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Jüdische Rundschau · 1914-01-09 · Heft 2 (9.1.1914) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 2 (9.1.1914)
Date
1914-01-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 14 JU EDI SC HE RUNDSCHAU Nr 2 Pr. Schmarja Lcvin, zu verdanken, der in verschiedencn Städten Amerikas ca. 50 Vorträge über die Notwendigkeit eines 11 e b rä i s c 11 e 11 '1 cclinikiims in Palästina gehalten Hat. Die Herren Wilensky und Fciwel haben in Kuliland ca. 80 01)0 M. fiir das Technikum gesammelt und der Leitung des liilfs- Vereins überleben. (Pall diese Summe einstweilen anderen Zwecken ziigcführt worden ist, kann weder den Spendern noch den Sammlern zum Vorwurf Bereichen.) Per jüdische Nationalfonds hat das Areal auf dem die Gebäude des Technikums sich erheben, im Werte von 100000 I res. zur Verfügung gcstcHh^ c;jf111, der llilfsverein und seine leiten- Mimner haben sich pekuniär nicht allzusehr den Männer hauen sicn pekuniär angestrengt, um die Mittel für das geplante Tech nikum herbei/uschaffen. Aber wir betonen nachdrücklich, daß dies nur Nebensache ist. Penn ״gäbe einer auch alle Schätze seines Hauses hin, spotten würde man seiner“, wenn er sich deswegen aumaßen würde, ein Volk zu tyrannisieren. Volker sind nicht feil für Geldsummen. Wer sie lenken und regieren will, muß ihr Vertrauen und ihre Liebe gewinnen, und um dies zu erreichen, muH er mit dem Herzen und der Seele bei ihnen sein. Vor allen Dingen muH er ihnen tiefstes Verständnis entgegenbringen. Pas Vertrauen und die Liebe, welche der llilfsverein im Herzen der palästinensischen Judenheit gesäet hat, scheint aber nicht sonderlich groll zu sein, da er jetzt gezwungen ist, die Hilfe der Polizei und des deutschen Konsuls gegen die Lehrer und Schüler seiner ״eigenen“ Schulen anzurufen. Und von vielem Verständnis für die Volkspsvchc zeugt es auch nicht, wenn mau nach zehnjähriger Wirksamkeit mitten in einer Bevölkerung plötzlich in einen so schweren Konflikt mit ihr gerät und als Gegner ihrer tiefsten Herzenswünsche und seligsten Hoffnungen auftritt. Achad llaam hebt mit Recht hervor, daß die Sprachenfrage, die jetzt die Gemüter in Palästina zur Siedehitze gebracht hat, nicht eine Parteifrage der Zionisten ist. Auf diesen Punkt muß größter Nachdruck gelegt werden. In gewissen Kreisen hat man nämlich den jetzigen Zeitpunkt der Zerfahrenheit im Innern der Judenneit und der Bedrängnis von außen für geeignet erachtet, Ocl ins Feuer zu schütten und durch eine spezielle Organisation eine regelrechte Hetze gegen die Zionisten mul den Zionismus einzuleiten. Ls kann unmöglich Zufall sein, daß das Antizionistische Komitee“ seine fieberhafte Tätigkeit gerade in dem Moment entfaltet hat, da der Hilfsverein den Zionisten, mit denen er so viele Jahre lang eng verbunden war, den Krieg erklärt hat. Nur in diesem Zusammenhänge ist es verständlich, daß diese beiden Organisationen jetzt, wie auf Verabredung, die unerquicklichen Vorgänge in Palästina als ״zionistische Mache“ hinz.ustellen bestrebt sind. Ntirg wir vertreten hier gewiß nicht den parteizionistischen Standpunkt, und sind von zionistischer Seite oft genug angefeindet worden. Erst vor kurzem haben wir uns wieder den Zorn der Zionisten zugezogen, als wir es für nötig