Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 21 (23.5.1913)
- Date
- 1913-05-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IS, SBchlbcba Straft« ft. £ ( , ,TeUpHotu Amt Ubland 845. . ן ,־ 1 Spradbatundea Dienet•* und Doonatvrtsg | 2 S—6 Uhr n»J1m1U*g*,- . ,, , §; V—-—-i ׳r l 8»«%י •pS. ■5* Nummer 21 Berlin,.den 23. Mai 1913 16. Ijar 5673 ■...■-:•.gga-ntagg■•■■! XVIII. Jahrgang Ausweis Schekel: Frankfurt a. O. 6,־ 35, , Graudcnz 2,—, Pforzheim 12, ein llasamir) 11,— M. \ > r t " xp/ mo׳ Karlsruhe i. B. Nürnberg (Ver- Landesorganisationsbeiträge! 1. Ortsgruppen: Frankfurt a. O. 5.—, Karlsruhe i. B. 105,—, Zwickau 26,—, Graudcnz 1,—, plor/heim 1,— M. 2. Einzelpersonen: Zahnarzt Singer, Nürnborg, 10, —, Referendar J. David <V. J. St.), Metz, 5,-. Lazarus Barth. Berlin, 5,—, Werner Lachs, Berlin, 5,— M. 3. Verschiedene Spenden: Hamburg 10,-■ M. Eingang vom 14. bis 21. Mal 1913! Schekel: 6(1, M.; Landesorganisationsbeiträge׳. 173,-- M. Gesamteingang! Schekel: 2341,25 M.; Landesorganisationsbeiträge: 7322,32 M. Berichtigung. In Nr. 20 sind 6,— M. Schekel und 5,־ M. Landesbeitrage unter Halbcrstadt ausgewiesen, die aus Mergentheim eingeenngen sind. Adresse für Geldsendungen: Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W15, Sächsische Straße 8. Postscheckkonto! Berlin 8091, Bankkonto! A. H. Heymann & Co., Berlin W56, Hinter der Katholischen Kirche 1. Die letzten Mohikaner in den letzten Monaten ist es im innerzionistischen Leben auffällig still geworden, so still wie wohl seit dem fünften Kongreß kaum jemals, trotzdem wir vor einem neuen Kon- | grosse stehen, vor dem sonst die Erörterung über unsere innerpolitischen Fragen besonders heftig zu sein pflegte. Der Grund ist offenbar der, daß die große Mehrzahl unserer GeSinnungsgenossen mit den Richtlinien der Arbeit des E. A. C. grundsätzlich einverstanden ist bzw. sich darüber klar geworden ist, daß wie die Dinge nun einmal liegen, man 1. Zt. gar nicht anders Vorgehen kann, als die Leitung es tut. Dabei mögen nicht unerhebliche Mcinungsverscliiedenheilen über Einzelheiten sachlicher und persönlieber Art mit unterlaufen; aber im allgemeinen ist man, so weit ich cs übersehen kann, einver- *t-mden — auch seitens des überwiegenden Teiles derjenigen, die noch auf dem X. Kongreß, den getroffenen Entscheidungen ablehnend oder skeptisch gegenüberstanden, insbesondere stehe ich unter dein Eindruck, als sei in Deutschland eine prinzipielle Opposition gegen die jetzige Leitung kaum mehr vorhanden; ich glaube auch, daß wir in der Zionistischen Vereinigung für Deutschland seit langen Jahren wohl über samtliehe, in Frage stehenden Gesichtspunkte nicht so einig gewesen sind, wie gegenwärtig, wie sich dies in Sachen Zentralerem eben erst ge• N%t hat. Ebenso herrscht zwischen unserer Lands- Mannschaft und den anderen maßgebenden poßen Landsmannschaften, wie der russischen, der amerikanischen und der östcrrcichisch-gali- »sehen ein erfreuliches Einvernehmen und ein-!richtiges Zusammenarbeiten, wie schon lange weht, so daß die Zionistische Organisation offen- ״ar nach einem Dezennium erbitterter, innerer Kämpfe, die den Uebergang von der Charter- P°litik