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Jüdische Rundschau · 1914-02-13 · Heft 7 (13.2.1914) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 7 (13.2.1914)
Date
1914-02-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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! Je er \ m h. Ul k- 1b n. n- BEIBLATT Nr. 5/7 13 Februar 1914 C3/ ח ך r~x'1 /0n 'ן ץ״/ ף ־־־ LJ Lul L״«r Lai SdJ □םםםםםסםם0| INHALT □□ם0םםםםם□ Bericht des Merkas Hamorim. — ״Alljudentum'‘. Von Hugo Herrmann. — Die Landarbeiterfrage Palästinas. Von Leo Rosenberg. Bericht des Merkas Der Hebräische lehrerverband in Palästina versende! ein vom 27. Tcbcth datiertes Rundschreiben, dem wir folgende interessante Daten über den gegenwärtigen Stand des hebriiisehen Schulwerkcs in Palästina entnehmen: ״Die Schüler in unseren neuen Schulen und in den Schulen des Hilfsvercins' verteilen sich jetzt folgendermatkn: Unser Seminar und unsere Handelskurse werden von 70 Schülern besucht, in den entsprechenden Anstalten des Hilfsvercins sind bloß 25 Schüler geblieben, darunter nur drei Zöglinge des Seminars. ln der hebräischen Knabenschule haben wir 10t Schüler, in der Knabenschule des Hilfsvereins befinden sich 210 Schüler. An die Eröffnung einer Knabenschule hatten wir vorher gar nicht gedacht; wir sind dazu erst gezwungen worden, nachdem ein großer Teil der Schüler die Hilfsvcreinsschule zum Zeichen des Protestes gegen die Leitung, welche mit Polizei in die Schule gekommen war, verlassen hatte. Die hebräische Mädchenschule wird jetzt von 203 Schülerinnen besucht, während die Mädchenschule des Hilfs- Vereins 200 Schülerinnen zählt. (In dieser Anstalt hat die Leiterin samt dem ganzen Lehrerkollegium mit alleiniger Aus• ,Lnahme der Turnlehrerin demissioniert.)* \ Die hebräische Knabenschule in Jaffa zählt 125 Schüler, ln der entsprechenden Hilfsvereinsschule sind 50—60 Schüler (׳ebliebcn. I In Haifa zahlte die Hilfsvereinsschule 83 Schüler, die jetzt alle (mit Ausnahme eines Sohnes des Schuldieners) zu (1er hebräischen Schule übergegangen sind. Hinzugekommen sind noch 12 neue Schüler, die früher die Alliance-Schulc besucht hatten. Außer diesen Schulen, über deren Eröffnung wir bereits in unseren vorigen Rundschreiben berichtet hatten, sind von uns ■noch in Jerusalem KursefürKindergärtncrinnen eingerichtet worden, die von 21 Schülerinnen — von den 23, die früher in der Kindergärtnerinncnschule des Hilfsvercins waren — besucht werden. Alle Lehrer, die früher in dieser Anstalt des Hilfsvereins unterrichteten und jetzt demissioniert haben, erteilen in unserer Anstalt bis zum Peßach-Fcstc u n ־ entgeltlich Unterricht. Im Sommer werden wir diese Kurse regelmäßig organisieren und einen bestimmten Betrag zu ihrer Erhaltung auswerfen müssen. Außerdem sind wir gezwungen, für die Zöglinge des Mädchenheims des Hilfsvereins zu sorgen. Die in diesem Mädchenheim erzogenen Schülerinnen kämpften länger als einen Monat gegen die Leitung, die sie zwingen ,wollte, die Mädchenschule des Hilfsvercins gegen ihren Willen zu besuchen. Sie hatten in den letzten Wochen viel Leid au erdulden, und als alle Mittel, die die Leitung ver* suchte, den Mädchen gegenüber fruchtlos blieben, wandte sich die Leitung an die Vormünder der Mädchen mit der Auf■׳ forderung, sie zum Besuch der Hilfsvereinsschule zu zwingen. Aber auch dies hatte keinen Erfolg. So waren wir denn ge• zwungen, aus dem Mädchenheim des Hilfsvereins 17 Mädchen, die auf Kosten der zionistischen Organisation und verschiedcucr Privatleute erzogen werden, hcrauszunehmen. Die Zahl der Lehrer, die in den Anstalten des Hilfs- Vereins tätig waren, betrug 56. Davon sind 41 zu unseren Schulen übergegangen. 111 Jerusalem hatte der Hilfsverein 41 Lehrer, davon demissionierten 28. Unter den ausgeschie* denen Hilfsvereinslehrern befinden sich David J c 11 i n , Ch. Sutta, Frl. Pinczower, J. Mejohas, A. M, Lipschitz, Dr. Braver, l)r. Sonne, Dr. Hebron i, Dr. Masie und. Dr. Marschak. ln Jaffa hatte der Hilfsverein 10 Lehrer, von denen 9 demissionierten. Nur der Direktor, ein Verwandter Ephraim Cohns, blieb. In Haifa hatte der 11ilfsvercin 5 Lehrer, von denen nur einer blieb: der Lehrer für Deutsch. Wenn wir sehen, daß eine so große Anzahl von Lehrern die ihnen liebgewordene Lehrtätigkeit in den Schulen des Hilfsvercins aufgegeben hat, so müssen wir uns doch sagen, daß diese Demission nicht plötzlich einzig und allein infolge der bekannten Beschlüsse des Kuratoriums erfolgt sein kann. Die Lehrer des Hilfsvercins beklagten sich schon längst über die in den Anstalten dieser Organisation immer mehr zutage tretende Tendenz, die hebräische Sprache zurück/udrängen. Vor zwei Jahren unterrichtete Dr. Braver Geographie, Geschichte mul Pädagogik am Seminar in hebräischer Sprache. Man forderte von ihm, daß er diese Fächer deutsch unterrichten sollte, und als er sich nicht dazu verstehen wollte, übertrug man den Unterricht in Pädagogik Herrn Dr. Weinberg und den Unterricht in Geographie Herrn Press, die diese Disziplinen deutsch vortrügen. Vor zwei Jahren war Oberleluer Hammerstein aus Deutschland der Lehrer für Mathematik am Seminar. Er erteilte den Unterricht in Mathematik in mehreren Klassen in hebräischer Sprache. Sein Nachfolger, Herr Dr. Hcbroni, der im vorigen Jahre sein Amt antrat, ein geborener Palästinenser, der das Seminar in Jerusalem absolviert hat, wurde jedoch von der Leitung gezwungen, Mathematik lediglich in deutscher Sprache vorzutragen, trotzdem er diese Sprache nur mangelhaft beherrscht und ihm jedenfalls die hebräische Sprache vertrauter und geläufiger ist. ln der Lämelsehulc lehrte man in der 5. und 6. Klasse nur Rechnen in deutscher Sprache, in der 7. und 8. Klasse aber sämtliche wissenschaftlichen Fächer mit Ausnähme der Naturwissenschaften, die ein halbes Jahr hebräisch und ein halbes Jahr deutsch vorgetragen wurden. Auch der Turnunterricht war in allen Klassen deutsch, ln Jaffa gab es bis zum vorigen Jahre zwei Direktoren, von denen der eine für die hebräischen Unterrichtsfächer verantwortlich war, während der zweite der Lehrer für Deutsch war. In diesem Jahre aber wurde die Leitung ganz dem deutschen Lehrer übertragen." l

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