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Jüdische Rundschau · 1913-12-05 · Heft 49 (5.12.1913) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 49 (5.12.1913)
Date
1913-12-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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i I I 1 I Abonnements •״< di« wMtentliri) am Freit«; er. | »*rineml• ״Jüdische Rundschau“ | körten bei der Eipedition und bei ן ■'S, ׳ allen PottSmtem vierteljUirlich 1.50M , auierhalb DeuiKhl.ntlt und Oertor- 4«f raidi-Ungarna 2>—M.| für Mitglieder " K%-£ jü4t»dhtr Vereint im SammelWu; , durcii den Verein 1,— M, |•»- | JUtlUth* RuniHd,«״, G.nuh.il. *Ky־ BERUN W# 15, SlichsiicKe Straße 8. J ' v■ Telephon 1 Amt UhUnd 845» 846, 868. * Po»Ucheckkonto1 Berlin Nr. 17392, ■ י r 0HWC2ICCKKQDI) ^■«,1 <”׳ ח 3־־׳/ p7p p a ה/ V \ w ־*״^ L־# Lei ר־׳־ Nummer 49 W^# 41 £j ך־׳. <״r %־־■ l£!C .. -***} J r7־ / / L~~) Anzeigen kosten für di« lechsgeipelten« Petit* teil« oder deren Kaum 40 Pf.ן Stell®»- Aßfebote und •Ceaudie •owie Verein»* MiürÜungea und *Klcm• Anietjon* Ö O O O nur 30 Pfrnnig. O 0 fl 0 M*m«kripte werden, wenn Porto beilief t* •teU »urücigraaadL R?<J«kti0R*»dbiu#t Mittwoch vormittag«. I Redaktion JBdlidba Randidia• J BERUH W. H, S&riiaUebe StmSe 8. ■ Telephon ז Amt UhUnd 845, 846« 868. Po»tacb«ckkonto1 Berlin Nr. 17392.^^ נ ׳r י i XVIII. Jahrgang Ausweis Schekel: 1912/13: Breslau 1,- 1913/14: Frank* furt a, M, 13,— M, Landesorgan isationsbeitriige! 1. Ortsgruppen: Kaitowitz 16(),—, Gr.-Strehlitz 18,—, Frankfurt a. M. 99,—, Breslau 35,—, Herlin (Einzelbeitrag) 2,—, Krotoschin 18—, Hamburg 500,—, Koschmin 5,— M. 2. Einzelpersonen: N. Adler, Elberfeld 5,—, A, Adler, Elberleid 5,— Rechtsanwalt Or. ücrschak, Breslau 20,— Dr. Cassirer, Charlottenburg 5,—, Jules Fricdländcr Breslau (1, Rate) 15,— M. 3. Verschiedene Spenden: Taruowitz 10,- M. Eingang vom 27. November bis 3. Dezember 1913s Schekel: 1912/13: 1,- M.; 1913/11: 13- M. Landesorganisationsbeiträge: 897,— M, Gesamteingang: S cli ek e 1: 1912 13: 3911,—M.; 1913/14: 33,— M. Landesorga n isations* beitrage: 14 765,27 M. Adresse für Geldsendungen! Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W15, Sächsische Straße 8. Postscheckkonto: Berlin 8091, Bankkonto: A. H. Heymann & Co., Berlin W56, Hinter der Katholischen Kirche 1. Nicht mehr das Technikum I. Ein Brief aus Jaffa. Einer meiner Freunde, der seit mehreren Jahren in Jaffa lebt, schreibt in einem Briefe vom 17. November; ״Hier gehen große Dinge vor: Der Be- Schluß des Kuratoriums hat die Gemüter entflammt. Es scheint, daß, abgesehen von den vielen stürmischen Protcstvcrsamuilinigeu, auch eine Bewegung entstehen wird, die Positives schafft, durch Aufbauen das Schlechte bekämpft. Der Kampf für die hebräische Sprache, das Heiligste und Größte, das wir derzeit haben, wird auf allen Linien entbrennen. Es ist zu hoffen, daß aus dem brutalen Eingriff in unsere kulturellcn Bestrebungen — wir fühlen ihn wie einen Schlag ins Gesicht — doch Segen hervorsprießen wird: die Juden in Palästina wenigstens werden ihre Gegner erkennen; was jüdisch fühlt im Lande, wird zu uns halten. Wenn nur der große Moment ein seiner würdiges Geschlecht findet, das, ohne auf Hallbhciten und Kompromisse cinzugehen, seinen Weg zu Ende geht. Umimgänglich nötig ist es, daß dieser Kampf auch in die Diaspora hiniibcrgclcitet werde. Das ganze Volk muß von der liebriiischen Bewegung ergriffen werden. In jeder Nummer