Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 49 (5.12.1913)
- Date
- 1913-12-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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L- ** im• Vj imi i i ' Nach eingehenden Vorbesprechungen von Vertretern des Deutsch-israelitischen Gcmeindebun- * 1"1R ^CS •J11 ‘.s,c c ״ f" r a u <־* n b u n d e s unter Mitwirkung eines Vertreters des Rabbiner verb a n u e s und des Verbandes der jüdischen Lehrervereine wurde beschlossen, am Sonntag, den *I. Januar 1914 111 Berlin die erste Erzichungskonfcrcnz im veranstalten. Die Anrc^un^ hicr/u ist von! jüdisehen Frauenbund ausgegangen. Es hrunlclt sich daruni, das Interesse der weiteste« jüdischen Kreise für litt׳ durch die veränderten Zeitvcrliältnissc notweiidig gewordenen Mitnahmen auf dem Gebiete unserer Jugenderziehung /u wecken. Daher wird beabsichtigt, die Konferenz auf breiter Basis aufzubaiien und alle die Kreise, die sich auf irgend einem Gebiete der Jugendfürsorge betätigen, licraii/uziehen. ihupisüch- ״eh aber soll das Interesse der jüdischen Oeffentiichkcit, vor allem der Eltern und Erzieher für die grüßen Fragen der Erziehung geweckt werden. IXas I rogramin für die Erzicliimgskonfcrcnz enthalt Referate über Familieiicr/iehung, Anstaltscrziebung, Jugendpflege und religiöse Erziehung. Dresden. Am 19. November sprach im Allpcmeine 11 Jüdischen Jugendverein Herr Jacob Reich aus Muhchen über den K u 11 u r vv c r t d c s j 11 d e n - tu 11»s, Anschließend entspann sich eine Diskussion. Die von unserem Verein gegründete Turnriege und Bibliothek entwickeln sich in erfreulicher Weise, Lübeck. Die zionistische Ortsgruppe hat nach einem Referate des Herrn Alexander Adler über ״Antisemitismus im deutschen Wandervogel‘' einen Ausschuß eingesetzt, welcher die Gründung eines nationaljüdischcn Wanderklubs in Lübeck in die Wege leiten soll. Mannheim. Die jüdische Wandervogel - üewegung hat jetzt auch hier festen Fuß gefaßt; ein W a 11 d e r b u n d ,,B1 a u ־ W e i ß“ ist gegründet und hat bereits schöne Wanderfahrten unternommen. Wanderfreunde treffen' sich jeden Dienstag abend im Logcn-Restaurant, C. 4. 12־. Die deutsehvölkisehe Strömung im hiesigen deutschen Wandervogel ist so intensiv, daß nur ganz Dickhäutige sie nicht bemerken können. AUS DEN GEMEINDEN Dessau. Zu unserem in der letzten Nummer verüffentiiehten Bericht über die Dessauer G emclnd ewählen bemerken wir noch folgendes: Nicht Herr Dr. Ascher, sondern Herr Dr. Moses ist der Leiter des Neuen jüdischen Gemeimlcvereius. Herr Dr. Moses, der mit außerordentlicher Organisntionskraft mul mit großem Geschick den Wahlkampf führte, hat sich durch seine Tätigkeit ein bleibendes Verdienst um die Gemeinde erworben. — Das äugeführte Stimmenverhältnis von 43 zu 56 (worunter 10 Ausländer und 4 Gcmcindchcamtc), erhält noch dadurch eine besondere Beleuchtung, daß von den ״Liberalen‘' etwa 20 Stimmberechtigte gestrichen und 6 Personen zur Wahl lierangezogen wurden, die nicht einmal an den höchsten Festen die Synagoge besucht haben. Erst am Wahltage haben sie durch Abgabe des ihnen in die Hand gedrückten Stimm- Zettels ihre Mitgliedschaft zur Dessaiier Gemeinde bekundet. Hannover. Den 7t). Geburtstag begeht in dieser Woehe Herr Landrabbiner Dr. S. Groneinanii in Haunover. Da er jeder Ehrung aus den! Wege gegangen ist, so müssen auch wir von einer ansfuhrlidien Würdigung seiner wissenschaftlichen und allgemeinen Leistungen absehen. Ein Man« von lauterstem Charakter und echt-jüdischer Lcbenslührung, hat er seine Gemeinden, unbeirrt durch Anfcindiingeii, treu