erachtet hatten, gewisse Erscheinungen in ihrer Partei einer objektiven Kritik zu unterwerfen*). Hier handelt cs sich aber durchaus nicht um Zionisten. Hier handelt es sich um die Förderung oder Vernichtung einer Bestrebung, die seit zwanzig Jahren die Kräfte der besten Pädagogen und aller Männer der Oeffeutlichkeit in Palästina nbsorliierte, deren endgültige Verwirklichung den seligsten Traum von Jung und Alt bildete, und die gerade tlcr llilfsverein seit Anbeginn seiner Tätigkeit hätschelte. Man kann der Bestrebung, die hebräische Sprache zur Unterrichtssprache für die höheren technischen Fächer zu machen, skeptisch gcgcuühcrstclien mul deren volle Verwirklichung erst flir einen ferneren Zeitpunkt wünschen, aber nachdem der llilfsverein von Anbeginn das Hebräische in seinen Schulen als Unterrichtssprache anwandtc, mußte er sich sagen, daß die prinzipielle Ausschaltung dieser Sprache als Unterrichtssprache auch aus der Milteischule des Technikums einen schweren Schlag für die palästmcnsischeii Juden bedeuten werde, da damit die bisher gehegten mul von ihm selbst gepflegten Hoffnungen zunichte gemacht werden. Ob das Hebräische schon so weit den Bedürfnissen des modernen Lebens und der Wissenschaft angepaßt ist, um als Unterrichts• spräche für technische Gegenstände zu dienen, das zu entscheiden, ist Herr Pr. Paul Nathan sicherlich am allerwenigsten berufen. Pie beiden •hebräischen Gymnasien in Jaffa und Jerusalem, sowie die Lümcischule und das Lehrerseminar des Hilfsvereins selber naben zur Genüge dargetan, daß die hebräische spräche für den Mittelschuluntcrricht jetzt schon voll- Kommen ausrcicht. Man durfte also das Hebräische niclit aus Gründen, die mit der Sache selbst nichts zu tun haben, prinzipiell und für immer ״־* Unterrichtssprache ausschalten, ohne sich zu sagen, ״ , .",cs. d™ Sturm entfesseln wird, der heute tatsachlich in Palästina unter der arbeitenden schaffen- 4 ul kJi,tllrcl1 einzig wertvollen jüdischen Bevölkerung!in ts wäre ein verhängnisvoller Irrtum, zu wiilineii, uan der Sturm sich bannen ließe, wenn man drei ״0'•7״‘Mische Aufwiegler“ in Palästina um schädlich machen oder gar durch die der Behörden aus dem Lande weisen dies, laut zuverlässigen Nachrichten angestrebt worden ist. In Wirklichkeit hat der Hilfsverein den wahren deutschen Kulturinteressen —" .i schlechten Dienst geleistet. Obgleich der Antisemitisnuis in ganz Europa (mul mich im Orient) von Penlsehland niisging, und In der ganzen Welt vorwiegend von Pciilsclicii gepflegt wird, lugen alle luden lind insbesondere die polnisch-russischen, eine tiefe Sympathie für die deutsche Kultur. Schon ihre Sprache bringt diese Jml!11 dem geistigen Deutsch• laiul nahe, mul überall 111 der Welt sind sie, oft unwillkürlich, l’ropagntoren des Deutschtums und somit auch der deutschen Interessen. Diese Dienste der Juden wissen die maßgebenden deutschen Staatsinäimer sehr wohl zu würdigen, wenn sie es auch nie für nötig* erachten, sie zu lohnen. Durch den Versuch der gewaltsamen Aufdrängung des Deutschen als der einzig möglichen Kultursprache der Juden in Palästina hat der llilfsverein diese Sympathie der Juden für das Deutsche sehr erschüttert, wenn nicht gar für lange Zeit verscheucht, Herr Pr. Paul Nathan hätte wohl von Wrcschen und von Zähem lernen