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Jüdische Rundschau · 1913-05-23 · Heft 21 (23.5.1913) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 21 (23.5.1913)
Date
1913-05-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 21 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 211 AUS D£N fi6M£IMDEü Berlin. Im Warenhause Hermann Tietz, Lcipjificr Straße, findet gegenwärtig eine Ausstellung uml Verkauf von Spitzen aus den Ateliers des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina statt. Wir bitten unsere Freundinnen und freunde, von dieser Gelegenheit, die hervorragend jclmiien Erzeugnisse unserer palästinensischen 111• dtistrie zu besichtigen und käuflich zu erwerben, cjfr1;;st Gebrauch zu machen. Berlin. Auf den Antrag des Rabbiners Pr. B a mher :er in Schonlanke an das preußische Abge* ordiH'ieuliaus: ״F'alls der Religionsunterricht in den Fortbildungsschulen obligatorisch erklärt wird bitte ich, den Religionsunterricht auch für die jüdischen Fortbildungsschüler obligatorisch zu erklären“, hat die Kommission in der Sitzung vom II. April 1913 erklärt: ״Wenn aber wirklich auch entgegen der jetzigen Absicht der Staatsregicrung der Religionsuni« nicht in den Fortbildungsschulen cingcführt werden würde, dieser Unterricht dann auf keinen Fall einseitig, sondern gleichmäßig für alle Konfessionen einig■■fuhrt werden würde.“ Posen, 12. Mai. Oberrabbiner Dr. Feilchen- (c I d ist im Alter von nahezu 86 Jahren gestorben. Dr. W. Fcilchenfcld, der seit 1872 in Posen amtierte war ein Gelehrter von hervorragendem Wissen und von großer Kanzelbcrcdtsamkeit. Die deutschen Zionisten werden sich stets gerne der herzlichen BcgnilUmgsworte erinnern, uie er im vorigen Jahre an unseren XIII. Dclcgiertentag gerichtet hat. UeR€IMS.TRUMDSCHAU Berlin-Charlottenburg. Der Jüdische Turnverein ״Bar - Kochba“ - Berlin eröffnet, vielfachen Anregungen folgend, Anfang nächsten Monats eine Jugcndabtciiung in Charlotte «bürg, für die der Magistrat die Halle Bleibstreustr. 43 und dm Sportplatz Niebuhrstraße zur Verfügung gestellt hat. Wir bitten alle Gesinnungsgenossen, die Adressen aller hierfür in Betracht kommenden jungen Leute im Alter von 14—18 Jahren an das Bureau des ״Bar- Kochba“, W. 15, Bleibtreustr. 25, einzusenden, damit zu dem Eröffnungsabend, der mit einem Schauturnen der Jugendabteilungen verbunden sein wird, recht zahlreiche Einladungen ergeben können. Königsberg. Der Verein ״Ibrith“ veranstaltet am l.agbcomcr, Sonntag, den 25. Mai, eine Spazierfahrt per Dampfer ״Rover“ nach Rosenthal. Abfahrt präzise 8 Uhr morgens von der Grünen Brücke. Karten zu 1 M. sind bei den Vorstandsmitgliedern und am Dampfer zu erhalten. Für Studenten und Schüler Ermäßigung. Wir bitten um zahlreichen Bc■ such auch seitens der Nichtmitglieder. * Berlin. Am 4. Mai beging die Talmud Thora Kncscth Jisroel den angesagten Sijurn. Der Leiter der Anstalt, Herr Rabbiner Dr. L. A. Rosenthal hatte in uneigennütziger Weise mit den Schülern der Talmud-Klasse den Traktat Makkotli durchgelernt und nun führten diese selbständig den Sijuin, den Abschluß «Iscs Traktats, durch. — Nachdem von den Schülern der anderen Klassen Siddur, Bibel und Raschisicllcn, die aut das Thoralernen, auf die Scfira und da« Schewuothfcst, auch