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Jüdische Rundschau · 1913-08-01 · Heft 31 (1.8.1913) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 31 (1.8.1913)
Date
1913-08-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 320 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 31 Berlin. Die Berliner Zionistische Vereinigung hielt am 21. Juli ihre Herzl-Gctlcnkfcier uh. Der Saal des Logenhauses in der Klciststraßc erwies sich als viel zu klein für die überraschend «rolle Zahl der Teilnehmer. Herr Sukolow «ab in seiner Oedenkrede ein fesselndes Bild der Persönlichkeit des grollen Toten, das durch eine Anzahl eigener Erinncrungen aus der Friih/cit der Bewegung noch an Leben gewann. In einer Schliillansprnche forderte Dr. H. O. Ifeymnnn namens des Vorstandes der B. Z. V. die Zionisten Groll-Berlins zu einer einheiligen Begrüßung des Kongresses auf, die mit einer Stärkung des Zcntralfoiids verbunden sein soll. Berlin. A111 Montag, den 28. Juli, fand die Wahlversammlung der Berliner Zionistischen Vercinigung im Ticrgarlcnliof statt. Da^ in den beiden letzten Jahren zusammen über 2400 Schekel in Ilerlin aufgebracht wurden, waren sechs Delegierte zu wählen. Die Versammlung war von über 3U0 Wählern besucht. Nach einem instruktiven Referat des I ierrn Kurt Blumenfeld über die Tätigkeit des Actions -Comit^s in den beiden letzten Jahren gelaugte folgende Resolution mit 2s0 gegen 20 Stimmen bei 18 Stimmenthaltungen zur Annahme: ״Die zur Delegiertenwahl lür den XI. Kongreß versammelten Sehekelzahler Groll - Berlins danken dem E. A. C. für seine erfolgreiche Tätigkeif auf kolonisatorischem, kulturellem politischem, finanziellem und organisatorischem Gebiet und sprechen ihm ihr volles Vertrauen aus. Sie fordern die Kongrcßdclcgicrtcn auf, das E. A.C. auf dem Kongreß in jeder Hinsicht zu unterstützen, insbesondere in seinen Bestrebungen, die Hinanzinstitute der Bewegung in engere Beziehung zur ürganisation zu bringen und sie der tatsächlichen Kontrolle des Actions-Comites zu unterstellen.“ Die Wahlen welche durch Abgabe von Stimmzetteln vorgenonunen wurden, wurden auf Beschluß der Versammlung nach dem Prinzip der absoluten Majorität vorgenonunen, d. h. es wurden nach dem ersten Wahlgang mir diejenigen Kandidaten als gewählt betrachtet, welche mehr .als die Hälfte aller abgegebenen Stimmen erhalten hatten. Da Im ersten Wah'lgnng nur vier Kandidaten mehr als die Hälfte der Stimmen erhalten hatten, so mußte ein zweiter Wahlgang stattfimlcn, in welchem die beiden Kandidaten, welche die größte Stimmzahl auf sieh vereinigten, gewählt wurden. Folgende Delegierte gingen aus der Wahl hervor: Dr. Th. Zlocisti, Dr. H. Löwe, R.-A. üronemann, Lichtheim, B1 u in e n f e I d , Dr. Hey 111 ג n n, Wiesbaden. Zionisten treffen sich jeden Mittwoch abend um 9 Uhr im Cafe Berliner Hof. Köln. Trotz des nicht gerade günstigen Wetters erfreute sich das von der Zionistischen Vere i n i g u n g , dem Jüdischen Turnverein, dem Verein Jüdischer Studenten, Bonn, dem Zionistischen Frauendiskuticrk I u b und dem H « r z l - K I u b am vergangenen Sonntag im Adelcnliof bei Hoffnungsthal veranstaltete Sommerfest überaus stattlichen Besuches. Es waren über 250 Teilnehmerkarten ausgegeben worden. Das fute Gelingen der Veranstaltung ist nicht zum