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Jüdische Rundschau · 1913-06-13 · Heft 24 (13.6.1913) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 24 (13.6.1913)
Date
1913-06-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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,A \f / r 1 I 1 I I I I I I I I I Abonnements •ul die wöchentlich •m Freite? er- ״hnnend« ״Jüd»*thr ftuad«ch*t>M koden bei der Kxpeiition und bei •Um Pottimtern viert«!)•hriidb 1,5& II, außerhalb Deutsdhleml« und Oe»terrf1ch*Ungir11* 2,— M.1 für Milglieder jüdiMdher Vereine im Semmelbenig durch den Verein 1,'» M, Verlag JBdiidie Randidkita E. G. m. b. H. BERLIN W. 15, SlchaUcbe Straß* 8. Telephon: Amt Uhland 845. GefldiiifUstunden: 9 — 1 und 4—7 Uhr, außer Sonnabend und Sonntag. ךיי־־י־ץ J \ \ \ \ ן t h ח 0/ <. . v y W I ־/ י• ״׳/ ,־ > \ -f f ע 7: \ v ד י; i \'ד־ >■—J LJ . LJ Vy י.n r\ r n V / \ 1 L.Vb-üwJ ''',*‘*'**m*»*1^**׳^ mr 1 1 Anzeigen hart•« für die •ed)*ge*p*lta»r Petit• teile ©dar dar•« Raun* 40 Pf.| Sullea• Angelet« und •Gesutbe sovrfe Varaiaa• Mittribegeo und ״Klein• AiSeigaa* □ Q •ur 30 Pfennig. O O Manuakript« werden, wenn Porte beilieft, »teta lurüdtgeaandt RedakUoeaadiluii Mittwodi ronRittifa Radaktlo■ JQdtaeh• Randichaa BERLIN W. 15, Slebaiacbc 5tr״B* I. Telephons Amt Uhland 845. Sprodbatunden Dien•(•• und Denoertta( I J—4 Uhr nadümitUgra. n p*\ iw# VmJ 4wl C“״nף ס ס ח ו0 ח ף ׳ cJ L:'J\J Lj ü c ) '*ob J kJ ^r»!ו! m-11--״״״nM|| Nummer 24 Berlin, den 13. Juni IL13 — 8. Ssiwan 5673 XVIII. Jahrgang Schekelablieferung Wir setzen hierdurch als letzten Termin für die Ablieferung der Schekclgeldcr den 15. Juli fest, damit wir die Einteilung der Wahlbezirke und die Festsetzung der WahTvorortc rechtzeitig vornehmen können. Wir bitten alle Ortsgruppen und Vertrauensmänner, sowie die Inhaber von Schekelblocks dringend, diese Frist pünktlich inne zu halten und die gesammelten Gelder möglichst schon vorher an uns abzuliefern. Wahlberechtigt ist jede Ortsgruppe die in den beiden letzten Jahren zusammen 400 Schekel abgeliefert hat. Kleinere Ortsgruppen werden zu einem Wahlbezirk zusammcngelegt, der selbstverständlich ebenfalls für die Jahre 1912/13 zusammen 400 Scheckei abgeliefert haben muss. Wir bitten daher, bei der Einziehung der Schekelgelder darauf zu achten, dass diejenigen Parteigenossen, die im vergangenen Jahr den Schekel nicht abgeführt haben, Ihn jetzt noch nachträglich für das Jahr 5672 entrichten. Die Einzahlung der Beträge hat auf unser Post• Scheckkonto Berlin 8091 zu erfolgen. Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W. 15, Sächsische Strasse 8. Zum Wochenfeste Das Fest der Erstlinge . . . Wie der zarte Duft von Garben umfängt uns kosend sein linder Hauch. Die Stimmung des Huches Ruth mit seinem sehlichten Frieden steigt herauf . . . Wir befinden uns jin Tempel zu Jerusalem, und die Priester bringen dem Herrn unter Dankgebeten zwei Brote von der neuen Weizensaat als Opfergäbe dar. Vergangene Zeiten! Die goklgliiii/.enden Gebinde der Hahnfrueht, sic schmücken längst nicht inehr die verödeten Gefilde Judäas, verklungen ist der Wcchselsang der Schnitter und das fröhliche Scnsenklirren auf den Fluren von Beth-Lechem, aus der sanften Ruth-Idylle von ehedem ist eine graue Leidensgeschichte geworden, die Geschichte des ewigen Wanderers unter den Völkern. Die sieben Wochen, die einstmals wohl in freudiger Erwartung kommenden Erntesegens von der Reifezeit der Gerste bis zur Weizenmahd gezählt wurden, sie haben sich in Trauerwochen gewandelt, erfüllt mit' den schmerzlichsten Erinnerungen unserer Geschichte. Sefirah,,.. Und doch hat das Wochenfest unter allen unseren Festzeiten den heitersten Anstrich. Es hat gewissermaßen einen ländlichen