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Jüdische Rundschau · 1914-03-13 · Heft 11 (13.3.1914) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 11 (13.3.1914)
Date
1914-03-13
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 28 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. U hat die Srtmftu'iddie Kleid! v/ic in Oeslerreidt organisatorische Maßnahmen rolfcn, deren erfreuliche Wirkungen bereits in einer Steigerung der Büchsenerträge zum Ausdruck kommen. Alles in allem geaommen, ist die Entwicklung der Nationalfonds-Eisigäiigc ans den vier Hauptländern, in denen ca. 10 Millionen unseres Volkes leben, eine stetige und berechtigt zu den besten Erwartungen in den künfti• gen Jahren. Von den kleineren Landern jüdischer Sicdclung stellt diesmal Canada allein an der Spitze und erreicht mit seiner Spendcnsummc nahezu soviel als Südafrika mul England zusanimcngc »omnien. Seit einer Reihe von Jahren hielten sich die Einnahmen aus Canada und Südafrika so ziemlich die Wage, ja, Südafrika mit seiner geringeren Seelciizahl war Canada sogar relativ voraus. Um so bedauerlicher ist der Ausfall Südafrikas im letzten Jahre, der nicht weniger als ca. 13000 Mark aus* macht. Wir können hei der rühmlich'bekannten Opfer- Willigkeit unserer Freunde in Südafrika nicht glauben, dali ihr Eifer für den Nationalfonds Einbuße erlitten hat. Die schwankenden Erträge sind vielmehr nach unserer Ueberzeugung auf den Mangel einer «güten Organisation von Nationalfondskonimissären, die sich ausschließ־ lieh für die Nationalfonds-Arbcit spezialisieren, zurückzu• führen. Dieser organisatorische Mangel ist übrigens trotz der guten Erträge auch in Canada zu bemerken, wo von den Ortsgriippenvorstiinden die Nationalfonds-Arbcit geleistet wird, statt daß besondere Funktionäre wie in allen anderen Ländern dafür eingesetzt sind. Wenn diesem Mangel von *unseren Gesinnungsgenossen in den beiden erwähnten Ländern abgeholfen wird, dann werden die Eingänge für den Nationalfonds von allen Schwankungei: und Störungen bewahrt bleiben lind eine ununtcrbruchcn aufsteigende Entwicklung nehmen. Ueberaus wohltuend berührt der Aufschwung in England, dessen Eingänge sich mehr als verdoppelt haben, wenn sie auch noch immer hinter Südafrika zurücksfchen und die Hälfte der Spenden in Canada erreichen Immerhin begrüßen wir mit aufrichtiger Geimgtuung die Ueberwiudung der jahrelangen Stagnation durch unsere englischen Freunde. Das demnächst ein• ztirielitcnde Bureau mit einem Sekretariat läßt uns hoffen, daß in diesen! Jahre England mit seiner viertel Million einflußreicher und wohlhabender Juden einen würdigen Platz unmittelbar hinter den vier Ländern mit großer jüdischer Bevölkerung einiiehmen wird. Erwähnenswert ist der von unserer englischen Sanunclstcllc, nach dem Muster Palästinas und Hollands cingeführte Blumentag, der nunmehr auch von der amerikanischen Sammel* stelle vorbereitet wird. Es wäre sehr zu wünschen, daß alle anderen Länder anläßlich Schcwuotli die propngandistisch ausgezeichnet wirkenden Blumentage einführen. ■ - ln Holland, das in organisatorischer Hinsicht das Mustcrläiulclien ist, entwickeln sieh alle Sammelmittel langsam aber stetig, Betrübend ist der Rückgang in Rumänien, das ehemals an fünfter Stelle stand und nunmehr auf die neunte lierabgcglitten ist. Hier gehen die Spenden seit Jahren zurück. Wenn auch der Rückgang in den letzten zwei Jahren infolge der kriegerischer Ereignisse und wirtschaftlichen Krise auf dem Balkan zum Teil erklärlich ist, so ist doch nicht zu verkennen, daß die Organisation der Vertrauensmänner sehr viel zu wünschen übrig läßt. Es wird nötig sein, im Laufe dieses Jahres durchgreifende organisatorische Maßnahmen zu treffen, damit ein Land wie Rumänien mit 230000 national empfindenden Juden den ihm gebiili• renden Platz eimiiniint. Ungarn weist dank der Jemenitenaktion unserer dortigen Studentenschaft eine wesentliche Besserung auf, steht aber noch immer mit einer Bevölkerung von nahezu einer Million Juden an zehnter Stelle. Die vor einigen Monaten vorgenoininene Reorganisation der Landcssan!