Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 17 (25.4.1913)
- Date
- 1913-04-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 172 Nr. 17 des Verbandes der Jugend vereine mir neutrale <)rganisationen das Anrecht auf einen Sit/ hätten. Der Zcntralverein sei aber keine neutrale Organisation mehr, seitdem er durch den Ausschild! seiner ziouistisehen Mitglieder innerhalb des deutschen Judentums Partei ergriffen hatte. Wenn der Verband der Jugendvereine jetzt nicht den Z. V. aus seinem Vorstand ausschließe, so bedeute das, daß er einem anti/.ionistischen Verein einen weitgehenden Einfluß auf seine Oesdiäftsleitung gestatte. Damit höre die Jugendbewegung natürlich ebenfalls auf, neutral zu sein. Eine solche Parteinahme musst aber den Austritt der zionistischen Mitglieder zur Folge haben, zum mindesten aus allen denjenigen Vereinen, die nicht durch erklärte llilligung der zionistischen Forderung ihren Willen zur Wahrung einer unbedingten Netitralitat zu erkennen gäben. — ln der Debatte über diese Ausführungen erklärte der Vorsitzende des Vereins, Herr Dr. Ca 1111, für sich und den Vorstand, daß er den Standpunkt der Zionisten in dieser Angelegenheit nicht teilen könne. Der Z. V'. habe ja gar keine Stellung gegen den Zionismus als solchen eiligenommen, sondern nur gegen diejenigen Zionisten, die sich nicht als ״national-deutsch“ empfanden. Es bestejic daher gar kein Grund für die Jugendbewegutig, mit dem Z. V. zu brechen, da man auch vom neutralen Standpunkt aus die Stellungnahme des Z. V. nur billigen könne, und vor allem, da man ja mit ihm jedenfalls den Kampf gegen den Autisemitisinus gemeinsam habe, der zurzeit ״die wesentliebste Aufgabe des deutschen Judentums“ darstelle. Im übrigen hätten die Zionisten einmal wieder ans einer ״Bagatelle" eine Haupt- und Staatsaktion gemacht. - Die innere Haltlosigkeit dieser Argumentation, über die sich auszulasscn an dieser Stelle wohl überflüssig sein dürfte, schien auch einem großen Teil der anwesenden Niclit/ionistcii eiiizuleuehten. Es wurde von dieser Seite zugegeben, daß die Ansicht der Zionisten ״ein Körnchen, ja sogar ein gutes Korn“ Richtiges enthalte. Nichtsdestoweniger wurde schließlich doch die Resolution des Vorstandes gegen die von den Zionisten eingcbrachte Resolution angenommen, wobei die oben hc/cichnctcn Nichtzionisten wenigstens durch Stimmenthaltung gegen den ihnen vom Vorstand zugcmuteteii Neutralitätsbrucli und Mangel an Logik demonstrierten. Sollte der ■ Frankfurter Dclegierteiitag den Standpunkt des Gabriel Rießer-Vereins teilen, so werden die Zionisten sieh darüber klar werden müssen, ob sie in Zukunft noch der ״neutralen“ Jugendbewegung angeboren können. Die Kölner Zionisten wissen jedenfalls, was sie daun zu tun haben. r. g. Siegburg. Nach den nötigen Vorarbeiten des Herrn sind. mcd. Adolf Abraham fand am verffossenen Sonntag eine ziemlich gut besuchte Ver- Sammlung zur Gründung einer Zionistischen Ortsruppc im Hotel Kaiserhof statt. Von Köln herüber am Herr Dr. Gillion, um sieh in einem längeren Vortrage über die Bestrebungen der zionistischen Idee zu verbreiten. In seinen Ausführungen zeigte er, wie die Assimilation im heutigen Judentum immer mehr um sieh greift und das Judentum im Westen stets bedrohe. Ein starkes Bollwerk hierin sei der Zionismus. Im weiteren verbreitete sich der Redner über die letzten Anfeindungen des Zentralvereins und verurteilte das Vorgehen jener gefaßten Resolution aufs schärfste. Zum Schlüsse regte er die Gründung einer Ortsgruppe an und beleuchtete nach allen Riehtungen die Vorteile einer