können. Daß er es nicht getan, beweist nur, daß man ein guter Mensch und dabei ein schlechter Politiker sein kann. Zumal, wie wir au» absolut sicherer Quelle wissen, das Berliner Auswärtige Amt für den dem Technikum zu gewährenden ״Schutz“ gar nicht die Festlegung des Deutschen als Unterrichtsspräche verlangt hat, sondern nur, daß im Unterrichtsplan der deutschen Sprache der erste Rang unter allen anderen europäischen Sprachen eiligeräumt werde. Die Herren nun, welche päpstlicher als der Papst sein wollten, haben jedenfalls bewiesen, daß ihnen der weite und freie politische Blick für die realen Verhältnisse mangelt, und daß sie sich keineswegs zu Lenkern einer großen« jüdischen Qrgnnisation mit wcitausgrcifcmlen Plänen eignen, wo es gilt, Herz und Kopf am richtigen Fleck zu haben. Faßt man also den Kampf, den die Juden ' Palästina jetzt gegen den Hilfsverein führen, ruhig ins Auge, so wird man zugeben müssen, daß es ein Kampf für ein hehres Ideal ist gegen eine leicht• fertige, dilettantische Politikasterei, die jüdische Mittel und jüdische Kraft Zwecken dienstbar machen will, die mit Juden und Judentum nichts zu tun haben." Vermittlung ließe — wie aus Palästina, einen sehr *Iy/״Ü״u?kjektiv war nun die Kritik von ״Ort Wc8t * niclit. wlp sich DMen»*A I Aem• Hnnh und West" niclit, wie Oktober her erinnern, unsere D. Leser noch Red. d. J. vom R. Sechster Verbandstag der jüdischen Lehrer-Vereine Im deutschen Reich Vom 28. bis 30. Dezember wurde in Breslau der Vcrbnudstag der jüdischen Lehrer-Vereine Deutschlands ahgehalten. Die Verhandlungen wurden eingeleitct durch die Eröffnung einer Lehrmittel- und Jugcndschriftcn-Ausstcllung. Es war wohl das erstemal, daß eine solche Ausstellung mit jüdischem Charakter versucht wurde unu das, was geboten wurde, war durchaus anerkennenswert und interessierte die Be schauer sehr, deren allerdings viel mehr hätten sein können. Leider fehlte ein Führer durch die Ausstellung. Einen großen Raum derselben nahmen Darstellungen, Bilder und Arbeiten der deutsch-jüdischen Anstalten ein, die der Erziehung zur Landwirtschaft und der Einführung von Werk- und Arbcits unterricht dienen. Das jüdische BI i 11 d e 11 i n s t i 1111 Steglitz, hatte drei große Bände ausgestellt, die die bekannte Badtscl1e Biblische Geschichte in Blindenschrift enthielten. Die Alliance zeigte in graphischen Darstellungen und Karten die Ausdehnung ihres Schulwerks. I)er II11 f sverein hatte hebräische Liederbücher, Schulhefte, I Inmlarhcitcu und Photographien aus seinen bisiierigcn Jerusalemer Schulen ausgestellt. Die Handarbeiten wurden von sachkundiger Seile nicht gerade gut zensiert. Dagegen gaben die nusliegemlcu dcut selten Aiifsatzlielte der kleinen Palästinenser immer wieder zu der Bemerkung Anlaß, daß es wirklich nicht nötig sei, die Stundenzahl des deutschen Unterrielits zu vergrößern, wenn ohnedies schon solche Leistungen erreicht würden. Vermißt wurden vielfach Erzeugnisse der Bczalel-Scliulc und der Spit/enscliulcn des l'raucnverhaiules. Mag sein, daß man dies als über den Rahmen der Ausstellung hinaiisgchend hielt, oder daß inan an sie bei der Vorbereitung gar nicht gedacht hat. Bücher waren zumeist von Breslauer Buchhandlungen ansgelegt, von denen allein die Firma Jakob D. Brandeis cs sich nicht hatte