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Jüdische Rundschau · 1913-06-06 · Heft 23 (6.6.1913) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 23 (6.6.1913)
Date
1913-06-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 23 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 23} Emst des sportlichen Trainings und der Fleiß jedes einzelnen nicht nachläßt, und wenn man bei jedem Teilerfolge einzelne Lücken, die noch auszufüllen sind, nicht übersieht. In einem Punkte aber wird ein weiterer Fortschritt kaum möglich sein: das ist die Pünktlichkeit der einzelnen Läufer am Tage der Entscheidung selbst. Die Anforderungen, die da gestellt werden, sind nicht gering, — müssen doch die Läufer, die in Waimsee lind Beelitzhof aufgestellt sind, teilweise schon vor 5 Uhr morgens die Betten verlassen, — und es gehört schon eine ziemliche Summe von Begeisteriing und Vcrantwortliehkcitsgcfühl dazu, wenn - wie cs beim Bar Kochbar geschehen — iin Laufe von drei Jahren kein einziger Ersatzmann einzuspringen brauchte, so daß jedesmal die denkbar beste Mannschalt anzutreten vermochte. — Allen, die diesmal zum Erfolge unserer Mannschaft!)egotragen haben, gebührt der Dank der nationaljüdischen und — wie wir glauben — auch der all- (;eineinen jüdischen Ocffcntlichkeit. Den Läufern seihst, den Ersatz- und Hilfsmannschaften und — last 11«!1 least — den beiden, in deren Händen die Vorl.eie,Hingen in erster Linie lagen, Herren Apotheker Landsberger und Ingenieur Nathan Ka m i 11 sky. Mitglieder und Freunde der Sportabteilung haben durch Stiftung von fünf Oclbäumcn dem schuldigen Dank an die beiden zuletzt Genannten Ausdruck gerelien. AUS DEM GEMEINDEN Hannover. Am Simonschcn Seminar zu Peine werden im Juli und August 1913 Ferienkurse für jüdische Lehrer stattfinden, die sich auf Schul-!;arterihau und Handfertigkeits-Unterricht in leichter Holzarbeit erstrecken. Diese Kurse sind für Lehrer eingerichtet, die bereits Schulgarten- oder Handfertigkeits-Untcrricht erteilt haben oder auf einem dieser Gebiete eine genügende Vorbildung besitzen. An Gebühr entrichten Lehrer kleinerer Gemeinden wöchentlich 15 M., Lehrer größerer Gemeinden wöchentlich 25 M. Hierfür werden neben der vollkommen kostenfreien Ausbildung freie Wohnung, freie rituelle Verpflegung und Benutzung aller Wohlfahrtsrinrichtungcn unserer Anstalt gewährt. Anmeldungen sind zu richten an Herrn Direktor Alexander, Simonschcs Seminar für Gartenbau und Handfertigkeit zu Peine. Frankfurt a. M. Vor der hiesigen Strafkammer spielte sich dieser Tage ein Prozeß gegen den Lottarickollektcur Schaefer wegen Betruges ab. Schacfcr war beschuldigt, durch geschickte Maulpulationen erreicht zu haben, daß bei Uewinnziehungcn von Lotterien, deren Lose er vertrieb, die Gewinne auf Lose fielen, welche er selbst besaß. Als Zeuge war zur Verhandlung unter anderen der hiesige Königliche Notar Alexander Reichmann geladen, der es aber vorgezogen hatte, auf zwei Ladungen hin nicht zu erscheinen, weshalb das Gericht ihn in eine Strafe von 100 M. nahm. Die Gründe seines Fehlens wurden bald klar. Man verhandelte über den Hergang bei einer Gewinnziehung, bei welcher Herr Notar Reichmann als Amtsperson fungierte. Ein Zeuge, der Zigarrcnhändler Straub, machte Mitteilungen, aus denen nervorging, daß es dem A n g c k 1 a g t c n S c 11 a e f c r von dem Notar gar nicht so schwer gemacht würde, seine betrügerischen Manipulationen d u r c h z u f ü 11 r e 11. Nach Aussagen des Zeugen saß der Notar Reichmann am Tisch, las seine Zeitung und tat so, als ginge ihn die Sache gar nichts an. Dem Publikum fiel das Verhalten des Notars auf und jemand rief: ״Es geht hier ja sehr familiär zu.