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Jüdische Rundschau · 1914-04-24 · Heft 17 (24.4.1914) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 17 (24.4.1914)
Date
1914-04-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 17 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 179 Jüdische Parlamentskandidaten in Frankreich Die Kammerwahlen werden am 26, April stattfinden. Die antisemitische Presse hat, wie immer in Wahlzeiten, einen heftigen Feldzug gegen die jiidisehen Abgeordneten und die neuen jüdischen Wahlwerber eröffnet. Da an den jüngsten Skandalaffärcii kein einziger Jude beteiligt war, fehlt es der diesmaligen antisemitischen Kampagne an ״Zugkraft“, Der französischen Kammer gehören jetzt folgende jüdische Mitglieder an, die sielt auch fernerhin um ein Mandat bewerben: Joseph Re in ach, Theodore Re in ach, Camille Picard, L. Klotz (der gewesene Minister) und J. A. I I e s s e. Neue jüdische Abgeordnetenkandidaten sind die Herren Louis llrcyf u 8, Cremieux (ein Sohn tles Senators Cremieux) und der Sekretär des Herrn Clcmcnccau, M a n d e I. 11** R PU־ Um V Jüdische Turnln und Sportbewegung Galizien Dieser Tage fand hier der zweite Verb a n d s t a g der jüdischen T umu n d Sportvereine Galiziens statt, an dem über 30 Delegierte, ferner Vertreter des Zentralkomitees der Zionisten Galiziens, des Vereins der hebräischen Schulen Galiziens und der Bukowina, der Hochschüler- Verbindungen und -Vereine teilnalunen. Der Präsident des Organisationskomitees, l)r. Heinrich Stern er, erstattete den Tätigkeitsbericht. Im Lande wirken bereits 28 jüdische Turn-, Sport- und Scouting-Vereine mit 2103 aktiven Mitgliedern, hiervon 4(18 Frauen. Am Tage der Konferenz fand in Lembergs größtem Saale das jährliche Schauturnen des Vereins ,,Dror“ statt. Zu dieser Veranstaltung waren über 0000 Zuschauer, darunter alle führenden Persönlichkeiten der Lentberger jüdischen Gemeinde, erschienen. Austritte aus dem Judentum in Berlin ln den Monaten Dezember 1913, Januar, Februar und Mürz. 1914 Dezember 1913 27. Schneider Abraham Harth, Lichtenberg, Simplon- 31. Ingenieur Martin Meyer Weinberg, Alt- 3. 8. 10. 16. 21. 21. stralle 21. Ingenieur Martin moabit 86 b. Januar 101 1־ Maler Benno Berneis, Sehleswiger Ufer 12. Lederarbeiter Max Michael, Pücklcrstr. 2. Frau Llse Karsch, geh. Guttentag, Bachstr. Expedient Salomou Joseph, Stromstr, 3b. Schneider Max Schönthal, Boeliiimer Sir,•die 10. rau Sara Hutteulocher, geb. Gottsclialk, linssitcustr. 73. 24. Posamcntiergesclle Max Silbcrstciu, Warschauer Straße 60. 26. Schneider Wolf Steinhardt, Fsmarchstr. 12. 29. Schneider Berthokl üutmann, Niederbnniimstr. 7. 29. Rechtsanwalt John Rothschild, Schöneberg, Salzburger Straße 14. 29. Buchhalter Adolf Nebel, Gubencr Straße 38. 30. Frau Rechtsanwalt Lucie Rothschild, geb. Eisner, Scliöneberg, Salzburger Straße H. 5. 6. 7. 12. 24. 25. 26. 27. 2. 2. 2. 3. 3. 4. 4. 4. 7. 9. 11. 20. 23. 23. 