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Jüdische Rundschau · 1913-07-25 · Heft 30 (25.7.1913) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 30 (25.7.1913)
Date
1913-07-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 30 Seite 309 Betrifft Einteilung der Kongresswahlkreise / Das Aktionskomitee hat sich auf unser Ersuchen bereit erklärt, den Termin für die Ablieferung der Schekel der deutschen Landsmannschaft hinauszuschieben, so daß wir in der Lage sind, auch noch Zahlungen zu berücksiddigcn, die bis zum 30. Juli eingchcn. Wir bitten jedoch die Gruppenvorstände, die Schckelbelräge möglichst noch früher an uns gelangen zu lassen, damit wir noch 11־, den ersten Tagen des August mit der Einteilung der Wahlkreise beginnen können. Zionistische Vereinigung für Deutschland. PALflCSTJ NA-RUtt DSCHf״ ■J Vor kurzem fand in Jaffa eine Beratung bezuglieh der Anlage neuer Ycinenitensiedlungen statt, an der Vertreter des Palästina-Amtes und der verschicdenen jüdischen Arbeiterorganisationen tciliialirm-n Es wurde beschlossen, für eine neue Siedlung in der Kolonie Rcchobot h 10000 Frcs. und für die Er- Weiterung der Siedlung in Pethach-Tikwah 7m Frcs. zur Verfügung zu stellen. Dies soll in der Weise geschehen, daß jede ycmcuitischc Familie in diesen beiden Kolonien, die mit etwas eigenem Kapital den Bau eines Wohnhauses in Angriff nehmen will, ca. 500 Frcs. als Darlehen erhält. Auch der Gesundheitszustand der Yemeniten, besonders in den Kolonien Pethach-Tikwah und Chcder a 11, war Gegenstand der Besprechung. Es wurde festgestellt, daß eine wirksame Abhilfe für die Yemcniten aller Kolonien die Aufwendung von etwa 5000 Francs jährlich erforderlich machen würde. Bei dem allgemeinen Interesse, das für die Einwanderung der Yemeniten herrscht, wäre es seltsam, wenn die Aufbringung dieses Betrages für ein derartiges Werk sozialer Fürsorge Schwierigkeiten böte. Es besteht die Hoffnung, daß in erster Reihe die jüdischen Palästinafreunde in Amerika hier cingreifen werden. Die Palästinaspitzen aus den Ateliers des ״Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina" finden mancherorts bei unseren Freunden immer noch nicht die Bcachtung, die ihnen nach der Feinheit der Arbeit und den leicht erschwinglichen Preisen zukommt. An anderer Stelle dieser Nummer veröffentlicht der ״Verband" ein Inserat, aus dem die Preise einiger gang?■ barer Artikel ersichtlich sind. Wir weisen unsere Leser nachdrücklichst auf diese Veröffentlichung hin und bitten, sie bei gegebener Gelegenheit von den preiswürdigen Angeboten ausgiebigen Gebrauch zu machen. TVRnen 5.sport Am kommenden Sonntag finden interne Wettkämpfe dcrSportabtcilung des Bar •Cochba statt. Das große Interesse der aktiven Sportsleute bekunden die zahlreichen Meldungen, zumal diese Konkurrenzen als Ausscheidungen für das große Wiener Sportfest zum Zionistenkongreß gef dacht sind. Zu den Stafetten haben der V. J. St, * die I lasmonäa, der Herzl-Club und die Ivria ihre Teilnahme zugesagt, so daß interessante Kämpfe mit den Mannschaften des Bar Kochba zu erwarten sind. Bei der Gleichwertigkeit der zu den einzelnen Wettkämpfen gemeldeten Teilnehmer, fällt es schwer, die Sieger vorauszusagen. Wenn der für Sonntag bestellte Sonnenschein nicht ausbleibt, so wird der Sportplatz Sehulzendorf den Zuschauern, wie schon oft, zu einem «geregten Sommernachmittag verhelfen. Auf wiederholte Anfragen teilt die Sportabteilung des Bar Kochba mit, daß das reguläre Hockey- ««d Fußball-Training erst im September ein- «brt, da der Sommer mit dein Athletik-Training reich- Bch ausgefüllt ist. ** AUSALLeRWeiT״ Deutschland Der Minister für Handel und Oewerbe hat auf Eingabe des geschäftsführenden Vorstands Rabbinerverbandes in Deutschland verfügt: Spendet am 2 J U tDlSCIl 1: RUNDSCHAU ״Da über die 8! Ihn •׳, die die Leiter der meinem Ressort a!!;;el:üre:1וז:8׳ Min.liteheti Schulen (Fortbildtmgs- und Fach: e'.iukn;?;?