Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIX (1914)
- Issue
- Heft 13 (27.3.1914)
- Date
- 1914-03-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 13 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 135 10. Kaufmann Robert Simmel und dessen Ehefrau Martha, geh, Hirschfeld, Halensee, Karlsruher Straße 10a. 10. Frau Margarethe Wendriner, gcb. Dreysc, Charlottcnburg, Kaiscr-Fricdrich-Str. 01, 14. Hausdame Fräulein Sophie Meyer, Charlottcubure Ha fens» r. 8. **׳ 18. Generalvertreter Arnim Hussert, Wintcrfeldt- Straße 25a. In Königsberg sind aus dem Judentum ausgetreten: Fräulein Edith Bendix, Lehrerin, Mitteltragheim 10. Walter Glaser, Kaufmann, Tragheiinergartenstr. 5, nebst Frau und Tochter. AUS DEN GEMEINDEN Dresden. Unser langjähriges Mitglied, Herr B. L. Ilurwit/, der Vater des ersten Vorsitzenden der hiesigen zionistischen Ortsgruppe, beging am 16. März seinen achtzigsten Geburtstag. Die Ortsgruppe spendete aus diesem Anlässe mehrere Oelbaume, Samter. Am 15, März feierte der allgemein verehrte Rabbiner unserer Gemeinde, Herr Dr. W re schlier, das Fest seiner 25-jährigen Amtstätigkeit, das eine schöne Kundgebung der allgemeinen Wertschätzung war, deren sich der Jubilar erfreut. Chemnitz. Von absolut zuverlässiger Seite wird uns mitgeteilt, daß im Stadtbezirk Chemnitz die Ein- Wanderung und Scßhaftmachung neu zuzichender ausländischer Juden sehr erschwert ist. Diese Maßnahmen der Chemnitzer Polizcidircktion sind in Berücksichtigung der Wünsche einer bestimmteil inländischen Bevölkerungsschicht getroffen, die sich in ihrem Wirtschaftsleben durch den weiteren Zuzug ausländischer Juden bedroht fühlt. Königsberg i. Pr. Die Pension s- und Hi 1 f s k a s s e für Beamte der Synagogen- Gemeinschaft Ostpreußens hat eine neue Verbesserung der Versorgung des größten Teiles ihrer Kassenmitglieder geschaffen. Es ist ihr gelungen, mit der dem Kultusministerium unterstehenden Allgemeinen Deutschen Pcnsions-Anstaitfür Lehrer 1111 d Lehrerinnen in B e r 1 i n einen Vertrag abzuschließcn, wonach alle ihre als Religionslelirer, Rabbiner, Erzieher, Erzieherinnen und Musik- Ichrerinncn in Ostpreußen tätigen Mitglieder bei der vorgenannten Allgemeinen Lehrer-Pensionsanstalt zur Rückversicherung gebracht werden. Die Mitglieder der ostpreußischen Pensionskasse erhalten außer den Leistungen der Allgemeinen Deutschen Pensions-Anstalt noch die Pensionszuschüsse der cigenen Hilfskassc. Lübeck. In dem am 17. März licimgegangcnen Herrn Hermann Meyer verliert die hiesige jiidisehe Gemeinde einen ihrer Allerbesten. Er gehörte 40 Jahre lang dem Geineindevorstande;111, dpssen Vorsitzender er fast diese ganze Zeit hindurch gewesen ist. An der Erbauung unserer Synagoge, dem Altersheime, unserer neuen Friedhofshalle, der Unter- Stützungskasse gebührt ihm' ein Hauptverdienst ebenso wie auch alle wohltätigen und gemeinnützigen Betätigungen in unserer Gemeinde an ihm stets einen Hauptförderer fanden. Allen jüdischen Dingen gegenüber betätigte er ein lebhaftes Interesse. So gehörte er auch unserer Zionistischen Ortsgruppe seit deren Bestehen an. Ratibor. Die zionistische Ortsgruppe Ratibor bcklagt einen schmerzlichen Verlust. Ihr langjähriger, stellvertretender Vorsitzender, Herr Louis Pinczower. ist am 18. März in Meran, wo er Erholung suchte, verschieden. Mit ihm verliert auch die jüdische Gemeinde, deren Verwaltung er angehörte, einen jener wahrhaft frommen Männer, die ein echt jüdisches Leben nicht nur im Worte, sondern in ihrem ganzen Tun und Handeln lebten. An dieser Stelle aber soll ihm gedankt werden, daß er der Idee