Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIX (1914)
- Issue
- Heft 9 (27.2.1914)
- Date
- 1914-02-27
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 9 JU EDI SC HE RUNDSCHAU Seite 97 üer jüdischen Ocmcindc sicli auf Veranlassung des Vorstehers, dessen Name die antizioiiistisehe Erkliirung ziert, weigerte, lins das Adrcssemnateri.il der Qemeiiidc zur Verfügim!־׳ zu stellen. Ais allen Schikanen zjun Trotz die Versammlung dennoch zu• stände kam, schickte dieselbe liberale Gemeindeverwaltung ihren Synagogcntliencr und Kaufmnnnslehrliuge von Haus zu Haus, um den Besuch der Vor- Sammlung zu verhindern. So hoch schätzten die Boclminer Notabein die Müiidigkeil ihrer (iemeindemitgliedcr ein. Aber sie hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn die Versammlung erfreute sielt eines lebhaften Besuches von seiten solcher (leister, die sich dort zu Orient ieren für richtig halten, wo es ihnen paßt. Selbst die Agitation des Bochunicr liberalen Rabbiners, der die Kinder im Religionsunterricht das Gruseln vor dem bösen Zionismus zu lehren bestrebt war, konnte an dieser Tatsache | nichts ändern. In einstiindigeii Ausführungen brachte . Herr Dr. (i r ü!1 c b c rg - Elberfeld den Teilnehmern j besser als durch tönende Vcrsanunhingsphrasen durcli eine rein sachliche Auseinandersetzung die Ideen und Ziele des Zionismus zum Verständnis und zeigte, wie lächerlich und gegenstandslos die Angriffe der lediglich durch bleiche Furcht vor den Antisemiten in ihrem ganzen Handeln bestimmten Antizionisten sind. Nach einer kurzen Debatte, in der besonders die starken Sympathien der Boclminer jüdischen Bevölkerung für'dcii Zionismus zum Ausdruck gelangten, wurde mit weit überwiegender Mehrheit eine scharfe Protestresolution gegen die antizioiiistisehe Kampfesweise angenommen. Unser Eindruck war, dall die Protestversammlung der Ausgangspunkt einer intensiven und aussichtsreichen zionistischen Arbeit in Bochum sein wird. Remscheid. Am 16. Februar veranstaltete die Zionistische Vereinigung für I knlsdilaud auch hier eine Versammlung, die sich mit der neuesten Kampfesweise des antizionistisehen Komitees beschäftigte. Herr Dr. Grüneberg• Elberfeld, der das Referat überminimen hatte, setzte die Geschichte des Kampfe» gegen den Zionismus in Deutschland auseinander und entwickelte sodann in anschaulicher Weise das zionistische Programm. Nach einer sachlichen Diskussion wurde als Ausdruck der Sympathien, die die Teilnehmer der Versammlung dein zionistischen Gedanken entgegcnbraäitc», eine Sammlung für das hebräische Scluilwcrk In Palästina veranstaltet. Der durchaus harmonisch verlaufene Abend zeigte, ein wie großes l eid in Deutschland noch der Bearbeitung dureli die zionistischen (jedanken harrt. Saarbrücken. Am 17. Februar fand die angekündigte Versammlung statt. Der Saal war dicht besetzt, die!Mehrheit bestand au» Nichtzionisten, /um Teil sogar ausgesprochenen Gegnern. Herr Dr. Lösch n er eröffnet»; die Versammlung mit kurzen Worten, in »lenen er der 1 loffnuttg Ausdruck verlieh, »laß diu Versammlung zum Frieden,und zur Verständigung führen werde. Das Hauptreferat erstattete Herr Schcrck aus Heidelberg über allgemeine ziouislischc Fragen mit Betonung und Kennzeichnung der antizionistischen Erklärung. Nach diesem mit Beifall aufgciioinmcncn Referat sprach Herr Eilnar»! S ä 11 g e r, Saarbrücken, über Staatsbiirgertum und Zionismns. Nach einer kurzen Pause begann die Diskussion, die Herr Dr. Lösch nur mit einer ausluhrlieheu Darlegung des Spraelicnslreites in Palästina cinlcitctc. Die Diskussion war sehr lebhaft, anregend und fesselte die Aufmerksamkeit der Versammlung, die teils mit Beifall, teils mit Widerspruch die ein- /einen Reden hcgleitetc. An der Diskussion nahmen Nichtzionisten und Gegner der Bewegung einen lebhaften Anteil. Sie verlief trotz ihrer Lebhaftigkeit in sachlicher und ruhiger Form. Die Gegner brachte« eine Resolution ein, worauf auch der Vorstand der Ortsgruppe seine Resolution als Antwort beantragte. Nach einer kurzen Debatte wurde mit überwiegender Mehrheit beschlossen, von einer Abstimmung über die Resolutionen abzusehen, um die Versammlung, die geeignet war, eine Verständigung aimihahncn und Klärung über unsere Ziele mul Mittel zu bringen, nicht mit einem Mißton ״b/uschlielSeii. Nach I Uhr nachts wurde die Versammlung geschlossen. Bremen. Am 17. Februar sprach Herr Dr. Bloede aus Hamburg bei uns in einer gut bcsuchten Versammlung. Fast einstimmig wurde eine Resolution gegen das antizioiiistisehe Komitee angenommen. Eine grilliere Sammlung für das palästineiisischc Scluilwcrk war der Erfolg. Danzig. Am 15. Februar sprach Herr Dr, Pelz- Königsberg vor überfülltem Saale über ״Die jüngsten Angriffe gegen dun Zionismus“. In ausgezeichneter Weise/ beleuchtete der Redner die auti/innistische Jaktik. Der Vortrag übte auch auf die in großer Zahl erschienenen nicht/ionistischcn Zuhörer sichtlieh tiefen Eindruck aus. Weite Kreise der hiesigen Gemeinde sind jetzt über den Charakter des gegen den Zionismus geführten Kampfes unterrichtet. Jüdische Gemeinde, Berlin (Gottesdienst) Freitag, 27. I ebruar, abends: in allen Synagogen Uhr. Sonn a b c 11 »1, 28. Februar, vorm.: in der Alten und Rykestr.-Synagoge 9 Uhr, in den anderen Synagogen: Frühgottesdienst 7»/a Uhr, Hauptgottesdicnst 10 Uhr. Predigt: Alte Synagoge: Rabh. Dr. Eschclbachcr. Synagoge Rykestr.: Rabb. Dr. Lcwkowitz. Schrifterklärung: Neue Synagoge: Rabb. Dr. Weiße. Synagoge Lindenstr.: ' Rabb. Dr. Rosenzweig. [ %n1־׳goge Lützowslr.: Rabb. Dr. Blumcnthal, Syn- I agoge Fasanenslr.: Rabb. Dr. Iloehfeld. Der Inseratenteil unterstellt nietit der Uerantiertlfetiailt dir Redaktion. InsüEsoiidsrswlPtl für die Angaben bezüglich ritueller Karen heine Gewähr übernommu R: ׳ G, m.b.H. Inh.! Architekten S. Eliajbcrg & Gmtav Gocrke BERLIN, Viktoria&tralje 10 I Möbel, Innenausstattungen, I Teppiche, Beleuchtung י 3ב| Räume tländlg euigeilelll Eigen*! 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