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Jüdische Rundschau · 1914-01-10 · Heft 5 (10.1.1914) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 5 (10.1.1914)
Date
1914-01-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 50 JU EDI SCH E RUNDSCHAU Nr. 5 K ö n i g s h ü t (e: Frnii R.-A. Lacliniann. Lübeck; L'rau Di'. Adler, Sdiüsselbuden 32. München: Frau Hessin Weil, Tcugstr. 37. f'oscn; Zadek, Will1clmpl.it/; 8. Varel; S. M. Schwabe. Sohn. Bei dieser Gelegenheit will der Verband darauf hinweisen, daß seine Palästina-Spitzen nicht hei Wertheim verkauft werden. Die Spitzen, die dort ver* kauft werden, sind in den Schulen der Mission ge* arbeitet. Palästinarcisen Berlin. Wie im vergangenen Jahre soll von Jüdischen Turnern und Studenten im Frühjahr 191׳! wieder eine I*;11;1 s t i 11;1 reise gemacht werden. Zu diesem Zwecke ist von der Jüdischen Tiiruerschalt, dein Hunde jüdischer Korporationen und dem Kartell Zionistischer Verbindungen ein Komitee für Pa• I ii s t i 11 a f a h r t c 11, Blcibtreustr. 25, gegründet worden, das die Organisation der nächsten Reise in die Hand genommen hat. Zur Information erscheint in der nächsten Woche eine ausführliche Broschüre, die zürn Preise von 50 Pfennig in Briefmarken dort erhältlich ist. Alle, die an der Reise tcilzuneluncn beabsichtigen, werden gebeten, dies dem Komitee mitzuteilcn. Zur Beachtung Dieser Nummer liegt ein Prospekt des Jiid i s c 11 e n Verlages über A c 11 a d II a a m, ״A111 Scheidewege", bei. Wie uns der Verlag mitteilt, wird der II. Band im Herbst erscheinen. Auch, auf das Inserat des Verlages im Anzeigenteil sei besonders hiugcwicscn. AUS ALLER WELT Dan moderne Jerusalem Das Reutvrsthc Bureau meldet aus Jerusalem vom 28, Januar: In dem neuen (leset/ über die Vilajeis hat das französische Bankhaus Perirr eine auf 40 Jahre laufende Konzession erhalten zum Bau einer T r n m b a 1111 von Jerusalem nach Bcthlehem, zur Einrichtung der e 1 e k t r i s e 11 e 11 Beleucht 1111 g in der Stadt und zur Anlage einer Wasserleitung von Wadi Forali ans. Forschungsreisen in Palästina Dr. Evarist Madcr, der als Stipendiat der Orientalischen Wissenschaftlichen Station in J e r u - salcm arbeitet, bat jetzt besonders interessante Forschungsreisen durch Palästina ausgeführt. Er richtete dabei seine Aufmerksamkeit in erster Linie auf die vor i s ra c I i t i sch c 11 K1111 st ii 11 e 11, besonders auf die grolle Zahl von ihm neu entdeckter Dolmen. Er hat bis jetzt, dem ,,Orions Christianus“ zufolge, etwa (10 dieser Anlagen aufgcfnnden und untersucht. Sic verteilen sieh auf Galiläa, Samaria, Judäa und das Ost-Jordanlaml; sie werden in Verbindung mit den antiken Kulfstiitten Palästinas den Gegenstand einer besonderen Publikation bilden. Eine neue jüdische Landarbeiterkolonie Vor ein paar Jahren hat der caiiadische Zionistenverband dem jüdischen Nationalfo 11 ds einen Betrag von ca. 50 000 Frcs. zur Verfügung gestellt mit der Bestimmung, hierfür ein zusammenhängendes Grundstück für den Nationalfonds auf den Namen der zionistischen Föderation in Canada zu erwerben. Vor kurzem hat nun der Jüdische Nationalfonds in der Kolonie Kastinivli in Süd- Palästina eine Parzelle von ca. 800 Dimam mit darauf befindlichen Gebäuden und Pflanzungen erworben und sie einer Arbcitergrunpc. bestehend aus Vorarbeitern auf seiner Farm Hulda, in Erbpacht gegeben. Der Verein Esra in Berlin hat gleichzeitig der Arbeitergruppe für Anschaffung von Inventar ein Darlehen von 10 000 Frcs. gegen Rück- Zahlung in 20 Jahresraten gewährt. Durch diese