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Jüdische Rundschau · 1913-08-15 · Heft 33 (15.8.1913) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 33 (15.8.1913)
Date
1913-08-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ו— Abonnements «u? df« woch*ntl»ch •m Freit•* er* scheinend® ״Jüdische Rundschau*‘ kosten bei der Expedition und bei •Iler* Postämtern vierteljährlich 1.5&M, außerhalb Deutschland• und Oester* reicH'Uttfarn» 2,—• M.; für Mitglieder jüdisdicr Vereine im SsmmeTbesuf durch den Verein 1,-“ M. Verlag JUdladi• Raadschu E. G, m. b. H. BERLIN VF. 15! SldhaUdhe Straße 8» Telephon: Amt Uhlend 845. Gaachuftudunden: 9—1 und 4—7 Uhr, •ußer Sonnabend und Sonntag. כ ׳/ ,*s. ,,J I %M1a I t I -J — c% 1! Li r\n Lj Lj ך״י^ ץ־-‘*"׳- f \ I 1! « Anzeigen kosten für di« •echsgeipaltana PatH־ seil« oder deren Raum 40 Pf. j Stell•»• Angebote und .Gseuche •owle Verein•״ MtUeiiuofeo und ״Kleina A01eiga»r ö Q Dur 30 Pitnnig. Q O Manuskripte trcnl««« wenn Porto beilieft« •teta »urückfeaiisdt RedaktionaadbU»•* Mittwoch vormittigs. RedrUUc״ JßdUch• Kundaili•■ BERLIN W. 15« Slchaiacbe Streß« ». Telrphom Amt Uhland 845. SprachatuodeB D»«nataf und Donneratnf 5—6 Uhr nechmitUfa. I ־׳ n ״j s k.J \*J 12. Ab 5673 Nummer 33 Bekann tmachung! I Wir haben beschlossen, den Endtermin dar Schekelablieferung (18. August) hinauszuschieben und werden die Mandate aller Wahlkreise anerkennen, für welche die entsprechende Zahl van Scheke'n und die Wahlprotokolle bis zum 29. August, dem Tage des Zusammentritts des Legitimations-Ausschusses, beim Zionistischen Zentralbureau, Wien I, Gieselastrasse 12, eingegangen sind. Wir haben diesen Beschluss aut dringende Vorstellungen einiger Verbände gefasst, um allen Ortsgruppen und Vereinen noch Gelegenheit zu geben, die Schekelsammlung bis unmittelbar vor dem Kongress fortzusetzen und eventuell dio Zahl ihrer Mandate zu vermehren. Oie Landes-::und Sonderverbände werden aufgetordert, alles zu tun, was in ihren Kräften steht, um die Schekelzahl bis zum 29. August noch wesentlich zu erhöhen. Alle Zionisten wissen, von welchem Einfluss die Zahl unserer organisierten Anhänger auf die Bedeutung des Kongresses ist, wir erwarten also von allen Gesinnungsgenossen, dass sie bis zum letzton Augenblick ihre Pflicht erfüllen und alle noch Abseitsstehenden, die mit dem zionistisehen Programm und mit der Arbeit unserer Bewegung einverstanden sind, zum Anschluss an unsere Organisation veranlassen werden. Oas Engere Actions-Comite. Ausweis Schekel: Remscheid 1,—, Hnlbcrstadt 1 —, Floß i. B. 1,—, Tilsit 2,—, Autcnliauscn 1,—, Annabcr^ 7,—, Goch 1,—, Rosen 3,—, Mainz 20 —, Osterode (Ostpr.) 1,—, Boischow 1,—, Burgkuiulst.idt 1,—, Bo• chum 1,-—, einzelne Zionisten 200,25, Köln a. Rh. 30,—, Solingen 1,—, Bayreuth 1.—, Frankfurt a. M. 7,— Ratibor 8, —, Berlin 7,—, Depcnau 1,—. Gotha 1 M. Für 1912: Depenau 1,—, Gotha 1,— M. Landesorganisaticnsbcit rüge: 1. Ortsgruppen: Remscheid 2,—, Halber- Stadt 10,—, Floß i. B. 3,—, Autcnhauscn 1,—, Annaberg 6,—, Goch 1.—, Bayreuth 3,—, Dresden 30,—. Briescn (Westpr.) 