eines jeden Blattes müßte der Kampf geführt werden, unbarmherzig, unnachsiehtlich, ohne Rücksicht auf irgendwelche Zwecke. Hier in Palästina werden wir mit allen mögliehen und unmöglichen Mitteln auf allen Linien kämpfen und wenn nötig zum Aeylkrsten schreitcn. Wir kämpfen nicht gegen das Technikum allein, sondern gegen das System des 1 Ulfs- Vereins. In Jaffa und in Jerusalem hats bereits begonnen; in Jaffa streikten gestern die Schüler der drei obersten Klassen des Hilfsvereins; sie verlangten, daß man sie alle Lelirgcgcnstände in hebräischer Sprache und nicht wie bisher deutsch unterrichte; am selben Tage beschlossen die Lehrer, unter allen Umständen von morgen «1& Gwtil; fGr-,:. *»Teilt* & זנסב״י״ס •*״ —:’!ד ״,';'. י« כי,.'4 ä,a *ZeijeiBiätto t&.’״׳c־; .?.'«yjKuaa an hebräisch zu unterrichten, auf die Gefahr hin, daß man sie liinauswirft. Das ist eine große Sache, in Jerusalem streiken die Schüler des Lehrerseminars, der bedeutendsten Hilfsvereinssdtule; mit welchem Erfolg, wissen wir nicht. Klar ist uns, daß der Kampf, der jetzt entbrennen wird, große materielle und moralische Opfer von uns verlangen wird. Wir sind zu allem bereit. Unser Endziel, glaube ich, muß sein, daß wir die Erziehung des jungen Geschlechts in die Hände bekommen, sonst sind alle unsere sonstigen Bestrebungen zunichte. Bis- 11er hat inan geglaubt, nur Land kaufen und Leute ansiedeln zu müssen, die Erziehung aber anderen überlassen zu können; ob sic die Eignung dazu haben, hat man nicht bedacht. W i r haben f ü r den Leibgcsorgt.dicSeele nahmen unsere Gegner, die gefährlichstell, die wir haben, weil sie in ihrer Halbheit gar so harmlos erscheinen. Wir freuten uns, die bürde los zu sein, die die anderen so freund• lieh waren auf sich zu nehmen. Zu spät merkten wir den Schaden an unserer Seele. So schwer es uns jetzt fällt, da schon so vieles verdorben, so müssen wir doch den Versuch wagen, zu jenem natürlichen und einzig möglichen Zustand zu gelangen, daß der zionistisch organisierte Teil des jüdischen Volkes die Erziehung der jüdisehen Jugend in Palästina in die Hand nimmt.‘4 Nicht mehr das Technikum ist das Objekt des Kampfes, sondern die hebräische Sprache als die Sprache der neuen Kultur in Palästina. Das erste Mal ist es in der Geschichte unserer Bewegung, daß Palästina sich spontan an die Spitze stellt und führt. Palästina ist bisher immer irgendwie als das Kind behandelt worden. Pa* lästina ist erwachsen. > In Jerusalem haben zwei große Protest- Versammlungen mit mehreren tausend Tcilnehment stattgefunden, eine im Beth’Am, die andere unter freiem Himmel. Es sprachen alle führen* den Geister der Jerusalemer Judenhcit. (Der Kaimakam des Ch ach ה m-Bastln der Sephardcn, Mosche franco, allerdings nicht.) In Tel Awiw Pnd eine große Protest- Versammlung, in Jaffa noch zwei kleinere Ver- Sammlungen, im Beth’Am und in der Synagoge, statt. 111 Sichron Jakob eine Protcstvcrsammlung. In M c r c 11 a w j a eine Protestversammlung. 