstümlichen Gedanken. Das war die starke Lehre des Sprachenkampfes: die Willensäußerung des volkstümlichen Judentums, die wiederum bekundete historisch natürliche Zusammengehörigkeit von Volk und Land in Gegenwart und Zukunft, Die Tätigkeit der jüdischen Aerztegesellschaft Palästinas 1 Mit einem gewissen Zagen nahmen einige jüngere jütlischc Aerztc in Palästina vor zwei Jahren die Organisationsbestrebungen wieder auf. W i e d e r; denn schon vor vielen Jahren hat Dr. Hiliel Joffe auf die Notwendigkeit des engeren Zusammenschlusses der Berufsgenossen lungewiesen. Daun kam Dr. K o 11 a n - B e r n s t c i n ins Land, der in Rußland für die Schaffung der dortigen zionistischen Organisation das meiste geleistet hatte, und erneuerte diese Bemühungen. Aber die Zeit war noch nicht reif. Noch fehlte cs an den nötigen Kräften. Den Jüngeren büeb es Vorbehalten, zu erfüllen, was die Vorkämpfer erstrebt hatten . . . Auch der Laie, dem die eigentliche medizinische Wissen- Schaft verschlossen ist, gewinnt Achtung vor der Jüdischen Aerzte-Gesellschaft (die 32 Mitglieder zählt, erst auf eine zweijährige Tätigkeit zurückschaut und über sehr beschränkte Mittel verfügt), wenn er die fünf Hefte der ״Mitteilungen“, die bis jetzt (in hebräischer Sprache) erschienen sind, aufmerksam liest. Da das erste Heft seinerzeit in der ״Welt“ eingehend besprochen wurde, soll hier noch der Inhalt der ührigen vier Hefte kurz skizziert werden. Das Doppelheft ' Nr. 2—3 wird mit einem . längeren Aufsatz von Fräulein Dr, B c 1 k i n d über die statistischen Ergebnisse der Behandlung von 1000 kranken Frauen eingeleitet, Fräulein B e 1 k 1 n d hat ihre Praxis iin April 1006 in Jaffa aufgenommen und wurde bald auch von den Behörden als amtliche medizinische Gutachter^ herangezogen. Ihre Registratur, die sic erst am 5. Oktober 1906 anlegtc, bezieht sich bloß auf die Kranken, die sic in ihrer Sprechstunde aufsuchten. Von den 1000 Patientmnen, die in sechsjähriger Praxis vermerkt wurden, waren 229 jüdische, 137 christliche und 634 islamitische Frauen. Dies I ist darauf zurückzuführen, daß die islamitischen Frauen sich ן nur in den seltensten Fällen von männlichen Aerzten beltandein lassen. Dazu kommt, daß sifc von den elementarsten Begriffen der Hygiene keine Ahnung haben. Auch tragen die barbarischen islamitischen Hebammen das ihrige zur Vermehrung der Frauenkrankheiten unter ihren Glaubensgcnossinnc» bei. Es eröffnet sich daher der jüdischen Aerztin, die der arabischen Umgangssprache kundig ist, ein weites Feld zu segensreicher Betätigung, Auf die rein medizinischen Ergehnissc dieser Statistik kann hier nicht eingegangen werden. — Auch der zweite Aufsatz dieses Heftes entstammt der I Feder einer Aerztin; der Frau Dr. J 0 n as - Q u t m a n n. Sie berichtet über die chirurgische Arbeit im jetzigen Jaffaer jüdischen Hospital, Die Beschaffenheit dieses Hospitals, in dem fast alle Behelfe für eine regelrechte Operationsarbeit fehlen, macht die chirurgische Tätigkeit zu einer sehr schwierigen. Um so erfreulicher ist es, daß die 46 schweren Operationen, die dort ausgeführt wurden, einen glücklichen Ausgang hatten. Frau Dr. Jonas-Outmann, die Aerztin des Hospitals, gibt die 46 Fälle einzeln an und kommt zu dem Schluß, daß Jaffa und Umgebung einer chirurgischen Klinik genügend Arbeit geben könnten. Uebcr den Kampf gegen die Malaria, besonders durch Chinin, in den früher durch diese Krankheit hcimgcsuchtcii Kolonien Atlit, Jessod Hainaala und Mischmar Hajarden berichtet Dr. H. Joffe. Das Doppelheft bringt ferner die Protokolle von elf Sitzungen der Jaffaer Gesellschaft. Hier können nur die Verbandlungsgegenstände von allgemeinem Interesse erwähnt werden. Dr. Chissin hält die Abhänge des Berges am Tiberiassee für die geeignetste Stätte zur Errichtung eines Sanatoriums, besonders für Lungenkranke,• Dr. Puchowsky referiert über eine längere Galiläarcise, die er mit einem Teil der Schüler des Jaffaer Gymnasiums unternommen hat. Er kommt dabei vom medizinischen Standpunkte zu folgenden Schlüssen, die jetzt, in der Saison der Palästinareisen, auch von anderen beachtet werden sollten: 1. Bei einem großen Ausflug sollen nur gedeckte Wagen benutzt werden. Die üblichen Leiterwagen sind besonders auf holprigen Wegen für die Gesundheit der Kinder nachträglich und gewähren auch gegen die Unbilden des Wetters, Klimas uSw. keinen Schutz. 2, Unter den jetzigen Verhältnissen dürfen an einem größeren Ausflug höchstens 40 Schulkinder teilnehmcn. 3. Ein gemeinsamer Ausflug von Knaben und Mädchen ist nicht zu empfehlen, 4. Alles Ermüdende (wie langes Tanzen) sowie alles, was die Nerven reizt, ist bei Schulausflügen sorgfältig fernzuhaltcn. In einer Sitzung wurde die Gründung eines neuen Hospitals beraten und die Grundsätze für die Beteiligung der medizinischen Gesellschaft festgesetzt. Dr. H. J 0 f f e erstattete ein eingehendes schriftliches Referat über die Aufgabe des Arztes im Kampfe gegen Malaria und Trachom. Anläßlich des Referates von Fräulein Dr. B e l k i n d über ihre medizinischen Erfahrungen unter der islamitischen Bevölkerung wurde von verschiedenen Aerzten konstatiert, daß die Araber an sich für die Heilung geeigneter sind. Namentlich berichtete Dr, Krinkin, daß er als Augenarzt bei den Arabern auffallend günstige Resultate erzielt hat. Dr. Puchowsky zieht zum Vergleiche die russischen Bauern heran, die nach seinen Erfahrungen bei Krankheiten nur in geringem Maße widerstandsfähig sind. In den beiden Heften Nr, 4 und 5 werden ,weitere Protokollc von elf Sitzungen veröffentlicht. Dr. Krinkin rc feriert über die epidemischen Augenkrankheiten in Aegypten. Im Anschluß an ein Referat von Dr. J aco bsoh n ־Paris über Tuberkulose meint Dr. Mo scowitz, daß man Tuberkulösen jetzt weder in ihrem eigenen, noch im Interesse der hiesigen Bevölkerung den Aufenthalt in Palästina empfehlen könne. Dr. Wclzbard-Rlschon le-Zion ist ebenfalls dieser Ansicht. Dr. Puchowsky ist weniger pessimistisch. Die Ucbertragung der Krankheit werde hier durch das Sonnenlicht und den heißen, trockenen Sand gehemmt. Bei den kranken Einwanderern sei die Verschlimmerung ihres Zustandes auf Zu- Der Iriroii