Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 35 (29.8.1913)
- Date
- 1913-08-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Rad Aktion JQdiadi• Rnndadban BERLIN W. 15, SUckafseb« Straß# ». Telephon! Amt Uhland S4S. §* * * * * ־ r'־ - -J יי-־*‘4 * _ \__ »1 mittag•. ^j| 1|-a;׳111r״jp1 / ׳.״L 3, 11 ן ... 8m» *«ir Nummer 35 Berlin, den 29. Au<mst 1£13 — 26. Ab 5673 XVIII. Jahrgang ״Der Zloniaznu• erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina." Baseler Programm. Zur Stunde, da diese Blätter in die Welt Iiiiiaiisgchen, tagt in Wien die ,,Hebräische Konferenz“, die erste jener Veranstaltungen, die sieh zeitlich und räumlich um den XI. Zionistenkongreß gruppieren und seine Arbeite» begleiten. Die Delegierten und Gäste versammeln sicli allmählich in der Kongreßstadt und in wenigen Tagen wird zum erstenmal die Glocke des Präsidenten ertönen, der den Kongreß eröffnet. Was die zionistische Oeffentlichkeit von diesein Kongreß erwartet, welche Hoffnungen und Wünsche ihn begleiten, ist in allen Gruppen bei den Schekel- und Kongreßtagen in ausführlicher Weise dargelcgt worden: Es ist in erster Linie das eine, daß jene Arbeitsmethoden, durch welche die Berliner Leitung die Beschlüsse und Willensäußerungen des X. Kongresses zu verwirklichen suchte, als die richtige anerkannt werden und daß das neue E. A.C. mit der Aufgabe betraut werde, die Geschäfte auf Grund der gleichen Richtlinien weiterzuführen. Diese Forderung klingt sehr nüchtern und bescheiden, ihre Verwirklichung aber muß und wird der Bewegung mehr nützen als die Zu- Stimmung zu weitausschauenden Projekten und andere noch so imposante Kundgebungen unseres Volkswillens. Denn wir erwarten, daß durch solch eine Richtung der Kongreßbeschlüsse unserer Arbeit jene Stetigkeit verliehen werden wird, zu der wir gelangen müssen, wollen wir uns nicht immer wieder von neuem der Ver- 1 geudung nationaler Kräfte und Mittel schuldig | machen. Das soll natürlich nicht bedeuten, daß dem Kongreß das Recht und die Pflicht ernster Kritik und Würdigung des Geleisteten beschnitten werden soll und diejenigen, die im Gegensatz zu der überwiegenden Mehrheit unserer Gesinnungsgenossen der bislterigen Arbeit nicht vorbehaltlos zuzustimmen vermögen, werden zu den Beratungen und ihrem Ergebnis gewiß nicht minder Wertvolles beitragen können, als die Mehrheit. Die Leitung aber erwartet vom Kongreß mehr als ein bloß platonisches Vertrauensvotum. Sie erwartet, daß das bedingte Vertrauen, das ihr auf dem X. Kongreß entgegengebracht wurde, dahin erweitert werde, daß die Verfügung über die Mittel der Bewegung denen nicht länger Vorbehalten bleibe, die für das Wohl und Wehe dieser Bewegung verantwortlich sind. Auch diese Forderung hat die überwiegende Mehrheit unserer Freunde als gerecht anerkannt. Jene für die Zukunft unserer Bewegung so wichtige Institution des yZentralfonds, die in den letzten Jahren geschaffen wurde, wird vom Kongreß sanktioniert werden und sich dann hoffentlieh immer mehr den Funktionen, zu deren Erf&Ilung er berufen ist, gewachsen zeigen. Das Uaivmitätsprojekt wird von der Kongreßtribüne «us zum erstenmal in das Gesichtsfeld der allgemeinen und der jüdischen Oef fentlichkeit gerückt werden. Audi hierdurch dürfte der Kongreß fruchttragende Arbeit für eine spätere oder nähere Zukunft leisten. Dieser Kongreß wird in weit höherem Maße als alle seine Vorgänger den Charakter des Zionismus als Massenbewegung dokumentieren. Schon örtlich ist er dem Sitz der großen Judenmüssen nahe gerückt. Aber auch weiterhin kommt in dem Programm der Wiener Tagung besonders deutlich zum Ausdruck, in wie hohem ,Maße der Zionismus das gesamte Diasporajuden• tum