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Jüdische Rundschau · 1914-01-16 · Heft 3 (16.1.1914) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 3 (16.1.1914)
Date
1914-01-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 3 Seite 27 J U E DI SC H E RUNDSCHAU ZIONISTISCHE BEWEGUNG ״Hechower“ Die Organisation zionistischer Studenten ״Hechowcr“, deren Leitung auf der Wiener Konferenz von Bern nach München verlegt wurde, hat sich in den letzten zwei Monaten reorganisiert. Dein ״Hechowcr“ gehören nunmehr •150 Mitglieder in 32 westeuropäischen Städten an. Er umfaßt 22 Vereine, und?.war in Berlin, München, Leipzig, Heidelberg, Königsberg, Breslau, Straßhurg, Darmstadt, Karlsruhe Genf, Lausanne, Basel, Zürich, Bern, Lyon, Montpellier, Nancy, Paris, Lüttich, (iraz, Prag, Brünn. Außerdem sind in folgenden Städten Bureaus errichtet: Halle, Braunschweig, Mittwcida, Alt-Strclitz, Tübingen, Erlangen, Köln, Wien, Rom, Pavia. Die Organisation besitzt vier Publikationsorgane: 1. die hebräische Monatsschrift ״Hechower", die literarischen Charakter trägt und deren neueste Nummer!zirka 50 Seiten stark) in diesen Tagen erscheint; 2. der für zionistische Agitation nach außen berechnete Jewresky Student“ (Halhmonatsschrift, 24 Seiten stark, bis jetzt neun Nummern); 3. der konfidenticlle ״Z i o 11 i s t k y L i s t o k“ (bisher wöchentlich, in Zukunft zweiwöchentlich), Voreinsorgan mit innerorganisatorischen Absichten; die beiden letzten aus praktischen Gründen in russischer Sprache; 4. Palästinainforinationsblatt.. Die innere Tätigkeit der Vereine gestaltet sich, den örtlichen Verhältnissen entsprechend, verschieden. In Orten, wo keine besonderen hebräischen Sprach- und Literaturvereine bestehen, übernehmen ewöhnlich die Hcchowervercine diese Arbeit. In eil meisten Vereinen sind spezielle Kurse für Pakistinakuude, Geschichte des Zionismus, jüdische Oeschichte und Literatur eingerichtet. Die Gruppen haben allwöchentlich mindestens eine Versammlung, in welcher zionistisch- und jüdischaktuelle Themen behandelt werden. Sammlungen wurden bisher für folgende Zwecke veranstaltet: 1. Yemcnitenhaus ״llcchowcr“; 2. ״Hechower“־Ciarten; 3. Eintragung des Ifeilis und seiner Verteidiger ins Goldene Buch; 4. für das nalästincnsische Schulwerk (die Leitung hofft dem /.entralfomls für diesen Zweck jährlich zirka 2500 M. zur Verfügung stellen zu können). Am 28. und 20. Dezember v. Js. fand (seit der Wiener Konferenz) die erste Plenarsitzung der Leitung in München statt, der die Berliner Zentralkomiteesmitgliedcr beiwohnten. Man präzisierte die Aufgaben der einzelnen Organisationsorgane und beschloß, die Lichtheimsche Broschüre ״Programm des Zionismus“ für die russisch-jüdische Studentenschaft ins' Russische zu übersetzen und sie zuvor, diesem Zweck entsprechend, timzuarbeiten. Die Veröffentlichung geschiebt mit Unterstützung des russisch-zionistischen Zentralkomitees. Ferner sollen alljährlich P a - I ä s t i n a w׳ a!1 d c r f a h r t e!1 veranstaltet ׳ bzw. darauf hinzielende Bestrebungen nach Kräften unterstützt werden. Die Leitung beschloß, in den komntenden Pfingstfcrien einen allgemeinen St 11 de 31teil tag des ״llechower“ nach Heidelberg eiuzuberufen. Dort sollen die allgemeinen Richtlinien für die zukünftige Arbeit festgelegt werden. Anfragen sind zu richten an: ״Merkus Hechower“, München, Jüdische Lesehalle, flolzstr. 