Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIX (1914)
- Issue
- Heft 12 (20.3.1914)
- Date
- 1914-03-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2651869-2651882--09518-2666851- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 12 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 125 entwickelt sich unser Verein so günstig, däß er bald zu einem Sammelpunkt des jüdischen und zionistischen l.ebens im Zentrum Herlins wird. Nach der General- Versammlung sprach Herr Rechtsanwalt Dr. Klee über ״Neues im Zionismus und aus Palästina״. Waltrend des Abends wurden 50 neue Mitglieder gewonnen. Berlin. Auf dem Kinderfest, das die Jüd i sch n a t io na 1 e F ra ue 11 ve re in i g u 11 g am Sonntag vor Purim gab, herrschte ausgelassene Stirnmung unter den kleinen Oiisten. Frau Lina W a g ־ n e r - T a tt b e r begrüßte die Gäste. Dr. 1 lciurich Löwe hielt die Festrede. Kleine Schauspieler und Schauspielerinnen, von Flerrn Dir. Collini mit kundiger Hand geleitet, stellten die Purimgescliichte auf der Biilme dar. Wir sahen ein reizendes Ballett und einen allerliebsten palästinensischen Bauerntanz. Wir hörtat einen jugendlichen Jargonsängcr, Ein hebräisches Gespräch aus Kindermund klang lieblich an unser Ohr: eine Frucht aus dem ersten hebräischen Kindergarten in Berlin. Berlin. Der uns zugesandte erste Rechenschaftsbericht der Ortsgruppe Groß-Berlin des Jüdischen F r a u e n b u 11 d e s macht Angaben über die Begründung des ersten J ii d i s e 11 e n M ii dchenklubs, Rosenthaler Str. 40-11, der in einer hübsch gelegenen 4 Zinnnerwohnnng jüdischen jungen Mädchen Gelegenheit zur Erholung, Unterhaltung und Fortbildung bietet. Welchem Bedürfnis die neue Einrichtung, die täglich von 4—10, Sonntags von 10 bis 10 Uhr geöffnet ist, entsprach, beweist die Tatsachc, daß gleich zu Anfang 80 Mitglieder, deren Zahl jetzt auf 150 Mädchen angewachsen ist, in den Klub cintraten. Turn- und Tanzstunden im Winter und Wanderfahrten im Sommer suchten den ineist an eine sitzende Lebensweise gebundenen Körper zu kräftigen, persönliche beratende Teilnahme griff da ein, wo Anzeichen von Krankheiten sich äußerlich bemerkbar machten und die Eröffnung eines rituell geleiteten Erholungsheims in Birkenwerder bot 17 Mädchen Gelegenheit, in der Nähe Berlins ihren Urtaub angenehm zu verbringen. Uiiterricbtskiirsc im Deutschen, Stenographie, Französisch, Englisch, Musik, praktischen Handfertigkeiten und Untgangsforinen wollen den Mädchen ein Vorwärtskoinmen im Beruf erleichtern und ihre Ausbildung ergänzen. Das religiösc Leben, das ja heute einem besonders starken Bedürfnis der Jugend entspricht, wird durch würdige Veranstaltungen an den Festtagen unter Bcobachtung einer edlen Pflege der Geselligkeit gestärkt. Durch eine sorgfältig zusammcngcstclltc Bibliothek und durch künstlerische Vorträge an den Sonntagen wird versucht, auf die Gcsclmiacksbiidung in günstigem Sinne einzuwirken. Während so eine umfassende Fürsorge sich der Berliner weiblidien Jugend annahm, mußten gleichzeitig Maßnahmen ge troffen werden, um auch da eine vorbeugende Tätigkeit zu entfalten, wo cs sich tim zuziehendc oder durchreisende Mädchen handelte. Wer den Umfang und die Folgen des Mädchenhandels kennt, wird ver׳ stehen können, welcher Segen durch eine gut orga nisierte B a h n h o f s h i I f e geschaffen wurde. Auf Grund einer informatorischen Tätigkeit gelang es einen Stab gut geschulter Mitarbeiter zu gewinnen und einer ganzen Anzahl von Mädchen, die, meist aus dein Osten, mit den hiesigen Verhältnissen fremd cintrafcn, aen notwendigen Schutz zuteil werden zu lassen. Berlin. Der Verein ״Jüdische Lesehalle und Bibliothek“ (Oranienburger Str. 58) hielt am 25. v. M. seine 20. Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Dr. Max Ginsberg erüffnete die Sitzung mit einer längeren Ansprache, in der er be sonders auf den naturgemäß neutralen Charakter der Institution hinwies. Die Bücherbestände unserer Bi bliothek haben im Berichtsjahre eine Bereicherung um 6(» Bände erhalten und umfassen jetzt im ganzen etwa 9000 Bände, von denen im Berichtsjahre nahezu 50 Prozent ausgeliehcn wurden. Für den Lcscsaal wurden zudem noch über 1000 Bücher verlangt, ln den Leseräumen iiegen ständig 115 jüdische Zei tungen und Zeitschriften in den verschiedensten Sprachen aus, die andauernd im reichen Maße be nutzt werden. Es konnte im verflossenen Jahre eine Besucherziffer von 32144 Personen fcstgcstcllt werden. Nach der durch Zuruf erfolgten Wiederwahl der bisherigen Vorstandsmitglieder schloß der Vorsitzende die Versammlung mit der Bitte, für das so segensreich wirkende Institut in erhöhtem Maße neue Anhänger und Förderer zu werben. Dessau. Am 15. Februar fand unsere Protest- Versammlung gegen die antizionistischc ״Erklärung“ statt, die, obgleich der gegnerische Mendelssohnverein am gleichen Abend einen Vortrag veranstaltete, gut besucht war. Herr Rechtsanwalt und Notar Dr. Ascher hielt das Referat, das unsere Stellung beleuchtete und die Größe und Reinheit der zionistisehen Bewegung in schwungvoller Weise hervorhob. Der Abend übte eine tiefe Wirkung aus. Konstanz. Am 28. Februar sprach Herr Dr. Mcin rath über den Sprachenkampf in Pa- 1 ä s t i n a. Er entwickelte den sehr zahlreichen Zuhörern die Ursachen und die Entwicklung dieses Kampfes. Entschieden aber sachlich unterzog er das Gebahren des antizionistischen Komitees und auch das Verhalten einzelner liberal-demokratischen Tages- Zeitungen einer eingehenden Kritik. Er wandte sich besonders gegen die Art und Weise, wie die Gegner des Zionismus diesen seinen Ideenkampf dazu bcnutzten, um ihre für ■die gesamte Judenheit gefährlichcn Angriffe zu unternehmen. Unentwegte Arbeit für die Erreichung unseres weiteren Zieles sei mehr als je unsere Pflicht und z״Kle1c der beste Dank, den wir unseren mutigen Vorkämpfern in diesem Streife (larbriiigen könnten. Reicher Beifall bezeugte dem Redner, dall seine Worte irr den 1!erzen der Zuhörer einen wannen Widerhall gefunden hatten. Herr Max Rotschild dankte dem Refereuten für seinen tiefiiurehdarliten, begeisternden Vortrag. München. In der am 5. März stattgehahten Oen e r a 1 v e r s a in m 1 u 11 g der Zionistischen Ü r t s g r 11 p p e widmete der Vorsitzende dem zu Rcchohoth 1111 Blütenalter von 26 Jahren verstorbenen Mitglieds• der Ortsgruppe Gabor Straus Worte der Eriuiicrimg. Der Verewigte, der seit zwei Jahren in Palästina weilte, um da seine Zukunft aufzubaticn und im Lande der Väter zu wirken, wäre wie kein zweiter berufen׳ gewesen, liier Großes zu leisten. Die Ortsgruppe ehrte sein Andenken durch Widmung einiger Oelbäuine. Die Generalversammlung genehmißte die Jaliresredimmg und bestätigte die bisherige Vorstarulschaft mit geringer Acndcrung auch für das kommende Jahr. Besonderen Dank verdient der Vcrtreter des N.