•:.:iisibcr den Wünschen auf Befreiung j!;d;,dar LcLüht vom Unterricht oder von gewisser) Arbeiicii an den Sabbaten und jiidiselien Feiertagen cx/'.inchnicu 1t!bc», neuerdings in einzelnen Fällen Zweifel <nt:׳ta;;den sind, bestimme ich, indem ich mich im rinlds.u״ mit den entsprechenden Anordm׳;: ׳cn de. 1Lrrn Ministers der geistlichen und ^Unterricht:;; 11;׳•״!: ׳fciilicltcn im Bereich der allgemeinen Schulverwaltung halte, für den Bereich meiner Verwaltern{׳ folg..!des: 1. Die jüJis du■» Schüler sind auf Grund eines bei der Einschulung oder zu Beginn des Schuljahres von ihren Eltern oder ihren gesetzlichen Vertretern zu stellenden Antrages an den Sonnabenden und den hohen jüdischen Feiertagen vom Schulbesuche zu befreien und, wenn sie an diesen Tagen die Schule besuchen, gegen den Willen der Eltern oder gesetzliehen Vertreter, zu schriftlichen «der anderen ma- 1»»eilen Arbeiten (Zeichnen, Fcldmessen u. dgl.) und zur Teilnahme an Exkursionen nicht anzuhalten. 2. Da die jüdischen Sabbate und Feiertage mit Sonnenuntergang beginnen und endigen, gelten diese Befreiungen einerseits für die an den Vorabenden nach Sonnenuntergang, andererseits (für die) aber an den Festtagen selbst nur für die vor Sonnenuntergang Hegenden Unterrichtsstunden. Eine Ausnahme ist für den Versöhnungstag zu gewähren, an dem die Bcf re hing bereits eine Stunde vor Beginn des Festes und am Festtage selbst auch für den Abend nach Schluß des Festes zulässig ist. 3. Um den Schulleitern eine Kontrolle zu ermöglichcii, bestimme ich ferner, daß Voraussetzung für die genannten Befreiungen ist, daß dem Schulleiter zu Beginn des Schuljahres bzw. itn April jeden Jahres, gegebenenfalls bei Eintritt eines diese Befreiungen wünschenden Schülers, von der zuständigen Behörde der betreffenden jüdischen Gemeinde ein Verzeichnis der in Betracht kommenden hohen jüdischen Feier* tage und des Beginns und Schlusses der Sabbate und Feiertage eingcreicht wird. Die jüdischen Schüler sind gegebenenfalls bei Stellung etwaiger Anträge darauf hinzuweisen, damit sie auf die Einreichung dieses Verzeichnisses hinwirken können. *1. Auch bei den Abschlußprüfungen der Schulen ist eine billige Rücksichtnahme auf die religiöse Verpflichtung solcher jüdischen Schüler, die während der Schulzeit von diesen Befreiungen Gebrauch gemacht haben, nngezeigt. Es ist daher, wie es auch seitens des Herrn Ministers der geistlichen und Unterrichtsangclegcnhciten für die höheren Lehranstalten angeordnet ist, darauf zu halten, daß bei Beteiligung solcher jüdischer Sdiüicr die Prüfungsarbeiten nicht auf einen Sonnabend oder hohen jüdischen Feiertag gelegt werden. Sollte es sich im Einzelteile nicht vermeiden lassen, so ist den betreffenden Schülern Gelegenheit zu geben, die Arbeit an einem späteren Tage nachzuholen, in derselben Welse, wie dies in Fällen plötzlicher Erkrankung von Prüflingen ge- Schicht." England Großen Unwillen erregt in der Londoner jüdisehen Gesellschaft das Vorgehen des jüdischen Parlamcntsmitglicdes Sir Philipp Sas 800 n und einer dem Vorstande der Änglo-Jewisli Association angehörenden Dame, Mrs. Bischoffäheim, die der Einladung des russischen Botschafters Graf Benkendorff zu einem Diner in der Botschaft Folge geleistet haben. Während der Oberabbiner von England erst vor kurzem auf dem Kongreß zur Bekampfung des Mädchenhandels eine heftige Anklagerede gegen die russische Regierung wegen ihrer barbarischen judenfeindlichen Politik gerichtet hat, währetid die englische Presse tagtäglich über neue grausamc Judenverfolgungen im Zarenreiche berichtet und das vereinigte Komitee der jüdischen Gemeinde- und Wohltätigkcitsverbär.de wegen der Zurücksetzung englischer Juden in Rußland wiederholt bei der Regicrung vorstellig geworden ist, scheuten sich diese gesellschaftlich hochgestellten Vertreter des Judentu ms nicht, als Gäste des russischen Botschafters an seiner Tafel zu speisen! Der ״Jcwish Chroniclc“ und andere englisch-jüdische Zeitungen wenden sich in schärfster Weise gegen diese empörende .Takt- und Würdelosigkeit, die geeignet sei, das Ansehen der jüdischen Gesamtheit aufs schwerste zu schädlgen und den Rechtskantpf um die Gleichstellung der Juden in Rußland alle Sympathie« aufrechter Christen zu entziehen. Bulgarien Der H iif sve r e i n der Deutschen Juden erhielt aus Serres folgendes Telegramm: Serres wurde von den fliehenden Bulgaren zu drei Viertel in Brand gesteckt. Das jüdische Quartier mit Synagoge und Schule ist fast völlig vernichtet, der Markt ist niedergebrannt. 