geleitet und auch über diesen eilgeren Kreis hinaus eine rege Tätigkeit für allgemeine jüdische Dinge entfaltet. Wir aber werden es stets in dankbarster Erinnerung bchaUcn, daß er der einzige gewesen ist, der in der Sitzung der ,,Protestrabbincr" energischen Einspruch dagegen erhoben hat, daß der unrühmliche Angriff gegen den Zionismus eröffnet w'urde. Möge dem rüstigen Siebzigjährigen noch eine lange, glückliche Wirksamkeit beschieden sein. Ratibor. Die Ratiborer S ynagogen-Geme tu de feierte am 26. November das Jubiläum ihres 100 jährigen Bestehens. Wenn auch seit dem 11. Jahrhundert bereits in und um Ratibor Juden gewohnt hatten, die aber während des Mittelalters wiederholt vertrieben wurden, so ist ihnen doch erst im Jahre 1813 das Wohnrecht in Ratibor offiziell gewahrt worden. Aus Anlaß des Jubiläums fand am Vormittage in der Synagoge ein feierlich verlaufener Festgottesdienst statt. Am Abend vereinigte« sieh fast 3UÜ Öemcindenntglieder• zu einem Festmahle. Tanz und ein gelungenes Festspiel bildeten den Ab- Schluß der schön verlaufenen Festlichkeiten, Breslau. Für die Vorbereitung des am 28. bis 30. Dezember stattfindenden V c r b a n d t a g c «der jüdischen Lehrerve reine!in Deutschen Reich hat sich ein Ausschuß gebildet, an dessen Spitze Herr Dr, M. Braun steht. Eine besondere Wohnungskommission hat es übernommen, den fremden Kollegen passende Wohnungen in Hotels und Privrdhr ״־ein rmcU'.uwcP.cn. Auskunft hierüber wie üb.'.r a«deren Angelegenheiten des Ver* band uiciU Herr Lei«er Moops, Breslau, Ohiaticr Straße 1. ■'׳־,‘•irr* r '״ . - f ".(•J -U-, ,«*AJ» D e z c n jtr: Dienstag, 9.: jüd. Jt!׳״'nc!verc:in, Charl. Vortrag Dr. Koscitthal, Wilmcrsdorfer Str. 531. Do.’ine!11.: Pr.läc.ti.rikurs II. Dr. Sandler. Sädü'ische Str. 6, 9 Uhr. Dienstng, 16.: Palästinnkurs III, Dr. Oppen heiin er, Sädi'.iache Str, 8, 9 Uhr. Dienstag, 30.; Chanuka-Kinderfest der jüd.- untion. r'ra uenvercinigung. Sophiensäle, 4 Uhr nachmittags. Januar 1914: Donnerstag, S.: Palästinnkurs IV. Prof. Warburg. Sächsische Str. 8, 9 Uhr. Donnerstag, 15.: Palästinakurs V. Eh־. Lev in. Sächsische Str. 8, 9 Uhr, Donnerstag, 22.: Palästinakurs VI. Dr, Tschleflow. Eäzhjisüis Str. 8, 9 Uhr. Zur Beachtung. Wir machen alle Vereine und Komitees darauf aufmerksam, daß infolge der erfreulichen Steigerung des jüdischen Lebens in Deutschland, wogegen der Raum der ״jüdischen Rundschau“ sich nicht erweitert, Voranzeigen und Berichte■ von »un an nur in ganz knapper Form gebracht werden könnt!!. Die Redaktion wird sieh die Freiheit, nehmen, zu lange Berichte zu kürzen. Redaktion der ״Jüdischen Rundschau". * Berlin. Der P a 1 ä st i n a- K u r s der Ber- Iiiier Zionistischen Vereinigung hat am Donnerstag, de.11 4. Dezember, mit eitlen» Vortrag von Davis Tr letsch über die neuen politischen und wirtschaftlichen Aspekte der jüdischen Einwanderung in Palästina begonnen, der wegen der großen Tcilnchmerzahl zweimal gehalten wurde (von 9 bis H) Uhr t:nd von 10 bis 11 Uhr). Das weitere Programm ist: 2. Donnerstag, den 11. Dezember M13: Dr. A. Sandler: Klima und Gesundheit«- verhält!1iü!