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Jüdische Rundschau · 1914-02-13 · Heft 7 (13.2.1914) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 7 (13.2.1914)
Date
1914-02-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 72 Kr. 7 J U EPISCH E RUNDSCHAU Den Zionisten Deutschlands ist cs gelungen, durch ihre Sammeltätigkeit für den Jüdischen Nationalfonds noch etwas mehr als die in Anschlag gebrachte Summe von 100 000 M. aufrubringcii, ein Ileweis dafür, dafl die Kraft unserer Idee noch mehr zu leisten vermag, als wir unserer Organisation zutrauen. Die vollkommensten organisatorischen Einrichtungen wären durchaus erfolglos, wenn unter denen, die für uns arbeiten sollen, nicht der Oedanke lebendig wäre, daß cs gilt, stets für unsere große Sache besorgt zu sein. Die in der vorigen Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ veröffentlichte Statistik über die Eingänge aus den einzelnen Orten fällt zunächst durch ihren Umfang auf. Es sind allerdings in diesem Jahre alle Orte spezifiziert aufgeführt, die mehr als 10 M. gebracht haben. Selbst wenn man aber nur diejenigen Orte berücksichtigt, die mehr als 20 Al. gebracht haben, und dies geschah in der vorigen Statistik, so ergibt sich immer noch eine Zunahme von 52 Orten, die neu in diese Tabelle atifgeuominen werden konnten. Diese außerordentliche Zunahme der Zahl der Kommissare erklärt zum großen Teil das Wachstum der Eingänge. Wir haben besonders in manchen kleineren Orten begeisterte Anhänger unserer Sache, die im leaten Jahre recht erfreuliche Erfolge aufweisen können. Wir erwähnen hier insbesondere Allenstcin, Bamberg, Bereut, Calcar, Cosel, Culm, Eydtkulmen (eine Steigerung von 2Ü0U Ologau, Üncscn, Hohensalza, Kempen i. Pos,, Kiel, Laurahütte, Lissa, Magdeburg, Marburg, Mülhausen itn Elsaß, Nordhausen, Ostnowo, Plauen, Samter, Schönlanke, Zabrze. In diesen Orten ist die Satnmcl• tiitiykeit im allgemeinen eifriger geworden, während das Ansteigen anderer Orte darauf zuriickzul'ühreu ist, daß gewisse Spczialsammhmgen, meist für Ycmcnitcuhüuser, besonders gepflegt werden. So brachte Beuthcn allein zirka 1200 M. durch Yemcnitenhüuscr, Darmstadt ebenso *113 M. In Heidelberg bemühten sich die neu entstandenen nationalen Studeuten-Ürganisationen. Die erfreuliche Steigerung in Karlsruhe ist ebenfalls im wesentlichen auf einige Ycmenitenhaiis-Spcndcn zurückzuführen. Dasselbe gilt für Künigsh&ttc und Messingwerk. Bei einer ganzen Anzahl anderer Orte ist der Zugang wesentlich auf das Konto der Eingänge aus allgemeinen Spenden und Büchscnlccrungcn zu setzen. Beides ist ein Beweis dafür, daß vermehrte propagandistische und organisatorische Tätigkeit wirkungsvoll gewesen ist. Bei diesen Orten können wir sagen, daß der Fortschritt für den Ausbau unserer Sammeltätigkeit am bedeutsamsten ist, da er Sicherheit für die zukünftige Entwicklung verspricht. Dies läßt sich für Danzig, Dt.