-F., I lerr Dr. Max Mayer, welcher für das abgelaufene Jahr fast den doppelten Betrag als im Vorjahr eiuzubringen vermochte. Königsberg. Am 12. März feierte der Nationaljüdische Turnverein in Königsberg sein Purim fest. Nach Begrüßung der Gäste durch den Vorsitzenden Dr. Pelz schilderte der Festredner ries Abends, 1 lerr caiul. jur. Schloßberg, in kurzen mul prägnanten Worten die Bedeutung der Jüdischen Turnerschaft für unser Volk und betonte, daß ge* radc die Jüdische Turnerschaft der heste Boden für die nationale Erziehung sei. Wie immer, so gaben auch dieses Mal unsere Turner und Turnerinnen Proben ihrer Leistungen in Frei- und Geräteübungen, die stramm und mit turnerischem Eifer ausgeführt wurden. Reichen Beifall zollte ihnen dafür die 400köpfige Menge der Gäste mul inaktiven Mitglieder des Vereins. Nach aufgehobener Teetafel bereiteten Musik und Tanz und belustigende Vorträge aller Art eine fröhliche Purinistimimiug, Posen. Für den Verbund jüdischer 1'laue 11 für l< 111111 ra r he 11 in Palästina fanden in voriger Woche in den Städten Krotoschilt, Pieschen, Ostrowo und Kempen Propagaiidaversanunlungcn statt. Frau Rechtsanwalt Lach m a n n - Königshütte schilderte in ergreifender Weise das Elend der Ostjuden und bewies klar und sachlich die Notwendigkeit der Schaffung einer neuen Heimat für dieselben. Sodann berichtete sie über Zwecke und Ziele des Frauenvcrbandcs und seine bisherigen Leistungen. Es wurden über 70 neue Mitgtieder für den Verein gewonnen, welche Zahl sich aber voraussichtlich binnen kurzem noch beträchtlieh vergrößern wird. Auch der Spitzenabsatz war ein guter. Stettin. Im hiesigen jüdischen Litcraturvcrcin sprach am 10. März Herr Dr. Bncr über das Thema: ״Eine Reise nach Palästina.“ Derselbe Redner hielt auch im Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Prcnzluu einen Vortrag über: ״Die Judenfragc in Sch,׳dom Aschs Romanen.“ — Am 18. März sprach Herr Dr. Löwen herz, Berlin, in öffentlicher Versammlung über den palästi- 11 e n s i s c h c » S p r u c h c 11 k a m p f. Alsdann sprach unser Dr. Baer über das Thema: ״Was ist von der ״Erklärung" des Antizionistischen Komitees übrig geblieben?“ Er führte aus, wie selbst die Gegner die ״Erklärung“ mißbilligen und uns dadurch nur neue Freunde zugefünrt worden seien. Eine gemütliche Purimfeier mit anschließender Kaffeetafel hielt die zahlreichen Teilnehmer noch lange in angeregter Stimmung beisammen. Halle a. S. Am 9. März sprach in einer gut besuchten Versammlung Herr ür. Prager über das Thema ״Der Zionismus und die deutschen Ju den“. Im Mittelpunkt der Ausführungen stand die ״Notübeliicrklärung". Auch die Stellungnahme Hermann Cohens wurde, bei voller Würdigung .der um das Judentum hochverdienten Persönlichkeit, in gebührender Weise beleuchtet. Dem formvollendeten Vorträge folgte eine lebhafte Diskussion, in der die bewährten Argumente gegen den Zionismus und einige moderne über unsere ״Taktik“ vorgebracht und widerlegt wurden. Doch fand sich erfreulicherweise niemand, der die ״Erklärung“ zu rechtfertigen versucht hätte. Leipzig. Der hiesige Zionistische Ju gendverein hielt am 16. März seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Ciiairtn ■r Kf'm'Mf{fo ־/unnrhsf tf 