Zug aus den Tagen der Vorzeit beibehalten. Blumengewinde und grüne Blattpflanzen an geweihter Stätte, Blumenschmuck und duftende Gräser in den Wohnhäusern ־- ähnlich mag wohl auch zu Boas and Ruths Zeiten das Erntefest in Israel begangen worden sein. Es ist bezeichnend für den nationalen Grundzug unserer Feste, daß gerade für Schabuoth, das die Tradition als den Jahrestag der Gesetzgebung, der göttlichen Offenbarung bezeichnet, keinerlei symbolische Weihehandlung vorgeschrieben ist, wie etwa für das Peßachfest der Pflichtgenuß ungesäuerter Brote und bitterer Kräuter oder für Sukkoth das Verweilen in der Laubhütte und die Weihe der ״vier Früchte“. Wohl weisen auch diese und andere Sinnbildliehe Handlungen unseres Zeremonials — leider gibt es keinen besseren Ersatz für dieses häßliehe und unzutreffende Wort — auf bestimmte Erci gnisse aus der Urgeschichte des jüdischen Volkes hin, sind also insofern nationalen Cha- ■rakters, allein als feste Satzung, als normative Vorschrift sind sie eben religiös. Man könnte *wohl auch verallgemeinernd sagen: Eine jede ״Der Zionismus• erstrebt für das jüdlacbo Fallt die Schaffung einer ßffeat- •rcsMIld» gesicherten Ileimatütto ln Baseler Pr02r*nmn symbolische Handlung hat etwas Religiöses an sich. Hingegen gilt für das Wochenfest bloß das Gebot der Enthaltung von Werkarbeit ohne jeden. Zusatz einer religiösen Weihehandlung. Schabuoth ist also mehr Feierals Festtag, ein Ruhe- und Freudentag des Volkes nach den mühevollen Wochen der Erntearbeit — daher der Name. .Und bringe einander näher unsere Versprengten aus der Mitte der Völker, und unsere Zerstreuten sammle vpn den Enden der Erde und führe uns nach Zion, deiner Stadt, in Jubel, und nach Jerusalem, deiner heiligen Stätte, in ewiger Freude . . .“ ״Und führe zurück Israel zu seinen Wohnsitzen, dort wollen wir wallen, vor dir erscheinen und uns vor dir verbeugen im Hause, das du erwählt . . Wieder werden diese innigen Sehnsuchtsworte unseres Festgebetes in allen Synagogen ertönen — wo nicht der Rotstift unserer ״vaterlandsliebenden“ Assimilantcn vermessen gewaltet hat. Törichte Vermessenheit! Wenn c!5 den Verbesserern und Verwüsscrern unserer׳ Gebete darum geht, alle nationalen Erinnerungen und Hoffnungen auszusondern, dann sollten sie gleich durch das ganze Gebetbuch einen dicken Strich ziehen. Sonst ist ihre Arbeit erbärmliches unzulängliches Flickwerk . . . Der XI. Kongreß Der Kongreß findet vom 2. bis 9. September 1913 (30, Ab bis 7. Elul 5673) in Wien statt. Die Adresse des Kongreßbureaus lautet :Bureau des XI. Z io 11 i s t e n k o n g r c s se 8, Wien II, K a r in e I i t e r p I a t z 1. Kongreßbesucher, die wegen Platzmangel zu den Verhandlungen keinen Einlaß erhalten sollten, werden an den allgemeinen Veranstaltungen teilnehmen können, die in größerer Anzahl stattfinden. Es sind u. a, ein akademischer Festakt, ein Turn- und Sportfest, mehrere Meetings, Lichtbildcrvorträge und Aus- Stellungen geplant. Der Einlaß zu jeder Sitzung und jeder Veranstaltung ist n ur gegen Karten gestattet, die für jede einzelne Veranstaltung besonders ausgegeben werden. Die Einlaßkarten für die Verhandlungen kosten für jede Sitzung Kr. 1.