auf den Gegenstand des Ab- Schlusses, den Traktat Makkotli und seine 3 Ab* schnitte Bezug hatten, gebracht wurden, begann der eigentliche Sijum. Es wurde von einigen Schülern zuerst eine Auswahl von Stellen aus der Schlußgemara, dann die Schlußstcllcn selbst vorgetrngen, Die Art dieser Vorträge zeigte die Sicherheit, welche im festen Durchdrmgcn des l almutlischcn ihren Grund hat. Die Erklärungen, welche sic den vorgetragenen ל almudstcllen boten, zeigten, durch Ausdruck und Sprechweise, zu welcher Kultursendling die Talmudtitoraschule berufen ist. Ein Schüler gab die Einititung zur Feier, ein anderer das Haiiran Alach in ■ einer ganzen Ausdehnung auswendig als Schluß. Daraut wurde die Schlußstelle von Makkotli nochmals יזו dichterischer Form vorgetragen, — Herr Rabbiner Br. L. A. Rosenthal leitete die Feier und brachte D seiner Schlußrede den Wert des Traktat Makkotli an sich und der mündlichen Lehre im allgemeinen htr die Erziehung und Veredlung der Kinder zum Ausdruck. Auch die anderen Lehrer der Talmud fbora hatten das Ihrige zum Gelingen der Feier keigetragen. Herr Rabbiner Königsberger verband in seiner Rede das Ende und den An lang von Makkotli miteinander und wies anerkennend auf die Leiter und das Lehrerkollegium der Anstalt hin. Dann vereinigte ein Kaffee die Feiernden mit den Schülern der Talmud Thora, wo Herr Rabbiner Kameras den [ rauenverein der Talmudthoraschulc in seinen grollen Leistungen für die Anstalt kennzeichnetc. Frau H o 11 ä n d e r, die Vorsitzende, sprach ihm im Namen des Vorstandes des Frauenvereins ihren Dank aus, mit dem Wunsche, daß das Zusammenwirken der Männer- und Frauengruppe auch fernerhin zum Heile der Talmudthoraschulc sein möge. Herr Landau erwähnte bedauernd sein Scheiden aus dem Lehrkörper der Talmudthoraschule und dankte für die dort erhaltenen Anregungen. Dns Fest war gut besucht. Die Anwesenden folgten mit Teilnahme und Anerkaimmg den Leistungen der Kinder. Wenn diese Feier der Talmud Thora die früher veranstalteten der Wirkung nach weit übertraf, so lag das in der für Berlin nocli nicht dagewesenen Tatsache, daß Kinder zu einem Sijum Gelegenheit gehabt. Zu bcdauern war jedoch die völlige Tcilnnhmlosigkeit gerade der Kreise, die sich für die berufenen Förderer unserer heiligen 1 hora halten, und die trotz der nicht zu unterschätzenden Bedeutung dieser Veranstaltung und der au sic gerichteten Einladungen derselben fernblieben und sic vollständig ignoriert haben. Dann aber hat die hingebungsvolle Tätigkeit des Frauen- Vereins und seiner Vorstandsdamen dem Ganzen den Stempel des Ucbcrsichtlichcn und Angenehmen verliehen. Berlin. Der jüdisch > liberale Jugend - Verein hatte am 19. d. M. zu einer öffentlichen Ver- Sammlung mit dem Thema ״Die deutschen Juden und der Zionismus“ eingcladen. Als Redner waren R.-A. Dr. B. Weil aus Straßburg und Dr. 0 0 l d 111 a 11 n (Oppeln) gewonnen. Schon vor Beginn der Versammlung war der Saal im Logenheim überfüllt und viele mußten sieh mit dem Aufenthalt im Vorraum begnügen. Unsere Freunde waren in bcsonders großer Zahl erschienen, und dies schien die Herren Veranstalter in Erstaunen und Unruhe zu ver• setzen, denn der Leiter, Herr R.