26. Februar 1914 Auguste Finke, Neukölln, Der Delegiertentag Der XIV. Dclcgicrteiitag der Zionistischen Vervinigting für Deutschland findet am 11. mul 15. Juni in Leipzig, Kristallpalast, statt. Die Tagesordnung wird in Kürze bekannt gegeben werden. In Leipzig haben sieh bereits die notwendigen lokalen Komitees konstituiert, die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Bei der zentralen Lage von Leipzig ist ein starker Besuch des Delegiertentages aus allen Teilen Deutschlands zu erwarten. Die Ortsgruppen und Vereine werden dringend gebeten, die Ablieferung der Landesbeitrüge, deren Höbe statutengemäß für ihre Vertretung maßgeblich ist, in beschleunigtem Tempo zu betreiben. Palästi n a-Rclse-Gesellschaft 111 der am 19. April stattgehabten Verlosung ist die diesjährige Reisepr imie der Z i o 11 i s t i - scheu () r t s g r 11 p p e 1. ü heck zugcfallcn. Bczalcl-Tcppichc Wir machen unsere Freunde darauf aufmerksam, daß es uns durch zweckmäßige Organisation unseres Betriebes gelungen ist, die Herstellungskosten derart zu reduzieren, daß unsere künstlerisch hochwertigen Teppiche dank der Ausschaltung des Zwischenhandels obendrein bereits billiger sind als gleichwertige Frzeiignisse anderer Herkunft, Die (Qualität ist iiiiübertreiflieli. Fm bekannter Fachmann der Branche äußerte sieh hierüber neulich: ״Ihre Teppiche sind ja für Jahrhunderte berechnet, so arbeitet man heute gar nicht mehr.“ In keinem gut jüdischen Hause sollte ein Bezalel-Teppich fehlen. Erhältlich in allen Größen. Bei Aufträgen uns tmbekannter Besteller erbitten wir eine angemessene Anzahlung. Adressen: Werkstätten 13״ e z a I e I“, G. 111. b. 11., Jerusalem, oder Verein Beza lei, F. V., Berlin W. 13. Bleihtreiistralie 3135. Hobrcchtnach des I nges Last keine schönere Erholung' kannte als die Vertiefung( in unser Schrifttum, so'hat ihn die Liebe zum Judentum auch auf seinem Leidenslager nicht verlassen. Wenn er, um Atem ringend, scheinbar apathisch gegen alles da lag, dann war eines dazu angetan, seine Lebensgeister zu erwecken: wenn man ihm von der Bewegung sprach, von Erez Israel, daun erstrahlten seine Augen, dann lächelten seine Uppen und alles Leid war gebannt. Nun ist er von uns gegangen. Keine windigere Trauer können wir tuiseit'in lieben Freunde widmen als wenn wir alle jederzeit bestrebt sind, in seinem Sinne zu wirken mul uns für unser gemeinsames Ziel einzusetzen bis an das Ende unserer Tage. Posen. Am bevorstehenden 3. Ijar (21. April), dem Todestage unseres hochverehrten Herrn Geiiicindcrabbmy-s Dr. Wolff F c i I c 11 c n f c I d s. A., wirtl hierorts eine J c s e 11 i b a 11 (I chr.11ist.1lt zur Forderung der Tliorahkeimtnis) eröffnet. Das provisorischc Komitee besteht aus den Herren: Rabbinatsasscsxor 1.. Krause, Rabbiner Dr. M. Silberberg, Kaufmann S. (iellert, Kaufmann A. i'nie/ower und Kaufmann A. R/es/ewski. Der Unterricht ist 1111entgeltlich. Meldungen sind bis spätestens I. Siwan (2(1. Mai) an Herrn Rnbbinatsasscssor Krause, (Bosen, zu richten. Vorbedingung für streng religiöser Lebenswandel. St die Adalbcrtstr, 1(11) Aufnahme ist ein Fräulein Straße 31. Fräulein Charlotte Rahel Hirschberg, Charlottenbtirg, Fasanenstr. 48. Schlosser Eugen Hcnschel, Müggelstr. 4. Zahnarzt Carl Fuchs, Wilmersdorf, Regenten- Straße 66. Redakteur Harry Loewenbcrg, Holsteiner Ufer 3. Klempner Max Pollack, Charlottenburg, Kaiser Fricdrichstr, 52. Kaufmann Henry Heine, Charlottenburg, Fasanen- Straße 70. Fabrikant Heinrich Herz, Charlottenburg, Kurfürstendamm 58. März 1014 Privatier Hans Crzellitzer, Wilmersdorf, LieFzenburger Straße 27. Kaufmann Emmerich Braun, Turmstr. 19. Handlungsgehilfe Louis Lichtenstein, Schreiner- Straße 52. Frau Lina Kindler, geb. Eilbott, Charlottenburg, Momrnsenstr. 42. Kaufmann Oscar Bruck, Fddstr. 7. Frau Eveline Loescr, geb. Brutkiewicz, Wilmcrsdorf, Lietzenburger Straße 27. Frau Hedwig Pfannkuch, geb. Friedemann, Müllenhoffstr. 