des Zionismus von Anfang an Sympathie und Liebe zuteil werden ließ. Als im Jahre 1903 Dr. Fritz Kassel, jetzt in Wittenau, unter lebhaftem Protest vieler Aengstlicher die hiesige zionistische Ortsgruppe gründete, da war es Louis Pinczower, der mit der Autorität seiner ,Persönlichkeit eifrig half, unsere Ideale zu fördern. So hat er sich noch kurz vor seinem Hinscheiden u!n die cingelcitete Sammlung für das hebräische Schulwerk in Palästina bemüht. Unser herzliches Beileid gilt der trauernden Witwe und den zahlreichen Kindern, die alle als echte Juden bewährte Gesinnungsgenossen sind. VEREINS-RUNDSCHAU Weibliches Arbeitscomitö der Berliner Zionistisehen Vereinigung. Die Fragen einer intensiveren zionistischen Ausbildung der weiblichen Mitglieder der Ortsgruppe und einer stärkeren zionistischen Propaganda unter Frauen beschäftigten eine Frauenvcrsammlung der B Z. V., die am 5. März stattfand. Während seit langem ־die Jüdischnationalc Frauenvercinigung ihr feststehendes Arbeitsprogramm hat, das sic in verdienstvolier Weise durchführt, hatte die große Anzahl der weiblichen Mitglieder der B. Z. V,, die nicht der Frauenvereinigung angehören, wenig Möglichkeiten, «ich zu betätigen. Der Wunsch dieser Damen, sich eigene Arbeitsgebiete zu schaffen, und die Not- I Wendigkeit, die Arbeiten der Frauenvercinigung zu ergänzen und neue Arbeitsmögliclikcitcn auf allgemeiner und gemeinsamer Basis zu organisieren, führte nach längerer Aussprache zur Wahl einer Kommission von Damen, die sich jetzt unter dem Vorsitz von Frau Dr. Zlocisti als weibliches Arbeitscom i t 6 der B. Z. V. konstituiert bat. Das Comit6 hat zunächst die Abhaltung von 2 Kursen in Aussicht genommen. 1. Ein hebräischer Kursus für Damen (abends, eventuell auch nachmittags), eventuell auch einer für Schulkinder (nachmittags), für den ein geeigneter Lehrer schon gefunden ist. Interessenlinnen werden gebeten, sieh baldigst bei der Berliner Zionistischen Vereinigung, Friedrichstr. 49, zu melden. Zeit und Ort wird nach Möglichkeit den Wünscheu derjenigen, die sich melden, angepaßt. 2. Frau Rosenbliith, NW. Stromstr. 68, hat sich freuudlichst bereit erklärt, einen Kursus zur li i n f ü h r 11 n g in die (i e b r ä 11 c h e des j ü d Isehe n II a u s e s abzuhalten, der in zwangloser Form theoretische und praktische Kenntnisse übermitteln soll. Damen, die sich für diesen Kursus interessieren, werden ebenfalls gebeten, dies baldigst dem Büro der B. Z. V. zu melden. Die Organisation der Kurse wird von der Zahl der Teilnehmer abhängen und baldmöglichst bekannt gegeben werden. Die Einrichtung eines weiteren hebräischen Kindergartens sowie die Veranstaltung einer öffentlichen Propaganda-Versammlung für Damen mit geeignetem Thema und weiblichen Referenten sind als weitere Arbeiten von dem Comitd in Aussicht genommen. Eltern, die ihre Kinder in den neu zu gründenden Kindergarten schicken wollen, werden gebeten, dies ebenfalls baldigst dem Büro der B. Z. V. mitzuteilen. Berlin( ln der internationalen Vereinigung für vergleichende Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslchri: zu Berlin spricht am Sonnabend, dem 28. März, abends 8 Uhr, im Herrenhaus, Leipziger Straße 3, Saal 14, Herr R. Said-Ruete, London, über: ״Die finanzpolitischen Verhältnisse des Balkans und der asüatischcn Türkei.