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Jüdische Rundschau · 1913-10-02 · Heft 40 (2.10.1913) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 40 (2.10.1913)
Date
1913-10-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 40 Seite 427. TURMen 5.SPORT Prei siusschrciben Der J üdischc Frauenbund f ü r T u r n e 11 und Sport veranstaltet einen Wettbewerb: Das T u r n k I ei d. Prämiiert wird dasjenige Kleid, das sieh zur Einführung im Jüdischen Frauenbund für Turnen und Sport am besten eignet. Das Kleid muH folgende Bedingungen erfüllen: 1. Es!null so beschaffen sein, dnh alle Uehuiuwii des deutschen Turnens bequem darin ausgdiihrt werden können und Haltung und Bewegung des Körpers ästhetisch wirksam /um Ausdruck kommt. 2. Das verwandte Material soll /weckcntsprechend sein, d. h. dauerhaft, und die Bluse waschbar. 3. Es soll in dut/endweiser Anfertigung her- /ustcilen sein und die Oesamtherstellungskostcn seilen die Summe von 8 M. nicht übersteigen. 4. Das Kleid soll den Davidslern oder die jüdischcn Farben blau-weiß tragen. Es ist jedoch nicht nötig, daß cs im ganzen in blau und weiß gehalten ist. Das fertig in Größe 42 oder 44 hcrgcstclltc 1 umkleid ist bis zum 1. November 1613 an unsere Adresse Bülowstr. 19, Gartenhaus II, abzulieferu. Es ist mit einem Ekeckwort zu versehen und eine genaue Kostenberechnung ebenfalls;inzuhcftcn, ganz kurze Bemerkungen, betreffend Material oder Schnitt,ibünderurgen sind zulässig. Außerdem ist ein geschlossenes Kuvert beizufügen, das außen das gleiche Deckwort, innen 11 u r den Namen und die Adresse des Bewerbers enthalt. Das Prcisrichtcrkollegium tritt an einem Turnabend zusammen, an welchem die zum Wettbewerb emgelictertcn Kleider von den Turnerinnen vorgeführt werden. Der Preis besteht in einem Gegenstand aus der Be/alel-Sehulc in Jerusalem. * Die Resultate des Jubiläums- Sportfestes in Wien 100 - in - L a u f e 11 : 1, Roth (Vivo es Athletikai Klub. Budapest) 11,4 Sek.; 2. N. Laugoiner (Bar-Kochba-Berlin) 11,5 Sek.; 3. Lederer (Hakoah-Wien) 11,6 Sek.; 4. S. Wertheimer (Flakoah-Wien) 11,7 Sek.; 5. Fricdinann (Hakoah- Wien) 12 Sek. w e i t s p r 11!1 g mit Anlauf: 1. R. Nissels (Jücf. Turnverein Fünfhaus) 5,53 in; 2. E. Friedmann (Hakoah-Wien) 5,52 m; 3. E. Koltai (V. A, C. Budapest) 5,42 m; 4. H. Szanto (V. A. C. Budapest) 5,34 m; 5. J. Lederer (Hakoah-Wien) 5,27 m. Diskuswerfen : 1. Roth (V. A. C. Budapest) 29 m; 2. L. Kahane (jüd. Sportklub Lemberg) 26,40 m; 3. N. Euer (Bar- Kochba-Berliu) 26,27 m; 4. E. Friedmann (Hakoah- Wien) 26,20 m. Speerwerfen : 1. N. Egcr (Bar-Kochba-Berlin) 35,40 111; 2, N. Sihließenberg (Bar-Kochba-Berlin) '33,60 m; 3, 1(001 (V. A, C. Budapest) 32,80 in. 6 0 - m - L a u f e n : 1. K. Klein (V, A. C. Budapest) 7 7 Sek.; 2. K. Frühauf (V. X. C. Budapest) 7,8 Sek.; 3. N. Klipperstein (Bar-Kochba-Berlin). Stabhochsprung: 1. N. Egcr (Bar-Kocbba-Berlin) '2,80 111; 2. E. Friedmann (Hakoah-Wien) 2,70 m; '3. J. Weil (Hakoah- Wien) 2,70 rn, 4 0 0 111 - L a u f e n : 1. Roth (V, A. C. Budapest) 56,8 Sek,; 2, J. Krauß (Hakoah-Wien) 57,3 Sek.; 3, N. Forstenzcr (München). Kugelstoßen : 1. Roth (V. A. C. Budapest) tt,4(l tu; 2, E. Friedmann (Hakoah-Wien) 6,55 in; 3. I, Hochstimm (Fa* voriten) 6,15 m; L J. Plahner (Lemberg) 6,10 111; 5. L. Kohn (Hakoah-Wien) 8,75 m. 1 5 0 0 -111 - L a 11 f e n : 1. N. Kuppersteiii (Bar-Koehba-Berlin) 4 33 Min.; 2, I. Krauß (Hakoah-Wien) 4,34 Min.; 3. N. Sehhellcn• berger (Bar-Kochba-Berlin). H o e h s ji r u 11 g mit