Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 51 (19.12.1913)
- Date
- 1913-12-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V lijr. t—7r Abonnement •uf di• wöch.ntli* un Ffsttay er. | •d1«D«nd• ״JUdUch« Rund.diau" I kaittii bei der EipnUtion und bei 5 •llen Po.t.rnlrm vierWjBirlich 1,50 M., S •u&rrhatb Deulidiimida und Oeiter• * r.ich.Ung.riu 2,— M.ן für Mitglieder 1 jüdwoher Verein• Im Snmmelbeiug | durdi de■ Verein 1,— M. | JildUdi• Rand! t'unii, C. m. b. II. ® BERUN W. 15, SldmlKbe Straf», 8. Telephon 1 Amt Uhlond 845, 846, 868 * PrwUchodrlronto 1 äcrlin Nr. 17392. V,׳׳ x׳ /'־ : , ( V- V Lj See- <*aj ח n ר ר ך־!Nummer 51 f u £ü jf ״ ko»t«n für tÜ* *r*ii«s־e*paltene *cila o.ler deren Rau» 40 Pf.ן Stall«®• AfigeWU* und *CU5s*uA@ *owW V«re 104* Witteilunyco und ״Kiem• Anttig««" * 0 0 0 0 nur 50 Pfennig. O O 0 O M*nu*kr1pt4»wrrtl«־n, w׳rnn P0rtob«»li«g־t# stets surüci4j?r»arult, Redaktioassdhlldlt MtUvvodh vyfrmiUg*. Rtilaktion JQdl »dt• RimdidMi WEHLIN W. 15, Sichtlich« $t«a6e *. Telephon t Amt Uhbnd 845, 846, 868. PoiUoliitkUDtot B«rUn Nr. 1138h I 1 ' J״. V ‘י־ liiJ r״\ i wJ XVIII. Jahrgang ייא•*■ lionUmu* erstrebt für das jüdische Volk die Schafft! n״ cd rr i»; rechtlich jjeslchertoa IfchactStte In Palästina.“ Baseler Programi* In ernster Stunde ruft das neu*• wiedererweckte Palästina die 2erstreuten Volksbrüder auf zur Verteidigung. Was die schöpferische Begeisterung unermüdlicher, aufopferungsvoller Arbeit im Lande unserer Väter an nationaler Kultur geschaffen hat, ist bedroht. Die erste Frucht der in den Heimatsboden zurückverpflanzten Volkskraft, die kostbaren Keime einer Renaissance, die das heimatlose, sprachlose Volk vom Fluch der Verbannung erlöst, sind in Gefahr, durch den Angriff auf die hebräische Sprache in Palästina zerstört zu werden. Lehrer und Kinder in Palästina haben' wiedergegeben, was uns Jahrtausende geraubt haben. Jetzt will man unsere Kinder zwingen, dem hebräischen Geist zu entsagen. Unsere Lehrer will man hindern, unserer Jugend die Kultur der Menschheit in hebräischer Sprache zu bringen. Die Jugend Palästinas und ihre besten Lehrer haben die Schulen verlassen, in denen die hebräische Sprache keine Heimat mehr findet. Uns — Euch rufen sie an, ihnen sichere StEüen hebräischer Erziehung zu schaffen. Palästina selbst hat die Iniffaiive ergriffen und die ersten Bausteine zum Werk gebracht. Für die dringendsten Notwendigkeiten des ersten Augenblicks haben wir Mittel bewilligt. An Euch ist es nun, den Bau unseres hebräischen Schulwerks zu^sichern. Macht die Bahn frei für die geistige und nationale Befreiung unseres Volkes! Im Auftrag Palästinas rufen wir Euch an um Eure Unterstützung. Lasset die vertrauensvollen Hoffnungen unserer Brüder nicht zu Schanden werden. Seid dessen eingedenk, daß Palästina, daß unsere Jugend Eure willige und starke Hilfe braucht. Wir fordern das Nationalopfer fär ehe hcbräfcchc Schule in Paläslir.jl Das Zionistische Zentralbureau, der Jev’ish Colonial Trust und seine Zahlstellen, die Anglo-Palestine Company und ihre Filialen, sämtliche Sammelstdkiri des jüdischen National* fonds und die Bureaus der Landes- und Sonder verbände sind