Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 27 (4.7.1913)
- Date
- 1913-07-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Abonnements •uf die wöchentlich im Freit** er *chrinetui•!Jüdiichc Rundidhiu1 kosten bei aer Expedition und be *Men Foatämtern vierte!jährlich 1.50M außerhalb Deutschland• und Oester reich-Ungam» 2,־־״ M״} für Mitglieder jüdischer Vereine im Sammeibexug durch den Verein 1,— M. Verlag JUdlach* Kumludbau &. G, m. b. H. kjEKLlN W. 15, SfichaiacHe Straß* 8, Telephon: Amt Uhland 845. Gesdhäftutunden•. 9 ~1 und 4—7 Uhr, •uSer Sonnabend und Sonntag. L_ Anzeige» kosten für di* aedh*ge»p*lteo• Petit» Keila oder deren Raum 4u Pf.ן Steiieo» Angebote und -Gesuche •owie Verein** Mitteilungen «ad ״Kleine Anzeige* סם nur SO Pfennig. Q 0 Menuskripte werden, wem Porto beiliegt, *Uta Kurüdcgeaandt Redaktioaaacbhili Mittwoch vormittag*, Redaktion Jüdische Rundacha« BERUH W. I5״ SIchsisebe Straße I. Telrphoo s Amt Uhiand 845. Spredbstunden Dienst# und Donnontag 5—*4> Uhr i LJ V Nummer 27 XVI». Jahrgang Ausweis Schekel: Breslau 00,—, Erlangen 3,-, Oroll- Slrdilitz 28,-, Stuttgart 15,-, Rybnik 7,--, Pudewii/ i. P. 1,—, Hagen i. W. 3,-, Ol'fenbaeii 18,—. 11׳ Hikfurt a. M, 32,--, Berlin 46,—, MiUwekia '20,—. Kii/iiigeii 17,— M. Landeiiorganisationsbeitrlige: 1. Ortsgruppen: Erlangen 6,-, Breslau 15«, Hagen i. W. 9,—, Offonbath 32,—, Frankfurt n. M. 46,—, Samtcr 22,—, Mittwekl« 3,—, Chcin- ««/• 2,—, Berliner Zionistische Vereinigung 3,—, Berlin 21,- M. 2. Einzelpersonen: S. Rolhholz,!,udewitz 5, , Gideon Joehanaan Heyinann, Berlin 5,— , l)r. Woifskchl, München, 2. Rate 20,—, I5r, Hans Mühsam, Berlin 15,—, S. Preczep Leipzig 5,—, Werner Lachs, Berlin, 2. Rate 5,—, Rechtsanwalt l)r. Fritz Simon, Berlin, 2, Rate 5,—, l»r. Holstein, Oppeln 10, I)r. M. Mayer, München 5,—, Goklhaber, Chemnitz, II. Quartal 2,50, Dr. Ludwig Pincus, Herlitt 10,- M. ' Eingang vom 25. Juni bis 2. Juli 1913! Sehe- Lei: 280, - M. L a 11 d es o r g an i s a t i o 11 s b c i - trii gc: 381,50 M. Gesamteingang: Schekel: 3975,25 M', L a!1 - desorganisationsbeiträge:8680,37 ׳ M. Adresse für Geldsendungen! Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W15, Sächsische Straße 8. Postscheckkonto: Berlin 8091, Bankkonto: H. Heymann &• Co., Berlin W 56, Hinter der Katholischen Kirche 1. B c r i c b ז i g u n g. ln Nr. 26 waren aus ,Wreschen 16,— M, für Schekel ausgewiesen, von denen 8,— M. für Landesbeitrage bestimmt waren. Oie Addition ist dementsprechend geändert worden. Aufruf zur Veranstaltung eines Kongreßtages in allen zionistischen Gruppen. Der XL Kongreß in Wien wird eine machtvolle Demonstration des zionistischen Gedankens sein, Er wird uns und der Welt beweisen, daß wir uns mit Recht die einzige Vertretung des jüdischen Volkes nennen, durch die das zerstreute Volk sagt, was es braucht und was es will. Wir haben daher alle Veranstaltungen zu'!reffen, um der ganzen Welt deutlich und unüberhörbar kund zu tun, was das im ,Zionismus vetbundene jüdische Volk fordert. Wir müssen die Kundgebung des jüdischen Volkes, die aus den tiefsten Bedürfnissen seines Wesens und sei* »er Lage geboren ist, durch unsere Organisation in eine Form fassen, an deren Deutlichkeit nicht der böse Wille unserer Gegner und nicht dir Abgestumpftheit der Abseitsstehciulcn rütteln k,11111־, Wenn in Wien die Delegierten der