Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1913-05-02 · Heft 18 (2.5.1913) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 18 (2.5.1913)
Date
1913-05-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2651815-2651834--08931-2666218
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 18 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 113 wtn־scht״ ist. Hier zeigt sich eine glückliche Vcrbimlung der alten jüdischen Missionsidee mit dem Alnvcltrgcdankcn neueren Datums. Zur rechten turnerischen Anschauung scheint uns eins so wenig zu passen wie das andere und cs ist kaum zu hoffen, daß die ״Aufklärer“ einen besonders günstigen Boden finden werden. Die Turnvereine werden im übrigen gewiß gerne auf solche Mitglieder verzichten, die mit halbem Herzen dein Verein angehören, lediglieh, um das in ihren Reihen Erlernte anderswo in einem Konkurrenzvereine zu verwerten. Der prächtige Gedanke der jüdischen ״Ncutralilat“ feiert in diesem Anträge wieder einmal Triumphe: Man warnt die Mitglieder von den jüdischnationalen Vereinen und empfiehlt ihnen den Beitritt tu den d c u t s chnationalen. Der Verbandstag wolle beschließen: 1. ״Die Vereine sind gehalten, ihre Mitglieder zu icger Betätigung innerhalb der bestehenden Tum- und Sportvereine anzuhalten.“ 2. Der Verbandsvorstand möge Maßregeln ergicifen, die geeignet sind, weite Kreise des Judentums Ulm die Notwendigkeit einer vernünftigen Körperkiiltur für die jüdische Jugend aufzuklären. Der ״Jüdische Wanderbund .Blauw 1 i ß“ in Berlin, der sich wahrend der wenigen Monate seines Bestehens in so überaus erfreulicher Weise entwickelte, hat sich ein eigenes Organ gcschaffen, das den Namen ״BI a u w e i ß - BI ä 11 c r“ fniiil. Uns liegt das Maiheft der Zeitschrift vor, dessen geschmackvolle Ausstattung und vielseitiger Inhalt hoffen läßt, daß die Blätter der Ausbreitung der jüdischen Wanderbewegung gute Dienste leisten werden. Der Bruderverein in Wien, der den gleichen Namen trägt wie der Berliner, will sich an der Herausgabe beteiligen. Die Redaktion untersteht Ref. Felix Rosenblüth. ßUS'DEN Ö6MCJHDEH Berlin. Austritte aus dein Judentum in den Monaten Februar und März 1913: Rechtsanwalt I)r. Oskar Wadismaiin, Alt-Moabit 108. — Frau Else Wachsmann, gcb. Magen, ebenda. — Journalist Max Brie, Charlottenburg, Kaiser Friedriclistr, 53, 011. III. Fräulein Johanna üroßer, Bankbeamtin, Schöneborg, üeisbergstr. 40. — Ing. Ernst Schlesinger, Hessische Str. 11. — Frau Martha Cohn, geh. Rüliimv, Sclüiiicberg, Münchener Str. •10. — Prakt. Arzt I>r. Ernst Steinitz, Schönchen׳, Bninberger Str. 2, ־- Kaufmann Adolf Davklsohn, Karlstr. 21. — Knufm. Siegln. Mones, Alte Jakobstr. 69. — Kaufmann Franz Michael Prager, Charlottenburg, Knesebcckstr. 43/44. — I>r. jur. et rer. pol. Carl Arthur Lion, Schöneberg, Eisenacher Str. 41. — Kaufmann Arno Salingcr, Groß- Lichtcrfelde, Lorenzstr. 17. — Kunstmaler Emil Beer, Friedenau, Niedstr, 7. — Frau Vihna Liebniann, geb. Traub, Westarpstr. 2. — Kaufmann Heinrich Liebmann, ebenda. — Privatbenmtcr Herbert Bock, Wiener Straße 14. — Schauspieler Ocorg Joseph, Wilmcrsdort, Markgraf Albrechtstr. 