“ Nun besann sieh der Notar auf die Pflichten seines Amtes und rief in die Versammlung hinein: ״Wer hat das gerufen, das ist sicher ein Hebräer, rrankiurt ist ja jüdisch verseucht.“ — Vielleicht wäre dem Publikum mehr damit gedient gewesen, wenn der Notar sich auf seine wirklichen Amtspflichten besonnen hätte, statt sich in antisernitisehen Acußerungcn zu ergehen. Köln. Der ״Jüdische Turnverein“ zu Köln hat sich zu in Erlaß der folgenden Erklärung veranlaßt gesellen: Die liberale Mehrheit des Repräsentantenkollegiuins der Kölner Synagogcngcmeiiidc hat in der keprasentantensitzung vom 5. Mai 1013 die dem jüdisehen Turnverein seit dem Jahre 1906 gewährte jährliehe Subvention mit der Begründung gestrichen, daß der Turnverein auf natkmaljüdischem Boden stehe. Die Tendenz des Turnvereins ist jederzeit seit seinem Bestehen nationaljüdisch und als solche der jüdischen Gemeinde bekannt gewesen. Die turnerischen Lcistungen des jüdischen Turnvereins sind bisher stets von Fachmännern, selbst von gegnerischer Seite, als durchaus erfreulich und mustergültig bezeichnet worden. In Anbetracht dessen muß der jüdische Turnverein folgendes feststellen: 1. Die liberale Mehrheit der Repräsentanz hat durch ihren plötzlichen unerklärliehen Stellungswechsel die Verpflichtung der jüdiselicn Gemeindevertretung zur Wahrung ucr Objektiriiiit in Gemeindeangelegenheiten verleugnet. 2. Sie hat in blindem Parteihaß den Versuch gemacht, der wertvollen Arbeit eines blühenden jüdischen Vereins m den Rücken zu fallen und damit allgemein-jüdischen Interessen entgegengearbeitet. Der jüdische Turnverein sicht es als seine Pflicht an, die jüdische Geffentlichkeit hiervon in Kenntnis zu setzen. Der Vorstand des jüdischen Turnvereins. Gruppenverband Oberschlealen Auf Einladung der zionistischen Vereine von Bielitz veranstaltet der Zionistische Gruppenverband Oberschlesier» am Sonntag, den 15. Juni er., einen Ausflug nach Bielitz. Die Veranstaltung soll unseren Gesinnungsgenossen und Freunden nicht nur Gelegenheit zu sommerlichem Vergnügen geben, sie ist auch als eine große jüdische Kundgebung gedacht, die Juden aus allen drei öretizbe/irkcn zusammenführen wird. Indem wir nachstehend das Programm des Tages zur Kenntnis bringen, bitten wir, daß unsere Oesinnungsgenossen sich möglichst zahlreich an der Vcranstaltung beteiligen und in ihtjjn Bekanntenkreisen eifrig für sie werben mögen. Für den Gruppenverband Oberschlealen 1 Arnold Wiener- Kattowitz. Für den vorbereitenden Ausschuß» Dr. Dobrzynski - Üeuthen (O.-S.). ’ Programm» 1. Gemeinschaftliche Abfahrt nach Bielitz, Kattowitz ab 7,35 Uhr mit Anschluß von Tarnowitz ab 6,00 Uhr, Beuthen ab 6,53 hUr, Glciwitz ab 6,42 Uhr, Zabrze ab 6,55 Uhr, Königshütte ab 7,10 Uhr. — 2. Ankunft in Bielitz 0,41 Uhr, Empfang am Bahnhof. — 3. Gemeinsame Fahrt nach dem Zigcunerwald und Aufstieg zum JägcHiaus. Dortsclbst Begrüßung, Konzeit, Ausflüge. — 4. Nachmittags >/»4 Uhr: Gartenfest im Schießhaus, bestehend aus a) Konzert der Kapelle des K. K. Infanterie-Regiments Nr. 100 aus Krakau; b) Begrüßungsansprachen; c) Festrede des Ober-Ingenieurs Stricker aus Wien; d) Schauturnen des jüdischen Turnvereins Biclitz-Biala; c) verschiedenc Aufführungen und Volksbelustigungen; f) Tanz. — 5. Gemeinsame Abfahrt um 11,37 Uhr nachts. — Der Ausflug findet bei jeder Witterung statt. Bei schlechtem Wetter erfährt das Programm nur insofern eine Aenderung, als die Veranstaltungen in den gedeckten Veranden und den geräumigen Lokalitäten des Schießhauses stattfinden. Für Nachzüglcr und Teilnehmer