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Jüdische Rundschau · 1913-10-02 · Heft 40 (2.10.1913) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 40 (2.10.1913)
Date
1913-10-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ן Abonnements ן | «uf die %vut$t»־ntlich •nt Frriteg^ er- I ן *(Jrrinemfo ״JUditdie RundsrliMu" 1 I kmte» K־i der K*peditt״n uml Wi * 1 *ilrn Pottämtern vtctlrljkhrtüh ),SiM., 1 fl •ußf'Halb Deutschland• und 0<־*Wr* I * retrlt* Ungarn» 2,— M.; für Mitglieder! 8 jüdtichfr Vereine im Sammrlbexuff י | dareh den Verein 1,-־ M. | I V»r|*g JütlUch• Kuntlucitau I fl &- 0. m. H. fl, ן ן BERLIN W.I5, Sttd»|*che Mraö« 8. I I Telephon; Amt UhiamJ 84i,! ״ Cetchaftsitunden: 9- 1 und 4-7 Uhr. 1 | ■uBer Son1»ab־״n<l und Snnnteg. I ן״• c~ \ vj>£/ v u V I i ך״״י*ן ץי־־י^ די־" J־ ' Nummer 40 . v>'■ D fö /Pf- ף- י •־t ר־ o י“/ ' \r 1״u u 'v ל. Anzeigen kosten für die *•'diigeipeUen* Petit- *eile oder deren Reum 40 Pf.ן SHlea* Angebote und ־fieeuch* sowie Verein»־ Mitteilungen 1n»!| ״Klrlria Aoieifen" Q ü nur 30 Pfmnif. P Q Manuskripte wrrtlrn, wenn Porto heihegt. stet» surutkgrsandl. Redaktionisdbluli Mittwoch vormilUg•. Rcilaktloa JtSdlacIi• Rumiaclia• BERLIN W. 15, SMduUci»# Straft« ft, Telephon! Amt l/hland 845 Spreofesturidt a Die&ateg und Dofitier•‘«! b Uhr n lltUff• 1. Tliiscliri 5674 XVIII. Jahrgang Zur Beaehfuug Unsere Leser, die unser Blatt durch!\)stübemeisung beziehen, dürften diese NumnierJ die am Mittwoch vormittags bei der Post auf geliefert wird, gleichwohl erst am Freitag erhalten. Die Bostbehörde teilt uns nämlich mit, daß sie infolge des auf den Mittwoch fallenden Quartalstermins, zu dem neue Post zeitungslisten in Kraft treten, eine Garantie für die Beförderung am Mittwoch nicht übernehmen könne. Verlag .,Jüdische liundsciiau“. Am Jahresschluss Wir können mit einer gewissen Befriedigung ,nif das;!!•)gelaufene Jahr ztiriickblicken. Hs hat uns in erfreulicher Weise bestätigt, daß die Sache, Ihr die wir arbeiten, die Sache des neuen Judentiims, gut steht. Wohl war nicht alles Glück und Wohlgefallen. Das jüdische Volk, gewöhnt zu leiden, hat iu diesem blutigen Jahre allen Optimismus, all st in tiefes üottvertrauen nötig gehabt, um nicht zu verzweifeln, Gleich nach Beginn des neuen Jahres hat der Kampf um den Balkan eingesetzt tmd npeh jetzt ruhen die Waffen nicht über• all. Unsägliches Leid hat dieser Krieg über viele 1 ausende unserer Brüder gebracht, die, von ihren verwüsteten Wohnstätten vertrieben, froh sein mußten, das bloße Lehen zu retten. Die Lage unseres Volkes brachte cs mit sich, dali iu;11 Ich kämpfenden Heeren Juden standen und es kann :■csagt werden; überall machten sie dem jiidisehen Namen Lhre. Sie zeigten überall, dali!,er Jude Fähigkeiten, und• grolle Fälligkeiten zum Soldaten und zum Führer hat. Unsere rumänischen Bruder hofften durch;Freu vaterländischen Opfermut die Aufhebung' d.T Rechtlosigkeit zu verdienen, unter der sie, u׳uz den feierlichen Beschlüssen Lurupus,;!;machten. Die Regierung dieses Landes, die ׳eh ״liberal“ nennt, hat sie schmählich enttäuscht mul es ist zu fürchten, ilati sic selbst den Juden m dein früher bulgarischen Ocbiele, das sie mit '׳׳ wenig Opfern gewann, die Rechte nehme!! wird, die sie bisher als freie Staatsbürger hesahen. Die russischen Juden leiden. Der immer dolzer das Haupt hebende Autokratismus kühlt sein Mütchen au den gefesselten und geknebelten Juden und mit vorbildlichem Eifer bemühen sich alle Behörden, Schulbehörden, politische und Justizstellen, der ausgegebenen Losung itaehzukommen. SodalS vor den entsetzten Augen der ganzen Welt das Schauspiel einer (icrichtsverhandlung und einer Beschuldigung aufgerollt wird, wie sie in Rußland selbst zu wiederholten ■Malen verboten wordptt ist. Die westlichen Länder scheuen den maskcnloscn Barbarismus des Zarenreiches. Aber aucn hier liebt man uns nicht. Die von den russischen Hochschulen ausgeschlossenen Juden, die bisher in Deutschland, in der Schweiz tmd in Frankreich ihre Zuflucht fanden, stehen immer öfter vor sich schließenden Türen. Der poli• 11■■• 11" 1! ויייי<»ו««1זו^ןi<׳M«iTn«1r111w,1r ■1■ii—i—w. .!