Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 35 (29.8.1913)
- Date
- 1913-08-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 35 JUEDISCH E RUNDSCHAU Seite 36 ג such auf; regelmäßig schloß sich auch au die Vortrage eine Diskussion an. Der Erfolg ist befriedigcrnl; denn wir haben gegen 100 neue Gcsimumgsgenossen gewonnen, so daß sich die Zahl unserer Schckelzahler trotz vieler Austritte noch vermehrt 11.1t, Die Leitung der Propaganda in der Provinz!.זיר j״ den »landen von Dr. Walter Stcinitz. Er sprach selbst zweimal in Schweidnitz, und einmal in (ilogau Auf Anregung und unter Mitwirkung vieler hiesiger 7ionisten, insbesondere des Vorsitzenden unserer Ortsgruppe, wurde im Winter eine sehr erfolgreiche Heza lei- A u s s t e I lu 11 g veranstaltet, bei der insccsamt unter Einrcelmung der Nachbestellungen für etwa 10 000 M. Waren umgesetzt wurden. Es ist nunmehr auch eine ständige Verkaufsstelle des Beza kl hier eingerichtet, die sich im Archer von Fraulein Hlumcnthal, Freiburger Straße 42, Gartenhaus, befindet. Im abgclaufcncn Geschäftsjahre wurden folgende Summen aus Ifrcslau gespendet: Allgemeine N.-F.-Spcnden.jf, Goldenes Buch. Üelbiiumc . . ..” Buchsen (bis 30. VI. in der Jücl. Rund- ” schau ausgewiesen). 110,12 Yemenitcnhäuscr .” 2111,52 Lnndcsorganisationsbeiträge .” 171’— Wolffsohn-Fonds .§3!— Landspendc .10,— ßczalcl .71,35 ״ Verschiedenes. 7*1,40 N.-E.-Telegrammc und -Marken. 186,— 1502,66 231,22 50,55 1160,50 Summa .11. Die Neuwahl des Vorstandes wurde vertagt, und der bisherige Vorstand wurde provisorisch mit der Fortführung der Geschäfte beauftragt. Rechtsanwalt Jacobson wurde in den Vorstand kooptiert. Glogau. Am Montag, den 18. August, fand die erste Generalversammlung des Zionistischen Diskutier-Clubs Glogaii statt, bei welcher Gelegenheit Herr stud. cam. Landsberger ein Referat über den ״XI. Kon grell“ hielt. Aus dem Jahresbericht entnehmen wir folgendes: Der Verein, der von 12 Personen gegründet wurde, zählt jetzt 35 Mitglieder. Es wurden 21 Versammlungen abgchaltcn, an denen die Mitglieder öfters Referate über zionistischc Themen hielten. Außerdem trafen sicli die Mitglieder im Sommer allwöchentlich auf der Oderterrasse zu gemütlichem Beisammensein, ln größeren Versammlungen sprachen die Herren Kurt Blumenfeld- Berlin über ״Zionismus und Staatsb ü r g e r t u m“, Dr, Michaelis- Berlin über ״A 8 s i m i 1 a t i o n“, Dr. Walter S t e i n i t z - Dtsch! Lissa über ,.Eine neue J ud e n po 1 i t i k“. An Schekel brachten wir 33,— M. und an Landesbeiträgen 29,— M. auf. Für den N.-F, wurden 159,41 Mark und für den Zcntralfonds 20,— M. gesammelt. Der Kassenbericht schließt ab mit einer Einnahme von 136,64 M. und einer Ausgabe von 125,81 M. Die Wahl des Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: Moritz Kristeller, 1. Vors.; Richard Schcycr. 2. Vors.; Kurt Ittmann, Schriftführer;; Siegfried Neustadt, Kassierer; Samuel Ooldfarb, Bibliothekar. Wiesbaden. Zionisten treffen sich jeden Mittwoch abend um 9 Uhr im Cafü Berliner Hof. Interesse für di© wichtigsten Fragen de» Judenrums hat, muss der zionistischen Arbeit auf dem XI. Kongress seine besondere Aufmerksamkeit widmen. Jeder Jude, der noch auf die tägliche Kongressnuegnhe der ״Welt“ abonniert hat, «oll die» umgehend »aehhaKia. Die tägliche Kongressausgabe wird Preise von Mk. 3,40. Kr. 2.80. Rbl. 166. sh. 2/10, Hfl. 1.70, Doll. 9,70 otlw Frcs. 3.