aus Groß-Strehlitz und Rybnik wird der Zug ab Kattowitz 12,45 Uhr, an Bielitz 2,38 Uhr empfohlen. Es lohnt sich auch noch, mit dem von Kattowitz 2,36 Uhr abgehenden Zuge abzufahren (an Bielitz 4,40 Uhr). Für Empfang an der Bahn wird auch bei diesen Zügen gesorgt sein. Wir fahren in Gcsellschaftswagcn und auf Sonntagsfahrkarten (nicht SonderzugkartenI). Auf denjenigen Stationen, auf welchen es Sonntagskarten nach Bielitz nicht gibt, löst man eine gewöhnliche Karte bis zu derjenigen nächsten Station, auf welcher solche Karten ausgegeben werden, z. B. Beuthen oder Kattowitz. * Berlin. Die Berliner Zionistische Vereinigung veranstaltet am Montag, den 9. Juni 1913, abends 9 Uhr, eine Mitglicder-Versammlung in den Auguste Victoria-Sälen, Luthcrstr. 31-32 (gegenüber dem Eispalast). Tagesordnung: 1. ״Der XI. Kongreß i 11 Wien“. Referent Herr Rechtsanwalt für, Hantke. 2. Diskussion. Um zahlreiches und pünktliebes Erscheinen wird gebeten. Eintrittspreis 20 Pf, Berlin. Die ״Jüdisch - nationale Frauenvereinigung“ veranstaltet am Sonntag, den 15. Juni, im Garten der Berliner Logen, Kleiststr. 10/12, ein Gartenfest, verbunden mit einer Ausstellung des Bczalel und einer Spitzenausstcllung des Kulturverbandes. Nach eingetretener Dunkelheit finden kinomatographische Vorführungen aus dem Bczalel statt. Eintritt inkl. Nachmittagsbewirtung 2 M. Beginn 5 Uhr. Berlin. Der ״Verein jüdischer Studierender aus Rußland“ veranstaltet am Sonnabend, d. 7. Juni, ein Sommerfest im Oruncwald am Hubertussee, Hubertusbaderstr. 1. Im Garten: Konzert, Illumination, Feuerwerk und Blumenschlacht. Beginn: 6יk Uhr. Im Saal: Sommcmachtsball verbunden mit Vorträgen, jüdischer Volkslieder usw. Beginn: 10 Uhr. Karten ä 3, 2 und 1 M., für Studenten 0,75 M. zu haben im Vereinsbureau (Friedrichstr. 129, Telephon 8(180). Berlln-Charlottcnburg. Die angekündigte Er- Öffnung der Jugendabteilung Charlottenburg des Jüdischen Turnvereins ״Bar Kochba“ findet Dienstag, den 17. Juni, abends 8•/» Uhr, in der Turnhalle Bleibtreustr. 43 statt. Ein Schauturnen sämtlicher Jugendabteilungen wird damit verbunden sein. Wir bitten nochmals um Einsendung von Adressen zwecks Einladungen an das Vereinsbureau W. 15, Bleibtreu• Straße 25. «> Wiesbaden. Zionisten treffen sich jeden Mittwoch abend um 9 Uhr im Cafd Berliner Hof. Glogau. Die Glogaucr Zionisten treffen sich jeden Donnerstag abend zu gemütlichem Beisammensein auf der Oder-Terrasse. Lissa i. P. Am 2. d. M. wurde in unserer Stadt eine zionistische Ortsgruppe unter dem Vorsitz des Herrn Dr. Neustadt mit 24 Mitgliedern gegründet. Nachdem Herr Zahnarzt Baeck einen Uclxrbliek über die jüdische Geschichte des verflossenen Jahrhunderts gegelxn und die geschieht*■ logische Entwicklung zum Zionismus in klarer Weise dargelegt hatte, wurde nach kurzer Debatte der Antrag auf Gründung einer Ortsgruppe angenommen. Wir beabsichtigen, an jedem Montag nach dem 1. eine üruppensit/mig in Ottos Hotels ab/uhaltcn. Möge unserer neuen Gründling eine erfolgreiche Tätigkeit bcschieden sein. Posen. In der Ortsßruppcnvcrsnmmlung vom 29. Mai er. referierte I lerr K a r c s k i über äußere und innere Politik im Zionismus. Er streifte kurz unsere Kämpfe mit den l iberalen und dem Zentralverein, und besprach dann eingehend unsere Stellungnahme zu den neutralen Jiigcndvcrcincn, wobei er sich mit eingehender Begründung gegen die Beschlüsse des oberschlesischen üriippcnvcrhamlcs erklärte. Der Redner ging dann auch auf die Kritik ein, die in den letzten Monaten von mehreren Seiten gegen die Tätigkeit der Leitung und einiger Institutionen gerichtet worden ist und betonte, daß