beeinflußt und welche große Anzahl von Organisationen nicht rein parteimäßigen Charakters auf seine Einwirkung zurückzuführen sind. Die Hebräer, die Turner, die Studenten und zahlreiche andere Gruppen, treten gleichzeitig mit den Zionisten vor die Oeffentlichkcit, um im Zusammcnklang all dieser Bestrebungen ein großes und erhebendes Bild des erwachenden Judentums zu geben. Voll froher Erwartung und ernsten Höffens treten wir die Reise nach Wien an. Möge allen Wünschen und jeder Hoffnung Erfüllung werden! Das Tagesprogramm Dienstag, den 2. Septembers 8 Uhr abends! Eröffnungssitzung in der Katharincnhallc. Eröffnungsrede des Vorsitzenden des Engeren Actions-Comitös, Herrn Prof. Dr. Otto W a rb u r g - Berlin; Rede des Herrn Nahem Sokolow -Beriin: Das jüdische Leben in der Diaspora; Rede des Herrn Dr. Schmarja Levin- Haifa: Das neue Judentum in Pa- 1 ä s t i n a; Wahl des Bureaus, Mittwoch, den 3. September! 10 Uhr vormittags! Beginn der Vormittagssitzung des Kongresses Im Musikvereinssaal. Bericht über die Tätigkeit des Actions-Comit 6 s: Dr. A. Hantke- Berlin; Generaldebatte; 11 Uhr vormittags: Vortrag im Beethovensaal; 3>/!1 Uhr nachmittags! Beginn der Nachmittags- Sitzung des Kongresses Im Musikvereinssaal. Fortsetzung der Generaldebatte; 1/38 Uhr abends: Hebräische Theate r vor• Stellung ln der Neuen Wiener Bühne; 3 Uhr abends: Meeting im Sofiensaal; 8 Uhr abends: Lichtbildervortrag im Beethovensaal (Vortragender: Dr. Helnr, Loewe). Zu noch zu bestimmenden Stunden Führungen durch das jüdische Museum und die Adria• Ausstellung. Donnerstag, den 4. September: 10 Uhr vormittags: Beginn der Vormittagssitzung des Kongresses im Musikvercinstaal. Fortsetzung und Schluß der Generaldebatte; 3>/t Uhr nachmittags! Beginn der Nachmittags- Sitzung des Kongresses im Musikvereinssaal. Die Tätigkeit des Jüdi sehen Nationalfonds seit dem Zehnten Kongreß: Justizrat Dr. M. J. Bodenh e i m c r Köln; Die zionistische Arbeit in Palästina: Dr. Arthur Ruppi n - Jaffa; Derjüdische Kulturfonds Kedetn; M. Feldstein- Warschau; Debatte; Dasselbe Programm wie Mittwoch. Außerdem: 3 Uhr nachmittags: Versammlung des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina im Beethovensaal. (Näheres s. untert.) Freitag, den 5. September: 10 Uhr vormittags! Beginn der Vormlttagssitzung des Kongresses im Musikvereinssaal. Fortsetzung der Debatte über die Referate Dr. Bodenheimcrs, Dr. Ruppins und M. Feldsteins; 11 Uhr vormittags: Matinee des Czernowitzer Gesangvereins im licet hovensaal; 31/8 Uhr nachmittags! Beginn der Nachmittags- Sitzung des Kongresses im Muslkvercinssaal. Fortsetzung und Schluß der Debatte; Abends: Oottesdieosi Samstag, den 6. September: Vormittags: Gottesdienst; 8 Uhr abends: Akademischer Festakt in der• Katharinenhalle; 8 Uhr abends: Meeting im Beethovensaal. Sonntag, den 7. September: 10 Uhr vormittags: Gang zum Grabe Hcrzls; 3 Uhr nachmittags: Turnfest auf dem Vienna- Sportplatz, Hohe Warte; 8'/a Uhr abends: Konzert im Musikvereinsgeblude (Mitwirkende: Frl. Margary Bcntwich, Herr Leo Gollanin, der Czernow itzer Oe* sangverein); 8•/! Uhr abends: Lichtbilder vortrag des Herrn Piiichowsky über ״Jüdische Kunst“ im Beethovensaai; 8‘/1 Uhr abends: Meeting im Sofiensaal (Nationales Judentum und körperliche Regeneration). Montag, den 8. September: 10 Uhr vormittags! Beginn der Vormittagaaitzuag des Kongresses im Musikvereinssaal. Jüdische Kulturarbeit in Palästina: M. Ussischkin -Odessa; Die F r,age der Gründung einer jüdischen Universität in Pa* lastii,«. 1-rof. Dr. Ch. Weizmann- Manchester; Debatte; 11 Uhr vormittag»! Musikalische Matinee in Beethovensaal (Mitwirkende: Frl. Margary Bentwich, Herr Leo Gollanin);