solchen Gruppe. Wie sehr man mit seinen Darlegungen einverstanden war, geht daraus hervor, dal! nach einer kurzen Diskussion die zionistische Ortsgruppe Sieghurg und Umgegend gegründet wurde. In den Vorstand wurden folgende Herren gewählt; Lehrer S, Seelig, I. Vorsitzender; Bernhard Walter, 2. Vorsitzender; Leo Hirsch( cid, Schrift• und Kassenwart; Max H e v m a 11 n , NalUmalfomlsverwalter; stud. med. Adolf A b r a h a nt, Beisitzer. Posen. Die Jüdische Abteilung der Basler Lebensversicherung entwickelt sieh auch hier in Posen ganz zufriedenstellend. Dank der günstigen Bedtugimgen der altrenommierten Basler Lehensvers.- (icsellschaft (niedrige Prämien, Dividende bereits im 3. Jahre und Zionisteurabatt) sind selbst aus nichtzionistischen Kreisen eine Anzahl Anträge zur Erledigung gelaugt. Pflicht eines jeden Zionisten ist es aber heute, in erster Reihe bei Versicherungen die ״Basler“ zu berücksichtigen, da neben dem eigenen Vorteil auch derjenige für die zionistische Organisation in Betracht kommt. Auskunft für Stadt uucl Distrikt Posen erteilt, die Jüdische Abteilung Basler Lebensversicherung, R. Landsberger, Posen Grüne Str. 7, Tel. 1524. Königsberg. Die hiesige ״Zionistische Vere nigung" veranstaltete nachträglich sein alljährlich übliches Kinder •Purimfest, das in jeder Be- Ziehung einen zufriedenstellenden Verlauf nahm. Die von Kindern dargcslelite und von Fri. Selma B1 u in - stein mit Geschick und feinem Verständnis einstudierte Pantomime: P u p p c 11 f c c löste wohlverdienten starken Beifall aus, der auch den wirkungsvoll gestellten lebenden Bildern - arrangiert von Herrn stud. med. Percty, der sich überhaupt um das Gelingen des Festes in jeder Weise verdient machte — treu blieb. ״Die schöne Ester“, parodistisches Purim-Potpourri, das sowohl formell als auch in seiner feinen Pointierung sich weit über den Durchschnitt derartiger Gclegenhcitsdirhterci erhebt, trug dem wohl talentierten Autor, Herrn Feltenstein, auch bei den ״Großen“ einen starken Erfolg ein. So herrschte auf wie vor der Bühne eitel Purim-Stimmung, die sich abends bei einem gemütlichen Beisammensein der ״Großen“ kaum verminderte. JUEDISCHE RUNDSCHAU Konstanz. Der hiesige ncugcgrüiuletc Jugendverein hielt Samstag, den I‘). d. M , im Saale des I Intel Scliönbeck eine ( i a b r i c I R i e s s e r -1 vier ab. Her Saal vermochte kaum alle Erschienenen zu fassen, Das Referat hatte I lerr Norbert Einstein übernommen, der uns in einstiindigem Vorträge mit dem Leben, Wesen und Wirke» dieses bedeutenden Mannes in geistreicher und wnhldurdidachtcr Form vertraut machte. Addierst gut gelang es dein Retereuten, das Wirken Richers in nationalem Sinne klarziilegcn. Reicher Beifall zollte dem Referenten den wirklich verdienten Dank der Versammlung, welcher Herr Strultrabbiner Dr. (110 נne als Vorsitzender noch Ausdruck gab. Vorträge aller Art verschönerten den Abend, der sehr gemütlich veilief. Schluß des redaktionellen Teil». Geschäftliches Siegfrieds Naturheiianstait und Erholungsheim in Wiesbaden, welches kurtaxefrei ist, hat auch in diesem Jahre wieder für seine Kurgäste eine ganze Anzahl willkommener Neuerungen geschaffen, und dürfte kaum ein Heilfaktor existieren, welcher in Siegfrieds Naturheiianstait nicht vor/ufinden ist. Der Besitzer, Herr B. Siegfried, welcher über 30 jährige praktische Erfahrung verfügt und Leiter der Anstalt ist, hat sieh zur Aulgäbe gemacht, eine mustergültige Naturheiianstait zu schaffen, welche auch den verwöhntesten Ansprüchen genügen dürfte. Da sämtliche llehamlhingeii (Naturlieiverfaltrett) ganz