14. Berlin. Am 20. Mai d. J. (13. Ijar) wird Prof. Dr. Adolf Berliner 80 Jahre alt. wie wir hören, werden die zahlreichen Körperschaften, die diesem wohl bekanntesten aller zeitgenössischen jüdischen Gelehrten ihre Entstehung oder doch tatkräftige Mit- Wirkung verdanken, diesen Tag festlich begehen. Berlin. Der Ausschuß des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes hat in seiner letzten Sitzung einstimmig — auch mit Einschluß seiner orthodoxen und zionistischen Mitlieder — den Beschluß gefaßt, die Angelegenheit er jüdischen Volksschule zunächst der sachvcrständigen Beratung des Verbandstages seiner Gemeindeverbände zu unterbreiten. Der Ausschuß steht nach wie vor auf dem Standpunkte, die jüdische Volksschule in mittleren und kleinen Gemeinden zu erhalten und auszudehnen; in betreff der jüdischen Eiementarschulen in den Großgemeinden sind die Anschauungen geteilt. Es ist letzteres aber auch von keiner Bedeutung, da der Ausschuß auf die Lösung dieser Frage in den Großgemeinden nicht den mindesten Einfluß besitzt. Berlin. Erlist C a s s i r c r, außerordentlicher Profcssor an der Berliner Universität, der einzige, der als Nachfolger Professor Hermann Cohens in Marbürg in Frage gekommen wäre, aber als Jude nicht berücksichtigt wurde, ist an die Harvard-Universitfit, die älteste und angesehenste Universität Nordamerikas, berufen worden. Leipzig. Das Landgericht Gnesen hat am 2. Dezember 1912 den Tischlergcsellen Adalbert Osiecki wegen Beschimpfung kirchlicher Elnrich- Jungen einer anerkannten Religionsgesellschaft (§ 166 StrGB.) zu einer Gefängnisstrafe von drei Tagen verurteilt. Osiecki saß am 18. August 1912 mit mehreren Nachbarn vor der Haustür und unterhielt •ich mit ihnen über die bald bevorstehenden jiidi- •chen Feiertage. Dabei machte er über das Laubhüttenfest eine abfällige Bemerkung beleidigenden Inhalts. Er hatte damit eine jüdische Nachbarin, *nit der er verfeindet war, ärgern wollen. Allein es »am anders, als er es sich gedacht hatte. Die be- •®impfenden Ausdrücke waren In der Oeffentlich- Mt gefallen Und hatten daher eine Bestrafung ge- | 166 StrOB. zur Folge. Hiergegen legte er «Vision beim Reichsgericht mit materieller Be• •®weide ein. Der höchste Gerichtshof hat indeaien gemäß dem Anträge des Rechtsanwalts das Rechtsmittel als unbegründet verworfen, da das Laubhüttenfest eine mosaische kirchliche Einrichtung ist, welche den Kultus und die Gotiesverehrung betrifft und somit gleich dem christlichen Sonntage unter dem Sdiutze der Gesetze stellt und weder lächerlich gemacht noch sonstwie beschimpft werden darf. 1’cns.|r-:s״״uMDsr.i׳;ftU Berlin. Die Rcligionsschulc Talmud Tora Kne- 8eth Jlsroel, welche ca. 200 Schülern Thorakenntnis und Zcitbildung vereint, beibringt, wird Sonntag, den 4. Mai, nachmittags 4 Uhr, durch eine Anzahl ihrer Schüler einen Szijttm (Abschluß eines Talinud-Traktats) •vornehmen lassen. Mit demselben sind sodann Deklamationen und div. Vorträge verbunden. Der Frauen-Verein Knesetli Israel wird sodann für die Kinder der Talmud-Thora eine Feier veranstalten. Die Eigenart und hohe Bedeutung sowohl des Vereins, seiner Bestrebungen, als auch dieser Feier, wird hoffentlieh viele Kreise zur Teilnahme an derselben veranlassen. Die Feier findet in Havcrlands Festsälen (früher Driisel), Neue Friedriclistr. 35, statt. Damen und Herren als Gäste sind herzlich willkommen, Berlin. Ueber/eugt von der Notwendigkeit, die finanzielle Seite der zionistischen Bewegung mit besonderen! Nachdruck zu unterstützen, und in der Meinung, dieses Ziel durch den Erwerb einer mög* liclist großen Anzahl von Aktien der bestellenden zionistischen Finnn/institutc erreichen zu können, haben die Mitglieder des Makkabäer-Klubs in der am 26. April stattgehabten' Sitzung die Gründung eines ״S h a r e - K I u b s“ beschlossen. Mitglied dieses Share-Klubs kann jeder Jude werden, der sich vcrpflichtet, wöchentlich 40 Pf. beizutragen, wodurch er unbedingt in die Lage kommt, innerhalb eines Jahres (eventuell früher) in den Besitz einer solchen Aktie zu gelangen. Anfragen sind zu richten an den Schriftführer Herrn Richard Kohnkc, SW. 68, Ziniinerstr. 