9. Architekt Max Allenberg, Oldenburger Straße 30. Ingenieur Ernst Cronbach und dessen Ehefrau Marta, geb. Zucker, Charlottenburg, Waitzstr. 8. Frau Johanna Henneking, geb. Großmann, Gneisenaustr. 46. , Kaufmann Ernst Martin Stein, Charlottenburg, Gucrickestr. 10. ״ ,, , . ״ Packer Robert Lindemann, Charlottenburg, Haller- Straße 27. Edgar Friedmann, Friedenau, Mamauer Str. 1. Wirtschafterin Fräulein Else Scheycr, lützowstrüßc 85 3 Architekt Max Riescnfeld, Charlottenburg, Niebuhrstr. 71. uno SPORT Aus der jüdischen Turnerschaft Nach einer neueren Statistik umfaßt die Jüdische Turncrschaft in ihren fünf Kreisen jetzt 100 Vereine, deren Mitglicder/ahl über 50011 beträgt. ♦ Der jüdische I tiriiverein Makkabi, Graz (im II. westosterreiehlsehcii Kreis der Jüdischen Turnerschaft), beging kürzlich sein zehnjähriges Jubiläum. Ans diesem Anlaß wurde eine Festschrift herausgegeben, die 11. a. Beiträge von Jacob l'riedmaiin, Dr. Otto Aheles mul Abraham Beek enthält. Die Geschichte der Turncrschaft, des II. Kreises und des Grazer Makkabi, werden in getrennten Aufsätzen dargestellt. Einige weitere Beiträge sind dem Programm und der Tendenz der Turncrschaft gewidmet. Der Wert des hübsch ausgestatfeteu Heftes geht über den einer gelegentlichen Festschrift weit hinaus und bildet ein ehrendes Denkmal für alle, die in langjähriger Pflichterfüllung dem Verein 1111(1 unserer Sache überhaupt gedient haben. 1111 Berliner Bar Vorstandes und der und Sportplatz, den riclisfckfc gepachtet vielen Wochentagen Kochba gilt jetzt die Arbeit des Mitgliedschaft dem neuen Spielder Verein in Karlshorst-Fricdhat. An jedem Sonntag und an findet sielt draußen eine Schar von Turnern ein mul legen bei den notwendigen Arbeitcii tüchtig mit Hand au, soweit nicht die Hilfe angestellter Kräfte unbedingt nötig ist. Dennoch sind die Kosten der ersten Anlage recht hohe und der Bar Kochba muß auch weiterhin auf die Unterstützung seiner Freunde mul Gönner rechnen, zumal der Sportplatzfoiuls sich zurzeit erst aut (»500 M. beläuft, und auch für eine bescheidene Einrichtung etwa das Doppelte dieses Betrages benötigt wird. Spenden richte man au Carl Sobcrsky, SW, 68, Hollmanustiaßc 18. Postscheckkonto 18 282. -• In den eie zelncn Abteilungen wird bereits fleißig für das große Turn- und Sportfest geübt, mit dem der Platz am 17. Mai d. J. geweiht werden soll. Dieses Fest wird zu einer großzügigen Kundgebung der nationaljüdischen Jugend ausgestaltet werden, wie sie der Berliner Bevölkerung bisher noch nicht geboten wurde. Die Organisationen mul Vereine seien schon heute gebeten, den Termin für den Besuch des Festes Mitglieder freizuhalten. seitens ihrer AUS DEN GEMEINDEN VEREINS-RUNDSCHAU Berlin. Das ,,A r b e i t s k o in i t c e d e r F raue n in der B. Z. V." veranstaltet in der nächsten Zeit folgende Kurse: 1. einen hebräischen Kurs, 2. einen Kurs zur Einführung in die Geb r ä u c 11 e d e s j ü d i s c 11 e ״ H a u s e s. Die Organisation der Kurse wird von der Zahl und den Wimsehen (betr. Ort und Zeit tisw.) der Teilnehmerinnen abluingen und baldmöglichst bekanutgegeben werden. Anmeldungen zu den Kursen an das Bureau der B. Z. V,, Fricdrichstr. 