Gründung hat der Nalioualfonds einen neuen Typus von Arbeitergenossenschaften ins Leben gerufen, die auf getrennter Hof- und gemeinsanier Feldwirtschaft beruhend, einen wichtigen Schritt auf dem Gebiete der genossenschaftlichen Kolonisation nach dein Prinzipe der Erbpacht darstellt. Damit hat der Nationalfonds einen neuen Stützpunkt der jüdischen Kolouisationsarbeit iin Süden Palästinas geschaffen. Angesichts der zunehmenden Zahl der auf den Nationalfondsbctrieben ausgebildetcn Landarheiter wäre cs zu begrüben, wenn cs dem Nationalfonds durch ähnliche Zuwendungen in nächster Zeit gelänge, die Zahl derartiger Genossenschaften in allen Teilen Paliislinas zu vergröbern. Der caiiadische Zionistenvcrband hat den Beselilub gefallt, dem Nationalfonds für einen ähnlichen Zweck weitere Mittel zur Verfügung zu stellen und zu diesem Zwecke auf der letzten Jahresversammlung den Betrag von 8000 Dollar gezeichnet. Palästinafahrt des amerikanischen Botschafters in Konstantlnopcl Der neue Botschafter der Vereinigten Staaten in Konstantinopcl, Mr. Henry Morgcnthau, der sich als Jude lebhaft für die Entwicklung Palästinas und das dortige jüdische Kolonisationswcrk inter* cssiert, wird. Ende März d. J. eine für mehrere Wochen berechnete Reise nach Palästina antreten. Neues von Beiiis Wie die Warschauer Zeitung ״Dos Leben" erfährt, wird sieh Bellis in Haifa niederlassen. Er habe die Absicht, dort eine neue Zicgclfabrik zu errichten, um die Erbauung eines neuen Technikums zu ermöglichet!, dessen Unterrichtssprache Hebriiisd! ist. Ein Verbot des Esperanto Die W i 111 a c r Behörden sind in ihrem Judenhaß wahrhaft konsequent. Sie haben nämlich an einem Abend der Espeiaiiloanliänger. die Verlesung von Gedichten in der Esperantospraelie verboten. Motiv: der Schöpfer des E spe ra 111o sei ei n Jude ge w e s e n. Ein BeiÜsfllm in London verboten Am vorigen Soimfag sollte ein kinematographischer Film, der sich mit dem Beilisprozeb beschäfligt, in einem Londoner Theater vorgeführt werden, Im letzten Augenblick verlangte jedoch der London County 'Council die Zurückziehung des Films und zwar, wie ein Vertreter der betreffenden Filmiirma einem Korrespondenten der ״Daily News" berichtete, auf Veranlassung des russischen Generalkonsuls, Baron 11 e y k i n g , welcher von dem London Counts Council das Verbot der betreffenden kinciiialug’raphischcn Vorführung verlangt hatte. Trotzdem wurde der betreffende Film am folgenden Tage vorgeführt. Einem englischen Journalisleii erklärte der nissisehe Generalkonsul, die Entscheidung des London County Council sei ״weise und taktvoll". Er wies auf die bestehende englisch-russische Entente hin und sprach seine Meinung aus, daß die Vorführung von Bcilisbildcrn bei vielen Leuten Anstoß erregen könnte. TURNEN und SPORT Berlin. Der deutsche Kreis der jii discheu T 11 r 11 e r > c 11 a 1't bat durch den Beitritt der jüdischen Turnvereine I r a 11 k f u r t a. M,, Halle und des J, T. V. Bar Kocliha Danzig wiederum einen Zuwachs erhallen. Der deutsche Kreis umfaßt mumielu• 25 Vereine und Tiirnabtcihingcn. Berlin., Im Jüdischen Turnverein ״Bar Ko eh 11a“, II. Miinncr-Ahtcihmg lOsIjüdisehe Ahtcilung), findet am Montag, dem 2. Februar PH I, 11111 8 Uhr abends, in der Turnhalle Keibclstraße (32. Gcmciiidcsclmlc) ein öffentliches P r o!1 a g a 11 d aturn e n statt, Gäste,' speziell hier eiiigewanderte Ostjuden, sind licr/lichst cingcladcn. Eintritt frei. Berlin. Der Jüdische Turnverein ״Bar Kocliha", Berlin, veranstaltet am Sonntag, dem 8. Februar, nachmittags I Uhr, ein