kleinsten eil ein Verdienst der umsichtigen Vorbereiter des Festes, die für den Tag ein abwechslungsreiches, gediegenes Programm ausgearbeitet hatten. Nach der Kaffeetafel, bei der Herr Karl Buer, der Vorsitzende der Zionistischen Ortsgruppe, die Gäste begrüßte, ■fanden auf den Wegen und Wiesen des Ailelcnhoks Wettläufc und Gesellschaftsspiele statt. Als die Teilzehnter sich wieder im Saale eingefuiideu hatten, erfreute sie Frau Spcicr-Kaufmann durch den melodiösen, einpüiidimgsvollen Vortrag jüdischer Volkslieder. Sodann nahm Herr Justizrat Dr. Bodenh e i m e r das Wort zu einer kurzen, eindrucksvollen Festrede. Im weiteren Verlauf des Nachmittags trug Herr Walter Woog eine Arie aus Tanuhäuscr und Lieder heiterer Art vor, die erkennen ließen, daß der noch jugendliche Sänger sich in vielversprechender Weise entwickelt hat. Herr Hans T o b 3 erntete mit seinen humoristischen Rezitationen stürmischen Beifall und mußte sich zu immer neuen Zugaben verstehen. Am Ende der Darbietungen sprach Herr Max G o 1 d r e i c 11 in warmen Worten allen vorgenannten Künstlern sowie Fräulein Erna Kaufmann, die in liebenswürdiger Weise die Klavierbegleitung übernommen hatte, den Dank der Gäste aus. Dann schloß dieser Teil des Festes unter den feierlichen Klängen der Hatikwah. Nach dem Abendbrot leitete eine Lotterie zum Tanz über. Allzu früh gab ein prächtiges Feuerwerk das Zeichen zum Auforuch. Am Ende des genußreichen Tages waren nicht nur der Turnverein, dem der namhafte finanzielle Erfolg der Veranstaltung zugewiesen wurde, sondern auch die anderen Vereine und Teilnehmer sich darüber einig, daß ein ähnlich schönes Sommerfest in Köln lange seinesgleichen suchen müsse. 53 TRiBi/erie 0־ Der ״Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands“ schreibt uns: An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“, Sächsische Str. 8. Sehr geehrte Redaktion I Da die ziffernmäßigen Angaben, die Herr Laudau In seinem Aufsatz ״Immer wieder der Zentralverein“, 111 Nr. 20 Ihrer geschätzten Zeitschrift über den Verband vier jüdischen Jugendvereinc Deutschlamls macht, durchaus irrig sind, ersuchen wir höfliehst um Aufnahme der folgenden Berichtigung: 1, Die Zahl der Mitglieder des Jugciidvcrbandcs beträgt nach der Statistik vom 1, 3. er. 14 020. Da inzwischen 0 Vereine dem Verbände neu angeschlossen sind, ist die Schätzung vcm 15000 Mitgliedern wohl kaum als zu hoch gegriffen zu bezeichnen. 2. Nach der gleichen Statistik beträgt die Zahl der aktiven d. h. jugendlichen Vereins mitg 1 i c d e r 11 177. 3, Wieviel Mitglieder im zionistischen, ortiiotloxeu «der liberalen Lager sielten, wieviele sich noch keiner Partei niigeschlosscn liaben, ist durchaus nicht fcstzusteilen, da kein einziges Mitglied jemals nach seiner Stellung im jüdischen politischen Leben gefragt wird. Alle Schätzungen, die hierüber aufgestellt werden, entbehren jeglicher positiver Unterläge. 