111 E k ro 11 eine Protestvcrsammlung. In H a I f a die große Versammlung, über die wir bereits berichteten. ln Beirut protestierten alle jüdischen Studeuten vom amerikanischen College und von der französischen Hochschule, Die nuisiscli-jiiclirche Jugend schließt sieh der Bewegung an; das Präsidium des Bundes Jüdischer Corporatioucn in Berlin erklärt den Palästinensern seine Sympathie. Es wäre lächerlich, von einem Kampf gegen das Deutsche zu sprechen; es ist der Kampf, der Ent.sdieidungskampf um unser teuerstes Gut, In einem Brief aus Palästina vom, 24. No* vember ruft mein Freund, erfaßt von dein Feuer , der Bewegung: ״Messias’ Zelten 1“ II. Das Wasser schmeckt sehr gut. Das Kuratorium des Jüdischen Instituts für technische Erziehung in Palästina sendet uns am 30. November folgende Notiz zur Vcröffent- Uchung: ״Nach Berichten, die an das Kuratorium des jüdischen Instituts für technische Erzieliung in Palästina gelangt sind, nimmt der Bau der Anstalten des Instituts in Haifa einen sehr guten Fortgang. Die Mittelschule und das Technikum sind im Rohbau fertiggestellt, die Kuppel des T״chnikums wird jetzt montiert. Die sehr schwierige Frage der Wasser* Versorgung hat sich auch nunmehr glücklich gelöst. Nach mehnuonatlicher Bohrung hat sich jetzt Wasser im Brunnen ergeben, und zwar genau auf Meereshöhe, das ist in Tiefe von 92,5 Meter. Das Wasser schmeckt sehr gut; die Bohrungen werden fortgesetzt, um noch einen gröberen Wasserzufluß zu erzielen.“ Ganz Palästina protestiert und erklärt: ״Kein Schüler und keine Lehrer dem Technikum 1“ Das Kuratorium schreibt: ״Die Kuppel des Technikums wird jetzt montiert.“ Die Schüler und Lehrer der Hiifsvereins•׳ schulen streiken, Führer des palästinensischen Schulwcrkes wie Yellin stellen ihre Tätigkeit ein. Das Kuratorium schreibt: ״Das Wasser schmeckt sehr gut.“ > H. H. Tatsächliches Der heftigste Angriff, der seit langer Zeit auf den Zionismus unternommen wurde, war der im Okioberlidt von ״Ost und West“. Da trotz unserer Widerlegungen seine Galankcngängc noch immer in den verschiedene-n gegnerischen Organen auftauclun, sei einiges Tatsächliche zu dem zweiten Teil seiner Ausführungen festgcstellt. Der genannte anonyme Artikel beschuldigt den Zionismus, daß er eine ״Sekte“ dulde, die sich an seine Rockschöße hänge; ihre Hauptvertreter seien S. Hurwitz, der frühere Vorsitzende der ״Histadnitli. Ibritli“ — den der anonyme Autor übrigen» nicht nennt —, und Adolf Böhm in Wien, der Verfasser eines Aufsatzes in dem Sarnmclbuclie ״Vom Judentum". Beide propagierten die Taufe. Wir stellen fest, daß die ״H istadruth Ibritli“ keine• zionistische Organisation ist, vielmehr unter ihren Gründern und unter ihren Leitern eine beträchtliche Zahl von Niehtzionisten zählt. S. H u r w i t z, ihr früherer Vorsitzender, dessen im ״lleathisl“ erschienene Artikel in der gesamten jüdisehe», vor allem hebräischen Presse, auch In der zionistischen, großen Widerspruch hervorriefen, ilt kein tätiger Zionist, hat sieh vielmehr einigemal heftig gegen den Zionismus gewendet. Wir werden noch Gelegen heit nehmen, dies mit Hurwitzens eigenen Worten zu belegen. Nichts ist verkehrt er, nichts verdreht den wahren Sachverhalt so völlig in sein Gegenteil, als wenn jemand Hur■ witz als richtunggebenden Zionisten und den Zionitmtis als verantwortlich für seine Aeußerungen hinstellt. Adolf 11 ö 11 m i s t Zionist, und zwar einer der besten Zionisten, die wir haben. Ei wurde behauptet, er habe in seinem Aufsatze in dem Sammetbuche ״Vom Judentum“ — den übrigens nicht alle, die ihn tadeln, gelesen haben — gesagt, das Gefühl für persönliche Würde und Selbstachtung wäre im Judentum nie vorhanden gewesen, cs sei erst eine Errungenschaft des Christentums. Da vor kurzer Zeit ein Herr CI1. Händel die Angriffe auf Böhm in der Wiener ״Jüdischen Zeitung“ wiederholte, gab Böhm selbst ihm folgende Antwort:

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