69. Berlin. Das Deutsche Landeskomitee der Organisation für hebräische Sprache und Kultur, Bcrlin-Charlottenhurg, Kantstr. 93. beabsichtigt, im Somnicrsemester (15. Mai bis Ende Juli) hebräische Unterrichtszirkel für Erwachsene in Berlin einzurichten. Jeder Teilnehmer soll zweimal in der Woche je U/s Stunden Unterricht erhalten. Man bittet diejenigen, die sich an diesen Kursen beteiligen wollen, dem Bureau gefl. rechtzeitig davon schriftliche Mitteilung machen zu wollen. Abgesehen von den Gruppen, die für I lebriiisclisprcdieiule bestimmt sind, iiiiu in Ergänzung derselben wird heabsiditlgt, dem ikdiirfnisse derer, welche im I lebräisehen so weit sind, daß sie ein leichtes hebräisches Bucli verstehen, und sich im Spredien üben wollen, durch Bildung von eiigcrch hebräischen Klubs — zunächst in Berlin —- cntgcgcnzukominen. Frankfurt a. M. Am 15. April 1913 fand die Gcncralversammlung der Zionistischen Ortsgruppe Frankfurt a. M. statt, in welcher nach einigen Debatten, der von dem Vorsitzenden und dem Kassierer erstattete Bericht genehmigt wurde. Der Vorstand setzt sich nunmehr zusammen aus: J. L. Goitein, 1. Vorsitzender, S. H. üoldmann, A. Lewisohn, Dr. mcd. Erwin Meyer, Zahnarzt Hans Nathan, Rechtsanwalt Dr. S. Sehwarzschild, Fritz Sondheimcr, Refcrendar Hugo Wohlfarth, Max Wolf. Schluß de• redaktionellen Teil». Zentrale für DcutccMand Gtldicndungsn •Ind *unchHe»1Uch 111 richten in Herrn MezWelUteliter Clierlotter.burj, Roichcr-StreG• J. Dlrektoriumssitzung des Jüdischen Nationalfonds am 10. April 1913 Es waren anwesend die Herren: Dr. M. 1. Bodenheimer, Cöln, Vorsitzender; Dr. A. Hantkc, Berlin; Ing. L. Keßler, London; Ing, I. Krcmcnezky, Wien; Professor Dr. O, Warburg, Berlin; N. Groß, Sekretär des Hauptbureaus Cöln; H. Neumann, Sekretär, London; A. Awadiowitz, Berlin. An den Sitzungen nahm auch zeitweilig Herr!. H. Kann,, Haag, als Gast teil. Dem vorgelegten Berichte entnehmen wir u. 8.: Die Eingänge des N. F. Im Jahre 1912 haben mit dem Betrage von »/* Millionen Francs noch nicht die erwartete Höhe erreicht, so daß manche dringende Arbeit in Palästina für einen späteren Zeitpunkt verschoben werden mußte. Ei kann jedoch mit Genugtuung konstatiert werden, daß im letzten Jahre namhafte Summen in den verschiedenen Ländern für den N.F. testiert wurden. An Schenkungen von Grundstücken in Palästina ist hervorzuheben: Ein Grundstück in Jerusalem vom verstorbenen Herrn Awerbueli im Werte von ca. 3000 Eres, und ein Grundstück der ka (tir Ycnicnitcnhäuser im Werte von 1000 M. Als besonderer Zweig von Zuwendungen haben sieh die Versicherungen zu g misten des N. F. in Amerika entwickelt, die bisher die Höhe von etwa 75 000 M. erreicht haben. Die Versicherten sind zumeist kleinere Leute, die sich auf den Ablebcnsfall vcrsichern, wobei in die Police eine Klausel aufgenommen wird, daß dem N. F. der Betrag von 10 C oder mehr zwecks Eintragung des Versicherten in das Goldene Buch zufließen soll. Es wäre sehr wünschenswert,, daß diese Art von Versicherungen sich überall einbürgerte. Die deutsche Sanimclstelle ist jetzt im Begriffe, eine Propaganda nach dieser Richtung cinzuleiten, Organisation. Nach der im letzten Jahre in Angriff genommenen Einrichtung bzw. Ausgestaltung von Zwcigbiireaus mit versierten Sekretären ist nunmehr eine Reorganisation unseres Vertrauensrnäiiiiersystems einerseits und unserer Sannnclmittel, in erster Linie der Büchse, andererseits möglich geworden, welcher Aufgabe wir uns jetzt widmen. Hierdurch hoffen wir, schon in nächster Zeit eine wesentliehe Steigerung der Büchscnerträgc bewirken zu können, U. a. beschäftigen wir uns mit der Frage der Organisierung von Jugeiulgruppcn, die sich dauernd mit der Propaganda des N. F. auf Grund der Biiclisenlcerutig und Verteilung befassen sollen. Einem oft geäußerten Wunsche entsprechend, hat das Haupthtirc.111 größere Büchsen für Synagogen und öffentliche Lokale '!!erstellen lassen, die demnächst zur Verteilung gelangen sollen. Neben den Büchsen ist der neue Speiulen/weig der ״Arheiterlieiinstiittcn“ in den Vordergrund getreten, die sich einer wachsenden Popularität erfreuen. Mit besonderer Freude ist es zu begrüßen, daß sieh an der Förderung an der vom N. f־, unternommene» Aktion eine Reihe von Kultusgemeinden, Bb.