4. Besondere rum-, Wunder- und Sportabtcilungen bestellen zurzeit in 18 Jugendvereinen. Mit vorzüglicher Hochachtung Die Geschäftsstelle des Verbandes der Jüd, Jugend vereine Deutschlands. I. A.: Cora Berliner. Dazu schreibt uns Herr Dr. Landau: Also 11177 aktive Mitglieder hat der Jüdische Jugciulvereinsverband! Schon mein seliger Herr Großvater hat mich gelehrt, allen Zahleiiaugaheii, die eine 7 enthalten, mit Mißtrauen zu begegnen. Hier finde ich sogar die 7 in doppelter Ausführung! Es ist natürlich unmöglich, die Zahl nnchztiprüfen, solange nicht eine genaue Aufstellung sämtlicher Verbaiidsvcrciitc mit ihrer Miigliedcrauzaltl, nach aktiven und passiven gesondert, gegeben wird. Aus dem Schreiben des Frl. Berliner geht jedenfalls hervor, daß mein Zweifel an der Zahl 15 000 gerechtfertigt war. Am 1. März 1913 waren cs danach 14 000, und am 10. Mai war die Hauptversammlung, auf der schon andauernd die 15 000 aufmarschieren mußten. Turn-, Wunder- und Sportabteilungen bestehen in 48 Vereinen, Sehr schön! Zufällig erhalte ich am selben Tage einen sehr empörten Brief eines Herrn Siegfried Levvy aus Essen, Andreasstr. 19, der, um mich zu widerlegen, genau dieselben Zahlenangaben macht wie Fräulein Berliner, anscheinend also mit ״amtlichem“ Material arbeitet. In seinem Brief aber heißt es: ״In Wirklichkeit bestehen heute schon 17 Turnabteilungen,“ Schon wieder meine geliebte Zahl 7! Wie löst sich aber der Widerspruch zwischen den 48 Turnabteilungen des Fräulein Bcrliner und den 17 des Herrn Lcwy? Ganz einfach: Herr Lcwy spricht von Turiiabteilungcn, Fräulein Herliner aber von Turn-, Wandcr- und Sportabtcilungen. Anscheinend rechnet sie jeden Verein, der einmal einen Fußmarsch oder auch eine Kremserpartie nach dem näehstgelegeiicn Kaffeegarten gemacht hat, zu den Wnndcrahtcilungcii. Ich habe meine Zahl von 2 Tuniabteiiungcn so gefunden, daß icli die ״Mit• teilungen“ des Verbandes nach Berichten über Turnabteiluiigcn durchsuchte, mul da fand ich nur 2, Es ist doch nicht anzunehmen, daß von einer solch wichtigen Tatsache, wie der Begründung einer Turnabteilung, ein Verbandsverein nicht im Verbandsorgan Nachricht geben würde. Besagter Herr L e w y aus Essen fragt aber auch entrüstet, wie ein Zionist dazu käme, die neutrale Jugcndvcreinsbewcgung anzugreifen. Die Frage würde gar nicht gestellt werden können, wenn nicht der Vorstand des Jugendvereinsverbandes andauernd mit dein ganz unklaren Begriffe der ״Neutralität“ operieren würde. Der neutrale Jugend vereinsverband soll sich indifferenter Jugendvercinsverband nennen! Er erzieht seine Mitglieder zur Indifferenz, zur Gleichgültigkeit allen jüdischen Fragen, nicht nur dem Zionismus gegenüber! Gegen die Indifferenz im Innern, die dem deutschen Judentum mehr Abbruch getan hat, als laßle Angriffe von außen, muß und hat bisher jeder gute Jude Front gemacht. Der Vorstand des Jüd. Jugendvereinsverbandes hat die Indifferenz zum Prinzip erhoben, er nennt sie ״Neutralität“. Daher seine ״Erfolge“, über die ich nachzulesen bitte den Bericht über den 1500 Mitglieder starken I Gabriel Ricsscr-Verein in dem ״Brief aus Cöln“ in einer der vorhergehenden Nummern dieser Zeitung. Schluß de■ redaktionellen Teils. jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst! FreHag^l. August, abends: ln allen Synagog« Sonn ab e nd,2. Acgu! t, (Neumondsweihe) vorm In der allen Synagoge §«/, Uhr In der Kaiscrtti und Rykcstraßcii-Synagoge 9 ,Uhr, In den ander« Synagogen: Frühgottcsdiciist 7\, Uhr. Haupt• g o 11 e s d i e 11 8 t: 10 Uhr. Predigt: Alte Synagoge: Rabb. Dr, Petuchuwski. Synagoge Rykestralle: Rabb. Dr. Stier. Scliriftcrklarung: Neue Synagoge: Rabl). Dr. Gaus. Synagoge