7,— M. 2. Einzelpersonen: Dagobert Walter, Elberfeld 5,—, Dr. Isak Straus, Freiburg i. Br, 50,— M. 3. Verschiedene Spenden: Dr. Heymann, Berlin, Coupons der A. P. C. und des J.C. T. 18,50 M. Eingang vom 7. bis 13. August 1913: Scliekel 1912: 2,- M.; 1913 : 297.25 M. La ndesor g a n i - sationsbeiträge: 136,50 M. Gesamteingang: Schekel: 8033,02 M. Dazu beim Zion. Zentralbureau direkt eingegangen 357,— Mark, zusammen 8390,— M. Landesorganisationsbeiträge: 11491,37 M. Bericht igung. (n Nr. 32 sind aus Oailingen 36,— M. Schekel und 18,— M. Landesbeiträge ausgewiesen. Statt dessen muß es heißen: 18,—M. Schekel und 36,— M. Landesbeiträge. Die Addition ändert sich dem* entsprechen(« Adresse für Geldsendungen: Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W15, Sächsische Straße 8. Postscheckkonto: Berlin S991, Bankkonto: A H. Heymann & Co., Berlin W56, Hinter der Katholischen Kirche 1. ״Dop Z»3c?* 3י.ז־“.־ emtroht für da* JScIIbcIio VcCi Clo c!a» £״ost• ilcli-rccliiilch cc-IZ-arlea Kr,L־aotCt4a in PalUnfclna.« Ca-der Propprsumau Der [(ongresstaj Das Leben in der zionistischen Organisation ist gegenwärtig von dca Vorbereitungen zum XI. Kougi'eß in Wien beherrscht. Auch in diesen Arbeiten kommt zürn deutlichen Ausdruck, daß I sich unsere Organisation sichtlich in aufsteigender Linie entwickelt. Alle in der Organisation tätigen Gesinnungsgenossen beweisen durch ihre Arbeit, daß sic die Bedeutung dieses Kongresses für die weitere Entwicklung unserer Organisation und den Fortschritt unserer Arbeit fühlen. Das Interesse, mit dem die ganze jüdische Ocffentiichkeit die Vorbereitung des zionistischen Weltkongresses in Wien verfolgt, beweist, daß das jüdische Leben allenthalben mehr und mehr von ■zionistischen Gedankcngängen durchdrungen wird. Der nationale, und besonders der zionistischc Gedanke zwingt, ganz wie es Herzl wollte, alle Judc.n zur Stellungnahme, zum Bekennen. Die zionistische Tätigkeit, die Propaganda des zionistischen Gedankens und die Erfolge der zionistischen Organisation machen es mit der Zeit jedem Juden unmöglich, am Zionismus vorüberzugehen, ohne sich für oder gegen ihn zu erklären. Darum findet der elfte Kongreß, der in einem der größten jüdischen Zent re n Europas stattfindet und auf die großen Massen der östlichen wie der westlichen Judenheit starke Anziehungskraft ausübt, so lauten Widerhall in allen jüdischen Kreisen. Daß die Zionisten selbst sieh mit aller Hingebung der würdigen Vorbereitung ihres Kongresses widmen, ist selbstverständlich. Das Actions-Comite hat durch den Vorschlag des K o n g r e li t a g e s allen zionistischen Vereinen, ja auch jeder Gruppe zionistischer Ge• sinnungsgenossen die Möglichkeit geboten, sich gerade anläßlich des XI. Kongresses in besonders deutlicher und würdiger Form zum zionistischon Ideal und zur zionistisdien Organisation zu bekennen. Das Actions-Comite* hat alle Organisationen aufgefordert, unmittelbar vor dem Kongreß einen Kongreß tag zu verans t a 11 e n, ״Wo immer Zionisten Zusammenkommen können, solle« sie sich zu einer gemeinsamen Kundgebung vereinen. Sie sollen sich miteinander und mit der Wiener Tagung, über der Herzls Geist schwebt, solidarisch erklären“ — so sagt der Aufruf des Actions-Comit£*s. Die Bedeutung dieser machtvollen Kundgebung wird von den Zionisten in den entfernten Ländern ebenso erkannt, wie in den Landesverbänden, die dem j<ongreßort am nächsten stehen: Deutschland und Oesterreich. Die a rgentinisehen Zionisten, die ihre Kongreßwahlen — ebenso ׳wie die Zionisten in Südafrika, Canada, den Vereinigten Staaten von Nordamerika — schon durchgeführt haben, berufen für die Zeit des Kongresses ihre erste Landeskonferenz nach Buenos-Aires ein und werden sie voraussichtlich zu einem großen Kongreßtag ausgcstaltcn. Die Distrikts-Komitees von Oesterreich (Böhmen, Mähren-Schlesier» usw.) fordern ihre Organisationen auf, die Kongreßtage gleichzeitig zur Aufklärung der jüdischen Bevölkerung über die Bedeutung des Kongresses zu benutze«. ״Bei den Kongreßtagen,“ schreibt das mährisch-schlesische Distrikts-Komitee in einem Zirkular, ״müßte über die Bedeutung des Kongrosses und schließlich des Zentralfonds gesprochen werden.