120 jüdische Familien sind obdachlos und befinden sich in tiefstem Elend. Nach einer Depesche des Großrabbiners von Bulgarien, Dr. Ehrenpreis, die dieser Tage in London ein traf, sind mehrere tausend jüdische Familien BuL gariens infolge der neuen Mobilisierung dem größten Elend pretegegeben. Der Großrabbincr appelliert an die jüdischen Hilfsgcselischaltcn Westeuropas, die begonnene Hilfsaktion fortzusetzen. Da es nunmehr feststeht, daß Saloniki griechisch bleibt, und weite Kreise der dortigen jüdischen Bewohnerschaft zu den neuen Herren der Stadt kein . Vertrauen fassen können, haben zahlreiche jüdische Familien, namentlich aus dem Kaufmannsstande, be» schlossen, nach Konstantinopcl, Smyrna, Kleinasien und Palästina nuszuwandem. Ueber 200 jüdische Fa» milicn haben sich bereits nach Konstantinopcl begeben. Der Auszug so vieler wohlhabender Bewohn er bedeutet eine schwere Schädigung für da• Wirtschaftsleben der Stadt, Türkei Der französische Botschafter in Konstantinopel erhielt ein Telegramm aus Dedcaga tsch, wonach dort bulgarische Soldaten die jüdische, griechische und mohammedanische Bevölkerung angegriffen und ein Blutbad unter ihnen angerichtet haben. Ernste Besorgnisse erweckt auch das Schicksal der jüdischen Bevölkerung von Cava 11a, wo die Juden seit dem (Einzug der Bulgaren viel zu leiden hatten. Die Stadt Serres wurde von den fliehenden Bulgaren in Brand gesteckt. Das jüdische Viertel samt der großen Synagoge wurde ein Raub der Flammen. Ueber 100 jüdische Familien sind obdachlos. Der Großrabbincr von Saloniki, Rabbi Jakob Mcir, berief eine außer• ordentliche Sitzung der dortigen Gemeinde ein, um siezurEntsendungeincrKommission nach Serres, Doiran und Strumnitza zu veranlassen; die Kommission soll u. a. die Höhe des Schadens feitstellen, den die Juden dieser Städte infolge des neuen Kriegs erlitten haben. Russland Im Flecken Parczewo, Gouvernement Siedlet; war eine Christin zum jüdischen Feldscher gegangen, um ihre beiden Kinder impfen zu lassen. Unterweg• kam ihr eins der Kinder abhanden. Sofort verbreitete sich das Gerücht, die Juden hätten einen Ritualmord begangen. Das Haus des Feldschers wurde hierauf von einer erregten Menschenmenge gestürmt und demoliert, zahlreiche jüdische Läden wurden ge־! plündert, fünf Juden verwundet. Abends fand man das verlorene Kind, welches sich verirrt hatte. Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Amerika Bei einem New Yorker Qcrichte wurde vor kur» zetn das Testament des Majors Iwan Tale ff eröffnet, aus welchem hervorging, daß derselbe 50000 Dollar zur Verteilung an Wohltätigkeitsanstalten ohne Unterschied der Religion und der Rasse vermachte. Trotzdem testierte Major Taleff noch besonders bedeutende Summen der ״United Hebrew Carities", dem ״Montefiore-Heim", dem ,,jüdischen Waisenhause" usw. Major Iwan Taleff, der vor IS Jahren als russischer Offizier aus Riga flüchtete, trat bald nach seiner glücklichen Landung in New York in die Armee der Vereinigten Staaten ein, wo er ea auch bald zum Major brachte. Er kannte die Leiden der russischen Juden aus eigener Anschauung, und diese Kenntnis war der Beweggrund dafür, daß er die Institutionen zugunsten der jüdischen Einwanderer besonders bedachte. jffjg Herr Dr. med Julius Loewenheim, der ver״ - dienstvolle Leiter der Groß-Berliner Nationalfonds- Propaganda, erlitt durch den Tod seines Vater» einen schmerzlichen Verlust. Wir sprechen dem «pferfreudigen Gesinnungsgenossen unser herzlichste• Beileid aus. Das Landeskomitee des Schwelxerisehen Zionistenverbandes in Zürich, bittet Gesinnungsgenossen, die sich in der Hochsaison in den Schweizer Kurorten aufhaltcn und bereit sind, die Propagandatätigkeit des Zionistenverbandes zu unterstützen, um rechtzeitige Angabe ihrer Adressen. ן ךך י «r«4|

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