Linilciistralie: Rabb. I )r. Ruseuzwcig. Synagoge Liit/owstralSe: I )r. Finkei. Synagoge Fasancustraßc: Dr. Julius Golm. A b e 11d g o 11 e s d i e n s t: 8 Uhr 10׳ Min. (Mineha V2 Stunde vorher, in der Allen Synagoge 5 Uhr). Gottesdienst an den Wochentagen: morgens: in der Alten, Kaiserstr,- und Kykcstr.l Synagoge G'/a Uhr; in eien anderen Synagogen 7 Uiir; abends: in allen Synagogen: 7 (dir. CTO mmm rl Jüdischer Nationalfonds Zentrale für Deutschland G«ld>endunscn »iod imtchlieullch tu rlchieo in Herr■ Mai Vollitalair GwrloUubarg, Roidur-StriS« S. J Dr. H a n t k e z. Verlobung Berlin, graf. Dr. Emil Cohn Dr. Z i r k 1־ r. Berlin, dankt Gustav Schwabe, Varel, f. freund!. Aufnahme . . Falkenstcin, Laurahütte, aul. d. freudigen Ereignisses im Hause Gaplan . . . . R.-A. Dr. Klee, z. Zt. Krottingen (Rußland), anl. d. Jahrzeitstages Dr. H c r /. 1 s 10,—, Eugenie Klee 2,—. Ges. i. Esplanade, Posen, durch Gertrud Scclig u. Herrn Lichtenstein . Eliasbergs, Berlin, grat. Heymanns z. 2. Sohne. R.-A. Dr. Chone, Posen grat. Assessor Arthur Zwirn nebst Fafti. z. Examen, derselbe grat. nachträgl. s. 1. Lbb. Hof stein u. Gemahlin z. Geburt d. Söhnchens. Apotheker E. Cassireru. Siegbert W01 f f, Berlin, statt Telegramm z. Stiftungsfest d, V. J, St-, Freiburg. Dr. Eliasberg grat. Dr. Emil Levy z Sohn 1,—, derselbe grat. Dr. Bodenheimer z. Justizrat 1,—. Prof. Dr. Otto Op et, Kiel. Frl. Epstein, Elberfeld, gelegentlich ihres Besuches im Kölner Hauptbureau d. I, N.-F Max Woilstciner, Berlin, grat. Dr. Emi ,Cohn z. Verlobung. J. H. Wagner 11. Frau, Berlin, kond. Dr Löwen hei in u. Frau, Rosa u. Bianca Le win, Berlin, grat. Farn. Cohn . . . . Dr. 11 a n t k e, Berlin, konil. Dr. Löwen heim . Durch H. Sch.: Isidor T eich n er, Breslau, anl. s. Physikums. Hugo Schn cht cl u. Frau, Breslau, erwidern die Glückwünsche v. R.-A. Hans Steinitz u. Frau bestens. Eliasbergs grat Percy Zad iks . . . Alfred Müller, Kattowitz, grat. Dr. Pinc z o w e r u. Frau. Derselbe grat. Leo Capian u. Frau, Berlin Moses Marx, Berlin, grat. Dr. Heymann z. Geburt d. Sohnes. Dr. Eli Aberg grat. Dr. Emil Cohn zur Verlobung. Georg Biumcnthal, Berlin, dankt Histadruth f. Nachweis hebräischen Unterrichts . . Lehrer A. S u p p I i, Boüschwingken . . . Ges, auf d. Hochzeit Helene Hcrzfeld- Scmmy Lcvinsen, Hamburg, durch H. Schönfe;d . . .. Harry Dan zig er u. Frau, Berlin, grat. z. Verlobung Emmi St r e I it z - Fritz Schlesmger sowie letzterem z. bestandenen Dipl.- Ingenieur .. Rudolfine Haas, Elberfeld, erwidert die Qrüße d. stud. Ernst Müller, Heidelberg . Mirjam Epstein, Elberfeld, grat. d. bekannten V. J. St. ern d. ihr Examen bestanden Henny Bloch, Dora Stern und Selms Kahn, Straßburg, grat. Arthur Stein herzi. z. bestandenen Examen .... _ Le״e Seidel, Ostrowo, grat. Herrn und Frau Dr. Pin czo wer z. Geburt d. Söhnchens Max u. I. I. Pinczower, Ratibor, grat. ihren Geschwistern Dr. Adolf Pinczower u. Frau, Kattowitz z. ersten Sohn. RaVibor”*^*1^ Oelbaumsammlung Tokus, Frau Else C ihn,’ Noidhausen!! \ Trude u. Ida Bäcker, Berlin, grat. ihrem . יי ־ Sanitfitsrat Caspar!, Berlin, dankt M. 1,- 3.- 2,~ 12,- 1,50 1,- 2,- 2,- 2_ 45,- 2,_ 1,- j_ 25,- 1,- 3,- 1,- 2,- 1,- 2,- 5,- 16- I,- -,50 1,50 1,50 1,- 1,- 4,25 3.- Dr.

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