24 II, m. Große Gesellschaftsfahrt nach Palästina im Frühjahr Im Frühjahr, zur Zeit des Peßachfestcs, findet eine große Gesellschaftsfahrt nach Pa- Iästina statt. Da die Teilnchmcrzahl sehr groß sein wird, sind die Kosten besondere reduziert. Die Reise wird am 3. April in Triest mit dem Dampfer des Oesterr. Llovd angetreten, der am 6. April nach Alexandrien gelangt. Dort erfolgt die Umschiffung auf den Syriendampfer. Das Palästinaprogramni wird während 19 Tagen ausgeführt und nimmt mit der Landung in Jaffa seinen Anfang. Von hier geht es mit der Eisenbahn direkt nach Jerusalem, wo gemeinschaftlich das Pe Bach fest gefeiert wird. Der Aufenthalt in Jerusalem dauert sieben Tage, während deren alle Stätten von historischer Bedeutung und alle Schöpfungen unseres neuen Jischuw besichtigt werden. Hier werden aucli Ausflüge zum Oelberg, zum Grabe Rachels und nach Hebron unternommen. Nach Verlauf des Peßachfestcs beginnt die Tour durch die jüdischen Kolonien. Zunächst kommt Rcchoboth, dann Ri sch 0 11 le-Zion und Pc t h a c h-Ti k w a 11, sodann difc Kolonien in S a m a r i a und von dort aus nach H a i f a. Von Haifa geht cs weiter nach Galiläa, zum T i - beriassee hinauf bis Obergaliläa (Safcd und R o s c h - P i n a h). Die Rückfahrt erfolgt von Haifa. Bei der Rückfahrt wird aucli ein Ausflug nach Aegypten arrangiert. Man fährt von Port-Said mit der Eisenbahn nach Kairo und nach einem Aufenthalt von zwei Tagen nach Alexandrien, von wo aus die Weiterfahrt nach Triest fortgesetzt wird. Teilnehmer müssen sich spätestens bis zum 20. Februar beim Palästina11!־ formationsbureau, Wien II, Kar 111 e 1 it erp 1 a t z 1, anmelden, wo auch nähere Auskünfte und ausfiihrliehe Prospekte zu erhalten sind. Ein neues Büchergeschenk Die vier bisher erschienenen Bändchen der ' Sammlung ״Vom alten Stamm“ werden von jetzt ab als Serie I auch in einem gemeinsamen Oeschcnkkarton abgegeben. Preis der Serie im Pappband 8 M., im Leinenbaiid 12 M. Permanente Ausstellung des ״Bezalel“ Der ״Bczalel“ verunstaltet in seinen Bureauräumen, Berlin W. 15, Blcibtrcmtr. 34/35, eine permanente Ausstellung der kunstgewerblichen Erzeugnissc seiner Schule und Werkstätten in Jerusalem. Die Freunde des ״Bezalcl“ werden hiermit eingeladen, die Ausstellung• an Werktagen zwischen 3 und 7 Uhr nachmittags zu besichtigen. AUS HAi-ißURG-ALTONA Hamburger Jüdische Nachrichten. Unser junges I Limburger Bruderhlatt nimmt einen schönen Aufschwung. Die am 7. Januar ausgegebene Nr. 1 des zweiten Jahrganges bringt u. a. einen Leitartikel über den Kampf um die hebräische Sprache in Palästina, die Forsctzung eines grundlegenden Aufsatzes von Dr. Max Besser: ״Warum sind wir jüdischnational?“ und einen Artikel von Dr. William Unna über die Gesellschaft jüdischer Aerztc und Natur- Wissenschaftler für sanitäre Interessen in Palästina. ־— Das Blatt, das alle vierzehn Tage am Mittwoch in einer Auflage von 7000 Exemplaren erscheint, ist für 75 Pf. pro Vierteljahr zu abonnieren. Hamburg. Die nächste Büchcrvcrlosung der Gesellschaft zur Verbreitung jüdischer Litcraturwcrkc findet am 1. Februar dieses Jahres statt. Die Gesellschaft bittet ilire Vcrtrauensleiitc, bis dahin die Kopien der ausgegebenen Beitragsquittungen nebst den eingenommenen Bcträgeu an ihr Bureau, Haniburg, Gr. Bleichen 67 I, eiiiziisenden. Jüdisch-Wissenschaftlicher Jugendverein. Am Donnerstag, dem 1. Januar, hielt Herr Rabbiner Saknmm Lövvy im Logenheiin, Hartungstraße, einen Vortrag über das Thema: ״D i e Spruche der Hi he I und die der ü e g e 11 w a r t s j u tl c n.“ Jugendgruppe der Moria-Ortsgruppe Hambürg-Altona. Am 28. Dezember, abends 8 Uhr, fand im Logenheiin, Hartungstraße, eine Chanukaf e i e r statt. Der Jüdische Jugendbund Hamburg veranstaltete am 27. Dezember, um 0 Uhr, im Logenheiin, Hartungstraße, einen G e 8 c 11 s c 11 a f t s a b e 11 d. Wandsbek. 