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Jüdische Rundschau · 1914-05-08 · Heft 19 (8.5.1914) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 19 (8.5.1914)
Date
1914-05-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 19 J U LiDlSCH £ RUNDSCHAU Seite 20t י Die Kunstgewcrhesehuk* mul ilic Werkstätten | ״Bezalel“ in Jerusalem \yerdeu von ilem Verein ״Bczalel“, der seinen Sit/, in Berlin I1״t, verwaltet Die Adresse des Bureaus lautet: Charlottcnburg, BleibtreustralSe 31/35. Das Schicksal Salonikis Wie voraus/usehen war. geht Saloniki, seit es unter griechischer I lerrschaft stellt, langsam zurück und mit ihm unsere (׳rolle und mächtige jüdiselie Gemeinde, da last der ganze Handel in den i liimlen unserer Glaubensgenossen liegt. Die gewaltigen Umw.il/ungcn auf dem Balkan, die sielt in den letzten zwei Jahren mit unerhörter Schnelligkeit vollzogen haben, haben bewirkt, dalt Saloniki, dessen Handel sielt unter der türkischen Herrschaft auf ein sehr!;rohes (rebiet erstreckte, jetzt vollständig von allen seinen Absatzgebieten abgeschlossen ist. Sal miki hat das ganze Hinterland, wo bisher alle Waren in Missen abgeset/t werden konnten, verloren, und in- (״!::edessen erfüllt die von Tag zu Tat; deutlicher werdende Abnahme aller (1eschäftsbezielum:;en die t'niuohuer mit großer Sorge. Das (׳eschaitliehe 1 ei•1*11 stockt vollstiindi(;: Saloniki, die ehemalige Koni.uHii unter den Städten des Orients, ist zu einem langsamen Absterben verurteilt. Unsere k'auileiite und Handwerker wandern aus.!hinderte von unseren Glaubensgenossen (!eben nach anderen Orten, wie Smyrna und Konstantmopei, um sich dort eine neue Existenz zu schaffen, und nehmen die Kapitalien mit, die unser Land hefruchten und unseren Handel heben sollten. Der Kredit, der sich auf viele Millionen belief, nimmt ah, und unsere Kaufleute arbeiten ohne Nutzen. Die Angestellten beeilen sieh, in anderen Städten imtcr/ukonuneu. Auch die kapitalkräftigen Elemente der anderen Nationen verlassen unsere Stadt, so dalt der geschäftliche Ruin unvermeidlich ist. Die Entwicklung ist, so lange Saloniki von seinem l linterlande abgeschnitten ist, unabänderlich, mul deshalb denkt man bei uns daran, die Aus- Wanderung in eine bestimmte Richtung zu lenken. Die hiesige־ jüdische Presse schlägt die Gründung einer Auswanderungsbank vor. Ein luforniationsbtirean für Palästina wird sich in nächster Zeit in unserer Stadt etablieren. ZIONISTISCHE BEWEGUNG XIV. Delegiertentag am 14. und 15. Juni in Leipzig, Kristallp a I a s t, Wi 111 e r g a r t c n s t r a fl e. Tagesordnung: Sonntag, den 14, Juni: Vormittagssitzung (92/י Uhr präzise). 1. Bericht des Vorsitzenden Dr. Arthur Hantke. 2. Begriillung durch das Engere Actions-Comitß. 3. Begrüßungsansprachen. 4. Wahl des Präsidiums. 5. Allgen,eine Debatte. Nachmittagssitzung (3 Uhr). Fortsetzung der allgemeinen Debatte. ׳ A b c 11 d s i t z u!1 g (9 Uhr). Referat Leo Motzkiu: ״Das neue Palästina." Montag, den 15. Juni: Wir verweisen auf die folgenden Paragraphen unseres Statutes: 8. )edri dpi׳ V. f. i>, luil <1114 ftknvt* WuhlredH zum De* IfKtetU'ttutgc; 1Us WahU echt Hl an die VDlicmUiny üc* *24. I.vl)i1־r.j:tlm"s;׳v limulrn. In^i'iidvct Din*, du• mit Onif hiui^iitig de* 1 ,»iidr^Yontiimtes aln 0חזיףן»ז drr 7. V. f. I י, angpb״rcn, k1״men ,ms llircr Mitte aut'i jtDH:cre I B׳lt־)!it‘r׳e rntsundin, ttu* giDlijähng »ein n1״' ״nt. I >14* ti.'if lykeit 1׳u <־im־r 1u ׳fdoeh nur Im zu einer vom |»׳u/1P.ci.