Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIX (1914)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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־r ו 1 1 1 1 Abonnements j au! die wöchentlich am Freitag er• | •cbdaende!tjüdiadhe Rundschau" I tosten bei der Kupeilitian und bei allen Postämtern vierteljährlich I.50M., außerhalb Deutschland• und Oester• raiih.Ungarna 2,™ M.j für Mitglieder jüdischer Vereine im Sammcibexug durch den Verein 1,— M. Jüdisch• Rundschau, G. m. b. H. BERLIN W.15, Sttchalache Straßes. Telephon 1 Amt Uhland 845, 846, 868. Postscheckkonto» Berlin Nr. 17392. roatachetiEtcontot Berim Nr. 17392. ך," ה ח - \( ׳ י־^חר׳) y y J <י. J5 ן\~ « LJ L. y '/ ו J \ ח ה o< ( ץ״ \ y.v ׳׳׳ »־־•יי^ ןוי***י^ ^״f0 ץ er ח n r c.MyiL1l כ""/ ף_ח ס׳! ג־")!ק ULjL'yb J v j ^pan HMHMaammaisiHmmMn | Anzeigen ן I kosten für die aechsgespaltene Petit- I | keile oder deren Raum 40 Pf,ן Stellen• | | Angebote und •Gesuche sowie Verein•• | | Mitteilungen und «Kleine Anzeigen* | I O O O O nur 30 Pfennig. OOOO!! Manuskripte werden, wenn Porto beiliegt, I * stets surückgrsandt Redaktionsachlufti I I Mittwoch vormittag•• | I Redaktion JÜdlach• Raadidtaa I I BERLIN W. 15, Sächsische Straße S.! I Telephon: Amt Uhland 845, 846, 868.!! Postscheckkontot Berlin Nr. 17392. I 1יי—--__J Nummer 1 Berlin, den I. Januar 1§14 — 3. Tebeth 5674 XIX. Jahrgang. Ausweis Schekel! Für 1012/13: Wcilhcin! I,— , Kaiserslautern 1,— M. Für 1013/14: Gaudenz 1. , Kaiserslautcrn 1,— M. Landesorganisationsbeiträge: 1. Ortsgruppen: für 1013: Lissa (Ein/clbeitrag) 2,—, Dortmund 33,—, Königsberg i. Pr. 10().-- Chemnitz (3 Einzelbeitragc) 4, --, Berliner Zionistische Vereinigung 12,•—, Regensburg 58,--, Kaiserslautern (Einzclbcitrag) j,—, Karlsruhe i. B. 75, . Evdtkulmen 126,- M.; für 1014: Mannheim 200, M. 2. Einzelpersonen: Wolff Goldschmidt, Hamburg 5, , Dr. med, J. Mayer, Hamborn 5, . Dr. Asche!, Nordrach 10, Dr. med. Jutk.iwski, Militsch, II. Rate 10, , Hcimann Daniel, Ki'otoschin 15,— , Rechtsanwalt Nothmann, Kr.rtoschin, I. Rate 10,—, Rechtsanwalt Erich C.oltn, Berlin 5, S. Schneiling, Hannover 5,--, Cioldhaher, Chemnitz 5 Dr. Becker, Berlin 10, - Dr. Neustadt 10, Zahnarzt Baeck Dr. Baeck 10,-.Moritz Margoles 10 Georg Eisenstiidt 10, -, M. Schnell 6, , + h. Freundlieh 6,- , Besser 5, . Referendar Pick 5 M., siimtlieh lissa; für 1914: Dr. Iluldschiuer, D'amhnrg 10,—, I rau jula Hermann, Graudcnz 7, Dr, llantke, Berlin 200,• - M. Eingang vom 18. bis 20. Dezember 1913: S c h e - kel I012־-,2 :13׳ M.'; 1013,11: 2. M, Landeso r g a n i s a t i o n s b e it rä g c 1013: 565,— M,; 1014: 417,- M. Gesamteingang: Schekel 1012 13: 8016, M.; 1 10' i ,1. 142, V. L a 1; d e s o r <: 1 11 ״ s a * . •» 11 s -! bcDrape 1013: 16425.27 M.;!014: 41?,-■ M. Berichtigung. Die in Nr. 42 für 1013 ausgewiesenen Organisationsfondsbeiträge der Herren Goldsehmidt, Hambürg (insgesamt 25,— M.) waren für 1014 gezahlt. Die Addition ändert sich dementsprechend. Adresse für Geldsendungen t Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W15, Sächsische Straße 8. Postscheckkonto: Berlin 8091, Bankkonto: A. H. Heymann & Co., Berlin W 56, Hinter der Katholischen Kirche 1. Lotungen Mit dieser Nummer beginnt der neunzehnte Jahrgang der ״Jüdischen Rundschau“. Manche Zeitung sieht ihren Stolz und ihren Ehrgeiz darin, abwechslungsreich zu sein und sich nicht zu wiederholen. Wir erkennen es als unsere wichtigste Aufgabe, immer wieder d״sselbe zu sagen. Seit achtzehn Jahren sagen wir immer wieder dasselbe, wiederholen wir unermüdlich die gleichen Wahrheiten, die doch