-A. G a 11 i n e r hielt es für angebracht, die Zionisten vor Beginn der Ver• Sammlung als mutmaßliche Störer hinzustellen. Trotz dieser ungeschickten Vorbereitung konnte der erste Redner, Herr Dr. Weil, seine Ausführungen im wesentlichen vor einer aufmerksamen Zuhörerschaft zu Ende führen. Es ist nur der Sachlichkeit dieses wirklich prinzipiellen Gegners zu verdanken, daß cs trotz der meist unfreiwilligen Bemühungen des Vor• sitzenden nicht zu stürmischen Szenen kam. Herr Dr. Wci I griff das Baseler Programm an, nachdem er uns einiges über die Emanzipationsgeschichte vorgeführt hatte. Er bekämpfte den Nationalismus mit Hilfe von Definitionen, dialektischen Schlüssen und allen Hilfsmitteln der besseren Polemik. Dann wandte er sich zu Palästina, und verlangte von uns eine Gcschichte der Türkei im 21. Jahrhundert. Schließlich zog er sich in das Gebiet unentscheidbarer Grund- Stimmungen zurück, wobei er für sich und seine Gesinnungsgenossen den Optimismus in Anspruch nahm, 1111s aber als Pessimisten hinzustellen suchte. Dieser Argumentation werden wir wohl noch öfter begegnen. Nach Herrn Dr. Weil sprach Dr. Goldm a 11 n (Oppeln) 1 •4י Stunden, ln der Diskussion leitete Herr R.-A. Wert 11cim die Versammlung und versprach eingangs vollste Unparteilichkeit. — Herr R.-A. Gronemann beschäftigte sich als erster Diskussionsredner eingehend mit dem Referat des Herrn Dr, Weil und bewies ihm die Haltlosigkeit seiner Argumentation in scharf umrissenen prägnanten Sätzen. Schon während dieser Rede ließ sich der Versammlungsleiter zu kleinlichen persönlichen Bcmerkungen gegen den Redner hinreißcn, die in ihrer Geschmacklosigkeit nicht einmal den Beifall seiner Freunde landen. Herr R.-A. Jaffa sprach gegen uns mit alten, wenig bewährten Mitteln. Als der nächste Redner die Trimme besteigen sollte, wurde vorge* schlagen, die Diskussion wegen der vorgerückten Stunde abzukürzen, wogegen an sich nichts eitmtwenden war. Es verdient aber hcrvorgcliobcn zu werden, daß Herr Wert he im diese Verhandlungen ebenfalls durch persönliche Gehässigkeit gegen den von unseren Freunden nominierten Dr. Klee zu würzen beliebte, so daß ein ernsthafter Zusammen• stoß zu erwarten war, als Dr. Klee wirklich zu Worte kam. Und unsere Erwartung wurde durch die Er• eignisse nicht als unbegründet erwiesen. Als sich Dr. Klee nach wenigen Worten besonders gegen die Herren hinter dem Rcdncrnlatz wandte, weil er von dort durch Bemerkungen dazu veranlaßt wurde, sah sich Herr Wert heim veranlaßt, Dr. Klee ״Rieht Euch" zu kommandieren und schrieb ihm vor, den Kopf ausschließlich gegen das Publikum im Saale zu wenden. Aus den angeführten Gründen konnte Dr. Klee dies nicht, vielleicht auch deshalb nicht, weil man nicht wissen konnte, ob sich außer den Herren auf der Tribüne noch Liberale — und zu diesen wandten sich die betreffenden Worte unseres Redners ganz direkt — im Saale befanden. Der Versammlung*- leiter bestand auf seinem Verlangen, daher sah sich Dr. Klee genötigt, seine Rede abzubrechcn. Daraufhin verließen tue Zionisten unter Absingung des Liedes ״Dort wo die Zeder" den bis dahin gefüllt cblicbcnen Saal und ließen ca. 60 liberale Juden arin zurück. Diesen gab Gg, Barth noch eine kurze Erklärung, Wir können gewiß sein, daß unsere Jugend, die in überwältigender Mehrheit in der Ver- Sammlung vertreten war, diese