individuell zur Anwendung kommen, eignet sich die Anstalt auch für alle chrouisehen Erkrankungen, seihst noch in den verzweifeltsten Fällen. Den größten Wert legt die Anstalt aut eine reizlose, vorzügliche diätetische Küche. Es bestellt erstens ein Tisch mit gemischter Kost; Fleisch, Salat, Gemüse usw.; zweitens ein Tisch mit rein und vorzüglicher vegetarischer Kost, lind drittens ein Tisch der Spezialitäten für Nieren- und Zuckerkranke, Magen- und I )armleidende, Entfettung• und Mastkuren; Obst-, Rohkost- und Schrotsdie Kuren usw. Durch seine wunderbar herrliche staubfreie Lage sichert die Anstalt eine Sauerstoff- und ozonreiche, kräftige, würzige Gcbirgsluft. Die Anstalt ist mit der elektrischen Bahn von Wiesbaden in wenigen Minuten zu erreichen. Der Kur- und Pensionspreis ist ein sehr mäßiger. Man verlange Prospekte post frei. Jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst 1 Freit a g, 25. April, abends; in allen Synagogen יל/* Uhr. Sonnabend, 26. April, vorpiittags; in der Alfen Synagoge S>/2 Uhr, in der Kaiserstr.- unu Rykestraße-Synagoge 0 Uhr, in den anderen Synagogen: Frühgottesdienst 7*/* Uhr; Hauptg o 11 e s d i e 11 s t 10 Uhr. Abendgottesdienst: 8 Uhr 8 Minuten. Gottesdienst an 11 e 11 Wochentagen: morgens: in der Alten-, Kaiserstr.• und Rykestraße-Synagoge 61, Uhr, in den anderen Sy 11agogen 7 Uhr; abends; in allen Synagogen 7 Uhr. . ■ ■ . 1 , Gottesdienst am Pessachtest. (Sclilußtage.) Sonntag , 27. April, abends; in allen Synagogen 7/z Uhr, Mont a g, 28. April, vormittags! in der Alten Synagoge Sy Uhr, in der Kaiserstr.־ und Rykestraße-byimgogc ') Uhr, in den anderen Synagogen: Frühgottesdienst 7y Uhr, Hauptg o 11 e s d i c ti s t 1(1 Uhr. Predigten: Alte Synagoge: Rahhiner Dr. Stier. Synagoge Kaiserstr.: Rabbiner Dr. Esehelbacher. Synagoge Rykestr.: Rabbiner Dr. Lewkowitz. Nette Synagoge: Rabbiner Df. Blumcnthal. Synagoge Lindenstr,: Rabbiner Dr. Rosenzweig. Synagoge Lützowstr.: Rabbiner Dr. Baeck. Synagoge Fasancnstr.: Rabbiner Dr. Hochfcld. Möntag, 28. April, abends; in allen Synagogen 8 Uhr. Dienstag, 20. April: In allen Synagogen: 1. Gottesdienst mit Seelenfeier morgens 7»/* Uhr. 2. Gottesdienst mit Scclcnfcicr 10 Uhr. — Der Eintritt zum 2, Gottesdienst ist nur mit Karten gestattet. Predigten: Alte Synagoge: Rabbiner Dr. Esehelbacher. Synagoge kaiserstr.: Rabbiner Dr. Lewkowitz. Synagoge Rykestr.: Rabbiner Dr. Petuchowski. Neue Synagoge: Rabbiner Dr. Warschauer. Synagoge Lindenstr.: Rabbiner Dr. Bergmann. Synagoge Lützwostr.: Rabbiner Dr. Weiße. Synagoge Fasancnstr.: Rabbiner Dr. Baeck. Abcndgottcsdienst (Festausgang): 8 Uhr 14 Minuten. In der Alten Synagoge vom 30, April an, 8 Uhr abends, Vorträge über die ״Sprüche der Väter“: Dienstag: Rabbiner Dr. Stier, — Sonntag und Donnerstag: Rabbiner Dr. Esehelbacher über Ritual- Vorschriften (Dinim). - Montag und Mittwoch: Rabbiner Dr. Petuchowski. Jiüscler Nationalfonds Zentrale für Deutschland Gtldtendungen »ind aimchlleiitich tu richten •n Herrn MiiVellilelaer Qurlullebtur, Rotcter-ItnhS. Für alle Freunde der von uns eingeleitetm Aktion zugunsten des Häiiscrhaucs der in Palästina dtv׳evvanderteu ycmciiitischcn Juden werden folgende Nachrichten über den Stand des Häuserbaues von Interesse sein. In der grollten Palästina-Kolonit Pctliadi-Tikw.ih, sind die Ycmenitenhäusdicn bereit* ihren Bewohnern übergeben worden. Der betreffende Vertrag wurde einerseits vm» Palästina-Amt in Vertretung des Jüdischen NatiotiaUonds und andererseits von jeden! einzelnen Yemeniten, der ein Häuschen bekommen sollte, unterzeichnet. In