-- (M. 0.85, Frs. 1,05, Rbl. 0,40, Doll. 0,20, 10 d.). Es finden e i f Sitzungen des Kongresses statt. Da schon jetzt eine große Zahl von Bestellungen auf Einlaßkarten vorliegen und eine äußerst starke Beteiligung zu erwarten ist, empfiehlt es sich, die Karten im Vor verkauf zu bestellen. Die Gebühren für Karten im Vorverkauf betrugen: BröffnungMkzmig Jede weiter« Sitzung sämtliche l’littzo Site Logensite Kr. 8,- Kr. 1,50 Kr. 3,- M. 2,90 M. 1,80 M. 2,60 Fr. 3,20 Fr. 1,00 Fr. 8,20 Rbl. 1,20 Rbl. 0,60 Itbi. 120 Dell. 0,60 Doll. 0,30 Doll. 0,(10 Sh. 2,6 8h. 1,8 Sb, 2 SUmtliehe Verhandlungen Sitz ׳ Logensits Kr. 18,- Kr. 8«,- ■ M. 15,60 M. 28,B0 Fr. 19,20. Fr. 85,20 ' . ' Rbl. 7,30 13,30 ,Rbl ׳ . Doll. 3,60 Doll. «,«) 8h. 15,#׳ S 1,7,6 Bestellungen für Einlaßkarten zu den Verhandlungen sind unter gleichzeitiger Einsendung des Betrages an das Kongreßbureau zu richten. Bestellungen, welche ohne Einsendung der entsprechenden Geldbeträge erfolgen, müssen unberücksichtigt bleiben und können nicht beantwortet werden. Da für Ordner schon jetzt hinreichend gesorgt ist, kann auf Einlaß durch Beteiligung am Ordnerdienst nicht gerechnet werden. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß auch Pressekarten nur in ganz beschränkter Anzahl ausgegeben werden können. Wie wir aus Wien erfahren, ist die Nachfrage nach üastkarten zum Kongreß eine überaus rege, so daß damit zu rechnen ist, daß im Laufe der nächsten 14 Tage über die letzten־ Plätze verfügt sein wird. Da wir Wert darauf legen, daß unsere reichsdeut sehen Gesinnungsgenossen auch unter den Gästen des Kongresses in entsprechender Anzahl vertreten sind, bitten wir unsere Freunde, ihre Beste!- lung unverzüglich an die oben vermerkte Adresse des Kongreßlrurcaus aufzugeben. Der XI. Kongreß in Wien Referat, erstattet von I)r. Arthur Hintkc in der Berliner Zionistischen Vereinigung am 9. Juni 1913. Wenn wir uns von dem, was uns «1er XL Kongrell in Wien bringen soll, ein Bild machen wollen, so müssen wir uns klar machen, was seit dem letzten Kongreß geschehen ist und was für die Zukunft zu tun übrig bleibt. Die politische Arbeit des Actions* Coimtcs hat, wie cs Herzl ausgedrückt hat, die Aufgäbe, eine Atmosphäre des Wohlwollens für den Zionismus zu verbreiten. Die Faktoren, mit denen in dieser Beziehung gerechnet werden muß, sind die Großstaaten Europas und Amerikas einerseits, die Türkei, Konstantinopel und Palästina andererseits. Die Arbeit in Konstantinopel hat im Mittelpunkt unserer politischen Tätigkeit gestanden. Denn jede größere Aktion in Palästina ist davon abhängig, wie sich zu ihr die türkische Regierung stellt. Unsere Arbeit auf diesem Gebiet war unbedingt von Erfolg begleitet. Man kann es an sich schon als Erfolg bezeichnen, wenn es unserer Bewegung gelungen ist, in so wcchselvollcn Zeitläufen die Fühlung mit allen führenden Persönlichkeiten nidrt nur zu erhalten, sondcru von Monat zu Monat noch zu verbessern. Mehrfach hat man uns vorgeworfen, wir hätten uns mit einer Partei identifiziert. Wir können aber konstatieren, daß gerade das Gegenteil der Fall war. Unserc Beziehungen zur liberalen Partei waren ebenso gut wie die zur jungiürkisclien. Wir betonten eben immer, daß unsere Politik in der Türkei keine innertürkische sein könne, in dem Sinne, daß wir uns einer Partei verschreiben könnten. Unsere Arbeit in Palästina, vorn politischen Gesichtspunkt aus gesehen, hat auf die Schaffung eines guten Verhältnisscs zur arabischen Bevölkerung hin zuarbeiten, das zum Schaden unserer Organisation leider nicht immer bestanden hat. Die politische Arbeit in Europa und Amerika ist nach der alten Methode fortgesetzt worden. Man kann sagen, daß dieser Arbeit stärkere Sorgfalt gewidmet worden ist, als jemals seit Herzl» Tode. Zu einer Reihe von Staaten konnten wir Be- Ziehungen schaffen und aufrecht erhalten, um im entscheidenden Moment unsere Stimme zu Gehör bringen zu können. Auch hierfür war unsere Tätigkeit in Konstantinopcl von großer Bedeutung. Diese ganze Arbeit kamt im wesentlichen nicht darauf angelegt sein, momentane politische Ergebnisse zu zeitigen. Sie kann vielfach nur den Erfolg haben, daß unsere Arbeit nicht von Faktoren, deren Macht größer ist als die . tmserige gestört werde. /

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