Schauturnen der J 11 g e 1111 a b t e i 111!1 ge 11 in der Turnhalle Dorotheenstr. und Gcorgeustr., Ecke Prinz-Louis-Ferdinaml-Str. (dicht am Bahnhof Friedrichsfr.). Wer schon Gelegenheit gehallt hat, unsere Jiigendturner und ihr frohes Schaffen zu beobachten, der wird auch diese Gelegenheit beimt/.eu und bei uns erscheinen. Ganz besonders aber bitten wir alle Freunde unserer Bestrebungen, noch f e rnst e 11 e 11 d e Knaben, Mädchen und Jünglinge zum Besuch des Sch.autur- 11 e n s z 11 v e r a 111 a s s e 11. Köln. Am 21. Januar fand die diesjährige Ge- 11 e r a I v c r s a in in I u n g des J ü d i s c 11 e 11 T11 r 11 - Vereins zu Köln statt. Fs konnte eine allseitig befriedigende Entwicklung des Vereins festgestellt werden. Vor allem hat sieh and! der Besuch der Turunbendc gegen das Vorjahr sehr gehoben. Besonders bewährt bat sich die neu eingcricciitete Wundergruppe, die zahlreiche rurnfalirten imtcrnelinicii konnte. Unter den letzten Veranstaltungen des Vereins verdient die am 27. Dezember stattgehabte Makkabiierfcicr besonders hervorgehohen zu werden. Diese F'eier, die von etwa 500 Personen besucltt war, hat einen glänzenden Verlauf genommen. Insbesondere bot sie auch Gelegenheit, zu beweisen, daß der Verein in seinen turnerischen Leistungen auf der I iölie stellt. München. Der jüdische Turn- und Sportverein vereinte am 18. Januar seine Mitglieder und eine große Anzahl Gäste zu einem Winterfest, verbunden mit einem Schauturnen, das den ,illerlicsten Verlauf nahm. Nach der Festrede von Rechtsanwalt G r e i f e n 11 a g e n , Berlin, 1kgannen die turnerischen Uebuiigen, welche ificht mir ein treffliches Können der Teilnehmer zeigten, 8011• dem mich einen Beweis dafür gaben, daß der Verein über ganz vorzügliche Lehrkräfte verfügt. AUS DEN GEMEINDEN Berlin. Der Vorsitzende des ״Neuen Jüdisehen G c 111 c i 11 d c v e r e i 118" zu Berlin, Rechtsanwalt Dr. Klee, übermittelt uns folgenden Aufruf des Vereins selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens zu Berlin: ״Der Repräscntantcn-Versammlung der jüdischen Gemeinde wird in allerkürzester Zeit ein Entwurf über eine Geschäfts- und Submissions-Ordnung für Vergebung von Qcmeindcarbciten vor* liegen. An der Ausarbeitung dieses Entwurfs haben in dem vom Gcmcimlcvorstaud gewählten Ausschuß offi* ziell drei Mitglieder unseres Vereins uiitgewirkt, und sind dabei auch die uns wiederholt zur Kenntnis gebrachten Beschwerden filier Zurücksetzung oder Nichtbcrücksichtigmig von jüdischen Lieferanten und Handwerkern verwendet worden. Es wird von dieser Beschlußfassung abhängen, ob für die Zukunft jüdische Lieferanten und Handwerker diejenige Berücksichtigung finden werden, die sie naturgemäß in unserer Gemeinde-Verwaltung beanspruelieu dürfen. Von seiten unseres Vereins ist zu diesem Zweck ein statistisches Material gesammelt worden, das aber noch unbedingt der Ergänzung bedarf, da vom (tcineimlevorstautl wiederholt bestritten wurde, daß jenials jüdische Lieferanten und I lamlwerker bei einem annehmbaren Angebot unberücksichtigt blieben. Um dieses Material zu vervollständigen ist es unbedingt notwendig, weiteres Material zu verwerten. Aus diesem Grunde bitten wir Sie höflichst, umgebend brigclcglcn Fragebogen mit näheren Angaben über Art und Umfang der betreffenden Arbeiten auszufüllcn und zu 1 fänden unseres Vorsitzenden, Herrn Louis Wolff, (ir. Frankfurter Sfr. 80/81, zurückztiscnden. Ein jeder Jude schädigt sich für u11ab-.cl1b,m• Zeit selbst, wenn er den jet/t günstigen Moment, der für alle jüdischen Lieferanten und Handwerker von weitfragender und geradem entscheidender Bedeutung sein wird, ungenutzt vorübergehen läßt. Das gesamte Material soll lediglieh s t a t i s f i s c It e n Z w ecke n d i e 11 c n." Berlin. 