berechtigt, Beiträge in Empfang zu nehmen. * Das Actions-Cosiiite Warburg Tschlenow iar ־ ־ •״י״׳** 0% *» jf % &׳ & i£*t % \jf Hantke Jacobson Leviii Sokolow Der V/eihnachtsprospekt der Antizionisten Die Herren Sanitäts- und Justizräte des anti״ zionistischen Komitees haben einander ein etwa 50 Seiten starkes Heftchen auf den Weihnacht»- tisch gelegt, das in der Reihe der ״Schriften zur Aufklärung über den Zionismus“ die Nummer 2 bildet. Es heißt: ״De r Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“. War das erste Produkt dieser organisierten Unpro* duktivität schwach und matt und kroch es müh* sam auf dem Boden, so erhebt dieses zweite ,Werk ein freches Köpfchen und faucht giftige Worte in reicher Auswahl Sein sachlicher Gehalt freilich ist höchst gering; aber wer von vornherein Antizionist ist, wird hier eine ganze Menge zwar nicht von Argumenten, a,bcr doch von Invektivcn gegen den Zionismus zu seinen Diensten finden. Paß ein Unvoreingenommener oder gar ein Zionist auf so plumpe Köder hineinfallen könnte, ist nicht zu befürchten. Die. Broschüre schildert zuerst die Entstehung des Zionismus mitten in dem jüdischen Niedergang vom Ende des vorigen Jahrhunderts. Dieser Niedergang wird nicht geleugnet. Die äußere Lage trist; die innere im Osten öde, ״im Westen aber herrschte unter den Juden der Materialismus noch starker als in den anderen Schichten der Bevölkerung, die ihm an Bildung und Lebenshaltung etwa gleichwertig waren. Das Interesse an religiösen Probleincn hatte in weiten Kreisen abgenommen, und cs machte sich sogar das Bestreben bemerkbar, Religionslosigkeit, ja sogar Religionsfeindschaft als einen Kulturfortschritt zu beirachteil, und der offene Hohn, mit dem in diesen Kreisen der fromm Gläubige bedacht wurde, wirkte auf andere verführerisch. Fast schien es, als ob diese Welle seichter Aufklärung alles religiöse Gefühl aus den Kreisen der Bildüng fortßcsclnvenuiit hätte, und ein Indiffere n t i s m u s bemächtigte sich weiter Schichten, von dein man befürchten konnte, daß er das Westjudentum in kurzer Zeit vernichten würde.“ In dieser nervösen und überreizten Zeit er- ,stand mit verführender und fanatisierender Kraft der Pseudomessias, der Zionismus. Zwar, sein Urheber war von den lautersten Beweg grün den geleitet. ״Einen ,Judenstaat‘ ver« langte Her edle Theodor Herzl in seinem Buche, das den gleichen Titel trägt und seinem dichterischen Können ebenso Ehre macht wie seinem Idealismus. Dieser Mann, der ein warmes Herz hatte für die Leiden seiner Brüder, der ein ehrlieber und ehrenhafter Idealist von reiner Gesinnung war, ist es, der der neuer« Bewegung einen idealen Impuls gab. Er hat aber das tragisch־: Schicksal gehabt, daß sich an seinen Name» eine pseudoiiicssianischc Bewegung häßliebster Matur knüpft und daß mit seinem Namen geschäftsmäßige Schreier, gewissenlose Danagogen und unwissende Phantasten ihre wenig ׳ idealen Motive und Ziele decken.“ Ganz nach der neulich hier charakterisierten ״neuen Metliode“; Lobsprüche auf den Zionismus, vor Zorn wahnwitzige Beschimpfungen der Zionisten. Dieser Mund, der, noch von herablassendem Lob auf Theodor Herzl triefend, die Erben seiner