‘ Dort, wo die Abhaltung eines Kongreßtages in der Form einer Versammlung nicht möglieh ist, soll die zionistische Manifestation in Form einer an den Kon groß gerichteten Adresse erfolgen, in der zum Kongreß als der Verkörperung des nationalen Judentums Stellung genommen wird. Auch bei diesem Anlaß muß des Zionistischen Zentralfonds gedacht werden. Dadurch, daß die Manifestation für den zionistischen Gedanken, wie sie der Ko n g re ft tag! und die Kongreß adresse darstellen sollen, mit der werktätigen Unterstützung des zionistischen Zcntralfonds verknüpft wird, löst die Begeisterung, die der Kongrell in allen bewußt-jüdischen Kreisen wecken wird, nachhaltige und positive Erfolge aus. Denn der Zionistische Zentralfonds soll das widitigste Instrument werden, mit dessen Hilfe die zionistischc Organisation ihren großen politischen, kulturellen und propagandistischen Aufgaben gerecht zu werden vermag. Die zionistische Organisation hat bisher keinen Fonds gehabt, der die Durchführung von Kongreßbeschlüssen dieser Art tatsächlich garantieren konnte. Erst dadurch, daß ein großer zionistischer Zentralfonds geschaffen wird, kann die Leitung der zionistischen Weltorganisation instand gesetzt werden, jeden solchen Kongreßbeschluß auch wirklich durch• Zufuhren, Deshalb ist cs besonders angezeigt, gerade die Sammlungen, die anläßlich des Kongrosses vorgenommen werden, dem zionistischen Zentralfonds zufließen m lassen. Wird aus allen diesen ״Kongreßtagen“ ein imposanter Fonds entstehen, der unsere Arbeit über alle widrigen Zufälligkeiten hinaus sicherstellt, so wird der Kongreßtag auch der kleinsten Gruppe sich den Tagen des Wiener Kongresses selber würdig anreihen I Erwin Goldemann Um Erwin Ooldemann, der am 7. August bei dem Swinemünder Bootsunglück gemeinsam mit seinem Vater einen schrecklichen Tod fand, trauert mit seinen Angehörigen und dem V. J. St. die zionistischc Organisation. Ooldemann war erst 23 Jahre alt; aber er gehörte zu den Zionisten, von denen man wußte, daß das spätere leben, was es auch bringen mochte, die Festigkeit und Reinheit seiner zionistisehen Gesinnung nie hätte erschüttern können. Sein durch und durch nobler Charakter, sein überlegener Verstand, seine gründlichen jüdischen Kenntnisse, die er sich selber erarbeitet hatte, hatten ihn schon frühzeitig zum Vorbilde für die jüngere V. J. St. «r-Oeneration gemacht; dieser zionistische Nachwuchs verliert in ihm einen seiner geistigen Führer. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland zog ihn gern zur Mitarbeit heran und fand an ihm einen stets bereiten Helfer. Alle Hoffnungen, die man auf ihn setzte, sind zunichte gemacht durch das brutal-sinnlose Ereignis, dem sein Leben zum Opfer fiel. Wenn es' einen Trost für den Verlust dieses vorzüglichen Menschen gibt, so mag es der sein, daß er seine jungen Jahre ausgefüllt hatte mit der Arbeit für sein Volk, die nicht verloren gehen kann, und seinen Namen lebendig erhalten wird.

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