Anlauf: 1. N. Laugoiner (Har-Kocliba-Berlin) 1,58 m; 2. N. Bossel (V. A. C. Budapest) 1,57 in; 3. A. Hirschler (Hakoah-Wien) 1,56111; 4. W. Hilfreich (Hakoah-Wien) 1,51 m; 5. t. rriedmanii (Hakoah-Wien) 1,10 111. Krcisstafette ü 11 er 1 600 m : 1. Kreis Wcstösterrcieh 2,07,1 Min.2 ,׳. Kreis Deutsch• land; 3. Kreis Ungarn, S t a f e 11 e 111 n u f über 4106 in : 1. V. A. C. Budapest 46,1 Sek.; 2. Hakoah-Wien; 3. Bar-Kochba-Berlin. W c 11 s p i c I ״ R e s u 11 a t e; 1. Hockey-Match: Hakoah-Wien gegen׳ Bar Kocliba- Berlin 1:0; 2. Fuüball-Mntch: Hakaoh-Wien gegen V. A. C. Budapest 1:0; Fußball-Match: Hakoah-Reserven-Tcam aus Krakau und Lemberg 4:2. Fünfkampf : 1. Wien 37 P.; 2, Budapest 24 P.; 3. Berlin 12 P.; 4. Lemberg 2 P. Mehrkampf: ׳ 1. Friedmann 11 f*; 2. Rosenberger 7 P.; 3. Eger jUEDlSCHE RUN PSCHAU s za Das b:!yeri!;cl1e Miiiir.teriuin für Kirchen- und Schulau,>;elege11I:eitcn veröffentlicht die mit Allerhöchster Entschließung von; 13. September geneh migten Satzungen für die Studierenden an dc:1 bayerischen Universitäten. Die ״Bayerische Staatszcitimg" schreibt über die Bestimmungen, welche die Aus-!ander betreffen: ,,I liiisiditlieii der Zulassung tler Ausländer zur Immatrikulation verlangten die bisher geltenden Satzungen nur, daß der Ausländer eine Vorbildung nnchwcisen müsse, die ihn nach den Gesetzen seiner Heimat zum Universitätshesuch berechtigte. I>a nun die Anfcrdcrungcn, welche einzelne ausländische Staaten an die Zulassung zum Universitätsstudimn stellen, geringer sind ׳ als die An- Forderungen, die den Inländern für den Hochschulbesuch durch die Forderung des Reifezeugnisses einer ncunklassigen Bikhmgsanstalt gestellt werden, so ergab sich hieraus der zweifellose Milistand, daß Ausländer unter Umständen unter leichteren Btdingimgeii an bayerische I lodisdiulen zugelassen wer* den konnten, als Inländer. Die neuen Satzungen sehen daher vor, daß Ausländer einen Vorbildungsnachweis erbringen müssen, der als gleichwertig mit dem Reifezeugnis einer deutschen ncunklassigen Schule vom Ministerium anerkannt ist. Auch behalten sie weitergehende Vorschriften ausdriicklidi vor, die d;1s Ministerium etwa hinsiclitlich einer Be- Schränkung in der Zahl der aufzimehmenden Ausliindcr, der frühesten Immatrikulations- und Inskriptioiistermine usw. im Interesse der inländischen Stuliierenden zu treffen durch die Umstände sich gc* nötigt sehen kann. Endlich bestimmen sic, daß Ausländer die von den Studierenden zu entrichtenden Gebühren — abgesehen von den Knllcgicngckicru — im doppelten Betrage zu zahlen haben und geben dem Ministerium die Ermächtigung, außerdem noch eine besondere Seinestcrgcbiilir von den Ausländern zu erlichen. Solche Ausliindcrgebühren sind au der Technischen Hochschule bereits seit sieben Jahren cingeführt und haben sich durchaus bewährt. Diese Ausländergebühren solle« nicht so sehr eine Ahwehrmaßnahme gegen einen allzu großen Andrang ausländischer Studierender darsteilen, sondern eine Maßnahme ausgleichender Gerechtigkeit insofern, als derjenige Beitrag, der von Inländern oder ihren Eltern in den allgemeinen Staatsstcucrn auch für die Universitäten entrichtet wird, von den Ausländern, die solche Staatssteuern nicht entrichten, in der Form einer besonderen Gebühr erhoben wird. Die weitere Bestimmung, daß der Ausländer mit einer dem Reifezeugnis einer ncunklassigen Anstalt nicht gleichwertigen Vorbildung mir in besonderen Ausnaluncfällen mit der kleinen Matrikel, die «ine spezielle Begünstigung gegen Inländer darstellt, soll zugelassen werden können, bedarf keiner weiteren Begründung.