-Eylau und eine ganze Reihe anderer Orte feststellen. Im ganzen können wir sagen, daß für Büchscnlccrungcn die beste Entwicklung stattgefunden hat. Zum Beispiel sind die Eingänge aus Frankfurt a. M. hierfür von noch nicht 200 M, auf nahezu 800 M. gestiegen. Die Eingänge aus Köln stiegen von 650 M. auf 1122 M. Neben diesen erfreulichen Erscheinungen muß bedauerlicherweise festgestcllt werden, daß es eine gewisse Klasse von Orten gibt, bei denen die Eingänge zurückgegaiigcn sind. Auffallenderweise handelt es sich hier hauptsächlich um größere Ortsgruppen. Und diese deutlich erkennbare Gruppierung der Orte in zwei Klassen, die sich so verschieden verhalten, zeigt, daß für die Nationalfondsarheit in größeren Orten andere Orgauisatiousformen geschaffen werden müssen, als sie bisher in Gebrauch waren. Es wird die Aufgabe der Leiter der Nationalfonds-Sammlungen in diesen Orten sein, dafür Vorsorge zu treffen, daß das Hauptübc! beseitigt wird, nämlich der immer noch herrschende Mangel an aktiven Mitarbeitern, die den Nationalfonds-Kom- * missar entlasten sollen. In Orten mit 4000 und mehr Jüdischen Einwohnern ist es natürlich einem einzelnen Gesinnungsgenossen, bei noch so großem Eifer, unmöglich alle Wege auszunutzen, die es für aus dem Jahre 1913 unsere Arbeit gibt. 'Wir müssen also darauf sehen, daß sich in den größeren Gemeinden eine Schar von Nationalfonds-Arbeitern findet, die ihre sichtbare Organisation in der Natioualfonds-Kommission haben. Ueberdies empfiehlt es sich, in vielen Fällen eine Einteilung der Stadt nach Bezirken vorzunehmen und jeden Bezirk einem dort wohnenden Gesinnungsgenossen zur Bearbeitung für den Nationalfonds zuzuweisen, Noch viel wichtiger als diese mehr formalen Vorkehrungen ist aber, daß unsere Nationalfonds- Kommissare und ihre Hilfskräfte auf das genaueste darüber orientiert sind, welche Aufgabe der Nationalfonds in Palästina zu erfüllen hat. Sie werden nur dann in der Lage sein, die erforderliche agitatorische Arbeit zu leisten. Das Gesamtjahres-Ergcbnis Deutschlands beträgt I07<K)5,17M. Damit steht Deutschland, wie auch schon früher, an •I. Stelle nach Rußland, Oesterreich und Nordamerika mit Ergebnissen von 257 (Mit) M., 1I I 0(111 heziehungsweise 113 000 M. Die Steigerung der Eingänge beträgt in Deutschland 30 000 M,, in Rußland, Amerika und Oesterreich 07000 M., 12 000 M. und 20 (MH) M. In Prozenten der Eingänge des Jahres 1012 beträgt die Steigerung für Rußland 70 ״>, für Amerika 12",״, für Oesterreich 22",״, für Deutschland •lü>,' während die Gesamteinuahme des Jüdischen Nationalfonds von 500 755,55 M. auf 811200,00 M. gesticgen ist oder um 220■115,11 M.. das heißt 17,1 > ,. Die Steigerung aus Deutschland ist also etwas gunstiger als der Durchschnitt, bleibt aber sowohl absolut wie im Verhältnis gegen die Steigerung aus einigen andern Ländern zurück, Die Sammelmittel des jüdischen Nationalfonds haben in Deutschland eine vielfach widersprechende Entwicklung gehabt. Die Allgemeinen Spenden• sowie die Oclbaumspeiiden sind leider recht beträchtlich zurückgegaiigcn. Die Allgemeinen Spenden um 2000 Mark, die Oelbaum-Spcnden um 'i(H)(} M. Allerdings zeigt sich gerade in der letzten Zeit eine stärkere Beliebtheit der Oelbaumsammhiiigen, so daß die Eingänge aus dem letzten Vierteljahr 191 1 mit ‘1260 M., die des letzten Vierteljahres 1012 mit ■1158,80 Mark noch um ein geringes iihertreffen, Es ist demnach zu hülfen, daß wir für Baumspcndcii bald wieder größere Erträge haben werden. Dem Rückgang der Oclbaumspeiiden in Deutschland entspricht eine nur ganz minimale Steigerung der Eingänge aus diesem Saininclmittcl in allen Ländern. Die Eingänge für das Goldene Buch sind von 6600 M. auf 8100 M. gestiegen, und wir erwarten, daß immer zahlreichere Konten neu eröffnet werden, die auch baldigst zur Vollzalthmg gelangen. Am wichtigsten ist die Entwicklung miserbr Büehsen-Samniltmgcii, Diese sind von 21 252,60 M. nul 21030,11 AL gestiegen. 