Veranstaltung unserer Gegner in ihrer zionistischen Treue gefestigt verlassen hat. Nichts erscheint geeigneter, die Jugend von der Notwendigkeit eines innigen Zusammenschlusses auf nationalem Boden zu überzeugen, als der Anblick der Mittel, deren sich ,,liberale“ Männer bedienen, um die zionistische Arbeit ä tout prix zu unterbinden. Es muß jedoch anerkannt werden, daß von seiten des liberalen Jugendvereins die Objektivität insoweit respektiert wurde, als nur nach ihrer Abstammung uninteressierte, nämlich zwei Russen, ein Galizier und ein Franzose den deutschen Nationalismus vtrtreten haben. Raba. Wiesbaden. Zionisten treffen sich jeden Mittwoch abend um 9 Uhr im Cafd Berliner Hof. Bischweiler. Herr Siegfried Spiegel. Bischweiler, legt Wert darauf, entgegen dem Bcricnte über die zionistische Versammlung in diesem Ort festzusteilcn, daß der Referent seine in der Diskussion vorgcbracliten Argumente und die seiner Freunde nach seiner Ansicht nicht entkräftet hat. Er stehe nach wie vor auf dein Boden der Zentralvereinsresolution. Breslau. Ain 13. April fand eine von der Breslauer Zionistischen Ortsgruppe cinbcrufcnc, ö f f e n tliehe Versammlung statt, in welcher Herr Parteisekretär Kurt B I u m c 11 f c I d über das Thema: ״Die Kampf cswcisc des Zentralverein» Deutscher Staatsbürger Jüd. Cd I a u b e n a gegen den Zionismus“ sprach. In trefflicher Weise geißelte der Referent das verwerfliche Bemühen des Zcntralvercins, die Zionisten als unpatriotisch zu denunzieret!. Seine scharfen, aber dem Vorgehen des Zcntralvercins gegenüber durchaus borecht igten Worte fanden den lebhaften Beifall der zahlreich besuchten Versammlung. Nachdem noch Herr Dr. Steinitz die von Herrn Sanitätsrat Dr. Reich auf der Berliner Tagung gegen die Breslauer Zionisten erhobenen Vorwürfe als grobe Ent- Stellung der Tatsachen zurückgcwiesen hatte, gelangte folgende Resolution mit allen gegen zwei Stimmen zur Annahme: ,,Die von der Zionistischen Vereinigung zu Breslau auf den 13. April 1913 einberufene, öffentliche Versammlung verurteilt die Kampfesweise des Zcntralvercins!)cutschcr Staatsbürger Jüdischen Glaubens den Zionisten gegenüber unef hält ein weiteres Verbleiben im Zentralverein für unwürdig.“ — Vor der öffentlichen Vcrsamm« jung hatte in kleinem Kreise ein anregendes Referat des Herrn Blumenfeld über die gegenwärtige Lage im Zionismus stattgefunden und im Anschluß hieran eine leider nur schwach besuchte Vorbesprccltung der Vertrauensmänner aus Mittel- und Nicderschlesien zwecks eventueller Gründung eines Gruppcnvcrbandcs. Posen. In der gutbesuchtcn Mitglicderversammlung der Zionistischen Ortsgruppe am 14. d. M. im Cafe Esplanade cröffncte der Vorsitzende Herr Dr. Kollenscherdie Sitzung mit einem warmen Nachruf auf den am Montag zur ewigen Ruhe bestatteten Gemeinderabbiner Dr. Wolf F c i I c h c n f e 1 d. Der Redner erinnerte daran, wie der Verblichene, trotzdem er im andern Lager stand, doch auch dem Zionismus Gerechtigkeit angedeihen ließ daß er von Anfang unserer Bestrebungen an entschieden abgclehnt hatte, sich offiziell den zuerst so beliebten Protesten anzuschlicßcn, weil er ganz richtig erkannte, daß der .Zionismus nur eine Stärkung des Judentums erwirken kann, wenn er auch, feststehend im Denken verflossencr Geschlechter, die modernen Wege des Zionismus nicht gehen wollte. Seine Gegnerschaft hat ihn beispielsweise nicht abgchaltcn, erst im vorigen Jahre gelegentlich des Zionistentages in Posen ohne Rücksicht auf offizielle Machthaber kraftvolle Worte der Begrüßung zu sprechen. Auch die Posencr Zionisten werden das Andenken von Dr. 