zionistisehen Organisation zusammcntrelcn, von einem Willen beseelt, und wenn in diesem Augenblicke wieder die Hoffnungen und Erwartungen unseres Volkes auf ihrer Versammlung tuhen, soll sich jeder Zionist und jede zionistische Gruppe nochmals zum zionistischen Parlament des jüdischcn Volkes bekennen. Deshalb fordern wir unsere Organisationen auf, unmittelbar vor dem Kongreß einen Kongroß tag zu veranstalten. Wo immer Zionisten Zusammenkommen können, sollen sie sich zu 9m«r gemeinsamen Kundgebung vereinen. Sie *ollen sich miteinander und mit der Wiener Tagung, über der Hcrzls Geist schwebt, solidarisch erklären. Wir wünschen und lioffen, daß die Zionisten der ganzen Welt sich in einer macht- ״Der HarÄTmixm cretreBt fSr das jüdische Volk cllo ScXcffun'? einer GrfentilcIt-racIiLHc!» gesicherten lielsasött® In PnlufiLina«u Hausier Programm* vollen Kundgebung zusammenfinden, deren Größe die Bedeutung unserer Bewegung widerspiegelt. Die Tat wird das Wort erhöhen, wenn bei dieser Kundgebung unsere Organisation eine materielle Stärkung.erführt, wenn jeder unserer Freunde gleichzeitig einen Betrag dem Zentralfonds widmet, der den Bestand unserer Organisation und die Ausführung ihres Willens über alle Gefahren hinaus sichern muß. ' Die Formen dieser Kundgebung können verschieden sein. Die Einheit muß im Geiste liegen. Das Engere Aktions-Komitee der zionistischen Organisation Professor Otto Wmrburg, Dr. Jacobson, Pr. H a n t k e, Dr. L e v i n, N. S 0 k o 10 \v. Der Zeairclverein ka Elsass Die Geschicke eines jeden Volkes — soweit nicht äußere Einflüsse gewaltsam auf ihren Verlauf einwirken — werden bestimmt durch den Widerstreit autlösender und aufbauender Tendenzen, durch das Streben nach nationaler Einheit und nationaler Zersetzung, Nur selten wagen die Gegner einer nationalen Zukunft ihre letzten Ziele mit der gleichen zynischen Offenheit zu offenbaren, wie es im heutigen Judentum von Seiten unserer Assimilanten geschieht. Die tollsten Paradoxe, die aus ihren Argumenten an allen Ecken und Enden hervorlugen, vermögen nicht sie in ihrem volksfeindlichen Tun zu beirren, ihnen das Verbrecherische ihres Treibens zu üemüte zu führen. Wie blind diese Leute für die Lehren sind, die die Geschichte und die Geschehnisse des Tages ihnen bieten sollten, dafür bietet die antizionistische Agitation des Zcntralvcrcins im Elsaß und in Lothringen ein Schulbeispiel. Man durfte im vorhinein erwarten, daß das deutschnationale Programm, das der Zentralerem deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in seiner letzten Hauptversammlung proklamierte, sehr bald durch die Welt der Tatsachen ad absurdum geführt werden würde. Der Gedanke, die Juden Deutschlands auf ein national-deutsches Programm zu verpflichten, war eben nicht aus einer Weltanschauung heraus geboren — über die sich immer streiten läßt —, sondern aus der Rücksicht auf ganz bestimmte zeitlich und örtlich begrenzte Verhältnisse außerhalb des Judentums. Ein jeder Fehler in der Beurteilung dieser außerjüdischen Verhältnisse mul) sich demnach bitter rächen und das ganze Gebäude der assimilatorisehen Beweisführung ins Wanken bringen. Das mußten die Agitatoren des Zcntralvcrcins zu ihrem Leidwesen erfahren, als sic auszogen, das Elsaß für ihren Kampf gegen den Zionismus zu gewinnen. Wir hatten seinerzeit über mehrere Vcrsämmhingen berichtet, in