“ Berlin. Die in der letzten Nummer der ״Rundschau‘■ angekündigte Versammlung des zionistischen Vereins W e st-Berlin findet am Sonnabend, dem 28. März, abends 9 Uhr, im ״Grand-Restaurant Prager Platz“ (Eingang Prinzregentenstraße) statt. Herr Davis Trietsch wird über die Achusah- Bewegung sprechen. Gäste, Damen und Herren, sind willkommen. Zur Deckung der Unkosten werden 20 Pf. Eiutrittsgcbühr erhoben. Berlin. Der Verein zur Erhaltung des überlieferten Judentums veranstaltet am Montag, dem 30. März, abends 8*/* Uhr, im großen Saale des Tiergarteilhof (Bahnhof Tiergarten), eine öffentliche Versammlung mit der Tagesordnung: ״Warum brauchen wir jüdische Volksschulen?“ Referenten die Herren Rechtsanwalt Dr. Abraham L o e b, Dr. J. BI e i c h r 0d c und Moritz A. L o c b. Berlin״ Die Berliner Misrachi-Gruppe veranstaltet am Dienstag, dem 31. März, abends 9 Uhr, in den Berolina-Festsälen, Schön- 11 a 11 s c r Alle 28, einen Vortragsabend. Herr Samuel Gi^ünberg wird über das Thema: Judennot, Palästina und Misrachi sprechen. Anschließend Diskussion. Onste herzlich willkommen. Breslau. Am Sonntag, dem 29. März, veranstaltet der Hcrzl-Club Breslau einen Ausflug mit Spiel und Tanz nach Sibyilcuort, dessen Reinertrag für das Hebräische Schulwerk in Pa- 1 ä s t i n a verwendet werden wird. Auf den Namen lautende Karten bei J. Hainauer, Schwcidnitzcr Straße sowie bei allen Mitgliedern des Hcrzl-Clubs. Emden. Herr Rechtsanwalt Dr. Klee aus Berlin hat zugesagt, im‘ Anschluß an seinen Vortrag auf der Tagung des Oldenburger Landcsgcmcindcrats am Montag, dem 20. April, in unserer Ortsgruppe über das Thema: ,״Zionismus und Vaterland“ zu sprechen. Wir machen die Freunde in den anderen ostfriesischen Städten auf diesen Vortrag noch besonders aufmerksam und bitten um zahlreiche Betciligung. י Breslau. Zionisten treffen sich beim ״hebräisehen Stammtisch“, alle Montagabend von 9 Uhr ab im Cafe Vier Jahreszeiten, blaues Zimmer. Magdeburg. Zionisten verkehren täglich im Restaurnnt Kalz, Breiter Weg. München. Die Mitglieder der Zionistischen Ortsgruppe haben seit geraumer Zeit ihren Stammtisch im Cafd Luitpold, Briennerstraße, wo sie sich jeden Donnerstag, um 1/39 Uhr abends, treffen. Auswärtige Gesinnungsgenossen und Freunde sind als Gäste stets willkommen. , ״ . ״ . , , . Mannheim. Die Zionisten treffen sich jeden Dienstag, abends 9 Uhr. Im Restaurant der August- Lamey-Loge, C. 4. 12. Stettin. Regelmäßige Zusammenkünfte der Zionisten beim Vorsitzenden der Ortsgruppe, Herrn Hermann Jacob, Turncrstr. 10, Eingang Arndtstraße, an jedem Freitag 9 Uhr. Fremde Zionisten stets willkommen. Straßburg (Eis.). Zionisten treffen sieb jeden Mittwochabend im Cafe Piccadilly (Klcberplatz). Wiesbaden. Zionisten treffen sich jeden Mittwoch abend um 9 Uhr im Cafe Berliner Hof. Plauen. Die Plaucner Gesinnungsgenossen treffen sich zwanglos jeden Donnerstag Abend von 9 Uhr ab im Cafe Central, Plauen, Ncundorfcr Str. Nürnberg. Jede״ I )״nuerstag, abend 9 Uhr, Stammtisch im Cafe Central. Die ״Welt“ liegt im Cafe I labsburg, Gisela und Central auf. Bcuthcn (O.-S). Zionisten treffen sich jeden Mittwoch abend Cafe Juse/yk oben. Herr Hans Kirseliiier übernimmt gern die prompte Weiterbeförderung von Nationalfonds-Spcndcn. Braunschwelg. Zionisten treffen sich jeden Donnerstag, abends!,9״ Uhr, im Cafe 1 tick. Königsberg i. Pr. Die Mitglieder des Vereins ״I v r i a“ treffen sich jeden Dienstag um 9 Uhl* abends im Cafe Demel, Kaiserstr. 46, wo ihnen ein separates Zimmer zur Verfügung steht. Ratibor. Zionistischer Stammtisch mit Damen alle 11 Tage Sonnabends abends 9 Uhr in Brucks Hotel. Cöthcn (Anh.). Zionisten treffen sich jeden Mittwoch. abends 8*/a Uhr, in Heidenreichs Restaurant, Magdeburger Straße 4. Myslowitz. Zionisten treffen sich jeden Mittwocli, abends 9 Uhr, in der Konditorei von Silberstein. Rybnik (Ob.