־tml<־n Alu*!*grenze nmgUch, *4 0. jede OrtsjHm»p<* wählt eitieii I »Hfidfrlni. 0.tsi»n1pp<*n von mehr *'s f*0 MiU'iifttfin u.iIiHhi *y»,r1 Dm^tcrk*. < >rh(p upj11 mit mehr ah i• 10 Miii'hrilnn \*;1hle!1 für jedes aiigefAn^ent• weitere Hundert einen wctimn I >elegie!tcu, § ID. Die MilyHeder de•, l.nndesvorst.ttuh's haben Auf U m Delegierten־ tag bis zum ScitluU der Tilgung Silz und Stimme $ U. Jeder Deieuj'nle verfügt;1uf dem Dele/oertuitasr mir über eine Summe. D,0 Delegte»U׳n*\G1mL\u* %un\ nicht nberunub1־r, Die Heber* nähme des M:1mhiu durch einen Hrm1/dt׳k*ytertrn n ttH vor Hcgimt den Delcj'iei ii'iitiig(''■ m Inlyrn DieDe'rgierirnsimt an Anftilige und Instruktioiten mdil grhmuJen, Zur Uebentahme von Mandaten haben sielt bereit erklärt: l'rüulciu Rebekka Landsberger, Posen; Dr. Walter Fischer, Berlin; Walter Gotlheil, Weillenfels in Sachsen; I laus Goslar, Berlin; Fräulein Martha Bukot/er, Königsberg. Mitteilungen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland ln' einer Stadt am Niederrhein besieht durch den plötzlichen Tod eines und den Fortzug eines anderen Arztes eine gute Nicderlassungsmöglichkeit. * 111 einer größeren Stadt Oberschlcsicns bietet sieh einem jüdischen Optiker eine gute Etablicrungsmöglicnkeit. Nähere Auskunft erteilt: Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W. 15, Sachsisclte Str. 8. Nachtrag Bei der in der letzten Nr. veröffentlichten Aufstellung der Oesatnteingiingc für den Zio-! nistischen Zc11tr.ilionds aus Deutschland fehlt der Beitrag der Stadt K ö 11 i g s 11 ü 11 c mit M. 200, . Herzlbiographie Durch mehrere jüdische Zeitungen ging in der letzten Zeit eine Nachricht, die ohne Angabe von Gewährsmännern verbreitet wurde und nicht auf fielttigen Tatsachen beruht. Ls wurde gemeldet, daß eine Biographie Theodor llerzls, verfaßt von Professor Leon Kellner, dem Actions-Coinite Vorgelegen habe, das seine Einwilligung zur Veröffentlichung nicht gegeben hätte, weil die Zeit zur Veröffentlichung einiger Abschnitte pus dem Leiten Theodor I Icrzls noch nicht gekommen sei. Das Zionistische Zcutralfaurcau gibt diesen Nachrichten gegenüber bekannt, daß die Biographie des Herrn Dr. Leon Kellner dem Actions-Coinite nicht Vorgelegen hat und <lal’ das Actions-Coinite keinen Beschluß gefaßt hat, diese Veröffentlichung nicht vornehmen zu lassen. Dagegen hat sich das Engere Actions- Comite mit der Frage der Herausgabe einer kleinereu Biographie Theodor Hcrzls anläßlich seines zehnjährigen. Todestages beschäftigt und die Veröffentlichung einer geeigneten Broschüre beschlossen. Vormittagssitzung (9>/2 Uhr präzise). 1. Referat Dr. Zlocisti: ״Eine deutsche Achusa.“ 2׳. Debatte ijber die beiden Palästina-Referate. 3. Initiativanträge der Delegierten. 4. Wahl a) des Geschäftsführenden Ausschusses, b) des Zentralkomitees, c) der deutschen Mitglieder des Zentralkomitees der Gesamtorganisation. Diejenigen Ortsgruppen, die Anträge zu stellen haben, werden gebeten, dieselben baldigst dein Zentralkomitee zuzustcllcn. Für die Delegierten und Gäste sind in folgenden Hotels in Leipzig Zimmer reserviert worden: I lotel Fürstenhof (ohne Frühstück M- 5,-—), Hotel Bayrischer Hof (mit Frühstück M. 6,—), Hotel Monopol und Parkhotel (mit Frühstück M. 5,—), Hotel 1erminus (mit Frühstück M. 4,50 bis M. 5,—). Alle Hotels befinden sich in der Nähe des