“ Böhmen Zahlreiche tschechische Persönlichkeiten verölfentlidien eine Kundgebung, die den Klewer RItualniordproz.eß zum Gegenstände hat. ,111 Kiew,“ heißt es darin, ״wurde gegen der! jüdischen Kleinbürger Beilis der fürchterliche Verdacht ausgesproehen, daß er den christlichen Knaben Justsehinsk) ermordet habe, u׳n dessen Blut zu rituellen Zwecken zu verwenden. Seit zwei Jahren schmachtet schon Beilis in der Untersuchungshaft, trotz, zahlreicher Versuche ehrlicher russischer Miin- 11er, seine Unschuld zu erweisen, von der auch der erste Untersuchungsrichter, welcher sich um seine Entlassung eingesetzt hat, überzeugt 'ist. Alles vergebens; die Agitation, der russischen Reaktionäre hat gesiegt, die Untersuchung wurde unter dem Einthisse und der Kontrolle der ,,echten russischen Leute“ fortgesetzt, und das Resultat ist: daß gegen Beilis die Anklage w egen R i t u a I in o r d e s erhohen wurde. Leider blieb nicht einmal unser Volk trotz seiner großen Tradition von Religionsfreiheit und Demokratie von dieser sittlichen Katastrophe verschont, die Polnaer Affäre, welche im tschechischen Volke solche Verheerungen anrielitcte, ist noch in lebhafter Erinnerung." Die Kumtgeiuing wendet sieh dann gegen den Ritualahcrglau* beit und fährt fort: ״Bisher hat tler Ritual,iherglaube sieh bei den unwissenden Schiebten der Bevölkerung erhalten, die juristischen und theologischen Autoritäten aller Nationen haben aber die Uruntllosigkeit aller, auf die Existenz des RiUi.iinmrties gerichteten Behauptungen iiadigewieseu, Tn Kiew ist /tun ersten Male tler KiUialiiberghiultc durch die staatliche Autorität gestützt worden, dort soll zum ersten .Male ־ seit dem Trietiter Prozesse ein־ Jude durch einen staatlichen Gerichtshof wegen Ritualmordes abgeurteilt werden. Das Herz stockt bei dem (iedariKCii, welch unselige Folgen dieser Prozeß für Millionen, ohnehin in größtem Elend lirnl Erniedrigung lebender russischer Juden haben kann. Wir fürchten, daß tler Prozeß Beilis das Signal zu neuen Pogroms und zu neuem Vergießen unschuldigen Blutes führen wird.“ — Zum Schluss« wird dagegen protestiert, ״daß dein fürchterlichen Aberglauben die Unterstützung durch die staatliche Autorität zuteil werde, daß wegen po-!!tischer Agitation, aus Rassen- und Glaubenshaß das Recht vergewaltigt und ein unschuldiger Mensch geopfert werde“. Unterzeichnet ist die Kundgebung von den hervorragendsten tschechischen Abgeon*• neten, Hochschulprofessoren, Schriftstellern, Künstlern und Industriellen. Russland » Am 15. Oktober d. J. begebt die auch im Aus» lande bekannte Gesellschaft zur Verbreitung von Aufklärung und Wissenschaft unter den Juden ln Rußland das Jubiläum ihres «»jährigen Bestandes. Diese Gesellschaft, welche unter den sclileclitcsten Auspizien ins!,eben gerufen wurde und unter den schwierigsten Verhältnissen tun! Widerwärtigkeiten verschiedener Art ihre Tätigkeit hat entfalten müssen, hat trotz allen Schwierigkeiten, die ihr nicht nur von offi/icll russischer Seite, sondern gar oft auch von Seite der Juden in den Weg gelegt wurden, ein unermeßliches Stück Kulturarbeit geleistet. Zum großen Teile ist es dieser Gesellschaft zu danken, daß die Juden von Rußland den Hindernissen, welche ihnen bei Erwerbung des nötigen allgcmeüicn Wissens von der russischen Regierung entgegengesetzt wurden, dennoch sich auf jenem Kulturniveau erhalten haben, auf welchem sieh ein großer Teil