zur jetzigen politischen Auffassung und air systematischen Palästinaarbeit begleiteten, »tm Ausgleich der Gegensätze und zu neuen, "• richtig anerkannten Arbeitsmethoden ge• ״Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schafrung einer fSffent* ilcli-rcchtllch gealdisrtcn Heimstätte in Prlflatin^״ Baseler Programm. kommen ist. Besonders erfreulich ist dabei, daß es möglich gewesen ist, mit einem großen Teil derjenigen, die als der engere Hcrzl’sche Kreis gelten und der neuen Entwicklung erhebliche Bedenken entgegen brachten, ein gutes Einvernehmen aufrecht zu erhalten und ihre Erfalirung, ihren Rat und ihre tatkräftige Mitarbeit unserer Organisation in vollem Umfange zugute kommen zu lassen. Es gilt dies insbesondere von Herrn Wolffsohn in Köln und Herrn Kremenctzky in Wien, die die jetzige Leitung stets nach besten Kräften unterstützt und ihr von anderer Seite bereitete Schwierigkeiten nach Mögliclikeit aus dem Wege geräumt haben. Mit dieser anderen Seite zu einer Vcrständigung, ja auch nur zu einer Aussprache zu kommen, ist bisher leider unmöglich gewesen. Das ist um so bedauerlicher, als es sich zwar nur um ganz wenige ״Einspänner" handelt, hinter denen nicht einmal ihre eigenen La.idesorganisationen, soweit sie überhaupt existieren, stehen, diese Herren jedoch alte, sehr bekannte Gesinnungsgenossen sind, die zum Teil der Bewegung große Opfer gebracht haben. Es handelt sich um einen Teil des Direktoriums der Kolonialbank einerseits und um Dr. Marmorek nebst ״den Kleinen von den Seinen" andererseits, die zusammen als die Gruppe der über die Berliner ״russische Wirtschaft" empörten Westjudcn figurieren, wenn auch ihr einer Teil nur Exklaven der galizischen Landsmannschaft in französisch sprechenden Ländern darstellt und der andere teilweise in Westeuropa auch noch recht neu ist. Die Bankdirektoren sind schließlich bis zu einem gewissen Grade zu begreifen; sic haben in früheren Zeiten soviel, sagen wir, außergeschäftliche Maßnahmen ihrer engsten politiselten Freunde gutheißen müssen und haben es durch die großzügige Genialität ihrer Geschäftsfi'ihrung zu einer so herzerfreuenden — nämlich für unsere Gegner — Rentabilität gebracht, daß sie in jedem, auch noch so geschäftsmäßigen Krcditansprucii der jetzigen Leitung den Plan eines großen Raubzuges der ״Russen" sehen. Schwerer verständlich ist es, wenn sie'sich zum Teil bemühen, die von anderen betriebene Palästina-Arbeit durch Verbreitung unwahrer Nachrichten — objektiv unwahr, natürlich — zu diskreditieren und wenn sie durch Vertrieb von Büchern eigenen Wachstums und Verfolgung einer Abenteurerpolitik eigener Erfindung sich auch auf Gebieten kompromittieren, die doch auch unfähigen Bankleitern im Grunde fernliegen sollten. Der nächste Kongreß wird auch bei der größten Rücksichtnähme und Pietät nicht umhin können, hier einmal tabula rasa zu machen. Ganz unverständlich isj aber die Gruppe Marmorek. Sic hält bei jeder sich bietenden Gelegenheit, gleich■ dein Schcffclschcn Ichthyosaurus, d i e Rede über der Zeiten Verderbnis, ganz gleich, wen cs trifft, ob Wolffsohn oder Warbürg, hütet sich aber ängstlich, vorzuschlagen, was sie nun