1111 Jüdischen Gcmcindcvercin von Wandsbek und Umgegend sprach am 27. v. M. Herr Rabbiner Dr. Löweutbal vor einer zahlreichen Zuhörerschaft über die D cnkmiilcr der M 11 k k n - b ä e r. Mlsrachi. Am 5. Januar veranstaltete die Hatn- Bürger Misrachigruppc eine Versammlung, in der Herr Nachum Goldmnnn aus Frankfurt n. M. über ״Die geistigen Strömungen im heutigen Palästina“ sprach. Der Redner scltilderte die beiden jüdischen Weltanschauungen, deren Träger sich in Palästina als der alte und der neue Jisditib gegemiberstehen. Der Kern des den bei weitem überwiegenden Teil der jüdischen Bcvölkerung Palästinas umfassenden alten Jischub ist das Ghettojudentum, gebildet von den seit langem eingewanderten gleichzeitig frömmsten aber auch ärmsteil Juden aus allen Ländern der Diaspora. In ihrem grenze»losen Elend haben sie sich einen Glauben von unerhörter Tiefe und Hingabe geschaffen, dessen Geschlossenheit ebenso grandios wie starr ist. Alle Schulen mit europäischem Sprachunterricht sind von ihren Rabbinen mit dem Bann belegt, denn Bildung ist ihnen gleichbedeutend mit Abfall. Ihre Kinder erhalten einzig in den rein hebräischen Chadarim Unterricht. Ihnen kann nicht durch Schulgründungen, sondern nur durch die Eröffnung von Erwerbsmögliclikeiten geholfen werden. Dem alten Jischub stellt — an Umfang bei weitem kleiner — der neue Jischub gegenüber. Er umfaßt alle die Elemente Palästinas, die durch den nationalen Gedanken vereint werden. Sic bildeten bisher das Schüler- und zum Teil auch das Lehrermaterial der Hilfsvcreinsschulcn und des Gymnasiums, Ihr höchstes Ideal ist die Neuschaffung jüdischer Kultur in Palästina, zu dessen Verwirklichung sie die Wiederbelebung der hebräischen Sprache als Volks- und Umgangssprache erstreben, unu zum großen Teil bereits verwirklicht haben. Aus diesen Zielen des neuen Jischub heraus entstand der Kampf gegen den Hilfsvcreiit. Der neue Jischub sowie die meisten Zionisten sieben dem alten Jischub ziemlich verständnislos gegenüber. Mit einem Achselzucken und dem wegwerfenden Namen ״Chalukah-Sch'itorrcr“ wird die große Masse der Juden Palästinas erledigt. Hier Wandlung zu schaffen, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben in Palästina, eine Arbeit, zu der gerade der Misrachi, als gcsctzcstreuc Organisation, ganz besonders berufen ist. An den mit lebhaftem Beifall der Versammlung angenommenen Vortrag schloß sich noch eine rege Diskussion, an der sielt die Herren Dr. Fink, w. Möller, Dr. Blau und Dr. Frank beteiligten. Die in der Versammlung veranstaltete Sammlung ergab einen Ertrag von zirka 300 M. für das Schulwerk in Palästina und brachte unserer Misrachi- ' gruppe außerdem eine Anzahl neuer Schekelzahler. VEREINS-RUNDSCHAU Berlin. Die Histadruth Ibrith, Abteilung für Sprachkurse in Berlin, hat ihre Kurse wiederaufgenominen. Der Unterricht findet für Anfänger Dienstag und Donnerstag von 8!/a—10 Uhr abends, für Vorgeschrittene Montag und Mittwoch von 8>/* bis 10 Uhr abends in den Burcatiräumcn statt. Anmcldtingcn sind zu richten: An das Bureau der Histadruth Ibrith, Knesebcckstr. 80/81 III, Eingang Otto Ludwigstr. Berlin. Der Verein ״I b r i a h“ hat zwei Unterrichtskurse für hebräische Sprache für Anfänger und Vorgeschrittene eröffnet, an denen bis jetzt zirka 60 Schüler teilnchmeti. Weitere Aufnahmen finden noch statt. Außerdem werden geeignete Lehrkräfte (Lehrer und Lehrerinnen) der hebräischcn Sprache für Privatunterricht nachgewiesen. Ferner hat der Verein für diejenigen, die bereits einige Kenntnis der hebräischen Sprache besitzen, einen Sprach klub für freie gesellige Aussprache gegründet, zu dem jeder Interessent freien Zutritt hat. Die Zusammenkünfte finden jeden Montag, abends 1/a9 Uhr, im Restaurant Frühling, Münz- Straße 8, statt. Gäste, Damen und Herren, herzlieh willkommen. Anmeldungen und Anfragen sind an den Vorsitzenden des Vereins, Herrn Adolf Kraus, Fricdrichstr. 