1111 jüdischen Verein Nordost (Bezirksgruppc des Neuen Jüdische n O e 111 c i n d e- Vereins) sprach am Dienstag Herr Haudclsredaktcur I laus Goslar über den wirtschaftliche■ Niedergang der Juden in Deutschland. Seine überaus interessanten Ausführungen fanden den ungeteilten Beiiall der gut besuchten Versammlung. Hatte sieh Herr Goslar mit der wirtschaftlichen frage beschäftigt, so ging Herr Rabbiner Dr. Weiße auf die moralische judcnnot ein. Lr wies auf die Bedeutung hin, die Vereine mit (•mein Wirkungskreis wie der Neue Jüdische (iemeimlcv erein für die Erhalttmg des Judentums haben. Eine anregende Diskussiou folgte den beiden Vorträgen. Der Verein gewann eine größere Anzahl neuer Mitglieder. Hannover, Für den verstorbenen Landgerichtsrat Kassel mußte eine Ersatzwahl zum Rep r ä s e n t a n t e u k o 11 e g d e r S v n a g o g e n - gemeinde stattfimlen. Es kandidierten Kattfiinun Moritz. S a I o 111 o n , Bankier Julius Wechsler und unser Gesinnungsgenosse Rechtsanwalt Units Block. In der ersten Wahl erhielten Block 108, Salonion 155, Wechsler LH Stimmen, zersplittert waren 12. In der Stichwahl wurde Salomon mit I Stimmen Majorität gewählt, er erhielt 230, während auf Block 22(1 Stimmen fielen. Die Wahlen vollzogen sich unter ganz ungewöhnlicher Beteiligung und anhaltendein Interesse. Auch das .■intizionistische Komitee griff ein. VEREINS-RUNDSCHAU Berlin. Das Bureau der Berliner Zio-!1 i s t i s c 11 e n V e r c i 11 i g u.n g befindet sich in Bcr- Iin SW (18, Fricdrichstr. 49. Bureauzeit 9—5, Tel. Zentrum 11 289. Alle Anfragen, Briefe usw., die Berlin betreffen, sind an das Bureau zu richten. Berlin. Vom 1. Februar ab wird der Verein ״Ihr in 11“ (zur Verbreitung der hebräischen Sprache) ein eigenes Lokal im Hause Miin/str. 8 haben, wo die Untcrrichtskurse abgelialtcn werden. Vom gleichen Tage ab werden die Unterrichtsstunden sowohl des Anfängerwie des Vorgcschrittcncnkursus von zwei auf vier Stunden erweitert. Sämtliche Sitzungen und Zusammenkünfte, namentlich des hebräischen Sprachklttbs, der allwöchentlich Montag, abends >'39 Uhr, zusammenkommt, werden ebenfalls im Vcreinsheitn stattfimlen. Berlin. Ain Dienstag, dem 3. Februar 1914, findet in Havcrlands Fcstsälcn, Neue Fricdrichstr. 35 (nahe Bahnhof Börse), abends um 8:)/1 Uhr, eine Mitgiicdcr-Vcrsaninilung der Berliner Zionistischcn Vereinigung mit folgender Tages- Ordnung statt: 1. Vertrauliche Mitteilungen über den Stand des Sprachenkonfliktcs in Palästina. Referenten: die Herren Dr. H a 111 k e und Dr. G o I d b c r g. 2. Die Aufgaben der B. Z. V. Referat und Diskussion. 3. Sta* tutenentwurf. — Der Eintritt ist nur Mitgliedern der B. Z. V. unter Vorzeigung der Einladungskarten gestattet. Berlin. Am 7. Februar findet im Motivhaus, Hardcnbergstr. (1, ein jüdischer S t u d e 111 c 11 a b c n d, veranstaltet vom Zionistischen Verein Studierender aus Rußland ״H a t c c h i j a", statt. Das Programm umfaßt jüdische und hebräische Volkslieder, lebende Bilder usw. 50 ״> der Einnahme sind zu Gunsten des Palästinafonds bestimmt. Berlin. Jüdischer Frauenbund für Turnen und Sport: Der Ifftus-Maskenball findet am 28. Februar in den Gesamt-Festräumen des Brüder-Vercins statt. Die befreundeten Organisationen werden gebeten, über diesen Tag nicht anderweitig zu disponieren.

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