־.e und die neueren Snnierungsbestrebiuigen in Palästina, — 3. Dienstag, den 16. Dezember 1913: Dr. Franz Oppenheimer: Das Genüssen- Schaftsprinzip in der palästinensischen Kolonisation. — 4. Donnerstag, den 8. Januar 1914: Prof. Dr. O. Warburg: jüdische Landwirtschaft in Palästina. — 5. Donnerstag, den 15. Januar 1914: Dr. Schmarja Lev in: Thema Vorbehalten. — 6. Donnerstag, den 22. Januar 1914: Dr. E. Tsehlciiow: Die 1110derne Entwicklung Palästinas. — Die Vorträge finden in» Zionistischen Zcntral-tiureau, Sächsische Str. 8, statt und beginnen um ,9 Uhr pünktlichst, weil sich sonst der Doppelkurs nicht durchführen läßt. Da jeder Vortrag ein in sich geschlossenes Gebiet behandelt, ist cs immer noch möglich, mit dem Kurs zu beginnen; näheren Bescheid erteilt das Bureau der B. Z. V, Berlin. Der Verein ״i 11 r i a 11“ zur Verbreitung der hebräischen Sprache eröffnet am 7, Dez.cmiier .im Zentrum Berlins U n t e r r i c 111 s k 11 r s e in zwei Abteilungen, für Anfänger und Fortgeschrittene. Es h aben sich bis jetzt 50 Schüler und Schülerinnen angemeldet; es finden noch weitere Aufnahmen statt. Anmeldungen sowie Anfragen sind an den Vorsitzenden des ■Vereins, Herrn Adolf Kraus, Friedrichstr. 223, Tel, Kurfürst 6956, zu richten. Berlin. Am ■Dienstag, dem 9. Dezember, spricht in den Vereinsräumen des Jüdischen Jugendverein* C 11 a r 1 011 c n b u r g, Wilmcrsdorfer Str. Nr. 53 1, Herr Rabbiner Dr. L. A. Roscnthnl über ״Hebbels und Otto- Ludwigs biblische Bühnengestalten." Gäste, Damen und Herren, herzlichst willkommen, Berlin. Im Freien zionistischen Klub spricht am Dienst.'!!׳, dem 9. Dezember, Dr. Hugo Herrm a 11 n über ״Das sogenannte Allj u d e 111 u m". Der Ort ist in den Einladungen angegeben, die durch Herrn Leo Herrinanu, Fasanenstraße 42, zu erhalte« sind. Berlin. Das C h a 1! u k a k i n de r f e st der J ü־ dischnationalcnFraucnvcrcini j! 1111 g findet am Dkr.it:.;׳, den! 30. Dezember, nachmittags 4 Uhr, im׳ großen Saale der Sophiensäle statt, 300 Kind er r.i.id Li.■her .iii'mrr.ddct. Weitere Anmeldungen nimmt bis zum 15. a. M. Frau Lina Wagner-Tauber, Uhlaiulslr, 116/17, entgegen. Geldsendungen sind an dieselbe Adrcs!.c erixiett,' BcrILt. Ikr erste hebräische Kinder* garten der j ü d i * c h n a t i o n a l e n Frauenv c r e I;׳. i g w n g, sowie ein geselliger hebräischer N a c h rii i 11;1 g 111 r k c 1 für schulpflichtige Kinder wird!111 Dezember In der Dahlmannstr. 15 eröffnet. A״mc!!11! ״an »u:d Anfragen sind an Frau Ka w 11; o v. 11 z e h, Kurfur dendamrn 146, zu richten. Tcl.-Amt Uiilsnd 4563. Berlin. Das Bureau der Berliner Zio- 11 i s t i s c h c 11 Vereinigung befindet sieh in Berlin SW 68, Friedrichstr. 49. Bureauzeit 9—5, Tel. Zentrum 11259. Alle Anfragen, Briefe usw., die Berlin betreffen, sind an das Bureau zu richten. Hamburg. In dem Kursus über die ״Grundfragen des Zionismus“ wird am Dienstag, dem 9. d. M., Heit Dr. Brünn nicht, wie angekündigt, über ״Die Wanderungen det Juden", sondern über ״Städtische und kulturelle Arbeit in P a 1 n s t i n a" sprechen. Königsberg I. Pr. In den Tagen vom 24. bi* '30. Dezember findet in Königsberg i. Pr. der XIII. K a r t e II t a g der im Bunde Jüdischer Corpo rat io net! zusammengeschlossenen Vereine Jüdischer Studenten statt. Neben dem Präsidium des Kartells und den Delegierten der 10 Kartcllvereine des B. J. C., werden — wie bereits feststeht — zahlreiche V. J.St.cr aus dem Reiche, besonders aber aus den Narhbarprovinzcn zum KartelKagc nach Königsberg kommen, um an den Beratungen der für den ganzen Bund bedeutsamen Fragen teil/unelunen. Ferncr aber aueli, um dem gleichzeitig stattfindenden zehnjährigen Stiftungsfeste des Königsberger Kartellvereins beizuwohnen. Eine Reihe von Veranstal- ׳ tungen größeren Stils ist vorgesehen. Nach einer internen, vom Alt-Herren-Bund des V. J. St. Königsberg gegebenen Begrüßungskneipc, die am ersten Chanukkah-Abeud stattfindet, wird die B. J.C.er und die dem Königsberger V. J. St. nahestehende jüdische Bürgerschaft Königsberg und der Provinz ein großer Festkomtners