nehmen lassen einen großen Teil der B/icher des ״lüd i s c n c n Verlags“ und eine sehr stattliche Aus wähl von Büchern russischer Provenienz für modern hebräischen Unterricht aiiszustellcn. Die Verhandlungen wurden zum größeren Teil in vollster Oeffeutlichkeit geführt. Die Frage jedoch, die weitere Kreise am meisten interessierte, die Stellungnahme zur jüdischen Volksschule, war aut der publizierten Tagesordnung nicht vorge selien. Wie man wohl voraussetzen konnte, wenn man cs auch von beteiligter Seite vorher abstritt, gelangte sic in einer der geschlossenen. ״Mitglieder-Vcreammlungen“, und zwar gleich in der ersten, zur Beratung. Schon vorher war sie in zwei Vorstands-Sitzungen Gegenstand der eingehendsten Aussprache gewesen. Eine ganze Anzahl von Resolutionen waren dazu vorgeschlagen worden, die alle mehr oder minder eine friedliche Lösung wollten. Schließlich einigte man sich auf folgende Resolution! ״Der Verbandstag hält zur Sicherung der inneren und äußeren Freiheit des Verbandes eine Acnderung seines bisherigen Verhältnisses zum D. I. G. B. notwendig und beschließt darum, auf die bisherige Subvention seitens des I). L G, B, zu verzichten.. Der Verband nimmt ferner Kenntnis davon, daß der D. I.O. B. auf die Entsendung eines Vertreters in dem gescbäftsfüliremlen Ausschuß des Lehrerverbandes verlichtet. Der Lchrcrvcrhand erklärt sich bereit, zur Fördentng der gemeinsamen Interessen mit dem D.I.Ü, B. in Arbeitsgemeinschaft zu bleiben und beauftragt den Ehrenvorsitzenden und den Vorsitzenden des Verbandes. darüber mit dem Ausschuß des I). I.O. B, in Verhandlung zu treten.“ Diese Entschließung machte sich dann auch die Mitgliedcr-Versammlung einstimmig zu eigen. Es bleibt dahingestellt, ob «lies dem I). I. O. B, genügen wird. Wir wollen es abwarten. Wohl nicht ganz ohne Beziehung zu dieser Frage sagte der Vorsitzende der Breslauer Synagogcn-Oemcinde, Herr Eduard Sachs, der zugleich im Namen des ״Verbandes der deutschen Juden“ sprach: man werde die berechtigten Forderungen der Lehrer gern erfüllen. Er vergaß nur leider lunztizufügcii, wer über die Beredttigung der Forderungen zu entscheiden haben wird. Oder bra teilt dies nicht erst gesagt zu werden? Der Redner wenigstens ist in Breslau gewohnt, daß so entschieden wird, wie er cs für richtig findet. Charaktcristisdi für die Anschauungen unu Stimmungen in den Kreisen der Lehrer ist ein Passus aus dem Referat eines ihrer angesehensten Vertreter, des Leiters des Simonsdien Seminars in Peine, Direktor Alexander, der hier im Wortlaut wiedergegeben sei. ״Ein Symptom, das bisher zu wenig Beachtung gefunden, ist von großer Bedeutung, wenn die Gemcindcvcrtrctcr die Stimmung in ihren Gemeinden riclitig wiedergegeben haben. Aus den meisten Stirnme 11 ging unzweideutig hervor, daß der jüdischen Volksschule in den kleinen und mittleren Gemeinden das Grablied gesungen ist, daß die großen Gcmcinden sich gegen die Errichtung neuer Volksschulen mit allen Mitteln entgegenstemmen. Ist aber nicht die Abwanderung unserer Glaubensgenossen in die große Stadt der alleinige Grund für den stetigen Rückgang der jüdischen Schulen, haben sich die (iemeinden vielmehr dahin entschieden, daß solche Schulen nicht notwendig sind, so muß auf eine stetige Verminderung der Zahl jüdischer Lehrer