<R) täglich überallbin portofrei *«Wert. Sie bringt über den täglich ausführliche Bericht«, Besprechungen der Veranstaltungen, BeiVrate über die LtuuhtmimschaftssiUcuugen, die Soudertngmigen, fcuilietonistischc Stimmungsbilder von den Verhandlungen, «0 dass jeder, der nicht nach Wien s*eic in der täglichen Kongressausgabe der ״Welt“ ei» getreues Bild des Kongresses linden wird. Be- Stellungen sind umgehend zu richten an den Verlag ״Die Heit“, Berlin W15, Sächsische Strasse 8 München. Die Mitßlicdcr.der Zionistischen Ortsgruppe haben seit geraumer Zeit Ihren Stammtisch ini Cafe Luitpold, Hricnncrstraßc, wo sic sieh jeden Donnerstag, um »/9״ Uhr abends, treffen. Auswärtige Gesinnungsgenossen und Freunde sind als Gaste stets willkommen. Hohcnsalza. Der hiesige, vor kurzem gegriindetc zionistische JuRcndvcrein, veranstaltete am Sonnabend, den 23, <1, M., im Stndtpark eine Hf rzl- Gedenkfeier, die sehr stark besucht war. Narb der Eröffnung der Feier durch den Vorsitzenden Herrn Leopold Steinhardt, hielt Herr stud. jur. ,M. Latte (K. Z. V.) die Festrede. Herr Latte löste »•,eine Aufgabe in geradezu glänzender Weise. Seine Rede hinterließ eine tiefe Wirkung bei den zahlreich Erschienen. Danach fanden Rezitationen der Herren stud. tiieol. R, Äbratnczyk (V. J. St.)f Men- Bei sohn und L, Abramczyk statt, Fm Musikstück, Althebriiischc Weisen von Kaufmann, erhöhte die Weihe der Feier, Mit dem Absingen der Hatik* vvah schloß die stimmungsvolle Feier. All denen, die zu dem guten Gelingen beigetragen, sei an dieser Stelle nochmals gedankt. 33 ־mBi/er'e Numerus clausus In Nr. 9 der Deutschen Rechtsanwaltszeitung vom 15. August 1913 S. 118 befürwortet unser Gesinnungsgenosse Rechtsanwalt Dr. Otto Simon (Mannheim) in energischer Weise die Einführung des ntimcrus clausus für die deutsche Anwaltschaft, Wir wissen, daß manche unter den jüdischen Anwälten sieb für den numerus clausus ausgesprochen haben, ihiß sogar die Vereinigung rheinisch-westfälischer Anwälte zur Abänderung der Zulassungsbcstimmungen, deren führender Geist ein getaufter Jude ist, einen Renommierjuden für einen Sitz in ihrem Vorstände aufgetrieben hat, um ihre stets fett gedruckte Beteuerung, sie wünsche, daß bei der Neuregelung keinerlei ״konfessionelle“ Gesichtspunkte maßgebend seien, glaubwürdiger zu machen. Mit großer Energie wird augenblicklich dahin gearbeitet, die Reichsregicrung davon zu überzeugen, daß die Anwaltschaft den numerus clausus will. Es sollen hier nicht die zahlreichen Argumente allgemeiner Natur gegen seine Zweckmäßigkeit nochmals erörtert werden. Vom Standpunkt der jüdischen Allgemeinheit sollten uns folgende Erwägungen die große Gefahr der Zunft- Wirtschaft zeigen, die jeden jüdischen Anwalt bestimmen müssen, für die Freiheit der Advokatur ciimitrctcn: Wenn einmal die deutsche Anwaltschaft den numerus clausus im Prinzip will, und die Regicrung, die dem Plan sicherlieh sehr geneigt ist, dem Reichstag einen Gesetzentwurf vorlegt, dann haben cs nicht mehr die Anwälte in der Hand zu bestimmen, w i e die Beschränkung der Zahl der Anwalte durchgcführt werden soll, Dann sprechen lediglieh die Regierung und die politischen Parteien, und wer weiß, was dabei herauskommt. Wer weiß, ob man nicht eine willkommene Handhabe findet, der ,,Verjudung des Anwaltstandcs“ ein Ende zu machen. Ist der selige ״Assessorenparagraph“ schon vergossen? Daß der Einfluß der Anwälte in diesem Stadium der Angelegenheit schwach sei 1 würde, dafür sprechen viele Erfahrungen. Es muß aber über* liaupt stark bezweifelt werden, daß die M chm hl der deutsche 1 Anwälte sich von den ״kontessionellcn“ Gesichtspunkten freimachen würde, Zweitens kommt in Betracht, daß die Einführung des numerus clausus den Juden wieder eine Existenzmöglichkeit erheblich erschweren würde. Sie würde die Juden, denen viele Berufe versperrt sind, denen insbesondere auch der Zugang zur Riditerlaufbalin immer mehr verschlossen wird, viel härter treffen als die Nicht* juden, denen alle Wege offen stehen. Wenn viele der ״israelitischen" Anwälte diese wichtigen Folgen einer Aendcrung des jetzigen Rechtszustandes gedankenlos übersehen, so ist das nicht verwunderlich. Unsere Gesinnungsgenossen sollten das Interesse der jüdischen Gesamtheit nicht aus dem Auge lassen. Hier wäre eine Aufgabe für den Reichsverein deutscher Juden. N aphtali. Der Bund Jüdischer Korporationen bittet uns um Aufnahme der folgenden Zeilen: ״Seit einiger Zeit wird das interne B. l.C. er- Adreßbuch mehrfach zu Schwindeleien benutzt, indem unsere darin verzciclmcten Bundcsbrüder unter falschen Vorspiegelungen um Darlehen usw. gebeten werden. U. a. hat ein angeblicher ״Dr. Perlmann aus Rußland“ im Osten Deutschlands mehrere unsdrer Bundesbruder geschädigt. Wir warnen hier* mit vor dem Treiben dieser Leute und bitten in einem jeden derartigen fall äußerste Vorsicht walten zu lassen.“ Jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst 1 Freitag, 29. August, abends: in allen Synagogen 7' 4 Uhr. . ,״״״ Sonnabe 11 d , 30. August, __ vormittags (Neuntomlsweihc): tn der Alten Synagoge 8'zi! Ur, in der Kaiserstr.- und Rykcstr.-Synagogc 9 Uhr, in der Neuen-, Lindenstr.-, Lüt/owstr.־ und rasancnstr.-Synagoge: FrühgottesJieint 7G unr, H a u p t g o 11 e s d i e n s t: 10 Uhr, Predigten: A 11 c S y n a ß o g c: Rabb. Dr Pctuchow ski Synagoge Kaiserstr.: Rabb. i >r. Eschelbachcr Svnag0gc Ry ke81 r.: Rabb. I)r, Lewkowitz. Neue Synagoge: Rabb. Dr. Weiße (Schrifterkliirnng), ,. . S y 11 a g o g c Lüt/owstr.: Rabb. Dr. Hoch- Synagoge Fasancmtr.: Rabb. Dr. Berg- J u g e n d p o 11 e s d i c n s t: Synagoge Lindenstr., nachm. 4 Uhr: Rabb. Dr, Blumenthal. Sa bba tausgang: 7 Uhr 46 Min. (Mincha in der Alten Synagoge 5 Uhr, in den anderen Synagogen '/■! Stunde vor Sabbatausgang). Gottesdienst an den Wochentagen: morgens: in der Alten-, Kaiserstr.- und Rykcstr.- ,svtltifmfrp fii ׳« tJl11\ i 11 den tindcrcn Svna202cn Jüdischer Nationalfonds ׳ Zentrale für Deutschland 1 , G*ld1«odun|en •lud •»•ichllmllcb tu richten 1a Herrn 1 SeiVellitllMi Churlolteoburf. Roecher-Jtr«»« J. Die Aktion für die Ablösung der Neujahrsglückwünsche wird in diesem Jahr besonders großzügig betrieben werden. Wir machen schon jetzt darauf aufmerksam, daß wir den Spendern eines Ablösungsbctrages anheim geben, die Versendung der betr. Nummer der ״Jüdischen Rundschau" an aufgegebene Adressen za verlangen, für jedes Exemplar sind weitere 10 Pf. für entstehende Kosten an Porto usw. zu entrichten. Die Neujahrsnummer der ״Jüdischen Rundschau“ wird noch ganz, im Zeichen des Kongresses stehen, und auch in anderer Weise geeignet ausgestaltet werden, um Aufklärung über unsere Ideen zt) verbreiten. Auf unsere Gesinnungsgenossen wird es ankommen, ob wir, ganz abgesehen von den Spenden zur Ablösung der Glückwünsche, durch Aufgäbe zahlreicher Adressen in den Stand gesetzt werden, diese Aufklärungsarbeit in weiten Kreisen durchzuführen. In den nächsten Wochen werden überall die Vorbereitungen für diese Sammlungen einset/en; wir hoffen, daß unsere Gesinnungsgenossen eifrig mitarbeiten werden, damit diese Gelegenheit voll ausgenutzt,wird, bei der wir einerseits die Mittel unserer Bewegung außerordentlich stärken können, andererscits durch einen geringen Beitrag unsere Freunde in den Stand gesetzt werden, Propagandaarbeit in größtem Maßstabe zu leisten. Dieser Nummer liegen Zählkarten für das Konto unserer Zahlstelle, H׳:rrn Max Wollstciner, bei. Wir bitten unsere Gesinnungsgenossen, von diesem bequcinen Zahlungsmittel recht eitrigen Gebrauch zu machen. 19, Eok• Prl aZM-AÜea F*m»pr.1 Us*bit Mit •mpfieUt du rclehhiltls* fertig• 1• taw1• di* swtMtm Ioaad •u«lAa<U»oi*» stoir« stuf eleganten Anfertigung naon SchluS des redaktionellen Teils. #—o»