am 25. im großen Konzertsaal der Stadth. Ile vereinen. Am 28. schließt sich hieran ein Ball in denselben Räumlichkeiten. Magdeburg. Zionisten verkehren täglich im Restaurant Katz, Viktoriastraße; ab Januar: Breiter Weg. München. Die Mitglieder der Zionistischen Ortsgruppe haben seit geraumer Zeit ihren Stammtisch im Cafd Luitpold, Bricnncrstraßc, wo sie sich jeden Donnerstag, um »/a9 Uhr abends, treffen. Auswärtige Gesinnungsgenossen und Freunde sind als Oäste stets willkommen. Nürnberg-Fürth. Jeden Donnerstag Abend 9 Uhr Stammtisch im Cafö Central in Nürnberg. Mannheim. Die Zionisten treffen sich jeden Dienstag, abends 9 Uhr, in» Restaurant der August- Lamey-Loge, C, 4. 12. Die durchreisenden Oesimiungsgenosscn und Freunde werden gebeten, nach Möglichkeit zu diesen Zusammenkünften zu kommen. Stettin. Regelmäßige Zusammenkünfte der Zlonisten beim Vorsitzenden der Ortsgruppe, Herrn Hermann Jacob, Turnerstr. 19, Eingang Arndtstraße, an jedem Freitag 9 Uhr. Fremde Zionisten stets willkommen, Wiesbaden. Zionisten treffen sich jeder» Mittwoch abend um 9 Uhr im Cafö Berliner Hol. Plauen. Die Plaue ncr Gesinnungsgenossen treffen sich zwanglos jeden Donnerstag Abend von 9 Uhr ab im Cafe Central, Plauen, Neundorfer Str. Rybnik (Ob.-Schl.). Zionisten treffen sich jeden Donnerstag, abends 9 Uhr, in Bertholds Caf£. . * Berlin. Am 2. Dezember fand im Hansaviertel (Festsaal des Apothekcrvcrcins) eine «ehr gut besuchte Bezirk א vers u m in 11111 g der Berliner Zionistischeii Vereinigung statt, Herr Kurt Hl u menf e I d sprach über ״L* m 1111 z i p a t i o 11 und Ass i m i 1.11 i o ״•', indem er nuseinamlersetzte, daß die Assimilation der geforderte Preis für die Eniaiuipation war, und daß dieser Preis auch von den deutschen Juden gezahlt wurde. Der Emanzipation von außen mit ihren verhängnisvollen Folgen stellte der Redner die Auto-Emanzipation in Erez-isracl entgegen. Dem Vortrage folgte eine lebhafte Diskussion. Berlin. In einer gut besuchten Versammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung sprach am Montag Dr. Marcus, Breslau, über .,Unsere erste Wanderfahrt durch Pa- I ä s t i n a". Berlin. Ikr Verband Jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina veranstaltete am 25. November im Logenliause einen Vortragsabend, zu den» sieh ein zahlreiches Publikum eingcfuiulcn hatte, Frau Johanna S i ווו o n - F r i e d b c r g aus Heidelberg sprach ulw'r ״Die Gegen wartsaufgabc der jüdische n F r a u“. i >as geistvolle Referat wurde mit reichem Beifall belohnt. Eine Anzahl neuer Mitglieder ist dem Verbände beigetreten. In einer Ecke des _Saales waren palästinensische Spitzen aus den Ateliers des Verbandes ausgestellt, die sehr gefielen. Es soll bei dieser Gelegenheit noch einmal darauf hingewiesen werden, daß ein ständiges Lager palästinensischer Spitzen im Bureau uriscres Verbandes, Burgstraße 27, Burcauhaus Börse, Bureau II, unterhalten wird. Außerdem hat der Verband noch folgende Verkaufsstellen in Berlin: M. kuppin, Kaiitstr. 33; Motleriic Wäsche*', Kleist- *trafle 21; Geschwister Brenner, Joachimstlialer Str. 39/10. Alk* in sonstigen Geschäften zum Verkauf ausstehenden Spitzen sind nicht aus den Ateliers des Verbandes, worauf wir unsere Freunde ganz besonders aufmerksam machen. Berlin. Am 23. November fand die erste Gen c r a 1 v c r s a!11 rn I u n g des neugegründeten Ver» eines ״I b r i a 11“ zur Verbreitung und Pflege der hebräischen Sprache und Literatur statt. Deut Vereine traten (!0 Mitglieder bei. Es werden statutengemäß außer literarischen' Vorträgen und geselligen, ncbrl-