-Logen und sonstige hervorragende Körperschaften sowie Privatpersonen beteiiigen. Bis jetzt sind etwa 80 Häuser gespendet worden. Die unzureichenden Mittel haben unsere paliistincnsischc Vertretung veranlaßt, auf ein momentanes Eindämmen der Yeinenitciiciiiwaiulerung hinzuwirken. E» ist jedoch sicher, daß in dem Maße, als die Angcsiedelten sich aklimatisiereii iiiul wohlfülilen werden, die weitere Einwanderung wieder stärker einset/cn wird. Dafür muß der N. E. schon jetzt Vorsorgen und die Aktion für Hüuscrspeiulen energisch fortsetzen. B e w i 11 i g u n g v o n 50 000 Eres, für weit c r e Y cin e 11 i t c 1111 ä u s e r. In Berücksichtigung des letzterwähnten Umslandes beschloß das Direk* toriimi, entsprechenden Boden für Yemenitenhäiiscr zu erwerben und für diese seihst einen weiteren Betrag von r»i)ü(Nl Frcs. zu bewilligen. M ä d c 11 c n f a r in. Auf Grund des Beschlusses In einer früheren Sitzung berichtete der Vorsitzende, daß mit dem Frauenverband für Kulturarbeit in Palästina eine Vereinbarung getroffen worden ist, wonach demselben für die Ausgestaltung der Mädclicnfarm auf Kincrctli ein Darlehen von 6000 Frcs. gegen Rück- Zahlung in 6 Jahresraten bewilligt wurde. Ankauf eines Bauplatzes für das Hebräische Gymnasium in Jerusalem. Mit : Rücksicht darauf, daß die Sammlungen in Gaiizien zur Aufbringung von 1(K) 000 Frcs. für die Gebäude sich; einem erfolgreichen Abschluß nähern, beschloß das Direktorium, nunmehr den Bauplatz für das Gymnasium zu erwerben. N a c h l :1111 J e h u d a. Bereits in einer früheren > Direktoriumssitzung wurde der Beschluß gefaßt, dem! Odcssacr Komitee ein Darlehen von 30000 Frcs. für ' eine Arbeitersiedlung bei Rischon le-Zion unter denselben Bedingungen wie bei Ein Ga 11 im zu gewähren. Dieser Beschluß gelangte in dieser Sitzung neuerdings zur Verhandlung und soll nunmehr durchgeführt werden. Bauplatz für ein Krankenhaus in Jaffa. Das Direktorium hatte in einer früheren. Sitzung beschlossen, unter gewisser! Voraussetzungen den Betrag von 20 000 Frcs. für den Ankauf eines Bauplatzes für das Krankenhaus in Jaffa zu bewilligen. Da diesen ■Voraussetzungen nunmehr entsprochen ist,־ so soll nunmehr der erforderliche Betrag zur Verfügung gestellt werden. Bekämpfung der Malaria in Palast 111a, Nach einem Berichte von Herrn Prof. Warburg über die Begründung eines internationalen Gcsundlicitskomitccs, das den Zweck hat, die Malaria^ von der ein Teil unserer Kolonisten schwer heimgesucht wird, zu bekämpfen, beschloß das Direktorium, sich für das laufende Jahr mit einem Beitrag von 2000 Mark zu beteiligen. Der Direktoriumssitzung lagen eine Reihe von Anträgen aus Palästina vor, die sich auf die Gewährung von Agrar• und anderen Krediten, die zum Teil bereit» Gegenstand von Beschlüssen waren, bezogen. Leider kann der N. F., dessen verfügbare Mittel unter Berücksichtigung der erforderlichen Reserve fast voll- DH5 WELT »er JUmel-Noiumer SO Meonitf« ' , * ist auf allen Berliner Bahnhöfen, j . a ferner ln den Kiosken der!1; Firma GEORG STILKE m haben. ו י ־ ■! MMMMHMNMlf•{

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.