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Jüdische Rundschau · 1914-01-23 · Heft 4 (23.1.1914) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 4 (23.1.1914)
Date
1914-01-23
Page
– (sequence 14)
Language
German
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I t Seile 12 JUEDlSCHE RUN-DSCH AU Nr. 4 ־ Kr. Kr. Kr. Koste'n des 19 tägigen Aufenthaltes ia Palästina .! .־.•ICO.- 400.- 400.— Kosten des Aufenthaltes in Aegypten 05.— 05.— 05.— Freigepäck auf dem Schiff: I. Klasse 100 kg, II. Klasse 60 kg und lli. Klasse 30 kg. An Bord wird rituelle Verpflegung verabreicht. Bedingungen der Teilnahme. 1. Die Besorgung der Fahrkarten übernimmt das l׳al;istm.v!11formaUousin1renu in Wien, die Reise in Paüistina und Aegypten unternimmt das Reiseburcau Sachs. 7, Wer an dieser Gesdlsdiaitsfahrt teilnelimcn will, mul» sieh spätestens bis /um 1. Februar beim Palästina-Informationsbureau, Wien II, Knrnieliterplafz 1, annicldcn. Bei später ein׳feilenden Anmeldungen kann für die Reservierung■ der betreffenden Schiffskajüte keine Garantie übernommen werden. 3. Die A n m e 1 d u n g zur F a 11 r t erfolgt durch die Ucberweisung des Schiffskarlcnprciscs an den Jüdischen Natioiialfoiids, Konto Palästiiia-Informationsburcau, Wien II, Karmcliterplatz 1, und die Anmeldung zum Programm des Aufenthaltes in Palästina mul Aegypten durch die Einzahlung von 10().— Kr. ־als Angabe bei der Unionbank in Wien, Konto Anglo Palcstine Oo. In Jaffa für Sachs. Der restliche Be* trag!null bis 10. März spätestens eingczahlt werden. 4. Die als Angabe erlegten Beträge werden im Falle des Rücktrittes von der Reise nur dann retourniert, wenn der Rücktritt infolge Krankheit oder dergleichen geschieht. 5. Die für das Palästina• und Aegyptenarrangement ausgesetzten Beträge schließen in sich; Alle Be* förderungen während des Landaufenthaltes und zwar Ein* und Ausbootspcsen, Korten für die Eisenbahnfahrkarten, Wagenfahrten in bequemen dreibänkigen amerikanischen Landwagen, Hotelpension in den bestvorhandenen jüdischen Hoteb, Füliruug durch landeskundige hebräisch- und deutschsprechcude Fremdenführer, alle Ausladen für die Gepäckexpedition, terner alle Entree- und Trinkgelder. 6. Die Durchführung des Arrangements für Palästina und Aegypten ist für Teilnehmer sämtlicher Klassen gleich. 7. Die Rückfahrt kann jeder Teilnehmer aucli zu einem späteren Zeitpunkte niitreteu, da die Ru... fahrtschciiic eine Gültigkeit von 12 Monaten haben. Es muh dies aber gleich bei Anmeldung zur Fahrt gemeldet werden. Die Kombination der Bahn- und Schiffs-Klassen für die Hin- und Rückfahrt wird den Passagieren überlassen. Nützliche Mitteilungen für die Teilnehmer. ' Es empfiehlt sich, einen lichten Stoffanzug für die Rci-e und einen dunkleren für den Aufenthalt in den Städten mitzunehmen. Notwendig ist ferner ein Uebcrzieher (kein Wintorrock) und evtl, ein Regenmantel, Filzhut, nicht sehr warme Wäsche. Die Mitnahme von Gesellschaftskleidern ist über• flüssig, da weder auf dem Schiffe noch in den Hotels Toilettenzwang herrscht. Jedenfalls vermeide man cs, viel Gep.uk mitzunchmcn, da die Beförderung desselben schwer und kortspielig ist. Jeder Teilnehmer soll einer! vom türkischen Konsulat vidierten Reisepaß haben, der ihm auch als Ausweispapi( r dienen wird. Es ist nicht ratsam, bares Geld mitzuführen, vielmehr kauft man durch die Unionbank in Wien einen Kreditbrief auf die Anglo Palestine Company, di« an allen im Programm vorgesehenen Orlen Zahlstellen hat. Briete und Telegramme für die Reiseteilnchmer sendet man am besten: per Adresse Reiseburcau Emanuel Sachs in Jafta. Zu allen weiteren Auskünften ist das Palästina-informationsbureau in Wien 11, Karmcliterplatz l, gerne bereit. ״Auf gütlichem Wege״ Unser Jaffaer Berichterstatter schreibt uns: Der jetzige Prorektor der LämcI-Scliulc, Herr Jcsaias