- mclstellc, an deren Spitze sich unser eifriger Gcsinnungsgenosse Dr. Jordan gestellt hat, läßt in diesen Jahre eine gründliche Wandlung zum Bessern erhoffen. Argentinien hat seinen Rückgang im vorig.n Jahre wcttgeniacht und wird durch die jüngst rcorgamsierte Landcssammclstcllc wohl auch in diesem Jad!: auf der Höhe bleiben. — Die südslavischen La!- der weisen eine gleichmäßige Entwicklung auf, was י u so mehr anzuerkennen ist, als unsere Gesinnung? cnossin Frau Clara Barmaper-Jacobi die ganze Arbeit von Wien aus in hingehender Weise leitet. — Belgien Lat leider zum erstenmal einen Rückgang zu verzeichnen, und zwar, bei so wichtigen Sammclzweigen, wie der Baumspcnde und den Arbeiterheimstätten. Wir crlasnn es uns. hier die Wichtigkeit dieser beiden Spcndenzwe; ,׳c für unsere gesamte Kolonisation auseinanderzusetzen. Vir werden diese Frage übrigens in den Monographien ungehend behandeln. Unsere belgischen Gesinnungs;e• nossen werden hoffentlich in diesem Jahre auch die? en Spendenzweigen erhöhte Aufmerksamkeit zuwenden. — In der Türkei haben die Sfienden sich mehr als v ז• doppelt, was jedoch in erster Linie auf Rechnung P 1• lästinas zu setzen ist, wo ca. 80 0,״ der Spenden a 1fgebracht wurden. So sehr wir uns darüber freuen, thß die palästinensische Bevölkerung die Tätigkeit des Nationalfonds immer mehr zu würdigen weiß, so sehr ist cs zu bedauern, daß aus der übrigen Türkei die Eingänge nur sporadisch und zufallsvveisc einfließen. Es ist indt ß begründete Aussicht vorhanden, daß hier bald eine plan• mäßige Arbeit einsetzt, um die bereits vorhandenen Sym• pathien zugunsten des Nationalfonds nutzbar zu machen. -- Frankreich hat ebenfalls eine Verdoppelung der Nationalfouds-Eingänge aufzuweisen, von denen ein ansehnlicher Teil auf die rührigen Zionisten in Tunis entfällt. Es wäre nur zu wünschen, daß sich die bis jetzt noch isoliert arbeitenden Gruppen zu einer gemeinsamen planmäßigen Arbeit zusammentun, wodurch unseres Lrachtens in erster Linie ein Erfolg, insbesondere bei den so zahlreich eingewanderten Juden aus dem Osten, erzielt werden kann. — Von den Ländern mit geringerer jüdischcr Bevölkerung verdienen die Schweiz, Austra• lien, Griechenland und Ostasien hervorge• hoben zu werden. In der Schweiz ist der neugewähUc Lnmlcskominissär, Herr Simon in Zürich, mit Erfolg bemüht, die Organisation der Vertrauensmänner aus/u• gestalten. In Griechenland zeichnet sich besonders 11 er Verein Poale-Sion in Volo aus, der trotz der Krise auf die Ausnutzung unserer wichtigsten Sammehnittcl im ganzen Lande bedacht war. In jüngster Zeit beginnt aucli Saloniki, das ca. zehnmal so viel Juden als Alt Griechenland zählt und nunmehr diesem zugerechnet wer• den muß, eine vielversprechende Tätigkeit zu entfalten. Das Resultat wird hoffentlich am Schlüsse dieses Jahre? in einem namhaften Spenden-Betrag zum Ausdruck kommen. Vorant*ori1.K«<Ukk! Hugo Hon&ftnn, WUm»r״dort, ־Vorlfcgi Jfldii0h*Huod«eb*QO.B».b.H.,B0rUn'W.U, Drook: HitgfrUd!•*tt»־fcchg«nb4rg i ■ f' v *׳. .

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