49, II Tr., erbeten. Berlin. Der hebräische Kindcrkltib der Jüd. natl. Fraiivnvcrcinigung, unter Leitung von Frl. Margarete Steinert, befinde) sieb jetzt in den eigenen Räumen der 1'ranenvereinigimg, Alte Schönhauser Str. 5. Der Unterricht, sowie alles Lehrmaterial, Bücher und Hefte, sind unentgeltlich. Ls werden, um den verschiedenen Altersstufen und Fälligkeiten der Kinder Rechnung zu tragen, Abenduml Nachmittagskiirse eingerichtet. Anmeldungen werden Sonntag nachmittag, von I 5 Uhr, Alte Schönhauser Str. 5, entgegeiigciioiimicii, Anfragen sind au Frl. Margarete Steinert, Zehdeineker Str. 12, zu richten. Berlin. Der Verein ,,I b r i a 11“ veranstaltet am Sonnabend, den! 25. April, abends präzise 9 1 'lir, irn Restaurant Rosenthaler Hof (Rosculhalcr Str. 13/11) eine hebräische Vorlesung. I lerr I >r. B e r 11 s t e i 11 - Berlin wird über ״M. L. LiheiibUiin mul seine Epoche“ sprechen. Nach dem Vortrag findet eine Diskussion statt, üäste, Damen und Herren, herzlich willkommen. Berlin. Die F e e 111 e r s e 11 a f t des J ü d i - s c 11 e 11 T 11 r!1 v e 1• eins B a r K o c 11 b a Berlin veranstaltet am S o 11111 a g, 211. A p r i I, abends präzise 7!/o Uhr, ein öffentliches Schau- und Turnierfechten in den Fürstcuhcrg-Fostsälcn, Rosenthalerstr. 38. Fs werden teiluelmicn zwei Männer-, eine Damen- und eine Jugcndricge. Das Furnier wird aus stehender und fliegender Mensur mit Stoßrapier, Diiellstolklcgen, leichten deutschen und Kavallcricsäbel ausgefochten. Bisher liegen 19 Meldüngen vor. Nach dem Turnier findet Prcisverteilungt mit Festkomma1» und Ball statt. Eintrittskarten inkl. Programm kosten 70 Pf. und sind im Vereinsbureau, Bleibtrcustr. 25, bei Herrn J. Lcvin, Gcrtraudten- Straße 20/21, Herrn Bruno Büchner, Münzstr. 2, und auf allen Turn- und Fcchtsälen erhältlich. Am Festabend selbst werden nur vorbestellte Billetts ausgegeben. Abendkasse findet nicht statt. Berlin. Der Neue Jüdische Gemeiiideverein veranstaltet am Montag, dem 27. April, im Ticrgartouhof eine öffentliche• Versammlung mit dem Thema: ״Der Antisemitismus int Wandervogel.“ Referenten: R.-A. Dr. Klee, I lamlelsredakteur Goslar, R.-A. Greifenliagen. üeuthen (O.-S.). Der Zionistische Mädchenklub tritt zum ersten Male Sonnabend, den 25. April, VA* Uhr abends, vor die Oeffentliclikeit. Im Gesellseliafts/inimer des Cafe Boulevard findet ein Unterhaltungsabcnd statt, zu dem üesinnungsgenossen uml Gäste lierzlichst geladen sind. Aus dem Programm verraten wir nur, daß Frl. Flilde Kamm die Festrede halt. Im Interesse der Sache ist recht zahlreiches Erscheinen erwünscht. Elberfeld. Einen außerordentlich schweren Ver- Inst hat unsere Ortsgruppe erlitten. Am 16. April starb unser Mitglied Herr Nathan Mehl im 58. Lebensjahre. Seit langen Jahren Zionist aus tiefstem Herzensbedürfnis heraus, hat der Verstorbene bis zur letzten Stunde seines arbeitsreichen Lebens in unseren vordersten Reihen für die Erfüllung unseres Ideals gekämpft und gearbeitet. Uns allen war er jederzeit ein leuchtendes Vorbild an Gesinnnngstreue und Pflichterfüllung, und wie er in gesunden Tagen Breslau. Zionisten treffen sich beim ״hebräisehen Stammtisch“, alle Montagabend von 9 Uhr ab im Cafe Vier Jahreszeiten, blaues Zimmer. Magdeburg. Zionisten verkehren täglich Im Re* staurant Katz, Breiter Weg. München. Die Mitglieder der Zionistischen Ortsgruppe haben seit geraumer Zeit ihren Stammtisch im Cafe Luitpold, Briennerstraße, wo sie sich jeden Donnerstag, um y»9 Uhr abends, treffen. Auswärtige Gesinnungsgenossen und Freunde sind als Gäste stet• willkommen.

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