nur von einer Minorität der deutschen Juden als die Wahrheiten anerkannt werden, die sie sind. ,Wir werden auch weiterhin nicht nachlassen. Wir sehen ja, daß unsere Mühe nicht erfolglos ist. In diesem unwilligen und sich vor dem Zionismus ängstlich verschließenden deutschen Judentum haben wir 10 000 Schckelzalilcr ge- Wonnen; der Ausweis über die Eingänge des Nationalfonds im vergangenen Jahre zeigte die stattliche Summe von 107 516 Mark. Wenn wir aber die wirkliche Tiefe unserer Wirkung ermessen wollen, müssen wir uns zweierlei vor Augen halten; die unerhörte Veränderung!im Ton aller, die von jüdischen Dingen sprechen, vor allem der Juden, und die Organisation unserer Gegner. Noch vor zwanzig Jahren knickte der beste Jude vor der naivsten antisemitischen Acußerung zusammen; und wenn er nicht umhin konnte, sich zu wehren, so geschah dies in der Art, daß er die Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit der «Der Zionismus erstrebt für da« Jüdincha Volk die Schaffung einer üffent• ilch*rec!»tllcl» gesickerten Ileimstutte in Baseler Programm. Juden beteuerte und feierlich versicherte, daß wir wirklich nicht samt und sonders Verbrecher,!Mörder, Betrüger und Verführer seien. Das ist anders geworden. Der lamentable Ton unserer Apologeten klingt uns lächerlich, und die Bestrebungen zur ״Abwehr des Antisemitismus“, so gut wir sie verstehen und so nützlich sie in einzelnen Fällen sind, erscheinen uns keineswegs mehr als fruchtbare jüdische Tätigkeit. N i e m a n de m mehr im deutschen Judentum erscheinen sie als solche; denn jedermann hat gelernt, daß die beste Parade der Hieb ist, auch für 1ms, daß antisemitische Angriffe nur abgewehrt werden können, indem wir unseren eigenen Wert betonen, indem wir unsern eigenen Wert erhöhen. Wirkliche, ,.ositive, schöpferische jüdi sehe Arbeit ist das beste Mittel der Abwehr. Das wissen heute alle Juden, wie verschieden sie auch diese positive Arbeit auffassen mögen; und daß sie es wissen, daß das Wort vom auf rech teu Jude,!:;.׳!« einem p ro g 1,1m 111 ntischen Schlagv.••»•־t ׳',er c,..,חו Zionisten zi jmr erfreulichen Wirklichkeit geworden ist, das verdankt das Judentum unserer diese langen Jahre her systematisch betriebenen Propaganda des jüdischen Selbstbcvvußtscins. Eine vielleicht noch stärkere Sprache für die Stärke der zionistischen Einwirkung spricht die Organisation unserer Gegner. Wold in keinem Lande der Welt ist die jüdische Gegnerschalt gegen den Zionismus so fest organisiert wie in Deutschland. Das hängt wohl damit zusammen, daß wir in Deutschland den Juden eine Erkenntnis beibringen müssen, die die Deutschen nicht nötig haben: daß nämlich Patriotismus und Staatstreae wohl vereinbar ist mit nationalen Sondertendenz zcn. In Rußland ist das unnötig: dort gilt der Jude, ob mit, ob ohne Sondertendenz, als Staatsfeind und wird demgemäß behandelt. In Oesterreich gehört jener Satz zum politisch״!! Einmaleins: die Regierung selbst fördert ja die nationalen Bestrebungen der Polen,- der Tschechen und, in geringerem Maße, der Deutschen, und die große Mehrheit aller drei Volke*• ist staatstreu. Nur in Deutschland soll wegen des Schlag- Wortes, daß dieser Staat ein Nationalstaat, kein Nationalitätenstaat sei, das Recht einer Minderheit nicht existieren. Unsere Gegner opfern diesem Schlagwort, und sie haben sich fest organisiert, um den Nationalstaat vor der Zerstörung durch die bösen Zionisten zu schützen. Wir aber freuen uns auch dieser Wirkung des Zionismus. Den!! in einem gewissen Sinne sind die Folgen zionistischer wie antizionistischer Propaganda gleich: intensivercs Interesse an jüdischen Dingen. Und wenn erst dieses Interesse da ist — es ist bereits bei mehr Leuten da, als die es wahrhaben wollen —, und wenn dieses Interesse erst nach dem adäquaten Gegenstand sucht, wird es kein Genüge finden können an der Abwehr, an der Gegen bewegung, am Negativen und wird gebieterisch das Positive erfassen. Diese Umkehr der Antizionisten kann noch sehr dadurch beschleunigt werden, daß ungeschickte Vertreter ihrer Anschauungen sich selbst ad absurdum führen. Wenn ein von extrem liberalen, von gewiß recht gottlosen Männern gedecktes Pamphlet als Gegengewicht gegen den Zionismus die Religion empfiehlt, wenn die auf ihre volle Assimilation Pochenden den Zionismus, diese auf die Erhaltung und auf viel mehr, auf die Erneuerung des Judentums gerichtete Bewegung, bekämpfen, weil er ״das Judentum zerstöre“, dann müssen sich die Besonnenen, die Ehrlichen in jenem Lager an den Kopf greifen und sich fragen, auf welcher Seite ihr Platz ist. Wenn man die Höhe eines Jicrges bestimmen will, darf man sich nicht mit der Feststellung des Unterschiedes von FuIFund (iipfel begnügen, sondern muß auch die Höhenlage des Endpunktes über dem Meeresspiegel in Betracht ziehen. Wenn wir die Tiefe der Wirkung ermessen wollen, die von siebzehn Jahren zionistischer Arbeit ausging, müssen wir nicht nur die erzielten Erfolge in Anschlag bringen; dies ist nur die ״relative“ liefe. Ebenso wichtig ist die Durchdringung der nichtzioiiistisehen Judenhcit mit zionistischen Ideen. Und wenn wir diese Lotungen anstelle!!, können wir mit frischem Mut aufs neue an die Arbeit gehen. ״Das Judentum wird zionistisch sein oder es wird nicht sein,“ hat Max Nord au gesagt. Nun denn, d ׳s Judentum ist auf dem Wege, zionistisch zu werden. Die Antwort des Volkes Das Actions-Comite der Zionistischen Or* ganisation!git einen Aufruf erlassen, und die Zionisten haben geantwortet. Die ״Welt“ veröffentlicht heute den ersten Ausweis über die Zahlungen, die in diesen wenigen Tagen geleistet worden sind, seit die Zionisten erfahren haben, daß es gilt, mit der hcbiäischcn Sprache und dem hebräischen Schulwerk in Palästina unsere nationale, kulturelle und politische Freiheit zu verteidigen. Wir haben niemals daran gezweifelt, daß die Zionisten ihre Pflicht tun werden, wenn uns ernste Gefahr droht. Wir haben gewußt, daß in jedem einzelnen Zionisten der zionistische Geist lebendig ist, der die Tat fordert und die Lässigkeit verdammt. Noch sind weite Kreise der zionistischen Organisation und noch weitere Schichten des jüdischen Volkes nicht genau darüber informiert, mit welchen Mitteln der Kampf gegen uns geführt wird. Wenn erst bekannt sein wird, in wie unverantwortlicher Weise man das heilige Werk in Palästina zu schädigen versucht, wird die Empörung noch hundertfach wachsen und der Wille, zu helfen, zu stützen und zu sichern, wird zur Flamme weiden, die über den armseligen Intrigen volksfremder Gegner des Zionismus zusammenschlägt. Unseren Gegnern ist es bis jetzt nicht gelungen, uns einen Schaden zuzufügen. Die Kraft und Treue unserer palästincnsischen Brüder hat sich herrlich bewährt, und an “ihrer Entschlossenheit sind Lockungen und Drohungen kläglich zuschanden geworden. In wenigen Tagen ist ein neues hebräisches Schulwerk in Palästina geschaffen worden, eine sichere Grundlage für die kulturelle, nationale und politische Entwicklung des jüdischen Volkes. Uneingeschränkte Anerkennung, heißer Dank gebührt den Männern Palästinas, die in der Stunde der Entscheidung Mut und unwandelbare Treue bewiesen haben. Ihren Namen wird ein unver-