der kurzen Zeit in der nun die vemcnitischcii Juden in den neuen Häusern wohnen, sind sie nicht müßig geblichen, f ast alle haben hcreits ihr Gartenland bestellt und Gemüse angebaut. Einige Italien auch BattW gf. pflanzt. Ueherhaupi sind sie bemüht, ihre Hauser und das Umland peinlich sauber zu halten. In den anderen Kolonien wurden in den letzten Monaten fertiggestellt in Chcderah 20 Häuschen, in Katrah 5, in Reclmwoth ■10, in Neß Zionali S Häuschen. In Rechowotli bewohnen die Yemeniten ein eigenes Viertel der Kolonie. Bekanntlich war diese Kolonie mit eine der ersten, die Yemeniten aufnalmi und ihnen Arbeit gab. Weitere Bauten sind nach Maßgäbe der vorhandenen Mittel geplant. Schon jetzt aber kann man von einem vollen Erfolg un-crer Aktion sprechen und wir sind allen Gesinnung*• genossen dafür dankbar, die zu diesem Kulturwcrk beigetragen haben. Herr Chain! K ä h ä 1! ans Warschau, der kürzlich mit seiner Frau Gemahlin das Hauptburcau in Köln besuchte, spendete den Betrag von 10 000 F res, für 10 Y e in e 11 i t e 11 hiiuscr und 1000 F r cs. als Beitrag zum Erwerb von Hoden in der Umgehung einer historischen Stätte in Palästina. Herr Kaltan ließ außerdem seine Gemahlin in das Goldene Buch des Nationalfonds eintragen. Von der N.-F.-Kommission Posen liegt mm folgender Bericht vor: Statt der obligaten Piirmisamm• hingen zugunsten des Jiid. N.-F. veranstalteten wir in diesem Jahre zwei Kartenverkaufs(,igc zugunsten ycmcnitischer Juden. Trotzdem ein Verkauf lediglieh in Häusern und Geschäften unserer Glaubensgenossen vorgesellen war, gelang es doch dem Eifer unserer jungen Mädchen und Kinder ca. 130 Strien Yemeniten- und N.-F.-Karten unter das Publikum zu bringen, so daß jetzt wohl in Posen kaum ein Jude zu finden sein durfte, der nicht über die Hilfsaktion für die ycmciiitischcn Juden unterrichtet wäre; eine gute Vorbereitung für weitere, größere Sammlungen zu diesem /wecke. Der Hruttoerlös beläuft sich vorläufig auf ca. 750 M. (siehe Ausweis), doch wird der Kartenverkauf noch immer i» kleinem Maße fort• gesetzt und wir hoffen in Kürzt das Haus der ״Posciief Jüdischen Jugend" vollenden zu können. Nach den guten Erfahrungen, die wir mit dieser Art Saminclarbeit selbst in den uns sonst ganz fernstehenden Kreisen gemacht, können wir sic nur allen Ziouisti• sehen Ortsgruppen empfehlen und stellen gern uns« Material an Buchsen usw. zur Verfügung. ' Die N.-F,-Kommission Posen Johanna Lubinski Rebecka Landsberg« Materlallenelngänge Jüdischer Nationalfomls, Gertrud und Charlotte Michaelis,״Jüdischer Nationalfonds, Jüdischer Naiio• nalfonds, Martha Bukofzer (im Aufträge der A0nistisehen Vereinigung Königsberg), Malvinc Leiser, Rika Nelken Stralliowo, Siegfried Fröhlich, Frau Pr. Ziegel, Wilmersdorf, jüdischer Nationalfonds, Lehret Rosenberg, Wiesbaden, Frau L. Seheinhaus, Rudolf Rosenberg, Zahnarzt Schachtel, Breslau. M. Dr. W i t k o w s k y u. Frau, Berlin, danken f. frcundl. Glückwünsche ........ 20, — Jacob Neu m a n n u. Frau, Leipzig, grat. z. Verlobung Rosa Marx- Dr. W. Brünn , . Dr. Weidmann, Kattowiti, grat. s. Bbr. Jacobsohn, Breslau, z. Niederlassung 1,—, derselbe grat. Louis So be rsky , Kattowitz, z. Silberhochzeit 1,— . , . j. Ucbcrschuß einer Oelbauiiisantml. v. Frau Anna Woog, Köln .. Zwei Berliner in New York, Allred Burin (Bar Kocliba) u. Hans L e v y (Hasmonaca) n. S o k o I o w s Vortrag in d. Carnegc-Hall am 15. März 1913 1 Dollar ־ J(. ...... . DipL-Ing. Löwenberg, Halle, dankt 1. I. Oci.-Oen, Leo H o f in a n n u, Hermann A p c 11 f, ihre Glückwünsche.. 2,- 2,- 3,-* 4,20 ׳-,3