der russisehen Juden heute befindet. Das Kuratorium der Oesellschaft plant eine Jubiläumsfeier in größerem Stile unter Beteiligung von Delegierten ihrer zahlreidien Zweigvereine in den Provinzstädten. Das Publikum soll eine Demonstration des jüdischen Wissensdurstes in Rußland gegen die systematische Drosselung der Lernbegier der Juden von seiten der russischen Regierting sein. Amerika Wie die New Yorker ״Times“ berichtet, hat Präsie'ent Wils o n die russische Regierung neuerlich wissen lassen, daß die amerikanische Regierung nach wie vor an ihrem unabänderlichen Beschlüsse fcsthaltc, in die Erneuerung des Handelsvertrages nur unter der Voraussetzung cinzuwilligcn geneigt ist, wenn vor •allem anderen eine Erklärung der russischen Regierung erfolgt, daß in dem abzuschließenden Handelsverträge den amerikanischen Bürgern jüdischen Glaubens dieselben Rechte eingeräumt werden, wie den übrigen amerikanischen BfLrgern. Präsident Wilson gibt in dieser Erklärung zu, daß dieser vertragslose Zustand wohl für beide Staaten sich in unangenehmer Weise fühlbar mache, daß aber die amerikanische י Regierung, ihrer republikanischen Grundverfassung getreu, Verträge nur auf Grundlage der Gleich- Berechtigung und Gleichstellung aller ihrer Bürger abschließen könne. Das ״Jüdische Gemeinde-Jahrbuch 5674“, das bereits mehrfach an dieser Stelle angczeigt wurde, findet in weiten Kreisen lebhaftes Interesse und überaus beifällige Beurteilung. Das Werk ist zum Preise von 1 M,, zuzüglich Porto durch das Bureau der Zionistischen Vereinigung für Deutschland zu beziehen. Vf£Re1NS־RUfiDSCHAÜ Berlin. Der Zionistische Verein West-Berlin veranstaltet am Montag, den 6. Oktober, abends 0 Uhr, im A r c h i t e k t e n h a ti 5, Wilhelmstr. 62/63 (1. Etage rechts) einen Vortragsabend. Herr Abra• 11 a m S c h a p i r a , Kolonist und Chef der Wächter in der Kolonie P e t h a e h T i k w a h wird über das Leben in den jud.ätschen Kolonien sprechen. Gäste, Damen und Herren, willkommen. Eintrittsgeld 20 Pfg. Berlin. In der Jüdisch-naiionalen Frauenven einigung spricht am Montag, den 13. Oktober, im großen Saale des Tiergartencafes Frau Bella Pewsner über ״Der Einfluß der jüdischen Frau auf die j ü d i s c h e Z u k 1111 f t.“ Berlin. Am Sonntag, den 12. Oktober, nach• mittag 4 Uhr, beginnt in den Räumen der Talmud Thora, Dragonersfr. 45 der Unterricht des hebrttischen Kinderklubs der Jüdisch-nationalen Frauen• Vereinigung, Der Unterricht, sowie alle Veranstaltiingen des Klubs, ebenso Bücher, als auch sonstiges Lehrmaterial sind unentgeltlich.■ 40 Schülerinnen im Alter von 12—15 Jahren haben sich bereits angemeldet. Der Unterricht wird von einer palästinen• sisehen Kindergärtnerin, Frl. Naehama Kies», erteilt. Berlin. Die Jiidisdi-iiatioiiulc Frauenvereiiiigimg errichtet!״.nie Oktober im Westen, zwischen Wilmersdorf sind Charlottenburg einen hebräischen K i u d e r / i r k c I, Anmeldungen nimmt Frau Lina Wagner-Tauber, Uhlandstr. 116, 117, entgegen. Berlin. Der Jüdische Frauenbund für Turnen und Sport teilt mit, daß sein Winterfest am 23. November stattfindet, und bittet, die befreundeten Vereine auf die Festsetzung dieses Termine* Rücksicht zu nehmen, Berlin. Am Sonnabend, den 1. November, veranstaltet der Jüdische Turnverein Bar Kochba anläßlich «eines 15. Stiftungsfeste« einen Ball im Kaisersaal des Zoologischen Gartens, Wir bitten die befreundeten Vereine, diesen Abend nidht *oderweitig zu besetzen,

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