■ווו.. 1 .. .יי——— וויו-■ I ״Bor Sfiotttnmus erstrebt für das 5 ן" Il״elsa Veils 1üo Ccbaf.uajj einer off ent- 1 licTi-reciillelj gesicherten ffolmstäita in I Easalor Programm. iiwri*» xj&vaau2 ui;*. 5:Mrs10xtdnt*t ux&msam tisciie Antisemitismus hat die Form der rüden Anpöbelungen — in! allgemeinen aufgegebeii; unter der zivilisierten Form der gcsellscliattlidien und auch wirtschaftlichen ״Zurückhaltung“ ist er umso lebendiger. Um ein erfreulicheres Bild zu haben, müssen unsere Blicke sich nach tt n s e re m Laude richten. Die Entwicklung Palästinas ist in erfreulichem Aufstieg begriffen. Dieses Jahr brachte uns den völligen Ausbau des hebräischen Gymnasiums in Jaffa, dessen erste Absolventen ins Leben hiuausgehen, als ־ Sendboten eines neuen Oeschlechtes von Juden, eines geraden, in seinem Judentum unerschütterlich festen und in seinem Judentum glücklichen Geschlechtes. Eine zweite Anstalt, das hebräische Gymnasium iu Jerusalem, ist in das Stadium sicherer und gedeihlicher Ent- Wicklung getreten; eine dritte, das Technikum in Haifa, nähert sich dem Zeitpunkte, wo der Unfcrriehlsbetrieb eröffnet wird. Eine fast ebenso große Bedeutung Wie das aufblühende Schulwesen hat die Einwanderung der Ycmenitcii in Palästina, die schon früher einsetzend, in diesem Jahre systematisch geleitet und für das Land fruchtbar gemacht worden ist. Die gesamte Jtidcnheit aller Länder hat ein erfreuliches Verständnis für die Wichtigkeit dieser Sache gehabt, als sie in seltener Einmütigkeit dem Appell zur Mithilfe an der Einführung der Yeuieuiten Folge leistete. Alle unsere Bestrebungen und Arbeite!» erhielten noch am Schlüsse des Jahres eine!! neuert Impuls durch den elften Zionistenkongreß iu Wien. Er hat uns gezeigt, daß die Arbeit der letzten Jahre von Erfolg begleitet ist, er bat uns die Losung gegeben, iu der bisherigen Weise energisch und zielbewußt weiterzuarbeiten. Dies ist unser Wunsch und unsere Hoffinnig für da!, neue Jahr: möge es ein Jahr fruchtbarer Arbeit für die großen Ziele unserer Bewegung, für das Glück unseres Volkes sein. Zur jüdischen Volksschulfrage Wie wir hören, hat der Ausschuß des Deutsch• Israelitischen (kmciiuleluimics in seiner letzten Sitzung■ am 2S. September 1nit־ II gegen 0 Stimmen beschlossen, alle li e z i e h ui! g c n zun! Verb a!ul e der jüdische!» L e I! r c r v e r e i 11 e z u lösen. Dieser Beschluß erfolgte, trotzdem ein Autrag des Rabbiners l)r. Nobel, Frankfurt, den auch die Vertreter der Lehrervcreiue und das zionistische Atisschulimitglied Dr, Victor, Watulsbek, unterstützten, den Weg zum Frieden gewiesen hatte. Die Verhandlungen erhielten infolge des Eingreifens des bekannten mihaltinischen Landtagsab• geordneten Dr. Cohn, Dessau, bedauerlicherweise einen stark persönliche״ Einschlag. Dr. Cohn riehute gegen Direktor Adler, Frankfurt 11. M. und Rektor Feiner, Hamburg, »0 verletzende Angriffe, daß diese sieh sehließlidt genötigt sahen, vorzeitig den Saal zu verlassen. Wie verlautet, werden melirere Aussdinßnütglieder des' L). J, O, B, ihr Amt niederlegen. ■ III. Schleswig-Holsteinischer Gemeindetag Rektor Fciner-Hamburg über die jüdische Volksschule. Eine Resolution an die Adresse des D. J. G. B. An! Sonntag, den 21. September, fand im Saale des jüdischen Erholungsheims in Scgeherg