Preß, einer jener Lehrer, die den Anschluß an die natioualcu Schulen versäumt habe» und beim Hilfsverein geblieben sind, unternimmt es jetzt, den Standpunkt dieser Gruppe tu rechtfertigen. Seine Ausführungen gipfeln darin, daß man heim Hilfsvereiu auf gütlichem Wege, in aller Ruhe und Ge* dukl sehr wohl Zugeständnisse zugunsten der hebräischen Sache durchsetzen könne. Im Grunde klingt diese Rechtfertigung selbst wie eine Anschuldigung. Ungefähr dasselbe hatte ja auch David Je II in gesagt, als er den Zickzackkurs des Hillsvcrcins kennzcichnetc. Nach jedem mühsam erruttgelten,■Fortschritt kaut gleich eia Rückfall, sei es in der Form einer Verfügung oder in der Wahl eines ungeeigneten Lehrers. A. S. Rabinowitz erzählt von den zahllosen Briefen mul .sonstigen Versuchen, die er in dem redlichen Bestreben, das Prestige des Ililfsvcrcins zu retten, unternominell hat. Da es sich als unmöglich erwies, den Schulbetrieb in Jaffa bei niclithcbräischcr Unterrichtssprache aufreciit zu erhalten, teilte er Ephraim Colin die Bereitwilligkeit des Lehrerkollegiums mit, unentgeltlich acht d e 111 s c 11 e S p r a c 11 s t u n d c n mehr zu erteilen, als im Lehrplan vorgesehen sind, falls er stillschweigend bis zur Entscheidung des Ililfsvcrcins in Berlin die hebräische Unterrichtssprache dulden würde. Aber alle Versuche waren vergebens. Es war, wie es in der Bibel heißt: ״Er verstockte sein Herz auch diesmal und ließ das Volk nicht ziehen.“ Ausführlicher behandelt J, J. R i w I i 11 die Vorgeschichte des Konfliktes in einem Aufsätze im ״Hachcruth“, Nr. 72, von dem hier einige Stellen vviedergegeben seien: ״Sic erinnerii sich wohl noch, mein lieber Herr Preß, unserer Uifrcrhaltuug in der Läniel-Scltule vor einigen Wochen. Sie erzählten mir da von einem ■Briefwechsel, den Sic in den Ferien im Interesse der hebräischen Sprache mit Berlin gepflogen hatten. Sie teilten mir auch die Antwort mit, die Sie von Berlin erhalten hatten, und Sie lautete: ״Jetzt ist cs absolut unmöglich.“ Sie fügten hinzu, daß deshalb unser Kampf aussichtslos sei. Als später Dr. Nathan ins Land kam und auf unsere Forderungen nicht etngehen wollte, gab er immer wieder die stereotype Antwort. ״Wenn man mir das Messer an die Kehle setzt, dann ziehe ich den Revolver.“ Dies ist gewiß tapfer gesprochen und eines ״Führers“ in Israel würdig. Warum aber, fürtrefflichcr Prorektor, ist man auf Ihren Vorschlag nicht eingegangen, zu einer Zeit, als es noch gar keinen Terror, kein Messer und keine Kehle gab?“ J. J. Riwlin schildert dann die ihm so vertrauten Zustände in den Schulen des Hilfsvcrcins. Ephraim Cohn ist weder pädagogisch noch sonst wissenschaftlich befähigt, ein SchuKverk von solchem Umfang z.u leiten. Seine Kunst bestand aber zum ersten in der Heranziehung bekannter Personlichkciten. So wurden von jüdischen Gelehrten Männer wie J c H i n, von christlichen Gelehrten u. a. Dr. Benzinger herangezogen. So wie Cohn sich von den c hristlichcn Le 11 rernoftgrobe antisemitische Acußerungen in der Schule gefallen ließ (Riwlin gibt Proben davon), so mußte er. mit den hebräischen Ten- Benzen der angesehenen jüdischen Lehrer rechnen. Dies war ihm um so leichter, als ihm persönlich ja jedes pädagogische Bekenntnis fernliegt (alles Prinzipielle ist ihm in der Seele zuwider) und er nur zwischen Berlin und Jerusalem zu lavieren hatte. l)as Verdienst an der bisherigen Stellung der hebrät• sehen Sprache in den llilfsvcreiiisschulen gebührt daher weder Ephraim Cohn noch der Berliner Leitung des Hilfsvcrcins, sondern den nationalen Lehrern. Im Seminar haben auch die Schüler all die Jahre für den jüdischen Charakter der Anstalt mit Erfolg gekämpft. Y«*M»tw»rti.K«d»ki.׳, Hugo tlarmaaß, WUm»r»40tt. V«l** 1 itMUok» Buoditbaa Q.iaVK, BtrtlaW. 1& Dru«k( 8i*|{ri*4l«k#l*n,

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