Kristallpalastcs. Die Preise sind mit Rücksicht auf die Buch-;ewerbe-Ausstcllung bedeutend erhöht und cs st daher dringend notwendig, recht- :eitig Quartier zu belegen. Bestellungen sind bis spätestens zum 20. Mai an Herrn Rudolf schick, Leipzig, Zentralste 7/9, zu richten. T r i b ü n e n k a r t e n. Für Gäste werden numerierte Tribünenkarten zum Preise von M. 0,50 aus- Jegeben. Dieselben berechtigen zur Teilnahme an allen Sitzungen. Bestellungen sind unter Einsendung von M. 0.60 (inkl. Porto) an die Zionistische Vereinigung /ür Deutschland, Berlin W. 15, Sächsische Straße 8, zu richten. Vom Jüdischen Verlag Der Jüdiselie Verlag teilt 1ms mit, daß zu Her/ls 10. Todestag eine Biographie Theoclor llerzls erscheinen wird. Ihr Verfasser ist Herr Dr. Adolf F r i e d c in a 1111, Mitglied des Action-Comites. Dr. Friedemann hat auf Grund persönlicher Erinnerungen und unter Verwertung eines umfassenden Aktenmaterials sowie zahlreicher Briefe von und an Herzl eine Lebensbeschreibung Hcrzls verfaßt. Die Schrift ist bestimmt, eine in zionistischen Kreisen lebhaft empfundene Lücke auszufüllcn. Bisher ist außer einigen Herzl-Numincrn von zionistischen Zeitschriften sowie der Herzl-Nunrmcr von ״Ost und West“ fast nichts über Hcrzls Lebenslauf erschienen. (Die Schrift Dr. Friedemanns wird einen Umfang von ca. 130 Seiten haben und ca. 2.-- M. kosten.) Die in der vorigen Nummer angekündigte Broschüre von Leo Herr mann: ״Nathan Birnbaum, sein Werk und seine Wandlung“, ist am 6. Mai, dem Geburtstag Birnbaums, erschienen. Die Broschüre ist die erste zusainmenfassende Dar- Stellung von Nathan Birnbaums Entwicklung und Gedankensystem. Der Verfasser ist bei aller Wahrung des zionistischen Standpunktes Mathias Adlers Werk 'gerecht geworden. Wir behalten uns vor, auf die Schrift noch näher cinzujchen. Vorläufig sei nur ihr Inhaltsverzeichnis angeführt: 1. Nathan Birnbaums Werk, 2. Alljudciitum und Zionismus, 3. Nathan Birnbaums Wandlung, 4. Nathan Birnbaums Persönlichkeit. (Die Broschüre ist als 4. Heft in f der Sammlung ״Die Jüdische Gemeinschaft“ erschienen mul kostet bei direkter Zusendung 50 Pf. exkl. Port.),) TURNEN und SPORT Der neue Turn- und Sportplatz des jüdischen Turnvereins Bar Koclibn, Berlin, ist jetzt ״im Rohbau“ fertiggestellt und wurde an den beiden letzten Sonntagen von den zahlreichen Abteilungen des Vereins bereits in Benutzung genommen. Die offizielle Weihe des Platzes wird bekanntlich erst am Sonntag, dem 17. Mai, vorgenommen werden. Die Proben für das Hirnmul Sportfest, das an diesem läge vonstatten geben wird, sind in vollem Gange, und man darf schon jetzt für alle Teile des reichen Programms ein volles Gelingen voraussagen, Folgende Punkte seien besonders hervorgehoben: Aufmarsch sämtlicher Abteilungen des Vereins und der befreundeten Korporationen, Frei- Übungen der Mämierabteilimgen und der Frauenabteilungen, volkstümliches Riegenturueu, Fcchlvorliihnmgeii, Spiele der Jugend.thteihmgen. In den leichtathletischen Kämpfen treten sieh die besten Kräfte des Vereines gegenüber, die sieh sämtlich einem scharfen I rahmig uuier/ogen haben. Das vorzügliche Geläuf der 350 m langen Aschenbahn, die zwei überhöhte Kurven aufweist, ist schnellen Zielen und einem einwandfreien Verlauf besonders günstig. Der Stafetteulauf um den Wanderpreis der ״Zionistischen Vereinigung für Deutschland“ (einen kostbaren Be/alelteller) sieht wiederum