-Sch!.). Zionisten treffen sich jede■ Donnerstag, abends 9 Uhr, in Bcrtholds Cafd. Nürnberg. 111 einer von der zionistischen Ortsgruppe veranstalteten stark besuchten öffentlichen Versammlung sprach das im palästinensischen Sprachcnstreite vielgenannte Mitglied der zionistischen Leitung, Herr Dr. Schmarja Lcvin, über ״Unsere Aufgaben im Orient.“ Der Referent, welcher als einer der bedeutendsten Führer der jungjüdischen Bewegung und insbesondere als klassischer Hebraist bekannt ist, verbreitete sich in eincinhalb-stündiger glänzender Rede über die psychologischen Zusammenhänge der gesamten Jmlciiheit mit Palästina und erklärte so den natürliche» Drang der Juden nach dem Orient, sowie die daraus licrvorgehcnde Erscheinung einer allgemeinen und intensiven kulturellen und kok»- nisatorischcn jüdischen Tätigkeit im Heiligen Lande. Er geigte an der Hand überzeugender Tatsachen, daß die Jugendfrage letzten Endes nur durch die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der neujüdischen Siedlung in Palästina einerseits und andererseits durch die kulturelle Ausstrahlung der dort geschaffenen Werte auf die nichtpaliistinensische Judenheit gelöst werden kann. Der Redner erntete mit seinen Ausführungen stürmischen Beifall. Die Versammlung bedeutet zweifellos eine wesentliche Stärkung unserer Position und hatte einen erfreulichen Zuwachs zur Folge. 1111 engeren Kreise von Gesinmmgsgenossen und Freunden unserer Sache sprach unser verehrter Gast in packender Form über die einzelnen Phasen des vergangenen Kampfes und über seine Wirkungen. Dr. Levitis Appell an die Arbeitsfreudigkeit der hiesigen Zionisten hinterließ einen tiefen Eindruck und wird sicher Früchte tragen. P. O. Chemnitz. Am 11. März veranstaltete die Ortsruppc einen Vortragsabend. An Stelle des verhinerten Redners des Abends sprachen Herr Dr. Sichel über den ״Ausgang des Sprachenkampfes“ und Herr Dr. O ö t z über das Buch ״Glückei von Hameln“. Wir konnten wieder konstatieren, daß das Interesse für unsere Sache wächst; unsere Vorträge erfreuen sich eines regen Besuches. Eine lebhafte Aussprache über sanitäre Verhältnisse in Palästina und andere Fragen hielt das Interesse der Besucher noch lange rege. Hamburg. Bei der letzten Bücherverlosung der Gesellsc 11 aftzurVer breitungjüdisch er Litcraturwerke entfielen auf folgende Mitglieder Gewinne: Fr ei bürg i. B. (V. J. St.): Schwabe, Herzberg; Breslau (V. J. St.): Dr. Marcus; Berlin (Hasmonaea): Colm; München (Jordania): N. N.; Hamburg: Müller, Unna, Burin. Die nächste Verlosung findet am 30. April statt. Beitrittserklärungen und Beiträge nimmt die Geschäftsstelle in Hamburg, Gr. Bleichen 67, 1, entgegen. Eydtkuhncn. Am 14. März feierte unsere Ortsruppe unter sehr starker Beteiligung ein Purimc s t. Nach einigen herzlichen Begrüßungsworten des Vorsitzenden hielt Herr cand. mcd. Schloßberg, Königsberg, die Festrede. Unter Leitung von Herrn T. S c 11 e rcs ch c ws ky führten einige Dilettanten ein Festspiel in hebräischer Sprache auf. Nun folgte ein von Lichtbildern begleiteter Vortrag des Herrn stud. O i n sbu rg, Königsberg, über die letzte Wanderfahrt in Palästina und deutsche und hebräische Rezitationen von Herrn stud. Melikowsky, Königsberg. Eine Tombola, bei der als hauptsächlichste Preise Bezalel-Ocgenstände verlost wurden, ergänzte das Programm des Festes, das bei fröhlichster Stimmung bis in die Morgenstunden dauerte. Das Reinerträgnis von mehreren Hundert Mark wird dem hebräischen Schulwerk zugewiesen. Um das Gelingen des Festes, hat sich insbesondere auch Herr Sanitätsrat Dr. Hoppe, Königsberg, sehr verdient gemacht.