1111 vorigen Jahre war Deutschland mit diesem Snmmelmittel an zweiter Stelle, nach Rußland mit einem Ergebnis von zirka 23 000 AL Inzwischen haben auch in andern Ländern Entwicklungen dieses Sammclinittcls stattgcfimdeii, so daß Deutschland jetzt au dritter Stelle nach Rußlaml und Oesterreich mit 20 000 AI. mul 27 060 AL stellt. Die Entwicklung der Eingänge aus diesem SammelmiUel wird charakterisiert durch die Zahlen aus den letzten fünf Jahren. Angcfangcn mit dem Jahre 1000 betrugen die Ergebnisse 5382,73 AI.; 10 221,18 M.: 15 251,61 M.; 21 252,00 M.; 21030,11 AL Die Bedeutung dieser Steigerung geht daraus hervor, daß im Jahre 1000 die Einnahme aus Büchsen mir zirka 11,4",״ des Gesamtergebnisses betrug, 1111 Jahre 1013 dagegen 23,3״;«, also mehr als das Doppelte, Der Anteil der Büchsen-Samniltingcii im Nationalfonds überhaupt beträgt 135 417,70 *M. gegen 101 515,58 M. im Jahre 1012 oder in Prozenten 10,7 סי׳ der Eingänge von 1913. Die Yemenitenhaus - Sammlungen ergaben in diesem Jahre 36 234,66 M, Ein Vergleich mit dem Vorjahr ist hier nicht angebracht, da die Sammlungen erst in der zweiten Hälfte des Jahres 1012 elnsetztcn. MionaHs Insgesamt sind aus Deutschland 51 334,58 M. bis zum Schluß des Jahres 1913 für Yemeiiitenhäuscr eiligegangen. Hierbei sind lÜOtMJ M. enthalten, die uns das Hilfskomitee für die yemcnitischcn Juden überwiesen hat. Selbstbcstcucrung und die Sammlung durch Sammelbogeii haben etwas zugenommen, immerhin lassen sich die Ergebnisse aus diesen Mitteln nicht mit denen vergleichen, die hierfür aus andern Laudern, namentlich aus Oesterreich, aufgebracht werden. Wie einträglich das Sammelmittel werden kann, beweist der Erfolg der Ortsgruppe Halbcrstadt, die hierfür 330 M. abfnliren konnte. Es ist ein leichtes, diese Verpflichtung zu einer kleinen Selbstbcstetierung überall durchzuführen, ohne erhebliche Belastung der Gesinnungsgenossen und doch mit großem finanzielten Erfolg für die Gesamtheit. Wir hoffen, daß sich noch mehrere Ortsgruppen insbesondere solche mit Jugemlgriippeu finden werden, die bereit sind, Versuche hiermit zu machen. ־ Der Eifer der deutschen Zionisten bei der Natioiialfondsaiheit läßt sich schon daraus erkennen, daß in Deutschland durchschnittlich von jedem Schekelzahler 12 Al. für den Nationalfonds durch Spende oder Sammlung aufgebracht wurden. Für die gesamte zionistische Organisation ergibt sich hier-, für nur ein Durchscimitfssatz von 6,27 AL, wahrend für Rußland und Oesterreich diese Zahl noch nicht einmal erreicht wird. Nur Amerika steht mit einem Durchschnitts-Ergebnis von 10 Al. für jeden Schekelzahler beinahe so günstig da wie Deutschland. Innerhalb Deutschlands wird dieses Durchschnitts- Ergebnis von einer ganzen Anzahl von Städten überschritten. So brachte Berlin zirka II AL, Danzig über 20 AL, I lalhcrstadt über 30 M., Hamburg etwas über 12 AL, Karlsruhe über 13 M., Königsberg über 15 AL, Strallburg nahezu 20 M., Stuttgart