'wolf Feilchcnfeld alt eines großen Lehrers in Israel dauernd in Ehren halten. — Der Vorsitzende gedachte ferner des leider so früh gestorbenen Gesinnungsgenossen Hahn, der, obgleich erst kurze Zeit in Posen wohnhaft, an allen jüdisch-nationalen und philanthropischen Bestrebungen Anteil genommen hat. Die Versammlung erhob sich zu Ehren der Dahingcschicdcnen. Dann übernahm Herr Lclncr Gut t man 11 an Stelle des verhinderten Herrn Kareski da* Referat des Abends über den Z c ״ t r a I v c r e i 11. Guttniann gab eine ausführliche Schilderung der Differenzen zwischen Zentralverein und Zionismus. Den Beschlüssen der zionistischen Zentrale folgend, kam der Redner zu dem Schluß, daß die Zionisten den ihnen leichtfertig vom Zentralverein hingeworfenen Fehdehandschuh aufnehmen müssen. Der Zentralerem kann nicht mehr in Anspruch nehmen, im Kampf um die Staatsbürgerrechte der deutsehen Juden eine Vertretung aller deutschen Juden zu bilden. Es ist von maßgebenden führenden Persönlichkeiten deshalb beschlossen worden, zwecks besserer Wahrung der jüdischen Rechte einen Reichsverein deutscher Juden ins Leben zu rufen. — Lebhafter Beifall lohnte die interessanten Ausführungen des Redners. — Nachdem auch noch die Frage der Simultanschule gestreift wurde, wobei sich die Über* wiegende Mehrheit zu gunsten der jüdischen Schule erklärte, zerstreute Dr. Kollenschcr die Bedenken gegen den neuen Reichsverein und schloß mit Dank an den Referenten den sehr interessanten Abend. Lissa. Der Zcntralvcrein hat auch hier versucht, seinen Feldzug gegen den Zionismus fortzusetzen, indem er am Mittwoch, den 14. Mai, seinen Generalsekretär Herrn Jaroczynski über den ״Kampf ums Recht und die Zionisten“ reden ließ. Es waren aber nur efwa 80 Zuhörer erschienen, denen der Referent in D, «ständigen Ausführungen ״die“ Zcntralvereinsredc hielt. Nichts fehlte, weder die unvermeidlichen Ricßcr-Zitatc, noch der Rektor, der die Lehrerin rüffelt, noch der jüdische Reserveoffizier. Neu war vielleicht die aus so autorifativem Munde sehr überzeugende Erklärung, daß Bismarck nie Antisemit gewesen sei. Zur Motivierung der Resolution des Zentralvereins mußten natürlich die Versammlungen in Kattowitz und Gnesen, das Wassermann-Zitat, der ״Antisem it“Sombart und die Kunstwart-Debatte herlultcn, an der sich nur Zionisten und Antisemiten beteiligt hätten. Armer Geiger! In der Diskussion durfte unser Gesinnungsgenosse K a reski, Posen, in Raten ä 10 Minuten sprechen. Trotzdem gelang es ihm nachzuweisen, daß der Referent die Tatsachen entstellt habe, als er erklärte, daß der Z. V. keinen Zwiespalt in die Reihen der deutschen Juden getragen habe. Als Redner dann auf die bekannte Obcrlehrerkonferenz einging, griff peinliche Verlegenheit in den Reihen der Zentralverclider Platz, die sich noch steigerte, als er an den Referenten die Frage richtete, was denn unter

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