selbst für richtig hält, so daß ihre Zuhörer seit Jahren der wahren geistigen Er* leuchtung ermangeln müssen. Alexander Marmorek ist einer der prächtigsten Männer, die wir haben, sein Adlatus Fischer ein grundehrlicher, der Bewegung unbedingt ergebener Zionist, der auch gegenüber seiner Landesorga־ nisation sowie der Palästina-Arbeit stets in vollstein Maße seine Pflicht getan hat. Es ist ein Jammer, daß man mit ihnen zu keiner Aussprache kommt, sic sich immer mehr vereinsamt fühlen, weil sie nicht sagen, was sie wollen, welche positiven Vorschläge zur Verwirklichung unseres Baseler Programms sie zu machen haben. Unter diesen Umständen werden wir einen sonderbaren Kongreß erleben. Die große Mehrzahl der Delegierten wird voraussichtlich die Politik der jetzigen Leitung billigen und diese im wesentlichen unverändert Wiederwahlen; gegen sie wird eine kleine Gruppe ohne Aussicht auf Erfolg wütend Sturm laufen, soweit sie sich nicht absentiert oder dem Kongreß durch Sendschreiben ihre Belehrungen zukommen läßt. Zum Schluß wird sie verbitterter sein als je, sich in noch höherem Grade unverstanden fühlen und innerlich immer weiter von der großen Masse der Gesinnungsgenossen abrücken. Das ist eine höchst bedauernswerte Entwicklung, an der die Mehrheit, die bisher und insbesondere auf dem X. Kongreß viel zu nachgiebig gewesen ist, aber nichts ändern kann; es ist vielmehr Sache der Minderheit, sich den veränderten Macht- und Zeitverhältnissen anzupassen. Die deutsche Landsmannschaft, die ja in den ganzen Jahren der Zwietracht auch nicht einen Mann verloren hat und die stolz darauf ist, daß sich die extremsten Tcrritorialistcn in ihren Reihen zu den eifrigsten Palästina-Arbeitern der Tat entwickelt haben, wird sicherlich innerhalb der Kongreßmehrheit alles tun, um auch die letzten noch Widerstrebenden zum Anschluß zu gewinnen — wenn sie wollen. Wenn nicht, so mögen sie als Eigcnbrödlcr, als letzte Mohikaner einer verschwundcnen Zeit, weiter beiseito stehen. Aufgäbe des Kongresses wird es dann aber sein, dafür Sorge zu tragen, daß sie nicht mehr in der Lage sind, die ruhige Entwicklung unserer Arbeit durch ihr abruptes Eingreifen zu gefährden. Dr. H. O. Hey mann. Zusammenschluß der Orangenpflanzer in Judäa Am Sonntag, den 4. Mai, fand in den Räumen der Anglo-Palcstine Company in Jaffa die zweite Vcrsammlung der jüdischen Orangcnpflanzcr von Judäa, statt, Wie schon früher initgctcilt wurde, bezweckt die vom genannten Bankinstitut eingclcitctc Aktion eine allgemeine Zusammenfassung der jüdischen Pflanzer zürn Zwecke des Schutzes der gemeinsamen Interessen, ׳Wie schwer auch diese« Ziel’ zu erreichen Ist, 80 hat cs doch den Anschein, daß man ihm in der letzten Sitzung um einige Schritte näher gekommen ist. Es wurde eine Kommission gewählt, die den Auftrag erhielt, auf Grund der nach einer längeren Beratung festgesetzten Richtlinien Normal- Statuten für die lokalen Oruppen sowie ein Statut für den Verband auszuarbeiten. In der nächsten Versammlung, die innerhalb drei Wochen stattfinden soll, wird man hoffentlich zur Gründung des Syndikats und zur endgültigen Festsetzung der Statute■ schreiten können. . : 1 . . ,.