über 16 M., Wiesbaden iilier 18 M. Dagegen blieben Ikuthen, Breslau, Chemnitz, Dortmund, Duisburg, Elberfeld, Frankfurt' a. AL, Kattowitz, Kolli, Leipzig, Lübeik, Mannheim, München, Nürnberg, Posen, Stettin zum Teil ganz erheblich unter dieser Durchschnittsziffer zurück. Es wird Aufgabe dieser und noch einer ganzen Anzahl hier nicht genannter Ortsgruppen sein müssen, eine auf klarende Arbeit unter ihren Schekel- Zahlern durchzuführen, um der Minimalfordcrung zu genügen, daß wenigstens die Zionisten über den Nationalfonds orientiert werden und für ihn arbeiten. Büchsenstatistik für das 2. Halbjahr 1913 Einer Anregung des Hatiptbureaus in Köln folgend veröffentlichen wir umstehend eine Statistik über die Bütlisenlcertmg, aus der ersichtlich ist, zu welchen Teilen die Büchsenlecrung in den einzelnen Orten durchgeführt worden ist. Wir möchten darauf aufmerksam machen, daß die Zahlen der Tabelle noch einen zu günstigen Eindruck erwecken, weil vielfach in den Orten, aus denen eine große Anzahl von Büchscnlccrungcn ausgewiesen ist, itn Laufe des zweiten Halbjahres zweimal geleert worden ist. Wir werden künftig eine derartige Tabelle halbjährlich veröffentlichen, und bitten unsere Kommissäre, dafiir zu sorgen, daß wir ihre Büchscnlccnmg auf jeder derartigen Tabelle berücksichtigen können, daß also wirklich in jedem Halbjahr eine Leerung stattfimlct. Zusammenfasseiid möchten wir darauf hinweisen, daß nunmehr in Deutschland 7531 Büchsen aufgestellt sind, unter denen 1582 Leerungen vorgenommen wurden. Es sind also ca. 60 ״;« der aufgestclltcn Büchsen in einem Halbjahr geleert worden. Diese Zahl ist wohl etwas günstiger, als der Durchschnitt für den Nationalfonds ergeben wird. Wir müssen aber so weit kommen, daß cs eine Ausnahme bildet, wenn in einem Ort die Leerung einzelner Büchsen nicht zweimal jährlich durchgeführt werden konnte. List« derjenigen Orte, aus denen 101:1 weniger als Mk, IO.— eingingen: Achim, Alf, Alsfeld, Alzey, Aschaffcnburg, Aschcrslcben, Augsburg, Autcnhausen, Bergzabern, Bernburg, Biesheim, Blclchcrode, Blumenberg, Bodschwlngken, Böslngfeld, Brüssow, Burgkundstadt, Butzbach, Clausthal, Crone, Czempln, Dtsch. Plckar, Drainburg, Eichstetten, Eisenschmitt, Emmendingen, Eschwege, Festenberg, Flensburg, Foche, Freiberg I, S., Füssen a. L, Oebwciler, Oelnhausen, Oelsenkirchcn, Gey, Gießen, Ooldap, Göppingen, Oostyn, Oraudenz, Guben, Hagenau, Hainsheim, Hanau, Höchberg, Hohenlimburg, Hombruch, Idar, Jauer, Jülich, Klcryka, Klingenberg, Krefeld, Krenzburg, Kreuznach, Kröben, Landeck, Lessen, Licgnltz, Llppstadt, Llssewo, Löbau, Lötzen, Lüdenscheid, Lüdinghausen, Ludwigshavcn, Massow, Meißen, Mergentheim, Meschede, Mltau, Mokrau, Münster, Münslerberg, Nenndorf, Niederbronn, Oberhausen, Ober• Ä c? ,?rg,״°eU׳ Bad 0rb' °snabrück- Pakosch, Pinne, Prenzlau, Rltschcnwald^ Rostock, Rummelsburg, Saarbrücken, Saatburg, Saucrmühle, Schlachtende, Schöruee, Schoppinitz, Schrlmm, Schw.-Omünd Schwedt, Schweidnitz, Schweiz, Slegcsbach, Stadthagen, Stallupönen, Steele, Stolberg, Sulz, Tann, Templln, Thlonville, Trebbin, Tremessen, Wagegeld, Waldhaus, Waldenburg, Weiihelm, Werben, Westhofen, Wilhelmsburg, Wismar, Zalenze, Zerbst, Ziegenhals, Zielenzlg.

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