wie in den beiden Vorjahren die Mannschaften sämtlicher nationaijiidischcr Jugendvercine am Start, so daß eine Reihe von Vorläufen notwendig werden dürfte. Eitt Fußballkampt, zu dem die Mannschaft des Hamburger Bar Kochba hierherkommt, beschließt das Fest. Bei früheren Begegnungen zeigten sich die Berliner stets um ein geringes überlegen. Da jedoch die Hamburger ihre Form neuerdings recht sehr verbessert haben wollen, darf man auf tlas Ergebnis des Hamburger Kampfes gespannt sein. Die Festrede hat Herr Privatdo/ent Dr. Franz Oppen■• 11 e i nt e r in liebenswürdiger Weise übernommen. Alles Nähere über Eintrittspreise, Vorverkaufsstellen usw. wird rechtzeitig durch Sätilenanschläge bekanntgegeben werden. Berlin. Das Atmideru und 5. Stiftungsfest des J ü d i s c 11 c n Ruderklubs ״I v r i a“ findet, wie bereits ׳mitgeteilt, am Sonntag, dem 10. Mai, statt. Karten hierzu, welche zur Dampferfahrt berechtigen, sind bei allen Klubkameraden und bei Herrn cand. iur, Walter Goldstein, Petersburger Str, 58, im Vorverkauf zu 2 M. erhältlich. Am Dampfer werden Karten nur zu 2,51) M. ausgegeben. Die Abfahrt erfolgt pünktlich 10 Uhr von der Sterndampferhaltestelle Brandenburger Ufer. Nachzügler erreichen das Restaurant Müggelheim durch Bahnfahrt nach Friedrichsliagen (Restaurant Bellevue), fahren von hier mit dem Dampfer nach Marieiihist und haben dann noch 25 Minuten zu Fuß zurückzulegen. Berlin. Am 26. April veranstaltete die F e c h t e rs e h n ft des j ii d i s c h e 11 T u r n v ereins B a r Kochba, Berlin, ihr diesjähriges Schaufechtcii und ITühjahrstiirnier, an dein 25 Damen und Herren tcilnahmcii. Das Fest, welches von ca. 150 Personen besucht war, bot ein überaus buntes, der jüdischen (")Öffentlichkeit bisher noch nie gezeigtes Bild. Besonderen Beifall erntete ein Gang auf leichte Säbel mit Stich und Hieb zwischen den Herren Kulm und Wolfermanu (Resultat 3:2) und das Kavalleriesäbelfechten zwischen den Herren Brisgelski und Kuhn (Resultat 1:0). Als Sieger wurden nominiert im Jugemlfechten i lerr Heinrich Nathan, im Damenfechten Fräulein Agnes Nathan, im Sclutlcfcchtea Herr Leopold Brisgelski, im Stiehfcchten Herr Leo Wolfermanu und im leichten Säbclturnier Herr Martin Kroner. Nach einem Fcstkommers, währenddessen die vom Jüdischen Verlag und den Herren Dr. Heinrieh Loewe, Dr. Th. Zlocisti, Walter Rieß, Fritz Abraham und N. N. gestifteten Preise überreicht wurden, blieben die Anwesenden nöch lange gesellig beisammen. AUS DEN GEMEINDEN Berlin. Der Verband der Synagogenvereine von G r o ß -Berlin hielt am 4. Mai seine Generalversammlung ab. Dem Verbände sind jetzt 20 Synagogenvereine aitgcschlosscn. Der Verbandsvorstand, der neugewählt wurde, setzt sich aus den Herren A. Lewinski, Repräsentant der jüdischen Gemeinde, Vorsitzender, weiter aus den Herren AInius, Grüneberg, Rechtsanwalt Dr. Klee, Rechtsanvvalt L>r. Lcszynsky, Löwenberg, Moritz A. Löb, Salinger und Wolpe zusammen. Die dringende Notwenuigkeit der Synagogenvereinc erhellt ohne weiteres aus den Anführungen des Vorsitzenden, daß die große Berliner Gemeinde an den holten Feiertagen in sämtlichen Gemciudesynagogen und gottesdienstlichen Veranstaltungen in Sälen leider höclistens 30 000 Plätze zur Verfügung stellen kann, während für die annähernd 150000 Seelen umfassende Gemeinde mindestens 80000 Plätze erforderlich sind.

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