hingewirkt werden. Je weniger Lehrer, desto günstiger werden sich ihre Stellungen gestalten. Der Kampf um soziale und wirtschaftliche Besserstellung der Lehrer wird um so eher zum Siege führen, je mehr der Andrang zum Lehrerberuf zurückgcht. Es darf nach zwei Jahrzehnten mir mehr soviel Lehrer geben, wie geeignete Stellungen vorhanden sind. Mögen dann die Wortführer int Streite, die fieineindeverfreier, znsehen, wie sie genügend Lehrkräfte zur Versorgung der jüdischen Jugend mit Religionsuntcrrieht 11er,Anziehen.“ I)ie öffentlichen Hauptversammlungen beschäftigten sich mit dem Vcrbandstliema: ״Die rechtliche Stellung des jüdischen Religions- Unterrichts und des jüdischen Religionslehrcrs“. Sieben Retereuten waren für dieses Thema vorgesehen, deren spezielle Aufgabe cs war, die Verhältnisse in den verschiedenen Teilen Deutschlands zu beleuchten. Wir müssen cs uns leider versagen, die Fülle des interessanten Materials, das dort geboten wurde, liier wiederzugeben, und können nur kleine Einzelheilen, die uns besonders charakteristisch erscheinen, wiedergeben. Bl ach (Halberstadt): ״Von der rechtlichen Stellung des Religionslehrcrs ist leider auch seine Wertschätzung abhängig. Der jüdische Religionsunterricht ist zwar in der Theorie obligatorisch, nicht aber in der Praxis. Die jüdische Gemeinschaft wird meist als ״ö f f e 111 11 c 11 geduldet“, nicht als ״ausdrücklich aufgeuouunen“ bezeichnet, infolge* dessen sind alle Anträge bisher ahgclelint worden, die eine Unterstützung jüdischer Gemeinden durch den Staat im gleichen Maße erreichen wollten, wie sie christlichen zuteil wird. Eine Beleidigung liegt für jeden jüdischen Lehrer darin, daß mail ihm den Unterricht in Deutsch und Geschichte, den sögenannten ״Gesiniiiingsunterriclit“, niclit gestattet.“ Mannheim (Grnudcnz): ״Die Verträge der Religionslehrer, wie der Kultusbeamteii überhaupt, mit den Gemeinden lassen viel zu wünschen übrig. Hier liegt nur ein privatrechtlichcs Verhältnis vor mit allen Unklarheiten, die ein solches mit sich bringt; auf diese Weise ist Willkür ermöglicht, ja 1 a t s a c lt e; der Religionslehrer lebt von der Gunst der einzelnen Gemeindcinitglicdcr. Das Staatsminislerium muß ersucht werden, eine Verfügung zu treffen, nach welcher die Regierungspräsidenten in jedem Falle die Kündigung bestätigen müssen. Dieser Weg ist nicht aussichtslos. Aber nur ein Notbehelf soll die Ministerialverfügung sein; ein Organisationsgesetz ist anzustreben, das den jüdischen Religionslehret״ die Eigenschaft von mittelbaren Staatsbeamten ziierkeiint.“ Dingfclder (München); In Bayern wird der jüdische Religionsunterricht überall als dem christlichen gleichwertig betrachtet. Der Unterricht erstreckt sich auch auf hebräische Sprache. — So günstig die Lage des Religionsunterrichts ist, so ungünstig ist die des Religionslehrcrs. Er ist mir Privatbcamtcr der israelitischen Kultusgemeinde; außerdem ist eine drückende Abhängigkeit von den Distriktsrabbincrn zu befürchten. Nahezu drei Viertel aller im Dienste der Gemeinden stehenden Lehrer mußten sich 1910 mit einem Qehalt von 500 bis 1200 Mark begnügen! Wenn die Regierung von Fürsorge für Volksscnullchrer spricht, die auch jüdischen Lehrern zugute kommen soll, dann handelt

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