11* MitnrhYcfpr fornnr Simon' Katz, begrüßte zunächst die Mitglieder, ferner die Herren von der Ortsgruppe und mehrere sonstige Gesinnungsgenossen. Darauf wurde der Tätigkcits und Kassenbericht cntgcgcngcnommen. Der Verein hat sich hiernach im ersten Jahre seines Bestehens überraschend schnell und sicher entwickelt. Die Mit gliederzahl ist ständig gestiegen und beträgt gegen wärtig rund 80. Die Vorträge waren stets gut besucht. An den Wanderungen beteiligte sich stets eine stattliche Anzahl junger Leute. Ein Höhepunkt war der Vortrag des Herrn Parteisekretär Kurt Rosenbaum. Am 3. Januar 1914 fand das erste Stiftungsfest statt, das einen großen Erfolg bedeutete. Der Rechenschaftsbericht wurde in der aiischlicßcnden kurzen Besprechung noch nach mancher Rieh Umg hin erweitert. Vor allem wurde die Ausbreitung hebräischer Sprachkenntnisse unter den Mitgliedern erörtert. Namens der älteren Zionisten Leipzigs, die die Gründung des Jugendvereins mit allen Kräften gefördert haben, forderte Herr Louis Tumpowsky in einer Ansprache die jungen Gesinnungsgenossen auf, an ihrem Ideal fcstzuhalten und mitzuarbeiten am Wohl der jiidischen Gesamtheit. Es folgten sodann die Vorstandswahlcu. Einstimmig wurde FIcrr Simon Katz zum ersten Vorsitzenden gewählt. Sodann beschloß man, vom Kassenüberschuß größere Beträge dem liebräisclieii Sclmlwcrk und dem Ycmeiiitcnfomls des Nalionalfoiids zu überweisen. Auch für die vom neutralen Jupcndvcrcin veranstalteten Turnabende, an denen sicli regelmäßig zahlreiche Mitglieder beteiligen, wurde ein Beitrag bewilligt. Nachdem noch verschiedene sonstige Angelegenbeiten ihre Erledigung gefunden hatten, wurde vom Vorstandslisch die überraschende Botschaft mitgeteilt, daß einige Gönner des Vereins die Mittel zur Anschaffung einer Vereinsi'almc gestiftet hätten. Das machte natürlich unseren jungen Freunden große Freude. Nürnberg. Unsere diesjährige Purimfeier war im engen Kreise von Gesinnungsgenossen geplant, da die sich häufenden öffentlichen großen Veranstaltungen das Arrangement eines Purimfestes großen Stiles nicht gestatteten. Der Name unseres Freundes Marie jedoch, der die Rezitation des Buches Esther versprochen hatte, lockte ein so zahlreiches Auditorium an, daß unser Vercinslokal die Fcstgästc kaum fassen konnte. So wurde aus der kleinen Feier doch ein richtiges Purimfest. Launige Ansprachen wechselten mit Vorträgen, bis Herr Arnold Marie den Abend mit einer wahrhaft künstlerischcn, ergreifenden Wiedergabe der Mcgillath Esther in der Klausnerseheu Ucbcrsctzung bcschloß. Ein Gesinnungsgenosse aus Warschau drückte in hebräischer Sprache seinen Dank für den ihm1 mit der Puriinfeicr gebotenen Genuß aus. Regensburg. Am 28. Februar wurde in der hiesigen Ortsgruppe die Protistversamuilung gegen das Vorgehen des Aiitizionistisdicn Komitees abgehalten. Rechtsanwalt Weiner, Regensburg, der das Referat übernommen hatte, sprach über den Zionismus und seine Gegner und gab eine ausführliche Dar- Stellung des behulkaiupfvs und seiner Gründe. Die gut besuchte Versammlung gewann die Ucbcrzeugung, daß das Vorgehen des Antizionistischen Komitces grundlos und höchst unangebracht war. In der lebhaften Diskussion, an der sich vor allem der I. Vorstand Herr Alois Natzler beteiligte, wurden die allgemeinen Einwürfc gebracht uiul widerlegt. Wiesbaden. Die Zionistische Ortsgruppe