ein Urteil über die Berechtigung dieser Kritik erst dann möglich sein würde, wenn die Leitung Gelegenheit gehabt haben werde, mit dem Kongreß dazu Stellung zu nehmen. Heute müsse man jedoch erklären, daß, selbst wenn die erhobenen Vorwürfe ganz, oder teilweise unberechtigt wären, der Ton, in dem unsere offiziellen Parteiorgane die bewährten Parteigenossen, von denen die Kritik ausgehe, behandle, durchaus unangemessen sei. Die Ver- Sammlung einigte sich schließlich nach längerer Ausspräche, an der die Herren Moritz Neu mark, Martin L 1 p n m a n 11, Dr. Kollenscher Gustav M amlok, Lehrer Auerbach, Referendar Cohn, Rosenberg, Jacques Hcppner und Bern- *tein tcilnalimcn, auf folgende Resolution: ״Die zionistische Ortsgruppe Posen bedauert, daß der Verbandstag der jüdischen Jugend vereine dem Zentralverein, der als neutrale Organisation nicht mehr angesehen werden kann, den Einfluß auf die Leitung des Verbandes aus Opportunitätsgründen nicht entzogen und damit sein eigenes Ncutrahtätsprinzip nicht genügend gewahrt hat. Trotzdem hält sie im Hinblick darauf, daß jede Er- Stärkung jüdischen Interesses zu begrüßen und das Bestehen von Vereinigungen, in denen Anhänger aller jüdischen Richtungen gemeinsam arbeiten, im Interesse des jüdischen Einheitsgedankens notwendig sind, eine weitere Mitarbeit der Zionisten im Verbände für wünschenswert. Diese Mitarbeit darf aber die Betätigung in zionistischen jugeiidvcrcinen. die der Zionismus zur Gewinnung der Jugend und der Vertiefung ilircr zionistischen Kenntnisse nicht entbehren kann, nicht beeinträchtigen. Die Ortsgruppe bedauert ferner, daß in der Parteipresse vielfach eine Politik getrieben wird, die die Tätigkeit in den Jugcndbündcn unmöglich zu machen geeignet ist. Die Ortsgruppe mißbilligt, daß in den innerzionistischen Fragen die offiziellen Organe der Bewegung bei ihrer Polemik kränkende Verletzung verdienter Persönlichkeiten der Partei nicht zu vermeiden wissen, und dadurch den Eindruck einseitiger Parteinahme erwecken.“ Schluß des redaktionellen Teil*. jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst•. Freitag, 6. Juni abends: in allen Synagogen 71,4 Uhr. Sonnabend, 7. Juni, vorm.: in der Alten Synagoge 8'/* Uhr, in der Kaiserstr.- und Rvkcstr.- Synagoge 9 Uhr, in der Neuen, Lindenstr,-, Lützowstr,- und Fasanenstr.-Synagoge: Frühgottesdienst 7»/* Uhr. Hauptgottesdienst: 10 Uhr. Jugendgottesdienst: Neue Synagoge, nachm. 4 Uhr: Rabb. Dr. Stier. Abendgottesdienst: 9 Uhr 23 Min. (Minchah J/j Stunde vorher, in der Alten Synagoge 4 Uhr). 00tte8dienstandenWochentagen:morgens: in der Alten-, Kaiserstr.- und Rykestr.- Synagoge 6>/s Uhr, in den anderen Synagogen 7 Uhr; abends: ln allen Synagogen fuhr. Gottesdienst am Wochenfest: Dienstag, Synagoge 8 Uhr. Mittwoch, . Sabbat. 10. luni, abends: in der Alten 9 Uhr, in den anderen Synagogen 11. Juni, vorm.: Beginn wie am Predigten: Alte Synagoge: Rabb. Dr. Eschelbacher. Syn. Kaiserstr.: Rabb. Dr. Lewkowitz. Syn. Rykestr.:• Rabb. Dr. Petuchowski. Neue Syn agoge: Rabb. Dr. Weiße. Syn. Lindenstr.: Rabb. Dr. BlumenthaL Syn. Lützowstr.: Rabb. Dr. Baeck. Syn. Fasanenstr.: Rabb. Dr. Hochfeld. Mittwoch, 11. Juni, abends: in der Alten Synagoge 9 Uhr, in den anderen Synagogen 8 Uhr (Minchah wie am Sabbat). Donnerstag, 12. Juni, in allen Syna* gogen: 1. Oottesdienst mit Seelenfeier, morgens 7»/! Uhr. 2. Gottesdienst mit Seelenfeier, vormittags 10 Uhr. — Der Eintritt zum Z Gottesdienst ist nur mit Karten gestattet. Predigten: Alte Synagoge: Rabb. Dr. Stier. Syn. Kaiserstr.: Rabb. Dr. Rosenzweig.

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