vier d ritte (i e in e i ח tl e t u g des Verbandes der j ü d is c 1t e n (1 e 111 e 1!1 d e 11 S c h 1 c s »v i g -11־ o 18 t e i n 8 unter Vorsilz des Herrn Dr. V i c t o r - Wandsbek statt. Aus der ganzen Provinz sowie aus Hamburg waren über 5(1 (iemeindevertreter uml Gäste erschivneu. Nach Eröffnung dos üenicindetages begrüßte der Obcrrabbiner Herr Dr. Lern er-Altona die Tagung und forderte die Erschienenen auf, die gesct/licli den (iciiiciudei! der Provinz, cingcräninte Autonomie gegen alle Angriffe, welche in den letzten Jahren gegen die Selbstverwaltung der Gemeinden in Preußen erhoben seien, unermüdlich zu verteidigen. Herr U 1111 a - Altona übcrbrachtc die Grüße der I (enry-Jones-Logc in Hamburg. Von den Verband•' lmigsgegenstiimUii des Vormittags ist besonders der Beschluß auf Errichtung eines Fonds zur Unterstützung hilfsbedürftiger Ci e ־ 111 e i u d c b c a m t e 11 des Bezirks zu erwähnen. Es wurde sofort ein Betrag für diesen Zweck iu dun Voranschlag für das Geschäftsjahr 101-1 eingestellt. Hierauf wurden eine große Anzahl von Gemeinde• fragen, darunter das Austrittsgesetz, und die Wander• armciifürsorge (auf Anregung von Herrn l. a s k a r - I lanihurg) besprochen. In der Narhiuittagssii/ung hielt Herr Rektor 1־ e i 11 e r - Haiiihurg ein Referat über die jüdische Volksschule. Der Referent, Vorsitzender des Verbaiulis der jüdischen l.ehrcrvercine Deutschlands, ־ wandte sieh in seinen überaus interessanten Ausfülirilligen zunächst gegen das neue Komitee der ״Fminde des Deutsch-Israelitischen (icineiiidebimdes,“ welche fülschhch behaupten, die Lehrerschaft bcab* sichtige durch ihre Forderung nach der jüdischen Volksschule das (iedoiheu des Bundes zu schmälern. Gegen die Agitation dieser ,,Freunde“ könne nicht genug Front gemacht werden mul alle Freunde der Lehrerschaft und der Jugend müßten vereint hiergegen vorgellen. Der Verhnmlstng der (lemeimlcverhände in Berlin, der mit 7 gegen ר Stimmen eine gegen die jüdische Volkssdrule gerichtete Resolution ange- . nomiiien habe, sei in falscher Konsequenz der (Lutschpolitischen Anschauungen seiner Wortführer Hlusehke und I ricilmaim zu seinen Beschlüssen gekommen, Nirgends i u IJ v o t s e 111 a n 1t 11 e r r. s c 11 e d a s I* r i 1» z i p d e 1־ v ü 11 i g c 11 S i m 1111 a n s c h ule, in welcher Kinder aller Konfessionen von Lehrern s ä 111 11 i e 11 e r Konfessionen, also auch von jüdischen Lehrern, in allen Lehrfächern, außer der Religion, gemeinsam imterrielitet würden, vielmehr würden die jüdischen Lehrer in einer Weise zurüekgeset/t, daß man es als eine Beleidigung des ganzen Standes he• trachten müsse. Dieses Prinzip, da* ein Programm•, ptmkt der freisinnigen Parteien sei, werde aber nicht einmal von den Parteiführern Christ liehen Glaubens!11 der Praxis'durcligcfülirt; auch von diesen werden die Juden überall zurückgesetzt. Nur die Juden lilrcraler Gesinnung wollen sich den Ruhm erwerben, auf, Kosten der jüdischen Lehrerschaft den Luxus poli- . tisdier (icKmmmgstuclitigkcit sieh zu erlauben auf einem Gebiete, auf dem überall Kompromisse an der Tagesordnung seien Demgegenüber sei es Pflicht eines jeden aufrechten Juden, seine ganzen Kräfte für die Errichtung der jüdischen Volksschule ein/tisetzen, denn aufrechte Juden können nur in einer jüdischen Schule herangezogen werden; und gerade in der jetzigen Zeit, in welcher von allen Seiten gegen‘ uns gearbeitet werde, seien aufrechte und stolze Juden nötig. Er könne die Ratio der Resolution de* I*rof, Bhischkc nicht cinsclien, welche jüdische Volk»- schulen mir für kleinere Gemeinden verlange, während in den üroßgemciiidett keine tolchen eingerichtet

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