223, zu richten (Fernsprecher: Kurfürst 6956). Berlin. Im Jüdischen Jugendverein Charlotten bürg hält am Dienstag, dem 20. Januar, abends 9 Uhr, in den Vcreinsräumcn, Wilmersdorfer Straße 53, Herr B. Blitz einen Vortrag über ״OasMärchen vom Ritualmord“. Gäste —■ Damen und Herren — willkommen. Berlin. Mittwoch, den 21. Januar, abends 9 Uhr, findet in den Sophicnsälcn, Sopbiensfr. 17/18, eine Versammlung der Berliner Organisationen der Jüdiseben T u r 11 e r s ch a f t statt, in der die S p r a c 11 e n f r a g e in Palästina behandelt wird. Das Referat hat Herr Dr. Ilantke übernommen. Berlin. Wegen einer Reise von Herrn Professor Warbnn; fiel der letzte Abend des Palästinakurscs aus. Die letzten Vorträge finden nun, wie folgt, statt: 5. Donnerstag, den 22. Januar 1914: Prof. Dr. Warbürg: Jüdische Landwirtschaft in Palästina. — 6. Dr. E. lschlenow: Die moderne Entwicklung Palästinas. Die Vorträge finden im kleinen Saal der Spichernsäle, Spichcrnstr. 3, statt; sie beginnen pünktlich tim 9 Uhr. Berlin. Am 25. Januar 1914, 4 Uhr nachmittags, veranstaltet die III. Frauenabtcilung des jüdischen Turnvereins Bar Kochba ihr zehnjähriges Stif* t u n g s f c 81 in Ncumanns Festsälen, Rosenthaler Straße 36. Berlin. Der Jüdische Turnverein Bar Kochba veranstaltet seinen Purimball am 7. März, in den Räumen der ״Ressource zur Unter* haltung“, Oranienburger Straße 18. Der Reinertrag des Festes fließt dem Fonds unseres Sportplatzes zu, der schon zu Anfang des Frühjahrs eröffnet werden soll. Berlin. Junge Mädchen, die bei der zionistischen Arbeit in Berlin helfen wollen, werden gebeten, sich bei dem Bureau der B. Z. V., Fricdrichstr, 49, zu melden. ¥ Breslau. Herr Dr. Walter Steinitz, von hier, wird am Mittwoch, dem 21. d. M,, im ״Verein der Zionistischen Jugend“ über ״Wesen und Bedeutung der Assimilation“ einen Vortrag halten. Ort: Kleiner Saal des Konzerthauses. Beginn: Sa/* Uhr. Unkostenbeitrag 19 Pf. — Alle Breslauer Gesinnungsgenossen sind herzlich willkommen; auch Gäste können eingeführt werden. Leipzig. Herr Dr. Schmarja L e v i n, Mitglied des Engeren Actions-Comitcs, spricht am Sonnabend, dem 17. Januar 1914, in einer großen Versammlung der Zionistischen Vereinigung, im Saale der höheren israelitischen Schule (Gustav Adolfstr. 7). Alle Leipziger und auswärtigen Gesinnungsgenossen werden ersucht, durch zahlreiches Erscheinen diese Veranstaltung zu einer machtvollen Kundgebung für den Zionismus in Leipzig gestalten zu helfen. Zur Beachtung. Die Mitteilungen der Ortsgruppen über ihre regelmäßigen Zusammenkünfte erscheinen von nun ab bloß in jeder zweiten Nummer. Magdeburg. Zionisten verkehren täglich im Restaurant Katz, Viktoriastraße; ab Januar: Breiter Weg. München. Die Mitglieder der Zionistischen Ortsgruppe haben seit geraumer Zeit ihren Stammtisch im Cafä Luitpold, Brienncrstraße, wo sie sich jeden Donnerstag, utn 1/39 Uhr abends, treffen. Auswärtige Gesinnungsgenossen und Freunde sind als Gäste stets willkommen. Nürnberg-Fürth. Jeden Donnerstag Abend 9 Uhr Stammtisch im Caf6 Central in Nürnberg. Mannheim. Die Zionisten treffen sich jeden Dienstag, abends 9 Uhr. im Restaurant der August- Lamcy-Loge, C. 4. 12. Stettin. Regelmäßige Zusammenkünfte der Zionisten beim Vorsitzenden der Ortsgruppe, Herrn Hermann Jacob, Turnerstr. 10, Eingang Amdtstraße, I

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