veranstaltctc am 1. März eine öffentliche Versammlung als Protest gegen die ״Erklärung“ und behufs Oricntierung über den Sprachenstreit. Der erste Redner, Herr Dr. A. Goldberg (Berlin), sprach in begeisterter Weise über den Sprachenkampf in Palästina. Der zweite Redner, Herr Dr. Prager, sprach über die ״Erklärung" und besonders über den ״Offenen Brief“ von Hermann Cohen, ln vornehmer, sachlicher Weise setzte er das Verhältnis zwischen Zionismus und Deutschtum auseinander. Beide Redner fanden für ihre treffenden Ausführungen den stürmischen Beifall der stark besuchten Versammlung. In der Diskussion wurde auch von nichtzionistischer Seile das Verwerfliche der Erklärung hervorgehoben. Bochum. Die günstige Wirkung der antizionistlsehen Aktion zeigte sich darin, daß der jüdische Jugcndvcrcin am 4. d. M. einen Diskussionsabcud über den Zionismus veranstaltete. Das einleitende Referat hielt Dr. Kretz in er, der offen erklärte, er habe sich erst seit ganz kurzer Zeit mit dem Zionismus beschäftigt und kenne ihn im wesentlichen aus den beiden antizionistischen Broschüren. Auch die beiden Mitglieder des antizionistischen Komitees, Dr. S c 11 ö n w a 1 d und L i e b c n f e I d holten daraus ihre Waffen, ergingen sicli aber im Gegensatz zum Referenten in heftigen Schmähungen und Ausfällen. Trotz der parteiischen Leitung des Vorsitzenden, der den anwesenden Zionisten eine geharnischte Begrüßungsansprache widmete, gelang es unseren Freunden Neufeld und Eiehengrün (Dortmund) und Dr. Epstein (Duisburg) ihren Standpunkt sachlich zu begründen und die jungen Leute zum Nachdenken anzuregen, Hannover. Die Protestversammlung der Hannoverschen Ortsgruppe fand am 25. Februar statt. Die Versammlung war von etwa 351) Personen besucht. Herr Rechtsanwalt Greife 11 hagen aus Berlin hatte das Referat übernommen. Seine Ausführungen fanden lebhaften Beifall. In der Diskussion sprach der zufällig anwesende Parteisekretär Rosenbäum über den Sprachciikampf in Palästina. — Von den Unterzeichnern der ״Erklärung“ war niemand erschienen. Ob cs sich bei dem Verhalten dieser Herren um bewußte Totschweigctaktik gehandelt hat, oder ob sie die Vorsicht als der Tapferkeit besseren Teil gewählt haben, steht dahin. Die würdig vcrlaufene Versammlung hat offenbaren Eindruck gemacht. Es besteht die Hoffnung, daß die zionistische Sache auch in Hannover Fortschritte macht. Man wird sich allerdings noch erheblich anstrengen müssen, um nennenswerte Erfolge zu erzielen. Zionismus gilt hier als ״unfein". Wer die hiesigen Verhältnisse kennt, weiß, was das zu bedeuten hat. Zabrze. Am 21. Februar fand die von der Zionistischcn Vereinigung für Deutschland angekündigte ProtcstvcrSammlung statt, die einen guten Besuch aufwics, R.-A. Schindler schilderte in kurzen Zügen Ziel und Aufgaben des Zionismus, während R.-Ä. Lichten stein die ״Erklärung“ des Antizionistischen Komitees in gebührender Weise würdigte. Eine Diskussion kam nicht zustande, da sämtliche Erschienenen, auch die Nichtzionisten, durch ihren Beifall zum Ausdruck 1brachten, daß sic in der Beurteilung des Vorgehens der Antizionisten mit den Vortragenden einig waren. Von den Antizionisten waren die ״Führer im Streite" so vorsichtig — zu Hause zu bleiben. Diese Herren Ver* traueasmänncr des Antizionistischen Komitees führen den Kampf gegen den Zionismus, indem sie die i t ■