denen de 11 Herren recht deutlieh gesagt worden war, daß sie mit ihren deutschnationalen Tiraden dort ganz gewiß an die Unrechten kämen, wo die Juden — gemeinsam mit der nichtjüdischen Bevölkerung — ihrer früheren Zugehörigkeit zur französischen Kulturgemeinschaff ein treues Erinnern bewahrt haben. Wenn der deutsche Nationalismus der Ffcrren Fuchs und H o 11 ä n d c r wirklich das gleiche wäre, was die Deutschbürtigeii unter dieser Be- Zeichnung verstehen, so wäre es für den Zentralvercin in der Tat eine dankbare Aufgabe im Elsaß als Verfechter des reinen, unverfälschten Deutschtums aufzutreten und keine agitatorischen Rücksichten dürften ihn abhalten, dieser seiner vermeintlichen Mission nachzukommen. Da aber zeigt es sich, daß unsere deutschnationalen Juden ihre Intransigcnz nur gegenüber dem jüdischen Nationalismus zu bewähren wissen und daß die Sache ein ganz; anderes Gesicht erhält, sobald cs sich darum handelt, mit den im Elsaß vielfach herrschenden französischen Anschauungen zu paktieren. Während man sich ״von den Zionisten, die ein deutsches Nationalgefühl leugnen", trennen zu müssen meint, will man im Winter ״einen Landesverband des ZentralvereinsfürElsaß-Lothringenmit' vollständiger Selbständigkeit, den Verhältnissen und dem Charakter des Landes und seiner Bevölkerung entsprechend", gründen. Man sieht, die Sache wird immer problematischer. Nachdem die Grenzlinie gegenüber den nicht reichsdeutschen Stammcsgenossen scharf gezogen ist, erweist es sich als notwendig, auch noch unter den deutschen Juden zu differenzieren. Ein Sonderverband der sozialdemokratischen Zcntralvercinsmitgliedcr, die die deutschnationale Propaganda der Leitung doch wohl auch nicht rnitmachcn, wäre wohl die weitere Folge. Fragt sich nur, ob die clsässischen Juden den feinen Unterscheidungen des Zcntralvcrcins das nötige Verständnis entgegenbringen werden, oder ob ihnen nicht gerade die Gründung dieses Sondcrverbandes zum Bewußtsein bringt, daß ihre Stellung zu jüdischen Dingen, ganz abseits von ihren sonstigen politischen und kulturellen Neigungen, eben nur eine jüdischnationale zu sein 11 at. Denn nur der Zionismus, dessen Stärke in der Offenheit und Wahrhaftigkeit seines Programms begründet ist, hat die Kraft, das Judentum trotz seiner vielfältigen politischen und kulturcllen Interessen, zu einen und einem jeden Juden im Widerstreit der allgemeinen Interessen eine Stellungnahme zu ermöglichen, deren Ehrlichkcit von jedem Einsichtigen anerkannt werden muß. Die Liquidation des Judentums, die der Zentralvercin will, muß und wird schon allein an den warnenden Symptomen zuschanden werden, die die Unwahrhaftigkeit seines neuen Programms auch dem weniger Scharfsichtigen erweisen müssen, Und bald werden alle deutschen Juden in das Gelächter cinstimmen, das die Resolution vom 30. März bei einsichtigen Nichtjuden von allem Anfang an verursacht hat. Dieses niedliche taktische Manöver mit dem clsässischen Landesverband entsprechend ״dem besonderen Charakter und Verhältnissen der Bevölkerung" ruft übrigens eine hübsche Reminiszenz wach. Vor noch gar nicht langer Zeit erschien — wie manchem noch erinnerlich sein dürfte — eine Broschüre des ״Antizionistischen Komitees". Mit viel Fleiß hatte da ein anonymer Schreiber versucht, darzulegen, daß der deutsche Zionismus sich seine Stellungnahme in allen Fr*•